Deutschland rettet die Welt

Pecunia non olet
(Südeuropäische Weisheit)

Griechenland ist in aller Munde. Wieder mal haben die faulen Säcke von der Heraklion-Fraktion es geschafft, die geborgten Gelder schneller zu verbrennen, als sie gedruckt werden können. Wieder einmal wird schnellst möglich ein pecunärer Nachschlag gebraucht und erwartet. Und zwar ein bisschen dalli dalli, weil die Zeituhr gnadenlos runter tickt. Die Drohung: der Euro ist in Gefahr … und damit all die Dinge, die uns wichtig und teuer sind; angefangen vom 4-lagigen Scheißhauspapier, danach – je nach Prioritätsstufe – alles andere, aufwärts oder abwärts. Also, die Griechen – oder sollten wir sie besser „die Kriechen“ nennen – brauchen wieder Geld.

Und wieder einmal sollen es die Deutschen richten.

Ja, warum denn nicht, sagt der Ösi, wer denn sonst? Und hat sogleich die richtige Lösung parat.

Die Deutschen bräuchten künftig bloß eine Stunde länger arbeiten und schon wäre Europa gerettet.

Wieso?

Ganz einfach.

Mit dieser einen Überstunde erzielt der Deutsche eine Wertschöpfung, die der Südeuropäer bestenfalls in einem 10-Stunden-Arbeitstag erreicht. Weil dieser ja, wenn er schon mal arbeitet, entsprechend langsam ist. Dabei sind die Siesta-Zeiten noch gar nicht mit eingerechnet. Die Überstunden des kleinen Bundeslandes Hessen würden ausreichen, um alle Griechen und Portugiesen auf der Stelle in den verdienten Ruhestand zu schicken. Wir meinen: ganz offiziell in den Ruhestand zu schicken ohne dass diesen Ländern ürgendein Schaden daraus entstünde.

Und wer pflegt dann die Sandstrände und schenkt den leckeren Ouzo ein, werden Sie nun fragen?

Ganz genau! Ebenfalls Deutsche, für die hier kein Platz mehr ist oder die sowieso nix wie weg und an die Sonne wollen. Damit wäre das leidige Fremdsprachenproblem auch gleich passé und keiner muss sich mehr Kopfzerbrechen darüber machen, was Eisbein auf griechisch heißt. Weil deutsches Personal dann überall.

Die Aussicht, am Urlaubsort künftig ausschließlich in deutsch angesprochen zu werden, wiegt die läppische Erhöhung der Arbeitszeit locker auf.

Nicht auszudenken, was mit der Welt passieren würde, würde Deutschland sich entschließen, in Zukunft nicht eine sondern gleich zwei oder mehr Stunden pro Tag länger zu arbeiten … Siehe!

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35 Gedanken zu “Deutschland rettet die Welt

  1. Natürlich hier im Ösishop, Kennwort „Ab in den Süden“.

    Gewünschtes Land, Ort und Tätigkeitsbereich angeben. Abschicken. Fertig.

    Und das Gute am Guten: pro deutschem Neuzugang werden gleichzeitig 25 Kriechen in den wohlverdienten Ruhestand versetzt.

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  2. Spanien, DIE Insel, DER Ort [wird nur dem Ösishop persönlich bekannt gegeben] 1 – 2 x täglich Kontrollrunden drehen, 1 – 2 x täglich Wassertemperatur testen, 2 – 3 x täglich Lebensmittel- und Getränkequalität testen, 5 – 10 x täglich Wetterbeobachtungen…

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  3. Spanien geht klar, weil ebenfalls wie alle südlichen Länder ein Wackelkandidat.

    Von der Qualifikation her attestieren wir Ihnen hervorragendste Fähigkeiten und garantieren Ihnen, bei Annahme der Stelle 30 – 45 Spanier ersatzlos in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken. König Juan Carlos wird Sie persönlich für das Iberische Verdienstkreuz Erster Klasse nominieren …

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  4. Das kannst Du ja als mit sinnvollen Tätigkeiten befasster Alpiner nicht wissen: „Hund beißt Mann“ ist keine Nachricht, „Mann beißt Hund“ ist eine…

    „Deutschland rettet die Welt“ ist keine Nachricht…

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  5. Seufz … da kann ich mich ja gar nicht nützlich machen … zuwenig deutsch … aber ich hätte griechische Verwandtschaft, wenn auch nur verschwippschwägert dritten Grades oder so … aber wenn sich dolmetschen auch erübrigt … nochmalseufz … achwas, dann komm ich eben als Touristin zur Kant-Lesung (Hermann natürlich), Punkt.

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  6. Den Ösis können wir an dieser Stelle leider kein Jobangebot machen. Da könnten wir ja gleich die Griechen weiter wursteln lassen. Ich selber bin ja auch nur mit der organisatorischen Durchführung betraut …

    Aber den Flug zur dinosauerischen Kant-Lesung buchen wir selbstverständlich gern.

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  7. Wir zerbrechen uns gern die Köpfe über die griechische Sprache. So hat der große Übersetzer Johann Heinrich Voss versucht das in Illias und Odysee geschilderte blöken der Schafe ins Altgriechische zu übersetzen – was ihm Lichtenbergs Spot einbrachte.

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  8. Was Deutschland angeht? Tragisch zur Zeit. Ein Volk von notorischen Rechthabern, umgeben von rechten Populisten in den Nachbarländern: Wilders In NL, Vlaamser Block in Belgien,
    Le Pen in Frankreich, Blocher in der Schweiz, Haiders Nachfolgern in Österreich, Klaus in der Tschechei, Kaczynskis Leute in Polen – die dänischen Grenzsperrer im Norden nicht zu vergesen.

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  9. Die Griechen sind schuld! Genau! Die haben uns den ganzen Scheiß mit dem kultiviertem Abendland ein gerührt! Sonst würden die Teutonen, Langobarden, Marko- und weitere Mannen immer noch freundlich-forsch in Eichenurwäldern vom Rhein bis an den Pregel randalieren…

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  10. Der Oesi hat ein neues Bild,
    guckt er nicht mehr so rau, so wild.
    Jetzt schaut er so viel netter,
    wie bei der Lesung hätt‘ er
    den Schalk rund um die Augen,
    die freundlicher nun schaugen.

    Gut so.
    🙂

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  11. Tun sie das denn nicht mehr, das mit dem Randalieren? Chchch

    Wir dürfen freilich das bisschen Demokratie light und anderes, was die Griechen aus Langeweile erfunden, aber nie über die Beta-Version hinaus perfektioniert haben, nicht überbewerten mein Gutster. Nicht überbewerten, sonst werden die Kretarier noch größenwahnsinnig.

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  12. Wenn ich auf das Foto schau
    seh‘ ich den Ösi ziemlich grau
    er kommt jetzt langsam in die Jahre
    wo alles aus geht, auch die Haare
    vom Alter ist er nun besessen
    vieles tut er schon vergessen
    das meiste, wie ist es bloß vergänglich
    doch für Lob ist er empfänglich.

    Danke schön

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  13. … ja, natürlich, sehe ich ja an mir; im Gegensatz zu Jack O’Neill habe ich kein Antiker-Gen, sondern ein Teutonen-Gen, und das macht sich immer wieder beangenehm unmerkbar…

    Churchill… der hat, Sinn gemäß, gesagt, die gegenwärtige Demokratie wäre zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber das Beste im Angebot… hat er Recht – hat er nicht…

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  14. „Mit Google ist viel zu einfach heute.“

    … schlägt der Rückübersetzer, freilich noch keine Ausgeburt an grammatikalischer Höchstleistung, doch eher plump vor, während ich den Originaltext schon längst vergessen habe.

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