Paralleluniversum

Im Paralleluniversum ist alles anders. Nämlich: seiten- beziehungsweise spiegel-verkehrt.

Trägst du hier auf Erden eine Warze auf der linken Backe, trägst du sie dort auf der rechten. Bist du hier krank, bist du dort gesund. Hier arm, dort reich. Hier ein Versager, dort erfolgreich. Hier blöd, dort ein Genie. Hier Probleme mit Frauen, dort ein Playboy. Und so weiter.

Für viele unter uns wäre es erstrebenswert, gleich ins Paralleluniversum hinüber zu wechseln, anstatt sich auf Erden weiterhin vergeblich und bis zur Erschöpfung abzustrampeln.

Bleibt die Frage: wie komme ich da rüber?

Ein gewisser Albert Einstein ist dieser interessanten Thematik nach gegangen und hat uns, nachdem er Berühmtheit und den Nobelpreis in Physik erlangt hatte, die Theorie von den wundersamen Wurmlöchern aufgetischt. Wir kennen das Phänomen aus der Schriftstellerei. Sobald du einen Autor für sein Werk lobst, schreibt er plötzlich nur noch Unsinn. Lobst du einen Musiker für seine Virtuosität, wird er bald deine Gehörgänge mit den furchtbarsten Tönen malträtieren. Lobst du deine Kinder, werden sie sich umgehend in Nichtsnutze verwandeln. Lobst du einen Politiker, wird er deine Steuern erhöhen. Nein, falsch, der Politiker wird deine Steuern auch erhöhen, wenn du ihn nicht lobst. Nur Herr Einstein ist trotz vorzüglichster Laudatio punkto Wurmloch haarscharf richtig gelegen. Wir gratulieren.

So ein Wurmloch musst du dir jetzt als eine Art Abkürzung vorstellen. Auf den Weg in den nächsten Puff nehmen viele nicht die Autobahn sondern fahren mit ihrem Esjuwi (SUV) querfeldein durch den nächsten Kartoffelacker. Ebenfalls eine Abkürzung. Das spart unnötige Kilometer und bestätigt einem, dass der Allradantrieb nicht ganz umsonst gekauft wurde. Einziges Problem: das einstein’sche Wurmloch ist selbst mit den ausgefeiltesten Produkten der Marken PORSCHE & Co nicht zu erreichen.

Also müsste zur Bewältigung des euklidischen Raumes erst mal eine Rakete, Typ Space Shuttle oder wie auch immer, her. Bis dato zumindest. Und hier setzt Professor Ösi mit einer völlig neuen Denkweise ein.

Warum in den Weltraum schweifen, Wurmlöcher gibt es auf der Erde schließlich mehr als genug, massenhaft sozusagen. Warum benutzen wir nicht ein herkömmliches Wurmloch als Abkürzung, um ins Paralleluniversum zu gelangen?

Die Problematik liegt eher an den relativ kleinen Durchmessern, als an deren Verfügbarkeit. Zuerst müsste man den Menschen auf Wurmloch-Größe zusammen schrumpfen und ihn mit entsprechenden Waffen ausrüsten, denn Würmer verteidigen ihre Behausungen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, und das sind nicht wenige.

Auch dieses Hindernis wäre in Zeiten der Nano-Technologie, wo Transitoren auf die Größe eines einzgen Atoms verkleinert werden, kein Thema. Der Unsicherheitsfaktor ist und bleibt der Nano-Physiker selbst. Praktisch als eine Art Gott verehrt, geht er einer beneidenswerten, erfolgsverwöhnten Zukunft entgegen. Die allerdings im Paralleluniversum so gut wie gar nichts wert ist, ganz im Gegenteil … und deshalb verwehrt er wechslungsbereiten Zeitgenossen die Schrumpfkur.

Einmal mehr erweist sich der Wissenschaftler als handfester Hemmschuh, der, anstatt der Menschheit zu dienen, bloß seine eigenen Interessen und Befindlichkeiten im Kopfe hat.

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73 Gedanken zu “Paralleluniversum

  1. Chchch … sehr aufmerksam. Ich versuche bloß, passende Bilder zum jeweiligen Thema zu finden, auf die URL, oder wie das Dingens heißt, schau ich praktisch nie.

    Ich lasse meine Spiegelneuronen immer bisschen sprießen, bevor ich sie entferne … sollen sie doch auch was haben …

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  2. Zuerst „bunte Tupfer“ gegoogelt und dann, weil nix G’scheites raus gekommen ist, „graphodino“. Da schau her: während der eine (echte) sich in einen Oppa verwandelt hat, erklärt der andere (falsche) unter anderem, was eine Schallplatte ist und wie man KFZ-Versicherungen kündigt. Unglaublich, wie schnell das Netz sich wandelt …

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  3. Na ja – das sieht mehr nach Schulschwimmen aus…

    (… wie kriegen die Wei… – die Frauen so glatte Haut hin… oder ist das Photoshop… die müssen doch täglich Stunden lang in Reinigungsmilch baden oder was… da traut mann sich doch gar nicht, was anzufassen…)

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  4. Vor dem Schulschwimmen bzw. vor dem „ins Wasser gehen“

    (… na, als wir so alt, pardon, jung waren, hatten auch noch keine Falten, odrrr? Und anfassen, lieber Dino, solltest du ja nüscht … chchch …)

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  5. Dass mit dem Bürstenhaarschnitt ist noch nicht erwiesen. Die Versuchsreihe ist gründlich schief gegangen. Könnte auch daran gelegen haben, dass sie versehentlich Glatzköpfe genommen haben …

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