mo zart

Dem Mozart hat man seinerzeit vorgeworfen, er würde zu viele Noten in seine Songs packen. Klar, je mehr Noten du oben aufs Notenblatt schreibst, umso mehr Töne kommen unten, also da, wo das Orchester spielt, wieder raus. Der Mensch von damals, hieß es damals, könne geistig wie musikalisch nur eine gewisse Anzahl an Noten und  Tönen verarbeiten. Alles darüber hinaus wäre schädlich. Also hat man dem Genie auf kaiserlich lakaienhafte Art, weil der Kaiser, bitteschön, der macht so einen Job nicht selbst, nahegelegt, schleunigst! velocemente! velocemente! – italienisch sprach man am Hofe naturalmente auch – die zu viel komponierten Noten aus den Songs wieder raus zu nehmen und, meinetwegen, eine neue Oper damit zu fabrizieren. Andernfalls, ja andernfalls wären genug Komponisten zur Stelle, die fürs halbe Gehalt oder für noch weniger, geeignete Stücke schrüben, die dem kaiserlichen Verlangen, die ungezügelte Notenflut, und sei sie noch so harmonisch, einzudämmen, Rechnung trügen. Das Wolferl freilich, wie wir wissen, hatte da seinen eigenen Kopf …

Nun sind wir wieder so weit. Der moderne Mensch von heute verträgt auch nur eine gewisse Anzahl von Tönen. Wenn er morgens, mittags oder abends nach Hause kommt, oder das Haus gar nicht verlassen hat, weil …, dann hat er sein Dingens bis oben hin gestrichen voll, jawohl, voll bis oben hin und zwar gestrichen. Die Misstöne der letzten 24 Stunden noch im Ohr, würde jetzt der eine Ton zu viel sofort in eine mittlere Katastrophe münden, Ausgang ungewiss, jedoch unweigerlich in eine höchst katastrophale Katastrophe, so viel steht fest.

Herr Ösi nimmt in seinen neuesten Kompositionen, anders als das Wolferl, auf die geschundenen Wesen Rücksicht, indem er auf überflüssige Töne verzichtet, obwohl, Minimalismus ist auch nicht das richtige Wort, weil dafür viel zu viel Musik, aber dennoch, Klang kompositorisch in ein keckes Mieder gepresst, nein, appliziert statt gepresst = besser, einerseits harmonisch und gleichzeitig diese leichte, klassische Dissonanz des Jazz, eines Bossa Novas und so weiter.

PS: mo zart – bedeutet more zart oder more ambient oder more irgendwas, wie es auf Neuscheußsprech heißt … aber eben bitte more

… einer geht noch …

Für Interessierte: hier gehts zur sound kompostorischen Ösi Wolke

Advertisements

2 Gedanken zu “mo zart

  1. … ziehe mir eben wieder Deine klanggewölkten Stücke rein und finde die recht sehr sehr vortrefflich (falls das jemanden interessiert); besonders (ich wiederhole mich – das ist das Alter!) „Funkies Funk“; das hat wasTrancierendes und gleichzeitig Aktivierendes… bla…

    Gefällt mir

    • Den Kompositosen interessiert’s, umso mehr, weil ja Herr Ronald, im zivilen Privatbetrieb, normalerweise, eine gänzlich andere Musikrichtung bevorzugt, handgemacht & bodenstandig, und wenn möglich von Froleins ausgeführt, und wenn noch möglicher, von rothaarigen Froleins …

      Herr Ösi ist ja weder Frolein noch rothaarig … und deshalb sein Dankeschön umso herzlichster …

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s