Imperator et Lux Figura

Herbstblattler

Herbst Blatter Fall: Blurred Movie Theater by Ösi

Zuerst VW … und, als wäre dies nicht schlimm genug, ist jetzt auch noch der Kaiser im Arsch, oder fast oder wie auch immer. Es sieht nicht gut für ihn aus. Der Kaiser – bitteschön! – das germanischste aller deutschen Nationalheiligtümer.

Haben denn die Deutschen, fragt sich Herr Ösi, tatsächlich geglaubt, die WM 2006 in Deutschland wäre legal und ohne Mauscheleien zustande gekommen?

Kein Land auf dieser Welt kann innerhalb von 100 Jahren oder weniger eine Fußball-Weltmeisterschaft zwei Mal im eigenen Land austragen, ohne …

Aber egal. In Ermangelung einer ösischen Teilnahme, weil seine Alpenländler waren schon während der Quali an übermächtigen Färöer Insulanern gescheitert und zerbröselt, hatte sich Herr Ösi, opportunistisch wie er ist, sogleich auf die Seite des deutschen Nationalteams geschlagen, hatte mit ihm gezittert und so weiter und war damals, wie er sich erinnert, traurig und verstört, als hundsgemeine Italiener ein paar Sekunden vor dem Elfmeterschießen, das sie sowieso verloren hätten, dem Traum vom Finale dahoam ein jähes Ende bereiteten.

„Der Fußball ist ja auch nicht viel dreckiger wie das wirkliche Leben“, hat der Kaiser unlängst gesagt, oder aber, er hätte es jedenfalls sagen können, wenn er gewollt hätte, so wie er vieles gesagt hat, das er gewollt hat, oder es gesagt hat, weil es ihm versehentlich herausgerutscht ist. Einerlei. Einer, der mal 15 Monate im Jahr durchgespielt hat, einer, der weiß, dass es im Fußball nur eine Möglichkeit gibt, nämlich Sieg, Unentschieden oder Niederlage, einer, der seine Mannschaft mit der präzisen taktischen Anweisung „Geht’s raus und spielt’s Fußball“ auf’s Feld schickte und dann Weltmeister wurde, so einem, dem fährt man nicht in die Parade, nur weil er fürs eigene Land eine WM gekauft hat.

Hier sehen wir ganz deutlich die Lust der Deutschen am eigenen Niedergang.

Wie schon bei der Sache mit VW, vermutet der migrationshintergründige Ösi, hat der Deutsche klammheimlich seine Lust, die eigenen Denkmäler und Lichtgestalten vom Sockel stürzen zu sehen, sobald diese auch nur den kleinsten Fauxpas …
„Das sind keine Kleinigkeiten!“, brüllt Herr Saubermann erregt, sobald man ihm erklärt, er wäre womöglich nicht in der Lage, einen jeden Erdenbürger einzeln und höchstpersönlich aufzusammeln und zu retten und außerdem wäre der beanstandete VW Motor heutzutage viel sauberererer als der von vor 10 Jahren, also, warum nicht ein bisschen tricksen, wenn’s keiner merkt – und der Kaiser, der Kaiser ist sowieso sakrosankt.

Die Wut des Deutschen auf seinesgleichen ist eine beträchtliche, sobald er seine Werte, die einem jeden Nichtdeutschen oft ziemlich fragwürdig erscheinen, verraten und hintergangen fühlt. In ihm agiert – ein Wunder der Natur – das sogenannte Retter-Gen, das bei Bedarf, und das ist einzigartig, jederzeit in ein Knüppel-Gen umgewandelt werden kann. Durch das unkontrollierte Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Gene liegt sowohl das Erschaffen als auch das Zerstören praktisch hauchdünn beieinander und kann wie ein Pendel mal so, dann wieder so, man könnte auch sagen: faktisch unberechenbar, ausschlagen, wobei das Pendel, beziehungsweise dessen Ausschlag, sich im Gegensatz zum Deutschen ja komfortabel und verlässlich berechnen lässt.

Während die Saubermänner samt ihren Sauberfrauen jetzt auf vergangenen Sommermärchen und aktuellen CO2 Werten herum trampeln als gäbe es kein Morgen, wo doch ein jedes Pflänzchen sehnsüchtig auf ein bisschen mehr an Kohlenstoffdioxid wartet, damit es leben kann, rüttelt der Herbst kräftig an den Bäumen und bringt Blatter, Lichtgestalten und Konzerne schonungslos zu Fall.

Morgen werden wir dann in der Zeitung lesen, dass 108 % der Weltmeister von 2014 im Finale gegen Argentinien mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit gedopt gewesen waren …

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14 Gedanken zu “Imperator et Lux Figura

    • Ich glaube, korrekt müsste es Figura Lux heißen statt Lux Figura, aber Lux Figura, finde ich, klingt einfach besser und so eine Sprache ist ja was Lebendiges, das sich ständig ändert.

      Jo, schick schaut er schon aus, der Holzgasgenerator und die Anwendungen sind die vielfältigsten, die man sich vorstellen kann …

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    • Ach so. Im Saunabereich sorgt jetzt der Holzgasgenerator als Ofen für ziemliche Furore. Der Nachteil allerdings: zuerst werden die Sitzbretter verheizt, danach das Häuschen drumherum. – An einer nachhaltigeren Lösung wird fieberhaft gearbeitet …

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    • … ich wollte eigentlich noch anfragen, ob die Bibliothek im Preis enthalten ist, und wenn ja, ob mit Leser…

      (… ich glaube gar nicht, dass man da über den Tisch gezogen wird – im Ernst… die sind da noch nicht „westlich“ genug… außerdem ist Sibirien ein Riesenland, in dem ohnehin Maßstäbe ins Schwanken kommen… oder so ähnlich…)

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    • Klar, die Bibliothek ist dabei, weil abgebildet, und der Bibliothekar ebenfalls, der übersetzt dir die Werke beim Vorlesen simultan ins Deuts… Oh Shit, du bist ja des Russisch mächtig und brauchst ihn gar nicht. Da sollte es einen Preisnachlass geben …

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  1. Selbst den deutschen Wald hebt’s aus den Angeln, wenn und weil die Lux Figura Altkanzler den Deutschen nicht mehr sagen kann, wo’s lang geht, Seine Molekülchen jedoch werden bleiben und einen Samen legen für spätere verständige Generationen.
    Amen

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    • Der gute Herr Altkanzler, der hatte so einiges in der Birne, das seine politischen Nachfolger bloß mit geistigem Vakuum kompensieren. Es bleibt zu hoffen, dass seine Molekülchen sich umgehend auf den Weg machen und nicht erst spätere Generationen abwarten …

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  2. Sehr amüsant, was Herr Ösi da in 3. Person über der Deutschen Lust an der Dekonstruktion ihrer Heiligtümer schreibt. Besonders beim „Retter-Knüppel-Gen“ musste ich schmunzeln. Nur eine kleine Korrektur: Dass die WM durch Bestechung nach Deutschland geholt worden war, hat schon Martin Sonneborn von der Titanic bewiesen, als er damals dem Neuseeländer Dempsey per Fax ein paar Würste und eine Schwarzwälder Kuckuckuksuhr offerierte, damit er für Deutschland stimmte. „This fax broke my neck“ oder so ähnlich soll er zugegeben haben, bevor er unter dubiosen Umständen verstarb, hoffentlich nicht an der Wurst.

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    • Danke. Ich schreibe gern in der 3. Person, um den nötigen Abstand zu mir selbst zu erlangen.

      Einem Neuseeländer eine Kuckucksuhr zu schenken, womöglich noch ohne Gebrauchsanweisung, grenzt an versuchten Mord. Nicht auszudenken, wenn Herr Dempsey das Türchen just in jenem Moment neugierig öffnete, als der Vogel pflichtbewusst seine Präzisionsarbeit verrichten wollte …

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