Schöpfung

Der Ösi hat
er hat ein Leck
er will was schreiben
frech und keck

Es ist verhext
ihm fällt nix ein
und Morgen wird’s nicht besser sein

So geht’s ihm nun bereits seit Tagen
er wird verfolgt von diesen Plagen
er will was schreiben, will was sagen
doch was ihm bleibt, es ist Verzagen

Er träumt von Käse
vom Emmentaler
von Ludwig Hirsch und Gustav Mahler
von Alice Schwarzer und von Katzen
von Wildragout und Bärentatzen
vom Honigmond und Eberesche
von Bauern und des Mähers Dresche

Allein
allein
es soll nicht sein
er stocket und dann hält er inne
… und wenn von vorne er beginne
ein neues, weißes Blatt Papier
und so tun, als wäre er gar nicht hier
als wär‘ von Neuem er geboren
frisch wie ein Schäflein kahl geschoren
von Kopf bis Fuss auf Schafe eingestellt
ein Alien auf dieser wundersamen Welt

Von links ein Mäh
von rechts ein Muh
zuerst die Kuh
dann du dazu

So bildet sich das All im Raume
quillt hervor aus wildem Traume
und endlich er nun auch versteht
warum sich immer alles dreht

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25 Gedanken zu “Schöpfung

  1. Wurde aber auch Zeit, dass dies endlich mal einer verständlich erklärt … das mit der Rotation.

    Besonders gut gefiel mir die Stelle mit dem kahl geschorenen Schäflein. Auch wenn’s mich jetzt bissi fröstelt.

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  2. Nach der Überschr… äh – nach der Headline (genauer gesagt: nach dem Lesen derselben), hatte ich gedacht (ich pflege zuweilen zu denken, oder erwähnte ich das schon), Du hättest nun endgültig die Stufe des Göttlichen erreicht, aber das Teil hat ja was… Wie immer „hin geknallt“, aber – hat was… Im Alpinartisten schlummert ein Talent (ich bin allerdings weder bereit noch in der Lage mitzuteilen, was passieren könnte, wenn es aufwacht)…

    Ich bleibe übrigens bei meiner Meinung, dass Du was für Kinder machen könntest… Bla. Zum Teil blitzt da gar was Buschig Wilhelminisches auf, deucht mich (und mir ist natürlich erstens klar, dass Wilhelm Busch nicht unbedingt für Kinder gearbeitet hat, und dass zweitens die Vorstellung, statt „Ösi“ und „Dino“ von „Max“ und „Moritz“ zu sprechen, ja was Realistisches hätte, nich‘, chch).

    (… weil ich gerade dabei bin: gestern habe ich ja das gefunden; die Firma ist doch bei Dir um die Ecke – was sagt „Nürnberg-Fürth“ dem Technikhysterisch, sorry: historisch Interessierten, ach – und lässt in dem von mir geplagtem Stamme der Eineuronen gerade so schrauben… ich meine ja nur… meine ich nicht…)

    (… auch klar: nach dem Weltuntergang kommt die Neugeburt…)

    Häff fann!

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  3. Danke schön, danke schön, die einfachen Worte sind halt immer noch die einfachsten und erklärlichsten. Die Vorstellung der frisch geschorenen Schafwolle sollte Fröstelungen aller Art unverzüglich unterbinden …

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  4. Nun, im Prinzip, werter Herr Dino, sind wir doch alle Kinder, sind wir nicht?, auch wenn wir das kindliche Ablaufdatum n’bisschen überschritten haben, aber es heißt doch: haltbar bis „mindestens“ usw, die empfohlene Aufbrauchsfrist ist – tatsächlich – eine bloß empfohlene, von wegen TÜV, teutonischer Ordentlichkeit ect, während gerade das „mindestens“ uns zur Vernunft gemahnt, technokratische Dingens mal beiseite und die Kindlichkeit länger in uns drinnen zu bewahren.

    Ja, ja, in Fürth beziehungsweise gleich dahinter dreschen sie seit eh und jeh schon fleißig Mäh, und das nicht nur auf echter Weide, Wies‘ und Flur, wiewohl dem Ösi bis dato nur Playmobil und Bobbycar Begriffe waren. Die Unaufsteigbaren überraschen immer und immer wieder.

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  5. … ich bin nicht Teutone, ich bin Eineurone, sakra… sagte ich das nicht… liest jemand meine Texte, himmi…

    (… ich war gestern an der Stelle, an der Dr. Daniel Jackson aufsteigt – 2002… jetzt kann ich nochmal Season 6 angehen… – äh, shit: falsches Blog…)

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  6. Dafür, dass dir nichts einfällt, ist der Beitrag erstaunlich einfallsreich und ja, da gebe ich dem Fossil recht – es hat was von W. B., nur das mit dem Schreiben für Kinder würde ich so nicht stehen lassen, öhm… insbesondere im Hinblick auf die An- bzw. Auszüglichkeiten, die sich gerne in deine Texte einschleichen – für das Kind im Manne, ja vielleicht…

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  7. Ein-euronen-drohnen-protonen-teutonen!

    Sakra ebenso. Würde ihm den Betrag pro Minute bezahlen, mindestens, wenn ich denn einen gut gehenden profitablen Konzern mein eigen nennen dürfte. Sapperlot!

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  8. … ja… man muss immer nur ganz lieb sein, dann ergibt sich das von selbst…

    (… ich wage es zu bezweifeln, dass Du konzerniert glücklicher wärst… echt… aber das ist womöglich wieder Projektion…)

    Na ja…

    Häff fann!

    (… der Sommer wird kühl, weil die Sonne jetzt schon alle Brennstäbe verbraucht hat… oder so ähnlich…)

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  9. Ich wäre als Konzernchef bestimmt nicht unglücklich oder hast du im Ernst geglaubt, ich würde den Laden selbst schmeißen? Sogar bei der DEUTSCHEN BANK haben sie schon einen billigen ausländischen Facharbeiter in die Führungsetage geholt …

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  10. (… das mit den Kids bezog sich auch bezüglich – oder so ähnlich – des blinkend bunten glitzernd glimmernden Kombinierens von Textmassen und Ani-Gifs usw., das „hatte“ ich mit dem Herrn Alpinartisten bereits des Öfteren, aber auf mich hört ja nie niemand nich’… oder so ähnlich…)

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  11. Leicht modifiziert könnte man das wahrscheinlich sogar ganz gut rappen, jedenfalls wenn man rappen könnte.

    Die Strophe mit dem Träumen finde ich sehr interessant; alles kann ich nachvollziehen, aber Alice Schwarzer? Doch, ich mag nicht darüber nachdenken… Glaube ich.

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  12. Passables Stück Lyrik – sicher nicht ohne Schweissvergießen gefertigt – Respekt.

    „Schreibblockade“ ist wohl die Thematik. Daran sind schon ganz Grosse gescheitert. Hemingway und F.Scott Fitzgerald fallen mir spontan ein. Ist mir aber fremd. Weil ich nur kurze Texte schreibe und selbst dafür viel zu wenig Zeit habe. So sage ich mal: Dieses Problem hätte ich gern.

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  13. Könnte mich ja für den nächsten Euro-Dingens qualifizieren. Muss nur noch die Frage klären, für welches Land ich letztendlich antrete. Ach ja, Frau Schwarzer ließe sich streichen …

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  14. Das ist erfreulich. Vielleicht funktioniert einiges auch unter Druck ganz gut. Vor langer Zeit rief mich eine Freundin an. Sie hatte die Aufgabe ein Geburtstagsgedicht für ihren Chef zu schreiben und flehte um Hilfe. Ich mochte sie sehr und bin um Hilfe flehenden Frauen eh hilflos ausgeliefert. Also zog ich mich unter dem Vorwand eine kleine Zwischeninventur vornehmen zu müssen ins Holzlager zurück und verfasste unter dem Einfluß von Red Cedar Aroma ein greuliches Stück Lyrik dessen Urheberschaft ich immer und unter allen Umständen bestreiten würde. Nach einer halben Stunde rief ich die Freundin zurück und gab den Text durch. Die war wider Erwarten hochzufrieden und der Text wurde wohl auch vom Adressaten nicht negativ wahr genommen.

    Freiwillig schreib ich aber nichts lyrisches. Ich kenne meine Grenzen. Dein Text gefällt mir jedoch. Du solltest
    an deinem Talent „feilen“.

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  15. Unter Druck geht bei mir gar nix, zumindest rede ich mir das ein, wenn es ums Kreative geht. Und so bin ich dann von meinen Hirngespinsten abhängig. Witzigerweise ist das Gedicht, dass ich vor einigen Jahren zum 50. Geburtstag eines Freundes schrieb, mit Abstand das Beste, was jemals meiner Feder entsprang. Allerdings hatte ich dafür knapp zwei Wochen gebraucht …

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  16. Dieses Gedicht würde ich gern einmal lesen.

    Ansonsten gehöre ich zu den Menschen die unter Druck zur Hochform auflaufen. In der Schulzeit habe ich sogar einmal einen Aufsatz vorgelesen den ich gar nicht geschrieben hatte (verschlampte Hausaufgabe). In bester Absicht. Ich schätzte den Lehrer und wollte ihn nicht enttäuschen.
    Ich bin unglücklich über diese „Fähigkeit“.

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