Gelb

Gabriel, aber nicht der Erzengel, sondern Sigmar, der SPD-Parteivorsitzende, hatte unlängst dem Tagesspiegel ein Interview gewährt.

In der Kunst wird der Erzengel als eine ziemlich massige und gewaltige Erscheinung dargestellt. Insofern liegt die Assoziation mit seinem politischen Pendant auf der Hand. Erzengel Gabriel tritt als kompakter und weiblicher Engel auf, meist hält er eine weiße Lilie in der Hand, und, siehst du, schon wieder eine Übereinstimmung. Nicht, dass der Ösi den Sigmar jemals Blümchen schwingend gesehen hätte, aber seine weiblichen Anteile rückt er immer stärker in den Vordergrund.

Natürlich, das unausweichliche Gedöns zur Euro-Rettung im Interview, dann aber kommt er mit seinen wahren Befindlichkeiten heraus. Der Politiker war mit seinem drei Monate alten Töchterchen unterwegs und wir fragen uns, wie der Mann es schafft, schon wieder schwanger zu sein.

Wortgewandt erklärte er den Journalisten, wie er in einem Café der Kleinen die Windeln wechseln und aus diesem Behufe die Damentoilette aufsuchen musste, weil es in der Herrentoilette bedauerlicherweise keinen Wickeltisch gab. Grundtenor: Wickeltische auf den Herrentoiletten müssten her. So ein Politiker hat freilich viel mehr praktische Ansatzpunkte als unsereins, der sich aufs Kritisieren beschränkt.

An dieser Stelle hatte der Ösi einen genialen Geistesblitz, was die Verfügbarkeit von Wickeltischen auf Herrentoiletten betrifft und setzte sich sofort an sein Erfinder-Reißbrett.

Die Nachrüstung von Wickeltischen auf Herrentoiletten könnte dem wirtschaftlichen Niedergang Europas Einhalt gebieten und dem „alten“ Kontinent zu neuer Blüte verhelfen. Wir wissen alle, dass es eine Unmenge von Pissoiren in den EU-Mitgliedsstaaten gibt, wobei es uns unmöglich erscheint, genaue Zahlen zu nennen, weil es für die Bedürfnisanstalten noch keine Meldepflicht gibt. Indes: der Nachholbedarf ist enorm.

Der Ösi hat sogleich den durchschnittlichen Abstand zwischen zwei Urinalen penibel vermessen und einen Wickeltisch konstruiert, der sich nahtlos und formschön in das Ambiente einfügt. Bei Bedarf, hier also eher bei Nichtbenutzung, kann der Wickeltisch an die Wand geklappt werden, was aus hygienischen Gründen äußerst empfehlenswert erscheint. Die Anzahl der benötigten Wickeltische errechnet sich aus der Anzahl der Urinale minus Eins … weil jeweils dazwischen. Erstaunlich einfach oder einfach erstaunlich, mit welch geringen Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität beigetragen werden kann. Herrn Gabriel sei Dank.

Wir Männer sind ja hilfsbereiter als man gemeinhin annimmt, und wenn man bedenkt, dass die meisten bei der Verrichtung ihres Geschäfts bloß eine Hand benötigen, wäre der Weg bereitet, einem „Kollegen“ beim Wechseln der Windeln mit der anderen, der freien Hand solidarisch zu assistieren.

Natürlich müssen wir auch auf jene Angeber verweisen, die breitbeinig und beidhändig ihre Erleichterung betreiben. Gegen diese Machos hilft nur eine neue EU-Verordnung, die diese Unsitte ein für allemal abstellt und diese Herren unter Strafandrohung zur Hilfsbereitschaft verdonnert.

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18 Gedanken zu “Gelb

  1. Das finde ich toll, dass der Herr Ösi dem Grau ein sonniges Gelb hinterherschickt und in einem Aufwasch auch noch die Nöte zu wickelnder ErdenbürgerInnen sowie deren Erzeuger bzw. Betreuer ins pissoreske Licht rückt.

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  2. Nein, du hast nix überlesen. Da das Posting davor den Titel „Grau“ trug, bot sich eine Farbenwahl an. „Rot“ wäre logisch gewesen, aber der Ösi, natürlich immer schon ein Querdenker …

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  3. Es gibt – wenn auch selten – gastronomische Einrichtungen die im Satitärbereich sogar
    einen Wickelraum eingerichtet haben.

    Davon abgesehen sind öffentliche Toiletten – sei es Gastronomie oder Kino, Theater etc in der Regel viel zu
    kleine stinkende Löcher. Es ist eine Schande!

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  4. Darauf muss Mensch erst kommen, Urinalgelb. Ja, wer uns quecksilberhaltige Gabrielfunzeln einbrockt, der bringt auch noch urinalgelbe Wickelklapptische. Gabriel, der Mann für die enfachen praktischen Lösungen, egal auf welchem Gebiet. Unser Mann für’s Grobe, differenzieren können die andern.
    :yes:

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  5. Vor so viel Ideenreichtum müsste man sich eigentlich tief verneigen. Was für ein verschwendetes Talent.

    (Im Übrigen sind die Werbelinks wieder witzig.
    Zuerst kommt „politik bis -48%“, dann „politik bis -77%“ und dann „politik bis -63%“. Für solche Spiele bekommen manche Anzug-Nullen viel Geld bezahlt…)

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  6. Die Sorgen unserer Zeitgenossen sind sehr unterschiedlich (manchmal möchte man die mal haben), weshalb der Ösi bemüht ist, gerade bei den dringlichsten Anliegen seine (fast) grenzenlose Hilfsbereitschaft in den Dienst der guten Sache zu stellen …

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  7. zu 1) … ja, habe ich selbst schon gesehen

    zu 2) … schmutzige Toiletten habe ich noch viel öfter gesehen. Und dann fällt mir da noch was ein. Vielleicht sollte ich ein Posting daraus machen …

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  8. Na, na, na … höre ich da etwa leise Kritik am Herrn Parteivorsitzenden?

    Du hast natürlich Recht. Den Glühbirnen-Schwachsinn hat uns auch dieser Gabriel eingebrockt. Ich hatte das für einen Moment bloß vergessen …

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  9. Danke schön. Ausnahmsweise bin ich selbst mal davon überzeugt, dass das Posting ganz gut geglückt ist.

    In früheren Jahren sind solche Ideen wirkungslos verpufft, weil ich sie nicht niedergeschrieben habe. Heute poste ich sie. Von daher ist das Talent nicht verschwendet sondern kommt den Lesern, sofern sie denn mögen, zugute.

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