Alien Alarm 80 (Die Notdurft)

Seien wir mal ehrlich: nur der Ort, wo wir unsere not Duft ver richten – und wir sprechen hier aus schliesslich vom GROSSEN geh Schäft – ist der Ort, wo wir noch wir selbst, wo wir also noch Mensch sein können & dürfen & bleiben & wie auch immer.

Vorraus ge setzt natürlich, dass wir tele Fone, Pager, Piepser und sonstige eLeck tronische folter Instrumente weit hinter uns zurück lassen, um den, im wahrsten Sinne des Wortes, inneren reinigungs pro Zess anzu kurbeln, um mit uns selbst, wieder im wahrsten Sinne des Wortes, ins Reine zu kommen.

Die ver Richtung der not Durft gestattet es dem Menschen ungestört in sich hin ein zu gehen, in sich hin ein zu fühlen, um jene ent Scheidungen zu treffen, die richtungs weisend für unser Leben sind. Alle grossen ent Deckungen, ent Scheidungen, er Findungen und er Rungenschaften unserer zivi Sation bzw die ge danklichen vor Arbeiten dazu sind letzt endlich in den scheiss Häusern und senk Gruben dieser Welt entstanden, wenn gleich uns diverse geschichts Bücher diese wichtige tat Sache vor enthalten.

Der fort ge schrittene und ge neigte Leser wird erkennen, dass auch sein Leben stets die Wendung voll zogen hat, die er/sie/es diesem be wusst oder un be wusst am stillen Örtchen vor gegeben hat.

Zurück zur Kanzlerin. Da hockte sie also in dieser für sie un be quemen weil nicht von hilfs Mitteln unter stützten Stellung mitten auf dieser wald Lichtung und ihre ge Danken wurden scharf und schärfer.

Besonders in letzter Zeit hatte sie diese un Beständigkeit, diese innere zerissen Haidt und die un fähig Keit dagegen an zu kämpfen in ihr aus gemacht. Sie dachte daran, wie schäbig sie den Bundes Präser aus dem Amt ge ekelt kegelt hatte, obwohl der Alte … na ja, Schwamm drüber und der Neue, das war ein richtig fescher, schnuckeliger, donnerwetterwulffi, einer von jener Sorte, die sie nicht von der bett Kante schubsen würde. Aber im Grunde müsste erstma einer auf ihrer bett Kante Platz nehmen, das war ja (auch) ihr pro Blem.

Schon ein paar Wochen vor dem Ludwig Erhard Massaker hatte sie diesen deutlichen ver Fall der Sitten, hatte sie diese klare hin Wendung zu nicht geh rechtfertigter a Gressivität nicht nur bei sich selbst sondern auch bei ihren mit Menschen reh gistriert. Es schien, als arbeiteten die Völker auf ihren gemein samen unter Gang hin. Hatten uns etwa die Aliens so mani puliert, dass wir uns über kurz oder lang selbst zer fleischen würden während sie, die Aliens, das speck Takel genüsslich von ihrer himmlischen Loge aus be obachteten?

Sie fühlte tiefer in sich hinein. Damals, an jenem 29. September, die genaue jahres Zahl dazu war ihr merk würdiger weise ent fallen, hatte sie sich auf diesem er bärmlich stinkenden Berliner Klosett ent schlossen, aktiv in die po Litik ein zu steigen.

Und jetzt, so spürte sie, war sie ent schlossen, quasi als hand verlesener Dede-Er rache Engel die Wessis in die stein Zeit zurück zu führen. „Ich bin bloss eine Mario Nette“, sagte sie immer wieder vor sich hin. „Ich bin bloss eine Mario Nette.“

Ich bin hier, um hin zu schmeissen, wurde ihr schlag artig be wusst, ich bin hier, um mich von den Aliens be nutzen zu lassen, um nach der Schändung als Männer jagendes bis Männer mordendes Sex Monster auf die Erde zurück zu kehren. Ich bin hier, um das manns Bild in mir aus zu treiben und das weibs Bild endlich und dauerhaft zu entfachen.

 

Zur ersten Folge.

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25 Gedanken zu “Alien Alarm 80 (Die Notdurft)

  1. Ach Du Kacke! Jetzt sinkst Du auch noch in den Hu-Moor!!!

    … und ich kann nur wiederholen: wenn Politik so einfach wäre, wäre sie wahrscheinlich besser (und ich stelle gerade fest – immerhin merke ich noch was, höhöhö -, dass ich das wieder nicht nur witzisch gemeint haben dürfte)…

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  2. Hm. – Irgendwann ist mir das Gefühl abhanden gekommen, irgend etwas bewirken/ändern usw. zu können/zu wollen usw. (mit 14 habe ich die Zeitungen immer mit einer eigentümlichen Erregung aus dem Briefkasten praktiziert, echt, obwohl das ja, chch, „Organe“ waren); irgendwas ist passiert… und nun kann/will ich oft gar nicht mehr wissen, inwieweit die Abbildungen der Realität in den Medien handhabbar und so sind; außerdem verschwimmen auch die Grenzen zwischen Politik und Unterhaltungskunst immer mehr…

    Meint ganz ohne Irokasmus

    Das Fossil

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  3. Bewirken will der Ösi ja nix, weil dem sind die Veränderungen von jeher ein Gräuel gewesen, es reicht ja schon, und das ist schlimm genug, wenn sich die Welt um ihm herum ständig ändert, und er so tun muss, als wäre das okay und selbstverständlich, weil das die andern, zumindest tun sie so, das auch völlig normal finden, das mit dem ständigen Wexel, aber ihm, dem Ösi, wäre es viel lieber, es würde mal so bleiben wie es ist, und dann könnten auch die Nachrichten, die guten sowie die schlechten, für ein paar Monate oder seinetwegen für noch länger ausfallen, und er würde sich gemütlich in seinen imaginären Schaukelstuhl zurück lehnen und darüber nachdenken, warum plötzlich nix mehr passiert auf dieser Welt.

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  4. Jo, jo, was waren das für Zeiten, als wir uns und die Frauen noch selbst gemolken haben. Heutzutage werden leider immer öfter fremd gemolken und gerade diese fremd Melkerei ist es ja, die einen in den Wahnsinn treiben kann.

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  5. No problem. Ich hab deinen Digitaldingens auch mit Rechtschreibfehler verstanden.

    Wir könnten einen Dildo erfinden, mit lauter Nullen und Einsen drauf, d. h. wir brauchen ihn nicht mal zu erfinden, wir bräuchten nur ein entsprechendes Exemplar entsprechend zu bedrucken.

    Warum kriegen wir niemals nie den Nobelpreis?

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  6. @oesi

    Veränderung muß aber sein. Die Welt ist ja nicht „in Ordnung“ so wie sie ist und wie schon Lichtenberg wußte muß es anders werden, damit es besser werden kann.

    PS: Die Gedanken der Kanzlerin würde ich manchmal auch gern wissen. Allein das sie sich so abschottet läßt Schlimmes befürchten. Sie bleibt – zumindest für mich – unbegreifbar.

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  7. Wird es wirklich besser? Klar, Veränderungen hat es immer schon gegeben und wird es immer geben. Aber dieser (vergebliche) Wunsch, diese ständigen Veränderung mal anzuhalten und auszusetzen, wird wohl von mehr Menschen gedacht als wir denken …

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  8. Das muß aber sein. Die große Veränderung = Revolution kann der Mensch wohl nicht. So etwas fordert auch immer heftigen Widerstand heraus.
    Deshalb muß es in kleinen Schritten gehen. Da darf es dann aber auch keine Pause geben.

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  9. So ist es ja, in kleinen Schritten, doch ich befürchte, es tut uns nicht immer gut. Aber ganz klar, es lässt sich nicht aufhalten und, immerhin müssen wir den Politikern dankbar sein, dass sie keine größeren Dummheiten veranstalten, wie z. B. Kriege beginnen ect.

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  10. Du mußt nicht gleich an Kriege denken und natürlich gibt es auch „Änderungen“ die besser wieder rückgängig gemacht werden sollten.
    Ich bin jedoch zu keinem Zeitpunkt meines Lebens mit den „Rahmenbedingungen“ zufrieden gewesen. Ich will sicht- und spürbare Besserung – trotz aller Risiken.

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  11. Genau das meine ich: sicht- und spürbare Besserung. Wer will das nicht? Doch gerade die bleiben meistens, meiner Ansicht nach, aus.

    Andererseits: schaut man nach Afrika oder sonst wo hin, dann dürfen wir wirklich nicht meckern …

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  12. Ja, Afrika ist kein gutes Beispiel, aber womit soll ich den vergleichen, wenn ich an „unserer“ Politik noch was Gutes finden will?

    Ich hatte als Kind öfter mal meine Mutter an ihrem Arbeitsplatz besucht. Da gab’s zwar Telefon aber keinen Anrufbeantworter, eine Schreibmaschine, aber nicht elektrisch, keinen Kopierer, dafür Kohlepapier, ect.

    Wenn ich mir die Effizienz der heutigen Büros anschaue, das gilt freilich auch für andere Bereiche, dann muss ich plädieren: Wochenarbeitszeit höchstens 25 Stunden, Renteneintrittsalter ab 50 Jahre, ect.

    Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

    Deshalb kann ich sagen: unsere ganze Technik, so schön sie ist, ist völlig nutzlos für die Menschen, weil höchstens ein Bruchteil der Bevölkerung davon profitiert. Für die Mehrheit bedeutet es mehr Arbeit als früher (und ich prophezeie: es wird künftig noch mehr werden), mehr Stress, unsichere Arbeitsplätze ect.

    Denn: jede neue Technik MUSS uns zu gute kommen, muss uns Arbeit abnehmen, muss uns entspannter machen, damit wir das tun können, worauf wir Lust haben. Wenn die Technik das nicht tut, dann ist sie eben eine sinnlose, weil sie sich gegen den Menschen richtet. Dann ist sie genauso sinnlos wie das Gelaber unserer Politiker.

    Wir entfernen uns täglich etwas mehr von dem Punkt, den wir eigentlich erreichen sollten.

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  13. Stimmt. Gerade was die Büroarbeit betrifft spüre ich die Entwicklung schmerzhaft. Während ich in den 70ern noch auf eine Sekretärin zurückgreifen konnte die mir die Angebote schrieb und andere Verwaltungsarbeiten übernahm muß ich das heute alles nebenbei selber machen. Eine böse Entwicklung.

    In seinem heute noch lesenswerten Esay „Lob des Müßiggangs“ schrieb Bertrand Russel schon 1935: “ Ich glaube nämlich, das in der Welt viel zuviel gearbeitet wird, daß die Überzeugung, Arbeiten an sich sei schon vortrefflich und eine Tugend, ungeheuren Schaden anrichtet und das es nottäte, den modernen Industrieländern etwas ganz anderes zu predigen…“

    Er hat recht. Arbeit hat sowohl als Broterwerb als auch als Lebenssinn ausgedient. Nur verschließt ein jeder davor die Augen. Dahinter steckt die archaische Vorstellung, der Mensch wisse ohne Lenkung und Leitung mit seinem leben nichts anzufangen. Eine inhumane Haltung.

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  14. Ganz verdammen will ich Arbeit nicht.

    Wenn du die Möglichkeit hättest, jeden Tag das zu tun, was dir Spaß macht, dann könnte man, nach einiger Zeit der Eingewöhnung, dir wohl vorwerfen, du arbeitet ja schon wieder. Nur würdest du es eher als Hobby bezeichnen, nicht als Arbeit, nicht als Last, weil du es selbst bist, der deine Zeit einteilt, der dir deinen Rhythmus vorgibt, der sagt: heute mach ich zwei Stunden oder zehn oder mal gar nichts.

    Was vielen zu schaffen macht, dass ist der Druck von außen, der nicht steuerbare, der von der Spitze der Pyramide runter purzelt und dabei kaum einen verschont. Und klar: es muss wieder mal schneller, länger und effizienter gearbeitet werden, weil das die Konkurrenz genau so macht. Eine wunderschöne Win-Win-Situation für die paar Promille, die ganz oben sitzen und alles kontrollieren.

    Es war Benjamin Franklin, der 1748 postulierte: time is money. Damit war es mit der Gemütlichkeit vorbei, denn in den Zeiten davor war Müßiggang ein völlig normaler, akzeptierter und von allen praktizierter Zustand.

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