Gerettet

Höhö, diese Barbaren aus dem Norden hatten tatsächlich gedacht, sie wären uns überlegen. Von einem vorübergehenden Zwischenhoch haben die wohl noch nix gehört …

Na also, es ist geschafft.

Wer befürchtet hatte, die Verfassungsrichter würden die Südeuropäer alleine weiter wursteln lassen, wurde eines besseren belehrt. Die regierungseigene karlsruher Karnevalssitzung mit ihren rotgerobten Kasperln hat die künftigen Milliarden-Hilfen wie vorausgesehen abgenickt. Und das ist gut so.

Während früher das Geld dafür verwendet und verschwendet wurde Straßen, Krankenhäuser, Schulen und sonstigen Unsinn zu bauen, dürfen jetzt die Milliarden weiterhin an den Finanzmärkten verbrannt werden. Das macht durchaus Sinn.

Die Schlaglöcher auf den verrotteten Straßen werden größer und größer, bald wirst du dich nur mehr mit einem SUV fortbewegen können. Und der säuft wie Harald Juhnke in besten Zeiten. Gut für den Staatssäckel, gut auch für diverse Euro-Rettungen.

Dass sich in Krankenhäuser hauptsächlich arbeitsscheues Gesindel herumtreibt, das sich auf Kosten rechtschaffener Firmen einen Erholungsurlaub gönnt, dürfte allen klar sein. Reinhold Würth, der milliardenschwere Schrauben-Fritze und Steuerhinterzieher, von dem manche behaupten, bei ihm wären die Dinger, die er fleißig verkauft, oben locker, hat nun seinen Außendienstlern kräftig in den Arsch getreten. Hopp, hopp, ab an die Arbeit, ihr Taugenichtse! Jetzt wir wieder auf die Arbeitssklaven gespuckt, wir erhöhen das Bruttonationalprodukt und so weiter.

Und Schulen braucht kein Mensch. Am allerwenigsten die Kinder und Jugendlichen selbst. Solange du die mit Pizza, Smartphone, Facebook und schlabbriger Brühe in Plastikbechern versorgst, werden die kleinen Scheißer nicht aufmucken. Dafür haben ihre Eltern gründlich mit dem, was sie Erziehung nennen, vorgesorgt.

Was liegt also näher, als die verfügbaren oder nicht verfügbaren Milliarden an den Finanzmärkten zu verbrennen? Richtig, nichts.

Genaugenommen werden sie ja nicht verbrannt. Anstatt sie gleichmäßig auf 500 Millionen Menschen in den EU-Ländern zu verteilen und deren Dasein lebenswerter zu gestalten, profitieren eben nur ein paar hundert „Eh-schon-Milliardäre“ davon. Herr Würth winkt treuherzig von seiner 9.496-PS-Yacht herüber, die er gerade mit 284.500 Liter Diesel aufgetankt hat und schimpft den Ösi einen Neider und Spaßverderber.

Wird der Euro dadurch gerettet? Nein, natürlich nicht, ist ja auch nicht vorgesehen …

Die EU, das sollte dir spätestens jetzt klar sein, ist kein Kindergeburtstag. Die Zeiten der Spaß- und Lachgesellschaft sind endgültig vorbei, der Ernst des Lebens wieder angesagt. Wir befinden uns, die meisten übrigens zum ersten Mal, in einer Art Vorkriegszeit, wo die Würth’schen Schrauben schon mal probehalber täglich bisschen fester angezogen werden. Das mit der Vorkriegszeit traut sich bloß keiner denken bzw. aussprechen, weil allein schon der Gedanke quasi unverschämteste Unverschämtheit.

Der Europäische Gulag ist unwiderruflich auf dem Vormarsch. Allerdings ohne die putzigen sibirischen Schlittenhunde. Dort hatte Herr Ösi unlängst schon mal wenig vorschnuppern dürfen …

Das Leben, sagen die Herrschaften von der EU, soll auch kein leichtes, kein schönes und kein lebenswertes sein. Zumindest nicht für 99,9 % der Bevölkerung. Dass mir keiner sage, die da Oben würden das nicht hinkriegen. Wenn sie schon sonst nix auf dem Kasten haben, die Verschlechterung unserer Lebensqualität schaffen die mit links.

Nach jahrelanger Besudelung durch öde Raabs, Jauchs und Bohlens ist die Kehrtwende längst überfällig. Weil das Volk längst vertrottelt ist. Selbst der alte Gottschalk ist nicht mehr der „alte“.

Trompetenfanfare. Schluss mit lustig.

Und was wird aus mir, wirst du dich fragen, während du die schönen Tage deines Leben geistig an dir vorüberziehen siehst?

Tja, glasklare Ansage: da bleibt nur noch der oesiblog.

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29 Gedanken zu “Gerettet

  1. Herrn Ösis Art, das politische Geschehen zu kommentieren, beeindruckt immer wieder.

    Was den Herrn Jauch betrifft, wage ich allerdings einen klitzekleinen Einwand: der kann auch ganz anders, als öde besudeln – bloß scheint er in einer Sinn- und Verbalkrise zu stecken …

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  2. Danke. Es ist ja die Kunst, das, was „sogenannte“ Journalisten in tausenden von Seiten, die nicht mal sie selbst verstehen, niederkrakeln, in wenigen und prägnanten Sätzen zu beschreiben.

    So charmant und schlagfertig Herr Jauch beim „Millionär“ auch ist, so mangelhaft wirkt er beim Sonntags-Gelaber, wo er den politischen Dödel unkoordiniert parlieren lässt. Klar, noch vom Tatort-Krimi erschöpft, wollen ihm partout nicht die richtigen Fragen einfallen. Das gibt eben einige Punkteabzüge …

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  3. Genau: Spielverderber! Lass doch dem altem Mann das bisschen Spaß auf dem Wasser!

    (… muahaha… sorry, find ich selber lustich – auch ’n Alterssymptom; an dem Tag, an dem man der Einzige ist, der über seine Witze lacht, sollte man sich seniorenheimliche Gedanken machen…)

    Und nix gegen die sibirischen Schlittenhunde! Die vertragen mehr Wodka als Du oder ich!

    (… häff fann, Ösi… make Alpen-Peace…)

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  4. Der Ösi würde ja gern mit dem Reinholdilein auf der Yacht plantschen und Millionen verprassen. Allein, wer kümmert sich dann um Europa?

    (… ich höre jetzt schon das Gestöhne der Leute, die in ein paar Jahren jammern werden: hätten wir doch bloß auf den Herrn Ösi gehört …)

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  5. Du sollst hier auch keine kritischen Kommentare zum Weltgeschehen abgeben, sondern konsumieren, was das Zeug hält! Wie wäre es zum Beispiel mit dem iPhone5? Das ist nämlich keineswegs ein Telefon, sondern eine sichere Geldanlage! Das kannst du nachher tauschen gegen Lebensmittel und die darin enthaltenen seltenen Erden sind wertvoller als Gold!

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  6. Einer muss ja als Mahner auftreten! Gerade als Ösi habe ich diese Pflicht.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass man in Deutschland politische Ereignisse falsch interpretiert und dann mit einem Riesenkater aufwacht.

    Der neue iPhone-Schrott kann mir gestohlen bleiben. Was die wieder als Neuheiten verkaufen, haben wir Androiden schon längst. Eine handvoll simpler Erde ist wertvoller als alle Apple-Produkte zusammen.

    Aber schon bezeichnend, dass die Karlsruher ihre Entscheidung just auf den Apple-Tag legen. Die wissen sehr wohl, dass sie da alles durchboxen können, weil das Volk am sinnlosen iPhone-Tropf hängt …

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  7. … rein und hold, ach, und Europen schließen sich doch nicht aus…

    (… das ist wirklicher Reichtum: mit der Yacht in überelyseeische Gefilde schippern, um dann ganz easy auf der Yacht zu planschen…)

    (… ich habe mich schon in meiner Jugend für so Schubprahme interessiert…)

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  8. deswegen werden ja auch daten autobahnen mit vorliebe in die sozialen brennpunkte gelegt und der strom gesponsert damit es dort keine Unruhen gibt…
    P.S.: diese nachricht wurde gesendet mit dem coolsten android handy der welt
    😀

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  9. Gegen den Euro habe ich überhaupt nichts. Er ist halt eine Währung.

    Was ich befürchte ist, dass man den Euro benutzt, um Deutschland und die Deutschen da hin zu bringen, wo sie nach Ansicht vieler hingehören.

    Konkret befürchte ich, dass EU-Technokraten in kurzer Zeit verlangen werden, dass Deutschland z. B. 90 % der Steuereinnahmen an die EU überweist und dann bestimmen, wofür die verbleibenden 10 % im Inland eingesetzt werden müssen. Die Prozentsätze habe ich absichtlich provokant angesetzt. Aber darauf wird es hinauslaufen …

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  10. Ein Volk das sich um vergangenen Jahrhundert zwei Mal mit der übrigen Welt angelegt hat und nun schon wieder die eigene (wirtschaftliche) Überlegenheit betont muss mit solchen Reaktionen rechnen.

    Der Nationalstaat ist ein Auslaufmodell. Ich fühle mich in erster Linie als Europäer. Es muss einen Ausgleich geben zumal wir zu einem nicht unerheblichen Teil vom innereuropäischen Handel leben. In der Firma in der ich arbeite bin ich beispielsweise für den Verkauf österreichischer Produkte zuständig: http://www.fundermax.at

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  11. Ich bin ja kein Meinungsforscher, aber die Leute, die ich kenne (ich inklusive), finden die gegenwärtigen Entwicklungen mehr als bedrohlich. Dass es über kurz oder lang krachen wird, weil die Nachkriegsgeneration zum ersten Mal mit wirklichen Ungeheuerlichkeiten konfrontiert wird, finde ich nicht abenteuerlich konstruiert sondern folgerichtig …

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  12. Ich habe eher Angst davor das Italien und Spanien wirklich vor die Hunde gehen.
    Die Amerikaner haben uns nach dem 2. Weltkrieg auch wieder hochgeholfen (Marshalplan) und unsere Währung war damals nichts wert. Das geschah sicher nicht Sympathie sondern im Wissen darum das es eifach zu gefährlich ist ein verhältnismäßig grosses Volk auf Dauer im Elend zu halten. Genau das muten wir unseren Miteuropäern zu. Wir gebärden uns wie der Herr Morgenthau. Schande über uns.

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  13. Nee nee – das war wieder irgendwas mit Job… das bringt auch echt Kohle, mal so ’ne Saison auf so ’nem Kahn, ich kenne mich da ja bisschen aus…

    (… mein Traumkahn sieht eher so aus… – ich weiß, was jetzt kommt…)

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  14. Nein, weißt du nicht, was jetzt kommt. War nämlich total überrascht, weil ich dachte, du hättest es eher mit nördlicheren Regionen, Nerungen und so …

    Komisch, ich hatte es noch nie mit der Südsee, war freilich auch niemals dort. Aber wenn ist so überlege …

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  15. Um Italiener und Spanier mache ich mir keine Sorgen. Mit ihrer Schlitzohrigkeit wissen die sich schon zu helfen. Es sei denn, unsere EU-Oberen richten den ganzen Kontinent zu Grunde. Dann entsteht hier Goldman-Sachs-Land …

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  16. Pfui Teubel!, Herr Doktor, ich bin seit jeher Gummigegner … auch in der Südsee, wo ich niemals war. Das bringt mir jetzt sicher wieder einen bösen Eintrag und ein paar Strafpunkte in der St. Pauli Verkehrssünderkartei. (In Hamburg, um keine falschen Schlüsse aufkommen zu lassen, war ich übrigens genau so oft wie in der Südsee …)

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