Pipi Caca

Wie selbst der nicht französisch sprechende Leser bereits dem Titel entnehmen kann, geht es heute um das Thema, naja …

nein, nicht um das Turmspringen und auch nicht um das Erlernen einer neuen Fremdsprache … obwohl, mit ein bisschen Fantasie und noch mehr Vorstellungskraft ist selbst die Sprache der Könige und der Diplomaten très facile à apprendre.

Aus grenzenloser Langeweile und aus Mangel an sinnvollen Herausforderungen hat die Politik nun eine Unisex-Toilette in Berlin im Rathaus Tiergarten eröffnet. Aber nicht, wie du jetzt denkst, eine Bedürfnisanstalt für Giraffen, Löwen und Schimpansen, nein, weil die würden sich beim Wasserlassen womöglich gegenseitig auffressen, sondern eine Toilette für Menschen.

Aha, Unisex-Toilette, denkt Herr Ösi und überlegt, ob er die überhaupt benutzen dürfte. Und wenn ja, stellt sich der Frage nach dem WIE?

Darf dort ein Mann, so wie vielfach zu Hause üblich, wenn er keine Toilettenputzfachkraft sein Eigen nennt, die gewissenhaft nach jedem Gang hinter ihm her wischt, im Sitzen pinkeln oder muss er dort, so wie er es von klein auf erlernt hat, sein Geschäft im Stehen verrichten?  Muss eine wirtschaftlich erfolgreiche Frau, die sich im trauten Heim einen männlichen Toilettenputzer vorrätig hält, hier unter akrobatischen Verrenkungen im Stehen … oder darf sie, gemütlich über die neuesten Shoppingtrends mit der Freundin telefonierend schwadronierend, im Sitzen und so weiter? Oftmals wurden DAX-Frauen schon telefonierend im Stehen beziehungsweise telefonierend im Sitzen, aber eben dabei immer telefonierend schwadronierend, auf Toiletten angetroffen, weil die DAX-Konzerne ihren Vorstandsvorstehenden bzw. Vorstandsvorsitzenden – jetzt weißt du, woher der Name kommt – die Flatrate bezahlen und die Zeit, allerdings nur in der obersten Chefetage, toiletten- und telefoniermäßig keine Rolle spielt. Wenn es dir gelingt, tausende Arbeitsplätze einzusparen, dann darfst du deinen gesamten Arbeitstag am (ehemals) Stillen Örtchen verbringen. Manche Wirtschaftsbosse, so das HANDELSBLATT, wurden niemals außerhalb dieses Bereichs gesichtet.

Während 100 % aller Dachs-Frauen ihren Bau noch selber reinigen,
sind es bei den heutigen DAX-Frauen nur noch 0,7 % – Tendenz fallend
Quelle: Statistisches Bundesamt für Sauberkeit & Ordnung

Zurück zum Thema. Also Männer und Frauen im herkömmlichen Sinne, wie DER TAGESSPIEGEL wortwörtlich schreibt, die in Berlin wohl nur noch im einstelligen Prozentbereich – wenn überhaupt – anzutreffen sind, wie Herr Ösi vermutet, dürfen – wie großzügig – die Unisex-Toiletten ebenfalls frequentieren. Da haben wir Normalos, aber dieser Ausdruck ist im Zeitalter ungehemmten Genderwahns wahrscheinlich auch schon diskriminierend oder gar längst verboten, nochmal Glück gehabt.

Ca me fait chier, würde der Franzose darauf sagen. Und da siehst du wieder die Eleganz und die Diplomatie in seiner Sprache, weil es kotzt ihn eben nur an, obwohl es, wörtlich genommen, nach hinten los gehen müsste.

Aber im Prinzip ist es eh Conchita, ob Unisex-Toiletten oder nicht, resümiert Herr Ösi und stellt sich an den nächsten Baum …

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10 Gedanken zu “Pipi Caca

  1. Zunächst mal wieder ein dickes Kompliment zum originellen und gut gemachte Gif! Zu den Unisex-Toiletten frage ich mich, bei wem der Leidensdruck denn so groß war. Ich habe in meinem Leben höchst selten eine öffentliche Bedürfnisanstalt besucht. Und wenn da jetzt die Dax-Vorständinnen telefonierend herumlungern, bleibe ich lieber ganz fern. Dafür bin ich zu pingelig.

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    • Das Gif, anders als beim Blätterwald, stammt nicht von mir, sondern kommt aus dem Gif-Paradies, aus dessen Fundus ich mich gern bediene.

      Altersbedingt ist meine „Reichweite“ stark im abnehmen, was mich dazu zwingt, immer öfter die „Öffentlichen“ bzw. die Natur in Anspruch zu nehmen …

      Die DAXinnen und ihre männlichen Pendants werden gern in die Öffentlichkeit hinaus geschickt, zwecks Erhalt der Bodenhaftung. Bloß nützen tut es meistens nix.

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  2. Also, wenn ich gewusst hätte, dass man dem Welt-Toiletten-Tag um fast eine Woche hinterher hinken darf, hätte ich auch noch was über Hoppers „Outhouses“ (ich mag das Wort sehr) geschrieben. – Der Vorteil einer Unisex-Toilette liegt doch klar auf der Hand – oder eben nicht auf der Hand, sondern … Man kann so eine Örtlichkeit in frei wählbarer Paarung aufsuchen, ohne unangenehm aufzufallen.

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