Steinbutt auf Makrele

In unserer heutigen Kochshow werden wir einen „Steinbutt auf Makrele“ zubereiten.

„Ja passt denn das überhaupt zusammen?“, werden sich 80 Millionen Bundesbürger besorgt fragen. „Absolut nicht…“, ist unsere klare Antwort, „aber da müssen wir eben durch, ob’s uns schmeckt oder nicht.“

Der Steinbutt hat sich in letzter Zeit immer mehr zum Dummfisch gewandelt und geht dem Angler entsprechend leicht an den Hacken. Es scheint so, als würde er regelrecht darauf hinarbeiten, schnellstens im Kochtopf zu landen.

Die Makrele hingegen ist zäh, schlau und scheinbar unbesiegbar. Mit aller Macht stemmt sie sich gegen das Ende und scheut auch vor unlauteren Mitteln nicht zurück. Hat man sie endlich an Land gehievt, hilft nur ein beherzter Hieb mit dem Vorschlaghammer, um ihrem Unwesen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.

Nun, nachdem die beiden Exemplare leblos vor uns auf dem Holzbrett liegen, können wir zum gemütlichen Teil unser Arbeit, zum Sezieren, übergehen.

Was uns am meisten erstaunt: das Gehirn des Steinbutts ist auch nach intensiver Suche nicht aufzufinden, obwohl wir es gerade in der jetzigen Kochphase so sehr gebraucht hätten.

Was noch auffällt: zusammen mit der Makrele ist uns ein Jungfisch ins Netz gegangen, den wir aber getrost entsorgen können. „Minu, Minu, Minu“, da kommt die Mieze angelaufen, ach, wie die sich freut …

Während der Steinbutt im wahrsten Sinne des Wortes richtig platt vor uns liegt, beginnt die Makrele plötzlich mit dem Schwanz zu wedeln. Wir bemühen erneut den Vorschlaghammer.

Und jetzt ab mit den Untieren, hinein in den Kochtopf. Wir stellen auf 100 Grad, geben verschiedene Gewürze dazu und lassen die Chose einige Stunden köcheln. In der Zwischenzeit gucken wir im Fernsehen dem beginnenden Wahlkampf zu.

Dann zurück in die Küche. Wir schauen in den Topf und sehen, dass das Resultat wie erwartet ein grauenhaftes ist. Nun bleibt uns nur noch eins zu tun: wir nehmen den Topf vom Herd und gießen das ekelige Zeug unter vorsichtigem Umrühren in den Ausguss.

In der nächsten Folge erfahren Sie alles über die schlüpfrig-glitschigen Pläne des Steinbutts bis 2020.

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19 Gedanken zu “Steinbutt auf Makrele

  1. ;-)))) … oje – Steinbutt!

    *lacht* … musste gerade an meine ersten „Steinbutt“-Erfahrungen denken.

    Dänemark, 2003 – irgendwo in der Wildnis (natürlich in einem Restaurant), abseits jeglicher Zivilisation – das Camperlein kann kein Dänisch, die Dänen kein Deutsch/Englisch – Speisekarte nur auf Dänisch.

    Das Camperlein kann nur etwas wie „Fisch“ erkennen – und denkt sich: „OK, Fisch ist immer gut!„, und tippt bei der Bestellung einfach nur auf irgendwas Hyroglyphisches!
    Das Camperlein kriegt Kartoffelsalat und irgendeinen panierten Plattfisch … schaute wie ein Schnitzel aus!
    Weil dat Dingens wie ein Schnitzel ausgesehen hatte, hat das Camperlein auch angefangen (wie bei einem Schnitzel) am Rand mundgerechte Stücke abzuschneiden, um sie zu essen.
    Blöd nur, dass da ziemlich viele Gräten dabei waren.

    Das Camperlein denkt sich – muss wohl so sein. Er kaut kräftig und fieselt ständig die Gräten aus dem Mund.
    Die Kellnerin schmunzelt während dem Vorübergehen nur leise in sich hinein ab diesem kleinen Häufchen Gräten auf Camperlein’s Teller. Aber sie kann ja nichts sagen – sie kann weder deutsch noch englisch.
    Wahrscheinlich dachte sie sich:

    Nach 1/4 Fisch und Grätenfutzeln wird es dem Camperlein zu blöd, und so versucht er, mit Messer und Gabel den Fisch auf eine andere Art zu zerlegen – und siehe da – das Fleisch lässt sich ja wunderbar locker abziehen … OHNE Gräten!
    Nach der Hälfte wurde der Fisch gewendet – et voilà – die andere Hälfte genüsslich verspeist!

    Erst später – am nächsten Tag beim Geschäftstreffen durfte ich erfahren, dass dies ein Steinbutt war. Und die dänischen Geschäftspartner haben sich köstlich amüsiert wie ein Bergösi (wie ich) einen Steinbutt gegessen hat … … wie ein Schnitzel!

    Vielleicht hättest du den Steinbutt panieren sollen *ggg*
    Und dann liefere auch gleich eine Bedienungsanleitung mit, wie man panierten Steinbutt isst – nämlich nicht wie ein Schnitzel!

    ;-))))

    Ach – schön, wieder an meinen 1. Steinbutt erinnert worden zu sein … 😉

    :wave:
    Gruß
    c70

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  2. Ja, äh…, dieser, mein Steinbutt ist kein dänischer, der kommt eher aus einem Tümpel bei Detmold.

    Selber hab ich leider noch keinen gegessen, weil mir nach dem Kochen und vor dem Essen stets der Ausguss inzwischen gekommen ist.

    Aber ein Eigenleben entwickeln die Viecher, das glaubst du nicht.

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  3. Fisch kochen???
    Wolltest du denn eine Fischbrühe machen?

    Und warum ausgießen?
    Sowas reduziert man ein und macht nen lecker Fischfond draus … 😉 … den Fisch kannst du danach zwar wegschmeißen – aber der „Ausguss“ ist ja gerade das Köstliche! … als Basis für vieles andere.

    :wave:

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  4. Genau genommen sind meine beiden Fische, also der Steinbutt und die Makrele, fast menschlich. Und noch genauer genommen könnte man, viel Phantasie vorausgesetzt, dem einen und dem anderen Fisch, eventuell, eine Person zuordnen, die zum Fisch passen könnte, aber, wie gesagt, nur eventuell.

    Pssssst, keine Namen nennen …

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  5. *lacht* … ach – SO ist das!
    Keine Sorge … pssssst … wir sind ja unter uns – trotzdem werden keine Namen genannt!

    *kopfkratz*
    Aber was macht da die Mietze, die daher gelaufen kommt?
    Die wird doch nicht etwa … 😉

    :wave:

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  6. Das ist eine Frage der Kombination: wie wir von bzw. aus „…Amelie“ wissen, sind Fische heute häufig depressiv – dann sollte man also bei depressiver Makrele einen angenehm manischen Steinbutt verwenden und nur in sehr ernsten Fällen Heilbutt: das Ganze dann servieren mit in Margarine zerlassener Butter!

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  7. Warum sind sie denn nur ausgerechnet heute depressiv? Wohl weil Donnerstag, der 13. ist… 🙄

    Aber bei der Menge Antidepressiva, die täglich in die Kanalisation entleert werden, sollte das Problem mit der Fisch-Depression ohnehin bald nachhaltig gelöst sein!

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  8. Der Witz ist, dass Letzteres nicht einmal nur witzig ist!

    Allein: da sind eben auch jede Menge Tranquilizer und überhaupt „allgemeine“ Neuroleptika drin – Nebenwirkungen durch Wasser trinken: ich liebe die Postmoderne…

    Nix 13. – Mauer…

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  9. 13. August, Bau der Berliner Mauer
    nur wer googelt, der wird schlauer.

    Herr Dino parliert oft verklausuliert,
    hat an der Geschichte ‚rumprobiert.

    Trinkt Tranquilizer und Neuroleptika,
    ist witzig und manchmal Skeptiker.

    Liebt Fische und die Postmoderne,
    wir grüßen ihn aus Nah und Ferne.

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  10. WOW!!! Nö – echt gut! :yes:

    Wie poetisch – da wirds ja vielleicht doch noch was mit der künstlerischen Karriere!

    Am Ende wars der Limerick ders Ruder rumgerissen hat…
    Na ja nicht ganz in Reinform, aber doch bemerkenswert 😉

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  11. Auf die Entstehung der links drehenden Aminosäuren nach Stanislaw Lem hatte ich bereits verwiesen?

    Muahaha. Zwei Weltraumpiraten namens Gerr und Hott haben auf der Erde ihren Müll entsorgt und noch kräftig rein geniest, und dann hat einer mit einem Feuerhaken, der nach links gekrümmt war, die ganze Pampe umgerührt: und das Ende vom Lied sind nun diese Hominiden…

    Chch.

    Wenn Einem „so was“ einfällt – dann sollte man schreiben können müssen… – Oder so!

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