Aufgewärmtes

Während wieder mal ein Jahresende mit Riesenschritten naht und diesmal – womöglich – das letzte, überfliegt der Ösi, dem weder in der warmen noch in der kalten Jahreszeit naturgemäß Vernünftiges einfällt, sein Geschreibsel der vergangenen Jahre, in der Hoffnung, einigermaßen Verwertbares zu finden, wie die allzeit präsenten Fernsehköche es tun, wenn sie aus einem verschrumpelten Rettich ein festliches 5-Gang-Menü zaubern, dass das Publikum nur so sabbert vor Hunger und Bewunderung.

Der Ideenreichtum verkürzt sich im Winter proportional zu den Tagen, wenn man so will, und es stellt eine beachtliche Leistung dar, wenn einer überhaupt noch tippen kann. Auf den textlichen Inhalt kommt es ab dem 9. Dezember ohnehin nicht an, weil die meisten bereits im Weihnachtsstress und glühweinlichem Nebelrausch eingebunden sind und selbst höxt filosoffisches Gebrabbel nicht mehr als diffuses Rauschen im Untergrund hervorzurufen imstande ist.

Tief in die unendliche Trickkiste greifend, zieht der Ösi den Vip-O-Mat hervor, der an Aktualität nix eingebüßt sondern dazugewonnen hat … na ja, er selbst hat sich zumindest über den Blödsinn köstlich amüsiert, immerhin aus 2010 datierend …

Und, guckst du, je weiter der Ösi nach hinten praktisch in die Vergangenheit abdriftet, umso aktueller werden seine Postings, die er damals noch schlicht als „Beiträge“ bezeichnete. Dass er auf ein im Juli anno 2009 verfasstes Beitragsposting erst vor wenigen Tagen einen Kommentar erhielt, rührt ihn jetzt sogar ein bisschen. In dem Artikel „Getragene Höschen“ berichtete er umfassend und würdevoll über eben diese. Eine wie er vermutet junge Dame namens Nina, die, wie sie ihm anvertraute, im www oder im WehWehWeh als Ninamaus agiert, hinterließ ihm eine Nachricht, nicht ohne gleichzeitig mitzuteilen, unter welcher Adresse man ihre Preziosen beziehen kann.

Hier schließt sich nun ein Kreis, der sich niemals geöffnet hat. Während es draußen ausnahmsweise mal nicht schneibt („schneit“ für meine bundesdeutschen Leser) und die Wolken gräulich grau hernieder hängen, gehen dem Ösi blitzschnell die Ideen aus. Er sattelt seinen Rudolph und reitet von d(T)annen …

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19 Gedanken zu “Aufgewärmtes

  1. Du kannst wenigstens resümieren… ich habe von 2001 an alles immer wieder gedöscht…

    Und womöglich kenne ich die Nina… ich habe mich da mal voll naiv auf so eine Spezial-Seite begeben… krass…

    (… damit wollte ich die Frage „verdecken“, ob das Satteln von Rudolph irgend was mit Hormosächszualität zu tun hätte…)

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  2. Oh, du hast einen Rudolph … wieso sagst du das erst jetzt … dafür ließe ich sofort jeden mit Jaguar stehen … aber bevor ich womöglich noch am Thema vorbeischramme, rudere ich mal blitzschnell zurück und vertiefe mich in die Links, um ein paar heitere Erinnerungen aufzufrischen …

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  3. Klingt nach Abschied. Ich hoffe aber es wird nur ein Winterschlaf.
    An das Ende der Welt mag ich immer noch nicht glauben – allerdings wurd ich in den letzten Wochen Zeuge eines anderen für mich schmerzlichen Endes. Meine Lieblingszeitung – die „Financial Times Deutschland“ – erscheint nicht mehr. Ich vermisse die Artikel zur Volkswirtschaft, den wunderbaren Kulturteil am Freitag (Agenda) und die „weltläufigkeit“ dieses Blattes das 12 Jahre lang meine Lektüre war und das unersetzlich ist. Das ist mir Weltungergang genug.
    Trotzdem: Am Ende muß immer Optimismus stehen:

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  4. 2001 und davor konnte ich gar nix döschen (find ich gut) bzw. löschen, weil ich da noch nix geschrieben hatte.

    Aber Löschen ist immer schlecht, weil dann die Historiker praktisch arbeitslos.

    PS: nix Homodingens, mit geht bloß seit Tagen dieser Titel nicht aus dem Kopf … muss ihn selbst auf den verschneiten Straßen trällern …

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  5. An Abschied hatte ich eigentlich nicht gedacht. Es dürfte sich dabei eher um so was wie eine winterliche Leere handeln.

    Ich hatte die FDT mehrere Male in einem Kaffeehaus gelesen und fand sie erstaunlich gut. Einmal hatte ich sie sogar unabsichtlich mittels einer rumstehenden Kerze zu Brand gebracht und bei den Gästen Panik ausgelöst, weil ich das Missgeschick erst merkte, als die Zeitung bereits lodernd in Flammen stand. Ist wohl kein gutes Omen gewesen.

    Nun ja, seitdem lese ich hauptsächlich SPIEGEL Online, was journalistisch und der im Vergleich zu früher schmerzlich vermissten eigenen Meinung nicht immer das Gelbe vom Ei ist.

    Dennoch sollten wir optimistisch bleiben …

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  6. Weltuntergang im Cafe mittels Feuersbrunst ist auch nicht schlecht.
    Ich habe den Verdacht das der Grund für das Ende der FTD nicht wirtschaftlicher Natur war. Angela Merkel, die dort viel kritisches über sich lesen mußte hat sich sicher bei ihrer Freundin Liz Mohn beschwert. Nachdem sie alle Konkurrenten aus dem Weg geräumt hat kann sie sich nun den merkelkritischen Medien widmen.

    Falls der Weltuntergang kommt: Habe ich die Genugtun, wenigstens einmal vprher dein Kachelmirakel auf einen einheitlichen Farbton gebracht zu haben (rosa).

    Falls es mit dem Weltuntergang nicht klappt: ….und du
    dich verzweifelt fragen solltest wie es mit dem Thema Apokalypse weitergehen soll – Schenk dir zu Weihnachten diese anregende Lektüre: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Liebesbl%C3%B6digkeit

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  7. Während ich früher nur zu Hause laut mit mir gesprochen habe, tue ich das in letzter Zeit auch auf der Straße. Tja, die oidn Leit!

    Weshalb die Weihnachtszeit besonders dankbar ist. Es wird früh dunkel und das Trällern von Weihnachtsliedern fällt weniger auf.

    Du solltest die Umstellung von Brabbeln auf Trällern ruhig wagen: der einstudierte Text kann durchaus verwendet werden …

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  8. Ich bin sogar schon einen Schritt weiter gegangen und habe überlegt, ob ich nicht auf dem Weihnachtsmarkt ’n Schuhplattler hinlege… der Züchator, wo ich mal vorgesprochen gehabt habe, hat da gleich seine Praxis…

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  9. Ich denke, dass Madame sich ziemlich sicher fühlt und den Wählern traue ich nicht zu, sich von den etablierten Parteien abzuwenden. Die zahlen lieber viele Milliarden an die Südländer und schimpfen halt ein bisschen.

    Gratulation zum Kachel-Erfolg! Ich habe das Spiel während der Testphase so oft zu Ende gespielt, dass ich es gar nicht mehr sehen kann … zumindest für eine Weile …

    Danke für den Literaturtipp. Die Beschreibung klingt so gut, dass ich das Buch auf die Wunschliste fürs Christkind gesetzt habe.

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  10. Wenn den Griechen früher und entschiedener geholfen worden wäre, wenn man ihnen von vornherein mehr Zeit für die wirtschaftliche Erholung gegeben hätte – dann wären in Portugal, Spanien, Italien erst gar keine Krisen entstanden. Dann müsste der „deutsche Steuerzahler“ einige Milliarden weniger schultern – ob sie fällig werden steht ja noch gar nicht fest.

    So aber hat man in all den genannten Ländern viel weniger Geld für Produkte aus dem exportlastigen Deutschland. So muss nun das Opel Werk in Bochum schließen und mein „Garagenhofnachbar“ mit dem ich gelegentlich plaudere – Anfang 40, seit 18 Jahren bei Opel -verliert seinen Arbeitsplatz. Unwahrscheinlich das er einen neuen findet. Allein in dem Stadtteil in dem ich lebe sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei Betriebe mit mehr als 6000 Arbeitsplätzen insolvent geworden – alles Automobilzulieferer.

    Trotzdem stelle ich mir die Frage was geworden wäre wenn dieser Ösi damals vor ca 3 Jahren Opel gekauft hätte.

    Mit der Kachel befasse ich mich meist im Frühzug nach Duisburg. Sie hilft mir ein wenig beim wach werden. Irgendwann werde ich ihr Geheimnis lüften.

    Ich wünsche eine vergnügliche Vorweihnachtszeit im Fränkischen mit viel Lebkuchen und Glühwein!

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  11. Wenn den Griechen früher geholfen worden wäre … dann hätten die Politiker eben einen anderen Unsinn veranstaltet, der uns mindestens ebenso teuer zu stehen gekommen wäre.

    Opel, so traurig es klingt, ist niemals vom biederen Image weggekommen bzw. hat nie etwas daraus gemacht. Die Fehler lagen meiner Meinung in der Führungsetage, was aber den Beschäftigten auch nicht hilft. Ob die Ösis den Laden hinbekommen hätten ist nicht sicher. Vielleicht mit einem Auto, das auf Schiern statt auf Rädern daherkommt …?

    Ich vermute, das Kachel-Geheimnis ist wohl nicht zu lüften. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, falls wir den 21. Dezember überstehen …

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  12. Auch ich wünsche ein frohes Fest! Was der Weltuntergang uns lehrt: Alle sind betroffen. Alles hängt zusammen. Der Grieche steckt in uns wie der Mr. Hyde im Dr. Jekyll (les ich gerade nach 45 Jahren wieder).

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