Shortest Video Ever

Ladies and Gentlemen, oesiblog proudly presents …

ja, warum verfallen wir ständig in diesen Schwachsinn zu glauben, Englisch sprechen zu müssen, sobald wir denken, unserem Publikum und also der gesamten Welt bahnbrechendes, vielleicht nie dagewesenes zu präsentieren, quasi eine Weltneuheit, oder sogar „die“ Weltneuheit … oder wenn wir nur versuchen,  dem deutlich gestressen Publikum, welches leise vor sich hin gähnt, mal wieder was unterzujubeln, dann tun wir es meist in Englisch.

In Englisch, ganz einfach, weil da drüben, über’n großen Teich, da spielt die Musi, da geht die Post ab, ist Hollywood, die NASA, die NSA und so weiter, da sprechen sie Englisch, ausschließlich Englisch und nichts anderes … wenn sie da drüben überhaupt eine Sprache beherrschen. Dann Englisch.

Der Hipster hierzulande, also 87,5 % der Bevölkerung – Tendenz rasch steigend – der Hipster denkt, er ist cool, because auch speaking inglisch, eine Art (Volker)Kauderwelsch, er packt mehr Worte Englisch ins Deutsche hinein als deutsche und ist dabei froh, really happy, weil das Deutsche ist und war eh nie sein Ding.
Schon in der Schule nicht. Zu Hause noch weniger. Weil da haben sie nicht geredet. Da ist er gemeinsam mit seinem Meerschweinchen und WhatsApp aufgewachsen. Das Meerschweinchen hat freilich nur so lange gelebt, bis ihm einer geWhatsAppt hat, oder war es einer seiner 46.762 Freunde von Facebook?, gar der Zuckerberg?, egal, er hat schon immer leicht den Überblick verloren, weil ständig die Ablenkung. Also, das Meerschweinchen ist letztendlich im Fleischwolf gelandet. Das sah nicht gut aus. Zuvor das Upgrade auf totale Totalverschlüsselung, WhatsApp Version Soundso, jetzt will es keiner gewesen sein, der Schuldige unauffindbar, weil verschlüsselt. Dann war’s eben der Fleischwolf, der schuld ist, am Ableben vom Meerschweinchen.

Der Smartphoniker unserer Tage sucht die Ablenkung, ist fortwährend unter Dauerstress, sofern das Burnout eine kurze Pause einlegt, er nutzt jede freie Sekunde vor dem winzigen Bildschirm zur Berieselung oder zum WhatsAppen oder zum Facebooken. Zu Hause, in der Arbeit, auf den Gehwegen sowieso. Immer. Und. Überall.

Herr Ösi hat diesem Umstand Rechnung getragen und das kürzeste Video der Welt produziert.
Dauer: 0,32 Sekunden – freilich ohne Vor- und Nachspann. Oder 29 Sekunden tutto completto.

Null Komma zweiunddreißig Sekunden oder zweiunddreißig Hundertstel Sekunden ist jene optimale und längste Zeitdauer, in der wir die Aufmerksamkeit des modernen Hipsters beanspruchen und auf uns lenken können, ohne ihn zu überfordern. Diese Zeitspanne lässt sein Aufmerksamkeitsdefizitsyndromdingens zu, ehe automatisch die Klappe fällt. In diesen 32 Hundertstel muss das Wesentliche drinnen sein, das du ihm sagen oder zeigen willst und gleichzeitig musst du ihn motivieren, das Video möglichst an seine 46.762 Freunde weiter zu empfehlen, damit die es so schnell wie möglich an ihre 46.762 Freunde weiter empfehlen und so weiter.
Nebenbei bemerkt: Mit „Shortes Video Ever“ will Herr Ösi ins Guinness Buch der Rekorde hinein, weshalb er das tutto Video completto in Englisch hinübergesetzt hat. Naja, zusammen mit Google hat er’s versucht.
0,32 Sekunden! Da hat sein Video ausreichend Luft nach oben, beziehungsweise nach unten, sprich Verkürzung, um bei Bedarf, falls ein anderer versucht, ihn zu unterbieten, eventuell auf 0,26 oder 0,23 zu verkürzen.

Kevin F, unseren smartphonischen Hipster, neuerdings mit ohne Meerschweinchen, hat es beim Überqueren einer Straße erwischt, und er ist auf einer Motorhaube gelandet.
Das „Shortest Video Ever“, sagt er dem Reporter, hat er bis zum Ende gesehen, doch leider war der Nachspann viel zu lang und hätte seine vollste Konzentration erfordert. Er werde, sobald er wieder in der Lage ist, ein Handy in Händen zu halten, unverzüglich diesen Herrn Ösi verklagen, wozu habe er denn die Option „Dämlicher Smartphoniker“ in seinem Versicherungsvertrag angekreuzt und zugebucht?
„Fuck!“, entfährt es ihm, während er erschöpft ins Krankenbett sinkt …

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15 Gedanken zu “Shortest Video Ever

  1. Dear Mister Ösi,
    The Kuh wants to write in inglish, but she has to forbetter dis längwidsch, so she cows in dschörmän:
    Besser als in Ihrem prägnanten, auf den Punkt gebrachten Meisterwerk, kann man die schnell gelebte, verlebte, zerlebte Zeit wohl kaum darstellen. Da erübrigt sich selbst eine ausladende Mauswohnsche Filmkritik (puh, der Leser ist erleichtert!). Auch Elias Häberle, der Erfinder der Sekundothek, ist restlos von den abgewetzten Socken. Er würde den neuesten Ösiklassiker gerne in sein Repertoire aufnehmen um neue Kunden mit diesem Spitzenprodukt zu ködern. Es kann nicht schnell genug gehen. Herr Häberle befindet sich bereits auf einer virtuellen Autobahn Richtung Ösiland, um die Einzelheiten mit Ihnen zu besprechen.
    Und da sich im Wörldwaidweb solch herausragende Ideen nie lange geheimhalten lassen, verösifachte sich die ohnehin schon unüberschaubare Fangemeinde des Herrn Ösi so fulminant schnell (die Like-Daumen konnten nicht mehr gezählt werden), dass die Serverkapazität bei Facebook komplett überlastet war und die Plattform zum Erliegen kam. Welch ein Geniestreich, dieser medial geplätteten Form auf diese Weise beizukommen und sie dem Erdboden gleichzumachen. Hinter dem shortest video ever steckt eben die best idea ever!
    Nun wollte es sich der bereits etwas vermoderte Alec Guinness nicht nehmen lassen, Ihnen den goldenen Eintrag ins Guinness- Buch der Rekorde zu übermitteln, leider unterlief dem veralteten Herrn ein kleiner Fehler und so heißt nun die gleichnamige irländische Biermarke „Oesi-Guinness“. Doch in dieser schnelllebigen Zeit dürfte eine gute Flasche Oesi-Guinness wesentlich mehr Bestand und vor allem mehr Inhalt haben als ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
    Im Namen aller biertrinkenden Anti-Facebook-Freunde überreicht Ihnen die Mauswohn mit den allerbesten Wünschen ein frischgezapftes Oesi-Guinness, wohl bekomms oder wie der Franzose zu sagen pflegt: „You are very first cream!“ 🙂
    Beschwipste Sekundengrüße
    von der Mallybeau aus Malibu

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Frau Mallybeau,

      weri meni Sänks 4 diese wundervolle Diskribtschn. In der Tat handelt es sich um ein neues Marketingkonzept, bloß um welches und für welchen Zweck steht noch nicht fest … doch die Spezialisten werden schon eins finden.

      Vielleicht eine Werbekampagne für das neue OESI GUINNESS – Ihre geniale Idee – um welches sich bereits jetzt schon Legenden ranken beziehungsweise Efeu. Aus dem Wasser abschmelzender Gletscher gebraut, deshalb die dunkle, leicht schmutzige Farbe, könnte das Bier den britischen Inseln zu einem unverhofften Schub aus ihrer Bedeutungslosigkeit verhelfen. Die Alpenösis legen die Pipeline fürs Schmelzwasser direkt vom Berg runter und nach Old England hinüber. Die Insulaner making the best und erledigen den Rest.

      Sie sehen, bei mir wirkt es schon …

      Ihr
      Herr Ösi
      (Highly diplomierter Ober-Mountain-Bräu-Master)

      Gefällt 1 Person

    • Danke schön. Vielleicht könnte man es ja in Arztpraxen und Krankenhäusern einsetzen, wo Patienten die angekündigte Spritze fürchten, wie das Weihwasser den Teufel … 🙂

      Gefällt mir

  2. Lieber Herr Ösi,
    Sie haben die Welt der Smartphoniker wunderbar beschrieben und mit dem kürzesten Video der Welt ein zeitgemäßes Kunstwerk geschaffen, das gleichzeitig sozialpolitischen und globalen Einfluss nimmt.

    Als ich davon erfuhr, wollte ich unbedingt bei der Uraufführung dabei sein, da ich auch davon ausgehe, dass im Uraufführungskino sicher alle wichtigen Größen der Film- und Unterhaltungsbranche anzutrefffen sind und ich wollte auch gerne mal wieder mit Werner klönen.
    (Gehe doch stark davon aus, dass Sie Herrn Faymann eingeladen haben!)

    So habe ich mich auf die lange, beschwerliche Reise gemacht. Der Routenplaner sagte mir, dass die Reise 155 Stunden dauert. Da ich aber per Fiaker reise, und zwar ohne Fiaker (bin Selbstfahrer – sie wissen schon)

    hat der Routenplaner nicht berücksichtigt, dass die vorgeschriebenen Ruhepausen des Kutschers einzuhalten sind und die Pferde beim Fressen und Saufen den Schritt verlangsamen.

    So konnte es geschehen, dass die Uraufführung ohne mich stattgefunden hat. Der Welt wird das egal sein, aber ich habe doch schweren, seelischen Schaden genommen.

    Da ich nun mitten auf dem Weg zwischen Norddeutschland und Österreich festhänge, hoffe ich, es wenigstes bis zu Mallybeau Mauswohns Alm zu schaffen?!?
    Dort werde ich dann zur Rehabilitätion, Gesundung und Genesung die nächsten Monate verbringen.

    Gruß Heinrich

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Herr Heinrich!
      Ich hoffe, Sie finden den Weg zu meiner verwinkelten Alm auch ohne Routenplaner, denn dieser dürfte meine Bloghütte kaum verzeichnet haben, sie befindet sich schließlich außerhalb jeglicher Zuordnung. Und dass Sie die Uraufführung verpasst haben (waren ja ohnehin nur 32 Sekunden) halte ich nicht für besonders tragisch, da der liebe Herr Ösi ja mitgedacht hat und seinen Klassiker exklusiv hier auf seiner oesischen Bloghütte zum Besten gibt. Und hier hält man sich schließlich immer gerne auf!
      Herzliche Grüße
      The Cow aus Malibow

      Gefällt 1 Person

    • Lieber Herr Heinrich,

      lassen Sie sich Zeit. Sie haben nichts versäumt. Der Bundes-Werner konnte zur Uhraufführung glücklicherweise nicht kommen, steht er doch zur Fortsetzung der beliebten, nach ihm benannten Comic-Reihe vor der, nein, nicht vor der Kamera … sonder eher vor dem Zeichenblock …

      Nun, ich denke, Sie sind noch mit dem Fiaker unterwegs. Schauen Sie sich in aller Ruhe die schöne Gegend an, kraxeln Sie ruhig den einen oder anderen Berg hinauf.

      Aber vergessen Sie bitte nicht, den Tieren die Pferdewindel anzulegen, sobald Sie südlich der Donau angelangt sind. Die einheimische Polizei versteht dort keinen Spaß bezüglich Emissionen und Hinterlassenschaften.

      Grüßen Sie mir Frau Mallybeau auf der Malibu-Almen-Ranch

      Ihr
      Herr Ösi

      Gefällt 2 Personen

  3. Ich bin zu uncool, alt oder zu blöd um Hipster zu sein.
    Auch dass ich den Text mit einem breiten Grinsen auf den Lippen gelesen habe und das Video nur als Bonus konsumiert habe, macht mich zur Randgruppe.
    Neulich las ich allerdings, dass die echten Hipster, Facebook meiden, anstelle von Whatswieheißtes wieder telefonieren und sich die Bärte abrasieren um sich von den Hipster-Masse abzugrenzen. Vielleicht werden wir ganz aus Versehen zu Hipstern und sie müssen in Kürze ein 32 Minuten Video zur Verfügung stellen – ich würde mich darauf freuen 😉

    Gefällt 3 Personen

  4. Nun, ehrlich gesagt, kenne ich mich mit Hipstern überhaupt nicht aus.
    Aber ich benötigte eine geeignete Zielgruppe … und da erschienen mir die Hipster geradezu ideal.
    Wenn die jetzt wieder telefonieren und sich die Bärte abrasieren, dann erkennt man sie nur mehr am blassen Kinn, da, wo früher der Bart wuchs. Weil wir aber mit Riesenschritten auf den Sommer zugehen, werden auch diese verräterischen Spuren bald verschwinden.
    Sie haben Recht, ein neues Video über Hipster wäre angesagt …

    Gefällt 2 Personen

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