Europa

Hurra, die Schule brennt, hätte vor lauter Freude ein mit dem Schwanz, dem virtuellen wohl gemerkt, wedelnder Ösi fast und wie immer vorlaut hervor gebrüllt, aber nein, es ist nicht die Schule, die brennt und die armen Kinderlein, denen womöglich ziemlich heiß geworden wäre bei so viel Feuer unterm Arsch, die sind sowieso in Bälde in den Ferien oder sie sind es bereits, aber so genau kann und will’s der Ösi gar nicht wissen.

Nein, es ist nicht die Schule, die da brennt, es ist Europa, das brennt und das ist um einiges erquicklicher als ein jeder Lerntempel, der ja immerhin zu ürgendwas gut ist, im Vergleich zu Europa, das zu gar nix gut ist, oder anders gesagt: Europa wäre schon zu was gut, aber leider leider leider nicht mit dieser Führungsmannschaft.

Andererseits will der Ösi auch nicht meckern. Wir sind auf dem besten Wege, dahin zurückzukehren, wo wir vor 20 oder 30 Jahren schon mal waren. Und das ist gut so. Weg mit dem Euro, weg mit dieser EU, weg mit Allem! Halten wir den Damen und den Herren, die uns leiten, geleiten und oder uns zu Grabe tragen, die Daumen, auf dass ihr Werk gelingen möge.

Italien ist nun auch bald pleite und wird in Kürze für eine Handvoll Bunga-Bungas zu haben sein. Mama mia, Spaghetteria o sole mio, ungenießbare Osso Bucco etcetera et urbi-und-auch-orbi und Monsignore Ratzifatzi holen wir sowieso samt seinem hybriden Papa-Mobil heimwärts, wenn im Vatikan erstmal Essensmarken (auf italienisch cibo francobolli, ist es nicht putzig) ausgegeben werden müssen. Berlusconi Ciantissimo, der scharfe Zwerg, scharrt schon mit den Hufen, will endlich hinauf auf den päpstlichen Stuhl, nicht nur seine vergoldeten Beine küssen, will von oben, quasi von der höchsten und rotesten aller Samtstuhlstellen aus, zumindest sein Land zünftig regieren oder das tun, was er schon immer am liebsten tut.

Der Ösi sieht vor seinem geistigen Auge die finsteren Gesellen des Hochmittelalters prozessionsartig vorüberziehen, eine Art europäischer Ku-Klux-Klan, aber halt, weiah, sie haben die Fratzen derer, die uns täglich in Funk & Fernsehen begegnen und uns verfolgen, die, die unablässig Rettungspakete schnüren wie wir unsere Brotzeiten (Jausen … für die mitlesenden Ösis) , das Schnüren von Rettungspaketen ist ja insgesamt schon zu einer gewissen Mode geworden, dass auch Politiker aus der siebten Liga ohne dem gewissenhaften Schnüren eines Rettungspakets nicht mehr außer Haus gehen.

„Liebling, hast du mir schon das spanische Rettungspaket geschnürt?“, fragt ein schwäbischer Finanzminister, der einen jeden, ob er will oder nicht, auf sein Schäuble nimmt, früh Morgens seine Gattin, seine Putzfrau, seine Geliebte, seinen Pressesprecher oder was immer ihm gerade über den Weg huscht. „Nein, nicht das mit den katalanischen Kartoffeln, wie oft muss ich das noch sagen, das andere, das mit den ausgetrockneten deutschen Steuerzahlern, das sollst du mir heute einpacken.“

So lange es noch Rettungspakete gibt und Milliarden an Geld, das man verschenken kann, wird es mit dem EU-Crash nix werden, weiß der Ösi, also, langt zu, ihr Schäubles, Berlusconis, Papadingens und wie sie alle heißen, VERSCHLEUDERN lautet die Devise, und das lassen sich die Damen und die Herren nicht zwei Mal sagen und – schwuppdiwupp – wird das pralle Füllhorn mit derartiger Vehemenz über bedürftige (ja, an dieser Stelle dürfen sie alle mal herzlich lachen) Staaten ausgegossen, dass sogar ein paar Münzen unerlaubt über die Landesgrenzen hinweg rollen, macht ja nix, macht ja nix.

Es weihnachtet sehr, und das im Hochsommer, Knecht Ruprecht hat seine stumpf gewordene Rute zu Hause gelassen, juchheissa, und statt der Schläge gibt’s großzügige Rettungspakete für die kleinen und die großen Schlingel, die sich grunzend am Futtertrog versammeln und versuchen, ein jeder will ja möglichst der Erste sein, sich gegenseitig wegzuschubsen.
 
Europa, ick liebe dir …

 

                   

Abbildung: das aktuelle EU- und EZB-Personal beim täglichen Dienstantritt

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7 Gedanken zu “Europa

  1. „Europa wäre schon zu was gut, aber leider leider leider nicht mit dieser Führungsmannschaft.“ So sehe ich das auch.
    Es ist eigentümlich ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt das langlebige Wirtschaftskrisen immer unter konserativen Regierungen zur Zeiten der Hochkonjunktur stattfinden. Daraus sollten wir Folgerungen ziehen.

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  2. Ist das nicht durch Ronald Reagans Voodoo-Economics bereits geschehen?
    Ansonsten dürfte Amerika mit seinen durch kriegerische Aktivitäten entstandenen Schulden in den nächsten Jahren beschäftigt sein. Die gleiten gerade mal wieder in eine isolatinistische Phase in denen ihnen der Rest der Welt egal ist.

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