BILD dir deine Meinung

Spätabends läuft verwirrt der Gutti
Halt und Trostes suchend zu der Mutti
eine Frechheit sei’s und allerhand
den Doktor habn’s ihn aberkannt
er hatte sich doch sooo gefreut
und wahrlich, er hat nichts bereut
er wollt doch bloß ein Doktor sein
und sei es nur zum schönem Schein
die Arbeit hat er in Auftrag geben
so sind die Freiherrn nun mal eben
es müssen halt die andern rackern
und schuften auf des Herren Ackern
diesmal, zu des Freiherrn Schreck,
da waren sie dann wohl doch zu keck
sie haben kreuz und quer kopiert
und dabei seinen Ruf ruiniert
als er die Arbeit hat gelesen
da ist es plötzlich ihm gewesen
als hätt‘ der Pöbel lustig sich gemacht
als hätt‘ gescherzet er und gelacht
die Tat, er wollte sie vertuschen
doch manche scheinen nicht zu kuschen

Das Volk ist böse, dass weiss der Gutti
und weint sich aus bei seiner Mutti
ach, wären doch alle nur Soldaten
die, die hätten niemals ihn verraten
eher hätten sie sich in den Kopf geschossen
als über ihn ein böses Wort vergossen
sie haben ihn verehrt und auch vereidigt
am Hindukusch selbst haben sie ihn verteidigt
des Guttis Dank geht auch an BILD
Herr Wagner stampfte, schnaubte wild
und schrieb sich fast die Finger wund
lobpreiste den Freiherrn und tat kund:
das Volk, es stehe hinter ihm
so lässt man keinen Gutti ziehen
und tat ihn schon zum Kanzler küren
ER, nur er könne künftig Deutschland führen
der Gutti-Clan hat kurz mal durchschnauft
okay, man habe BILD gleich mitgekauft
als Guttenberg’sches Zentralorgan
das grenze nicht an Grössenwahn
man hält sich halt den Axel Springer
wie einen Jagdhund in einem Zwinger
so hat man immer gute Presse
und wer dagegen ist, kriegt auf die Fresse

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28 Gedanken zu “BILD dir deine Meinung

  1. Das Gedichtchen ist mir bei einem Spaziergang eingefallen, war also überhaupt keine Mühe.

    Größere Mühe habe ich, wenn ich mir vorzustellen versuche, was ich als nächstes schreiben, pardon posten, soll. Aber ürgendwie kommt dann automatisch ein Gedanke, den ich weiterverfolge. Zugegeben: da waren zwar einige Freiherren-Postings in letzter Zeit, aber wie will’ste deine innere Gedanken-verwurschtungs-maschinerie halbwegs zügeln, wenn du andererseits froh bist, dass die ab und zu was ausspuckt?

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  2. So ist es halt, hüben wie drüben, die Zeitungen, die meinen, so zu denken, wie das Volk denkt bzw. die meinen, das Volk so denken zu lassen, wie sie denken bzw. die meinen, die innere Volksdenke genau zu kennen bzw. die meinen, diese in die richtigen, weil die ihren, Bahnen zu lenken, oder mindestens so.

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  3. Das Blöde ist ja nur, dass die es tatsächlich zu schaffen scheinen, das Volk so denken zu lassen, wie sie es hintrimmen … ich glaube, ich mag nimmer Volk sein … die sind mir alle zu doof … nur … was gibts für Alternative? Regieren lassens mich ja auch nicht, zu untadelig, unbestechlich etc. … meine letzte Hoffnung hängt am Ösi mit seinen guten Einfällen …

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  4. WIR, das heißt: du ich und alle anderen, also wir, wir müssen uns nicht mit den Besten messen, wir müssen uns, ehrlich gesagt, mit gar niemanden messen, wir dürfen hier ein bisschen rumblödeln oder bisschen rumernsteln, egal wie es uns beliebt und dafür sollten wir dankbar sein und gnädig mit uns selbst, ganz wichtig, diese Selbstgnädigkeit mit sich selbst, weil wir andernfalls unser inneres Dingens, das wonach wir ständig suchen, nicht finden werden. Basta!

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  5. Tschullige die Einmischung, aber …
    Wir, also du und ich und koski und vielleicht mit Abstrichen noch paar andere, wir sind doch schon die Besten – an wem sollten wir uns denn noch messen … immer diese falsche Bescheidenheit … wer, wenn nicht wir … und … welches Dingens suchen wir eigentlich?

    (Also ich, mit Verlaub, such schon lang nix mehr … ich finde so schon zu viel …)

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  6. Keine Ursache bezüglich der Einmischung. Wir, also du und ich, wir suchen kein inneres Dingens, Herr Dino, da mag ich mich keinen Spekulationen hingeben, ob ja oder nein, dass darf er selbst für sich entscheiden müssen.

    Das mit den Besten … du und Herr Dino ganz eindeutig: ja, ich selbst … ich habe, erziehungsbedingt, in der Öffentlichkeit ein gewisses Understatement serienmäßig eingebaut, das sich nicht so leicht abschütteln läßt …

    Aber grundsätzlich ging es mir in meiner Antwort darum, aufzuzeigen, dass wir uns nicht ürgendeiner Jury stellen müssen, sondern dass wir wir oder das, was wir eben sind oder sein wollen, sein und bleiben dürfen. Ich wollte ihm den Druck vor sich selbst nehmen, da er manchmal ein bisschen ungerecht mit sich selbst zu Werke geht, wie ich finde. Und genau das tut dem inneren Dingens auch nicht gut …

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  7. Ja, ja, so kann man es auch sehen, natürlich … andererseits man auch sagen könnte: meine Postings laufen „außer Konkurrenz“, so wie ja auf Festivals immer wieder Filme „außer Konkurrenz“ laufen, weil der Regisseur sagt: in den normalen Wettbewerb, da geh‘ ich aus diesen oder jenen Gründen erst gar nicht rein.

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