Wash This

Meist sind es die kleinen Dinge im Leben, die dich peinigen und dir schlaflose Nächte bereiten.

Als gelernter Hausmann hast du schon hunderttausend Mal deine Wäsche gewaschen und bis jetzt problemlos. Du gibst die Wäsche in die Trommel, füllst das Flüssigwaschmittel in das entsprechende Fach und lässt den Weichspüler weg, weil du weißt, dass er nicht gut ist zu deiner Wäsche und nicht gut ist zu deiner Umwelt. Das entsprechende Programm vorwählen und los geht’s.

Während die Maschine wäscht, kannst du
a) spazieren gehen
b) Zigaretten rauchen (Nichtraucher können an dieser Stelle mit Alkohol kompensieren)
c) im Supermarkt deine Einkäufe erledigen
d) vor der Maschine sitzen und der Trommel bei ihrer Drehbewegung zusehen

Waschmaschine 01

Beim hundertundein tausendsten Mal passiert es dann. Du hast wie immer bei d) angekreuzt und sitzt vor der Trommel. Du liebst es, der Trommel bei ihrer Rotation zuzusehen, weil das eine unheimlich beruhigende Wirkung auf deine Seele auslöst. Es passiert mir des Öfteren, dass ich mir eine Waschmaschine einschalte, ohne dass ich Wäsche zum Waschen hätte. Ich brauch es einfach für mein Wohlbefinden … nur dazusitzen und der Trommel zuzuschauen. Ein herrliches, erhabenes Gefühl stellt sich dann in mir ein. Einzig das Schleudern am Ende des Programms ist mir manchmal zu hektisch. Da schau ich einfach weg, wenn es mir zu viel wird.

Aber zurück zum hundertundein tausendsten Mal. Nie und nimmer hast du dir dabei was gedacht, wenn du vor der Maschine gesessen hast. Immer waren deine Gedanken abgedriftet in das wohlige Nichts platzender Seifenblasen. Und da, plötzlich, passiert es.
Du stellst dir die Frage, wie es überhaupt sein kann, dass das Waschmittel in die Trommel hinein kommt, wo diese, hermetisch abgeschlossen, sich zusätzlich in Windeseile dreht.

Du denkst nach und findest keine Antwort. Verzweifelt googlest und googlest und googlest du. Wieder nichts. Am Ende die schlaflosen Nächte. Jetzt bist du ein völlig anderer.

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6 Gedanken zu “Wash This

  1. Man könnte natürlich bei Miele oder Siemens oder irgendeinem Hersteller der Wahl mal nachfragen…

    … andererseits halten vielleicht gerade ungelöste Fragen den Menschen in Bewegung.

    Vielleicht werde ich demnächst mal im Waschsalon eine der anwesenden Wäscherinnen fragen.

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  2. Die Hersteller halten dieses Detail genau so geheim, wie ein bekannter Brausefabrikant seine Rezeptur.

    Man müsste da schon den Chef der Konstruktionsabteilung entführen und unter Gewaltandrohnung zum Reden bringen. Aber ob sich das lohnt?

    Vielleicht ist es ja manchmal gar nicht so schlecht, nicht alles zu wissen.

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  3. ;-)))
    Keine Ahnung – aber ich nehme mal an, dass es über einen integrierten Zulauf ausgespült wird. Denn eigentlich wird das Waschmittel selbst ja auch „ausgewaschen“ aus dem Einfüll-Schublädchen.

    Aber wenn du deshalb keinen Weichspüler verwendest, weil er schlecht für die Umwelt ist, dann dürftest du ja auch nicht ständig vor der Trommel sitzen können.
    😉 Denn dann versähe man die Waschmaschine mit einer Zeitschaltuhr, die sich um Mitternacht einschaltet, um den Nachtstrom zu nutzen 😉 … und um diese Zeit zähle ich schon die Schäfchen und bewundere nicht die Rotationsbewegungen der Trommel.

    Viel faszinierender ist übrigens die Frage, warum Waschmaschinen Socken fressen … 😉 … dazu gibt es sehr viele Webseiten im Internet!
    Und pppsssttt – nicht weitersagen: Waschmaschinen sollen lt. letzten Erkenntnissen die Tür zur 5. Dimension sein, das Socken-Paralleluniversum.
    😉

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  4. Die ganzen Frauen, mit denen ich jemals zusammengelebt habe, waren immmer und ausnahmslos gegen Weichspüler eingestellt. So was „färbt“ halt ab und brennt sich ein.

    Wenn ich mir jetzt eine Waschmaschine zum Relaxen einschalte, also eine ohne Wäsche, dann brauch ich trotzdem ein Waschmittel drinnen, weil es geht ja auch um den Schaum, der am Trommelglas je nach Rotation die interessantesten Muster formt. Das ist zwar Pech für die Umwelt, aber da muss sie durch.

    Das mit den Socken, die spurlos verschwinden, hab ich auch schon gehört. War aber bei mir noch nie der Fall.
    Im Gegenteil: bei mir kommen nach dem Waschen immer mehr Socken raus als ich hinein getan habe. Vielleicht sind das ja die Socken, die anderswo dann fehlen …

    (Das mit dem Paralleluniversum ist noch ziemlich unerforscht, aber ich bin da klarerweise schon dran. Wie du sagst: Geheimhaltungsstufe Extrahoch)

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  5. Relaxen? Schaum?
    Dann würde ich zu einem Entspannungs-Schaumbad raten statt dem herkömmlichen Waschmittel … ist viel effizienter mit weniger Ressourcen-Aufwand, und wirkt sich in der Waschtrommel bestimmt äußerst entspannend aus.
    Mein Tipp: Latschen-Kiefer-Entspannungsschaumbad mit einem Schuss Lavendelöl! Die Waschmaschine fühlt sich danach bestimmt auch wieder wie ein neuer Mensch.
    :>>

    Falls bei dir mal schwarze Socken (Größe 42) auftauschen sollten, bitte an mich auf terrestrischem Postwege zurücksenden. Irgendwie scheinen diese die Waschmaschinen-Wurmloch-Navigation noch nicht ganz zu beherrschen.
    😉

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  6. OK, aber bei diesen Bädern schlaf ich ständig ein und außerdem ist ja das Waschmaschinengeräuch furchtbar wichtig und durch nix zu ersetzten. Dein Unterbewußtsein würde es dir übel nehmen, wenn du das durch eine CD substituieren würdest.

    Übrigens: deine Socken hab ich, weil ich hab ja Größe 45. Die sind an den Sohlen schon ganz schön abgelaufen und Löcher haben sie außerdem. Ich würde sagen: der C&A hat da gerade eine Sonderaktion mit den schwarzen. Also, nix wie hin.

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