Die Melodie der Sprache

Stau-au-au-au-bsauger-beu-eu-eu-tel
singt Herr Ösi
und fordert mehr Melodie
in der deutschen Sprache
in etwa so

http://www.blog.de/srv/media/dewplayer.swf?son=http://data9.blog.de/media/359/7309359_03a5becc5b_a.mp3

Leck misch am Arsch
singt man links des Rheins
mit sooo viel melodiöser Hingabe
mit sooo viel Virtuosität
dass man dem Sänger
gar nicht böse sein kann
die deutsche Sprache
wird durch das Singen
zwar nicht besser
aber weicher und runder
deshalb fordert Herr Ösi
ab sofort auf das Gesprochene zu verzichten
und statt dessen
auf die Unwiderstehlichkeit des Gesangs auszuweichen
böse Menschen kennen keine Lieder
hat Ösis Mutter immer zu ihrem Sohn gesagt
und hat drauf los geträllert
eine wundervolle Mutter
gleichwohl nicht von großer Singkunst verwöhnt
wie ja Herr Ösi
ein wundervoller Sohn
und mit eher mäßiger Singstimme
die deu-eu-eu-tsche Sprache
singt Herr Ösi
verliert durch das Singen
einen Großteil von ihrem Schrecken
das Gesungene kommt naturgemäß
anders rüber als das Gesprochene
Politiker
bis dato allesamt Staatsschauspieler
werden auf Staatsopernsänger umgeschult
wie immer auf Kosten der Steuerzahler
versteht sich
eine politische Staatsschauspielerin

hat kürzlich und natürlich unbewusst
die Zeichen der Zeit erkannt
zugegeben: ungelenk in ihrer Art
aber zumindest ein Anfang
das Operettenhafte
passt besser in unsere Zeit
als alles andere
machen Sie mit
und singen Sie ihre nächste Brötchenbestellung
dem Bäcker ihres Vertrauens vor
wie der Finanzminister
das nächste Griechenland-Rettungspaket
in einem 3-aktigen Singstück
zum Besten geben wird
unsere Welt wird dadurch nicht besser
aber melodiöser
und denken Sie daran
böse Menschen kennen keine Lieder

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10 Gedanken zu “Die Melodie der Sprache

  1. Im Prinzip eine grandiose Idee – wie wir es nicht anders gewohnt sind von der Ösi’schen Ideenwerkstatt.

    Aber ich befinde mich derzeit leider in den Tagen der Auflehnung, weshalb ich sowohl einerseits dagegenhalten muss, dass manche Melodien beileibe nicht melodiös rüberkommen (Talentsache eben, wie auch in den beiden Beispielen hervorragend zum Ausdruck gebracht; erst das trefflich intonierte Stahaubsahaugerbeutellied, dann die missliche Wiedergabe eines Pippilangstrumpfverschnitts) als auch andererseits der Spruch, dass böse Menschen keine Lieder kennen würden, nur einem Irrtum entsprungen sein kann (man denke beispielsweise an all die Schlachtgesänge der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft).

    Werde morgen dennoch gleich mal versuchen, den Autofahrer vor mir rein gesanglich zu verdammen. Ein lieblich gesungenes „Mah, du Vollkoffer, zah an, grüner wirds nimmer!“ klingt allemal schmeichelnder als mein übliches Gezänk und befreit trotzdem. Hoffentlich.

    Herr Koske könnte darin schon wieder Stoff für eine Diplomarbeit sehen … 😉

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  2. Nun, die Menschenkenntnis der Mutter des Herrn Ösi bezüglich bösen Menschen ohne Liedgut und so weiter, war ja noch vor dem Internetzeitalter, wo man eben noch gar nix googlen konnte und den klugen Sprüchen älterer Zeitgenossen eben vertraute (oder nicht)

    Hier noch der ultimative Ösi Tipp für Vollkoffer an der grünen Ampek:

    Die Ampel ist grün
    der Vordermann steht
    die Röslein blühn‘
    die Zeit vergeht
    und will er heut‘ nicht weiter lenken
    so werd‘ ich ihm ein Röslein schenken.

    … gesungen kommt es freilich noch besser rüber …

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  3. Mir fallen zu solchen Forderungen die gesungenen Litaneien bei katholischen Messen ein die mich- wiewohl Protestant – immer fasziniert haben. Hinsichtlich der Gesangstechnik könnte man sich dort einiges abschauen. Ein gesungener Videoblog wäre nicht undenkbar….

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  4. Besonders in Latein gesungene Litaneien in Messen nötigen einfachen Kreaturen den nötigen Respekt vor den weltlichen Stellvertretern Gottes ab … wenn diese nicht so komischen Namen wie Tebartz tragen …

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  5. Da hat der Herr Oesi natürlich vollkommen recht.
    Erst kürzlich hörte ich aus angeblich berufenem Munde, bei der Oper handle es sich – Ring hin, Ring her – um eine nicht mehr zeitgemäße Kunstform. Vielleicht ist ja die ganze Unterscheidung zwischen Kunst und Profanität nicht mehr zeitgemäß. Da wir doch schon alle Schriftsteller, Fotokünstler und was weiß ich noch sind, warum nicht auch Opernsänger? Vielleicht überlegt sich dann mancher, was er sagt… äh, singt.

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