Virtuell

Ein wieder mal geniales Posting von Herrn Dino alias koskator alias graphodino (wobei letzterer schon ziemlich lang her aber noch immer in aller Munde ist) hat beim Ösi so manche Fragen aufgeworfen. Existentielle, versteht sich.

Hätte Herr Dino seinen begeisterten Lesern nun die Möglichkeit zuteil werden lassen, diesen seinen Beitrag würdevoll zu kommentieren, dann hätte der Ösi möglicherweise mit Sicherheit davon Gebrauch gemacht. Da er, also der Herr Dino, aber, und hier unterstellt ihm der Ösi schon so was wie Absicht, die Kommentar-Funktion abgeschaltet hat, ist er, der Herr Ösi, nun angewiesen, selbst ein Posting zu erstellen, um ihn, den Herrn Dino, auf sein Posting mit einem eigenen Ösi-Posting zu antworten, obwohl dieses Dino-Posting ja ein unkommentiertes, unbeantwortetes bleiben möchte. Und schon hier tut sich die Frage auf: will das Dino-Posting selbst ein unkommentiert unbeantwortetes bleiben oder will es Herr Dino so?

Kommen wir nun zu dem Bären mit der Augenklappe. … ick bin ja ooch nich‘ von hier, wa … sagt der Bär und der Ösi, aufgrund dieses Ausspruchs zu stundenlanger Grübelei veranlasst wenn nicht gar genötigt, sagt das selbe. Er, der Ösi, ist nämlich auch nicht von hier. Der Bär ist es nicht und der Ösi ist auch nicht von hier. Aber wer, bitteschön, ist denn nun überhaupt, und diese Frage muss nicht nur gestellt werden, sondern sucht vor allen Dingen eine Antwort, wer, bitteschön, ist denn nun überhaupt von hier, wenn es Bär und Ösi schon nicht sind, so dass einer mit Gewissheit sagen könnte: ick bin von hier Punkt

Verstehen Sie, liebe Leserin, werter Leser, wer ist denn hier schon von hier, wenn Sie wissen, was ich meine.

Letztendlich sind wir, Sie, ich und all die anderen von irgendwo, aber niemals nicht von hier. Und das könnte eben bedeuten, wir sind nicht nur nicht von hier, wir sind – möglicherweise bis sehr wahrscheinlich – virtuell. Wir sind nicht von hier … also sind wir virtuell.

Der Ösi hat’s gleich ausprobiert und den Virtualitäten-Test durchgeführt. Dabei hat er mit einem Hammer fest auf den linken Ringfinger geschlagen. Autsch!!! Das tut sehr weh, kann ich Ihnen versichern. Wenn Sie den Test nachvollziehen möchten, und es spricht eigentlich nichts dagegen, dann können Sie sich den Finger aussuchen, auf den Sie draufschlagen möchten. Ich rate Ihnen, den zu nehmen, den sie bis jetzt eh nicht würklich gebraucht haben.

Der augenblicklich entstandene Schmerz könnte uns nun zu der irren Annahme verleiten, zu denken, wir wären ziemlich real. Da ist einerseits ein Körper, an dem unter anderem ein schmerzender Finger dran hängt, bzw. je nachdem wie stark Sie zugeschlagen haben, an dem vormals ein Finger dran gehangen ist, einerseits, und andererseits dieses Dingens im Hirn, Sie wissen schon, das Dingens, das uns nun vorgaukelt, der Finger täte vor Schmerzen furchtbar weh. Einerseits die äußeren Extremitäten, andererseits das innere Dingens, diese Zweiteilung macht uns Menschen zu schaffen, das greifbare Äußerliche einerseits, das nicht greifbare innere Dingens andererseits, das uns durch die Zweigeteiltheit zwischen Innen und Außen (Welt) eine gewisse Schein-Realität vorspielt, die es so gar nicht gibt, weil eben alles bloß virtuell.

Natürlich, könnten Sie nun sagen, ich verstehe den Herrn Ösi heute noch weniger als sonst, ob real oder virtuell, ob virtuell oder real, aber Sie ahnen trotzdem, der Ösi ist auf einer super heißen Spur, die sich nur demjenigen Fährtenleser auftut, der das innere und das äußere Dingens quasi durch Abschüttelung des Realen virtualisiert. Die allerletzten Beweise zu dieser seiner epochalen wie unerhörten These muss der Ösi zur Stunde freilich offen lassen … doch er wird zu gegebener Zeit liefern …

Das Reale, wenn es so was geben würde, hätte ja nicht nur den Nachteil einer gewissen Engstirnigkeit, dem Realen wären von Haus aus enge, kaum überschreitbare Grenzen gesetzt, während das Virtuelle, husch husch, beispielsweise sogar imstande ist, unsere Erde zu durchqueren, um am gegenüber liegenden Ende wieder zum Vorschein zu kommen, weshalb Menschen, die an unserem entgegengesetzten Ende wohnen, uns aufs Unheimlichste gleichen. Im Falle der Ösis sind das die Japaner und die gleichen dem Alpenländler wie ein Ei dem anderen … wie Herr Takeo Ischi eindrucksvoll unter Beweis stellt …

 

Demnächst werden wir uns mit dem rechtzeitigen Erkennen von ADS Symptomen beschäftigen müssen …

 

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7 Gedanken zu “Virtuell

  1. Respekt! Ein wahres Lesevergnügen – selbstverständlich nicht ohne den Ernst der Lage aus den Augen zu lassen.

    Zerkugelt hab ich mich, aber auch förmlich körperlich mitgelitten mit dem Fingerchen, weshalb ich mir jeglichen Selbstversuch verkneifen möchte, bitteschön.

    Und … um das Nachliefern der allerletzten Beweise noch virtuell erleben zu können, trainiere ich schon mal eifrig, um nicht nur geistig fit zu bleiben …

    (Bin ich froh, dass man hier kommentieren darf.)

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  2. Kommentare – und sind sie – scheinbar – noch so real – sind hier herzlich willkommen.

    Natürlich kann so ein Virtualitäten-Selbstversuch nicht mir-nix-dir-nix ersatzlos verkniffen werden, einerseits andererseits, der Ösi ihn ja für sich selbst und für die übrige Menschheit praktisch selbstlos an sich vorgenommen hat, was zur lückenlosen Beweisführung seiner These berechtigt berechtigt. Die paar übrig gebliebenen Fragen wird er im Verlaufe sicherlich noch klären …

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  3. Mit Sicherheit würden wir auf der Gegenseite die passende Seelenverwandtschaft finden, weshalb wir uns hier, in Ermangelung der 110%igen Übereinstimmung, schon mal im Fremdländischen üben, um uns auf die bevorstehende Zusammenkunft vorzubereiten. Sayonara.

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  4. Nun, da bin ich thesenmäßig noch ein bisschen am feilen, gerade was den Schmerz und andere Unzulänglichkeiten betrifft, spielt uns das Hirn ziemlich real wirkende Symptome vor, die meine Theorien ins Wanken bringen wollen. (Für dich ist es im Moment vielleicht gar nicht so gut, einen Blödsinn wie den meinen zu verinnerlichen …)

    Ach ja, Herr Dino hat sich wohl vorläufig aufs Altenteil zurückgezogen, um sich bei nächster Gelegenheit mit einem literarischen Knaller zurückzumelden. Mit einem Buch oder so was ähnlichem. Ist aber bloß eine Vermutung.

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