Beckstein-Alarm im Alligatoren-Paradies

Da staunten die Alligatoren Jimmy, Johnny und Rupi nicht schlecht, als vor ihren Augen ein Kajak mit Nürnberger Touristen kenterte. Die drei lagen wie immer faul am Ufer der floridianischen Everglades und dösten vor sich hin. Rupi hatte wenige Stunden zuvor eine Seegurke verspeist, deren Ablaufdatum offensichtlich weit überschritten gewesen war. Er rülpste und furzte ohne Ende. Wie man sieht haben auch Alligatoren empfindliche Mägen. Jimmy und Johnny jedenfalls wendeten sich ein jedes Mal vor Ekel von ihrem Kumpel ab, wenn diesem wieder die grauenhaftesten Geräusche begleitet von den grauenhaftesten Gerüchen aus allen Körperöffnungen entwichen. Widerlich fanden die beiden Rupis Verhalten und wünschten sich etwas mehr Etikette. Rupi konterte mit der abgelaufenen Seegurke während Johnny meinte, die Everglades wären seit Jahrtausenden seegurkenfrei und Jimmy gab zu bedenken, heutzutage, bei dieser Globalisierung wäre selbst eine Seegurke in den Everglades nicht mehr völlig ausgeschlossen.

Und dann geschah es: keine zehn Meter vom Ufer entfernt kenterte der Kajak des beschäftigungslosen CSU-Politikers Günther B. samt Gattin Marga. Leider ging bei dieser Aktion die Digitalkamera des Politikers im wahrsten Sinne des Wortes baden, so dass Besagter später der sensationsgeilen Boulevardpresse keine Originalbilder des Vorfalls anbieten konnte. Der Coup war indes genial geplant. Günther B. litt seit Monaten darunter, von den Medien regelrecht missachtet zu werden. Seit er seinen Ministerpräsidentenjob nicht mehr hat, dreht sich alles nur noch um den Horsti, während er auf der Strecke bleibt. In letzter Zeit schaffte er es nicht mal mehr in die „prima Sonntag“, einer Zeitung, deren Ereignishorizont über die Berichterstattung des Hersbrucker Eselrennens nicht viel hinausgeht. Kleinster Mikrokosmos also, aber journalistisch aufgemotzt als handle es sich um die erste bemannte Mondlandung, hier und jetzt. „Jetzt“, sagte auch der Günther und warf sich mehrfach mit aller Wucht gegen die Bootswand. Schließlich kenterte das Ding. Unglaublich, was Politiker alles tun, um wieder ins Gespräch zu kommen.

Die Alligatoren sahen verdutzt zu, so was hatten sie noch nie gesehen. „Die hol ich mir“, grunzte Jimmy und kroch Richtung Wasser. „CSU, CSU, CSU“, riefen Johnny und Rupi aufgeregt hinterher und bissen dem Kumpel in den Schwanz, hielten ihn zurück und verhinderten so, dass dieser die Dummheit beging, das fränkische Ehepaar aufzufressen. „Danke“, wisperte der Zurückgehaltene sichtlich ergriffen, „dann lieber doch eine Seegurke.“

Siehe Artikel in der Nürnberger Abendzeitung.

Advertisements

5 Gedanken zu “Beckstein-Alarm im Alligatoren-Paradies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s