Besenrein übergeben

Du kennst es sicher aus dem Urlaub. Am Ende des Aufenthalts muss das Appartement besenrein übergeben werden.

Für alle jede, die die ihre Urlaube exklusiv in der Business-, Luxus-, extrem high Luxus- und Bussi-Bussi-Busy-Busy-Edel-Kategorie verbringen und nicht wissen, worum es hier geht, kurz die Begriffserklärung von „besenrein“. Die Absteige muss in tadellosem Zustand übergeben werden, das heißt, du putzt, schrubbst, bürstest, schniegelst und striegelst, damit die Neuankömmlinge nicht in deinem Dreck versinken.

Worauf wir uns sofort dem 21. Dezember 2012 zuwenden. Weltuntergang sozusagen.

Laut den letzten Berechnungen des Herrn Ösi, steht uns ja eher ein Dimensionssprung, der hier alles andere als angezweifelt werden soll, bevor. Aber freilich gibt’s da noch was anderes.

Nämlich die Rückkehr der Aliens auf die Erde. Die Herrschaften waren ja, wie der Name „Rückkehr“ vermuten lässt, bereits einige Male hier. Und das nicht bloß um zu Urlauben. Die waren mit einem Auftrag hier, so wie wir ja auch nicht zum Spaß auf dem Mond geflogen sind, sondern mit einem handfesten Dingens im Hintergrund, NASA, Vermessung, Fotoshooting, Erforschung der Mondkälber und und und.

Der Knochenjob dieser Expedition, alles andere als das reinste Honiglecken, war den Aliens bald zu viel, sie hatten die Schnauzen gestrichen voll. Also beschlossen sie, ein williges Arbeitstier zu erschaffen. Dazu nahmen sie einige Primaten, die planlos durch die Gegend wuselten, sich selbst und … was dann geschah, kann man eindrucksvoll auf nicht jugendfreien Webseiten nachlesen, oder, besser, nachgucken.

Zu guter Letzt hauchte man den neu geschaffenen Kreaturen, die man heute Menschen nennt, mittels Genmanipulation ein Fünkchen Verstand ein, freilich nicht allzu viel. Der Rest ist einigermassen bekannt.

Am 21 Dezember 2012 kehren die Aliens auf die Erde zurück. Warum gerade zu diesem Datum, wirst du dich fragen?

Ja, wann denn sonst, entgegnet Herr Ösi, hätten sie vielleicht vor 150 Jahren kommen sollen? Vor 150 Jahren, also kurz nach Ende des Mittelalters, sind die Leute noch mit dem Pferd zum Bäcker und zum Zigarettenautomaten geritten, da hatten die Supermärkte noch keine Tiefgaragen, da hatte man die Vierbeiner direkt vor dem Eingang geparkt und die existierenden Satteltaschen waren zur Unterbringung diverser Six-Packs und Fast-Food-Leckereien denkbar ungeeignet, weil kunden-zentriertes Marketing und Effizienz damals praktisch noch ein Fremdwort.

Erst ab 1850 ist die Menschheit richtig durchgestartet, mit Eisenbahn, Auto, Flugzeug, Rakete, Computer, Kühlschrank, Handy und Bundesliga, ist der zivilisatorische Fortschritt immer schneller ins Laufen gekommen … und wer weiß, wie das alles endet. Womöglich schleichen wir in einigen Jahren wieder mit Pfeil und Bogen durchs Unterholz.

Für geneigte Aliens, die die kleinen Annehmlichkeiten des Lebens nicht missen mögen, ist 2012 genau das ideale Jahr zur Rückkehr, weil übervoll gedeckter Tisch mit Schlaraffenland ähnlichen Zuständen für die oberen Zehntausend.

Wir, die Kleinen, wir werden den Dimensionssprung bewerkstelligen, wobei „bewerkstelligen“ für so einen Dimensionssprung irgendwie bisschen ungeeignet klingt, da uns aber Erfahrungen bezüglich Dimensionssprüngen bislang vorenthalten wurden, einigen wir uns vorerst auf „bewerkstelligen“, bis gescheitere Köpfe ein besseres Verb erfinden.

Für die oberen Zehntausend sieht die Zukunft ein wenig weniger rosig aus. Wenn dein dir zur Verfügung stehender Wohnraum die Fläche von 500m2 überschreitet, darfst du dich getrost zu letztgenannten Spezies zählen. Nicht nur der Dimensionssprung rückt hier in unerreichbare Ferne, auch der Begriff „besenrein übergeben“ muss ins gepflegte Vokabular aufgenommen werden.

Die Aliens werden Luxusvillen, Schlösser und Prunkbauten übernehmen, kurz, all das, worauf sie uns seit ihrem Abtauchen hinarbeiten haben lassen, auch wenn du freilich eher auf den Baustellen geschuftet hast, als in Palazzos feucht-fröhliche Parties zu feiern. Wenn du nun meinst, die Krösusse würden niemals freiwillig ihren Reichtum abtreten, muss Herr Ösi entgegnen, dass uns Aliens geistig überlegen sind und unsere Geschichte seit Adam und Eva sorgfältig von ihnen geplant und gesteuert wird.

Während du nun um Atem ringst, um das Gelesene zu verdauen, wird Herr Ösi schon mal seine Wohnung putzen …

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20 Gedanken zu “Besenrein übergeben

  1. Öha … Herr Ösi putzt wieder selbst?

    Ja, hat er denn seine Perle (das gemeine Volk möge sich erinnern, Staubsaugerbeutelbernhards Superweib) gar so fürstlich entlohnt, dass sie womöglich als erste Gefahr läuft, ihren jüngst erworbenen Palast an die rückkehrenden Aliens zu verlieren?

    Ungeachtet dessen wäre es nur gerecht, wenn ausnahmsweise mal die Oberen Zehntausend zuerst abgezockt und gezwungen würden, ihre zweifelhaft angesammelten Besitztümer durch Besen, von eigener Hand geschwungen, rein zu übergeben.

    Bin ich froh, dass der Herr Ösi rechtzeitig zum Frühjahrsputz seine Ideenwerkstatt wieder in Schwung bringt.

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  2. Herr Ösi hat ja leider immer schon alleine putzen müssen gemusst und weil die Bernhard’sche Dame all seine virtuellen Zettelchen ständig in Unordnung brachte, hat er folgerichtig die Auszahlung der geforderten Tantiemen verweigert.

    Die oberen Zehntausend werden durch die bevorstehenden Maßnahmen keinesfalls unnütz, sondern werden nach sorgfältiger Einbalsamierung als Ausstellungsstücke auf den Heimatplaneten der Aliens verbracht, wo gerade das neue Universums-Artefakte-Museum kurz vor seiner Fertigstellung steht.

    Jetzt muss er aber weiter putzen … damit nicht noch vorher das Frühjahr kommt.

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  3. Da frage ich mich nun aber was aus dem Herrn Wulff wird der ja gerne zu den „oberen Zehntausen“ gehören wollte, dies auch eine geraume Weile geschickt vortäuschte (Schloss als Arbeitsplatz) nun jedoch sogar um seine Rente fürchten muss. Wird es ihm gelingen die Aliens zu täuschen und sich in eine andere Dimension zu retten?

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  4. Nun, Herr Wulff wird ja, wie wir übrigen auch, an unsichtbaren Fäden von den Aliens marionettisiert, das heißt: streng genommen ist der „Arme“ für seine Handlungen gar nicht verantwortlich. Ich denke mal, strittige Fälle wie diesen, werden die Aliens wohl mittels Würfel entscheiden …

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  5. Hmmhh…Gott würfelt nicht(Einstein), die Aliens aber schon.
    Ich habe es nie richtig verstanden aber in der Hirnforschung gibt es Behauptungen dahingehend
    der Mensch sei in seinem Willen nicht frei.
    Das allerdings die Aliens dahinter stecken wurde
    bisher nicht vermutet.

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  6. Ich sehe es so: die Aliens sind uns in ihrer Beschaffenheit sehr ähnlich, bloß technologisch sind sie uns weit voraus. So wie der Hobbybastler sein Flugzeug ferngesteuert lenkt, so lenken sie uns womit oder wodurch auch immer. Ob aus Spiel, für ein wissenschaftliches Experiment oder aus einem anderen Grund, kann ich nicht beurteilen.

    Gott jedoch, und da gehe ich mit Herrn Einstein konform, würfelt nicht.

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  7. Seien Sie nicht so pessimistisch, mein Herr, handelt es sich doch bei diesem Angebot um irdische Geschäftemacher, die mal wieder versuchen, etwas zu verkaufen, dass ihnen gar nicht gehört. Die Außerirdischen werden alles andere als amused sein, wenn sie hören, dass sie mit saftigen Preisabschlägen verhökert werden sollen …

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  8. Das grenzt an utopischen Kommunismus! Das muss im Command Center analysiert werden (Aufschreiben tu ich es nicht, aber melden muss ich es)…

    Ich glaube übrigens nicht, dass es mir bei über 500 qm besser gehen würde – eher im Gegenteil…

    (… Aliens haben doch keine Schnauzen… Röhren oder Trichter oder so… oder „aromatische Begrüßungsdrüsen“, worauf schon Herr Lem verwiesen hat…)

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  9. Der alienistische Kommunismus wird kommen, mein Gutster, keine Frage. Dann wirst du mit deiner dadaer’schen Erfahrung der große Capo, sprich: Zeremonienmeister.

    Natürlich würde es dir mit 500m2 nicht besser gehen, so wie es dem 500m2-Eigner mit einer 1.000m2 Wohnung auch nicht besser gehen würde, wohl aber mit einer nur 50m2 großen Bleibe unendlich schlechter.

    Die Schnauze war auf „gestrichen voll“ gemünzt, also dingens. In Ösiland völlig ungebräuchlich, wollte ich nur mal auf bestens integrierten Immigranten machen, hat aber leider nicht funktioniert.

    „Aromatische Begrüßungsdrüsen“ kann sich der Ösi gut vorstellen, sofern die finalen Endprodukte nicht von dieser Dame abgesondert werden …

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  10. … darauf hatte ich hier hinzuweisen mir bereits geflissentlich gestattet, wenn es gestattet ist, darauf hinzuweisen:

    ————————————————————————————————————–

    Hä-ähümm!

    … da gibt es jede Menge braune Zwerge

    Hä-ähümm!

    (… habe ich wo gelesen… als Viertelgebildeter… in „Bild der Wissenschaft“ oder wo…)

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  11. … ja mei – das schier gemialische Wortspiel hatte ich ja im Hinterkopf… andererseits man nicht ins Gegentum verfallen und mit Roten Riesen ankommen muss… wie bereits mehrfach bemerkt, bin ich politisch extreme Ultra-Mitte…

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