Würstchen

Würstchen 01

Während der Österreicher im allgemeinen und der Wiener im speziellen zu den uns bestens bekannten Brühwürstchen, welche generell paarweise aufzutreten pflegen, „Frankfurter Würstchen“ bzw. kurz „Frankfurter“ sagt, bezeichnet der Deutsche im allgemeinen und der Frankfurter im besonderen selbiges Würstchen als „Wiener Würstchen“.

Der Wiener bezeichnet das Würstchen als „Frankfurter“ und nicht als „Wiener Würstchen“, weil er damit verhindern will, dass ihn womöglich die restlichen nicht wienerischen Österreicher als „Würstchen“ bezeichnen, was ihm, den Wiener wiederum, äußerst peinlich wäre, da er in Restösterreich ohnehin nicht sehr beliebt ist und sich als „Wiener Würstchen“ zusätzlichem Spott aussetzten würde.

Der Frankfurter wiederum bezeichnet das Würstchen als „Wiener“ oder als „Wienerle“ und nicht als „Frankfurter Würstchen“, weil er damit ebenfalls verhindern will, dass ihn die restlichen nicht frankfurterischen Deutschen als „Würstchen“ bezeichnen. Und hier haben wir den besten Beweis dafür, wie sehr Hohn und Spott sich länderübergreifend gleichen und ergänzen.

Den Schmäh-Wiener und den Mainhattan-Frankfurter eint die Angst von der Restbevölkerung ihres Landes als Würstchen bezeichnet und verhöhnt zu werden.
In einem wohl einmaligen Gentlemen Agreement erlaubt daher der Wiener dem Frankfurter, die „Frankfurter Würstchen“ in Deutschland als „Wiener Würstchen“ zu bezeichnen, während im Gegenzug der Wiener zu den „Wiener Würstchen“ in Österreich großzügigerweise „Frankfurter“ sagen darf. Der Wiener und der Frankfurter, die sich ansonsten gleichen wie Tag und Nacht, haben mit dieser gemeinsamen Würstelaktion bewiesen wie kontinentalübergreifende Zusammenarbeit künftig aussehen könnte.

Dem Wiener bleibt dabei freilich noch der Ärger mit dem so genannten „Sacherwürstel“, einer etwas längeren Variante des „Wiener Würstchens“ bzw. „Frankfurters“, welches meist – völlig falsch – mit den Zutaten der berühmten Sacher Torte zubereitet wird. Aber dieses Problem muss der Schla-Wiener wohl ohne seinen Frankfurter lösen.

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11 Gedanken zu “Würstchen

  1. Habe gerade mit den Managern der Merging & Aquising Abteilung von Goldman Sachs verhandelt: Der Börsengang gestaltet sich leicher als gedacht.
    Nur das Secondary Equity Offering, also die Kapitalerhöung im Verbund mit den Bezugrechtsemissionen bedarf nach dem neuen Bookbuilding-Verfahren der Zustimmung aller Shardholder. Und die können wir uns spätestens beim Extraordinary General Meeting (EGM) verbriefen lassen. Excellent News, isn’t it?

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