Lyrik und Akrobatik

Die Tage werden spürbar kürzer.
Regen, Schnee und so weiter peitscht ans Fenster. Oder auch nicht. Egal. Wir ziehen uns aufs Sofa zurück. Draußen ist es kalt.
Kein vernünftiger, halbwegs verantwortungsbewusster Hund jagt bei diesem Wetter sein Frau- bzw. Herrchen hinaus ins Freie.
Selbst die hartgesottensten und ignorantesten Naturen unter den Zweibeinern konsumieren in dieser vorwinterlichen bis regelrecht winterlichen Zeit … nun ja, man glaubt es kaum … Kunst und Kultur. Zumindest ein bisschen …
Alle anderen sowieso.

Herr Ösi trägt, passend zur Jahreszeit, sein Gedicht „Dezember“ eigenhändig eigenständig einhändig im Handstand balancierend vor – und wünscht gute Unterhaltung.

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21 Gedanken zu “Lyrik und Akrobatik


  1. Lieber Herr Ösi!
    Was für eine beispiellos fabelhafte Lyrikstunde!
    Ich habe es ja schon immer gesagt, Sie haben eine absolut perfekte Kamerapräsenz, die Sie einmal mehr einzigartig und unübertroffen zum Besten geben.
    Tief beeindruckt verneige ich mich des Weiteren vor Ihrem akrobatisch-lyrischen Können das verzweifelt Ihresgleichen sucht.
    Aber Sie ahnen ja gar nicht, welche Jubelstürme Sie mit Ihrer Ankündigung ausgelöst haben, im Kuhstall auf der Bloghüttenalm Ihre Aufwartung zu machen. Ganz Ihrem Vorbild stehen hier nun sämtliche Tiere regelrecht Kopf (den Fledermäusen fällt das natürlich am wenigsten schwer) und begeben sich sofort Richtung Kuhstall, um daraus einen Palast zu bauen, der unserem erlauchten Gast entspricht. Die Freude ist natürlich riesengroß, wo doch ein jeder weiß, dass Sie ab dem 20.3. immerfort auf einem Arm über die Alm hüpfen werden, da ein Rausschmiss unter keinen Umständen in Frage kommt.
    Auch wenn Sie nun im kommenden Jahr dauerhaft hier auftreten werden, möchten wir doch gerne vorab 150 Karten für die gesamte Tour bei Ihrer Frau Buchmilbe reservieren. Denn neben Ihren Darbietungen möchten wir es uns nicht entgehen lassen, die Strecken von Buxtehude nach Stammheim, von dort Richtung Wien, bis nach Peking und Hongkong und wieder zurück zur Alm in Windeseile zu absolvieren. Eine lyrisch-akrobatische Globetrotteraufgabe wartet auf uns! Das wird ein unvergessliches Erlebnis.
    Vielen Dank für diese Adventsdarbietung!

    Mit den herzlichsten Adventswünschen und einem steifen Nacken
    grüßen die gesamte Almcrew und Mallybeau 🙂

    Gefällt 4 Personen

    • Liebe Frau Mallybeau,

      so ein Seehund hätte durchaus die Kraft und die Geschicklichkeit einen Menschen, beispielsweise mich, wie abgebildet zu balancieren. Aber der Seehund findet außerhalb seiner Natur leider nur im Zirkus statt. Und das ist schade. Vergeblich habe ich ihn in Kunst und Kultur gesucht.
      Die Weltliteratur hat kaum was für ihn übrig. Goethe, Schiller und so weiter schreiben einen weiten Bogen um ihn herum. Einzig ein relativ unbekannter Dichter widmete einmal einem Seeelefanten, also der XL Variante des Seehundes, eine heute in Vergessenheit geratene Hommage.
      Bei den bildenden Künsten sieht es nicht besser aus. Einem Cézanne fiel nichts besseres ein, als diesen Mont Sainte-Victoire wieder und wieder zu malen. Okay, damals gab’s noch keine Handykamera. Aber Seehund? Fehlanzeige. Selbst Picasso und Seehund googelt man ohne großen Erfolg.
      Wie sieht es in der Musik aus? Dem Mozart und dem Brahms, hören wir ihre Werke, war womöglich die Existenz von Seehunden gar nicht bewusst. Jedenfalls taucht in ihren Werken kein einziger weder auf noch ab. Bleibt uns bloß ein britischer Sänger nigerianischer Abstammung, der eines Tages, kein Wunder bei dieser Frau, das Weite oder das Wasser suchte … und plumps, Crazy, weg war er …

      Vielen Dank für Ihr großartiges Lob und, indem ich Ihnen einen Container mit Freikarten zuschicke, muss ich gestehen, seit einigen Tagen wieder auf oder mit beiden Beinen zu gehen, obwohl, man gewöhnt sich daran, im Kopfstand zu laufen … bloß das Kommentieren mit den Zehen verursacht unangenehme Nebengeräusche auf der Tastatur und Rechtschreibfehler, enn an di Tastn ncht richtg trfft …

      Herzliche Grüße 🙂
      Herr Ösi
      („Nein, Didi, das ist keine Katzenvideoschachtel, da sind die Freikarten für die Almcrew drinnen“)

      Gefällt 1 Person

    • Lieber Herr Ösi!
      Herzlichen Dank für die rasche Lieferung der Eintrittskarten. Der Container wurde heute morgen auf der Almstraße abgestellt und verursacht nun ein amüsantes Verkehrschaos. Der Nikolaus kommt mit seinem Schlitten nicht mehr weiter, da werden wohl einige Stiefel leer bleiben.
      Ich hoffe, bis zu Ihnen ist der werte Herr noch durchgedrungen und hat die Schuhe mit Leckereien gefüllt, sofern nicht gerade wieder Ihre Hände drin stecken 🙂
      Und unsere Almseehunde liefern Ihnen noch die Sterne nach, die bei Ihrem rebloggten Post auf meiner Hütte gelandet sind. Die dürfen hier schließlich nicht fehlen! Pling!⭐️
      Herzliche Niokolausgrüße
      Mallybeau

      Gefällt 1 Person

    • Danke schön.
      Für den Kameramann war es total ungefährlich. Schließlich befand er sich außerhalb des Raubtierkäfigs. Seine größte Leistung bestand darin, nach dem Filmen den Käfig und die Raubkatzen wegzuretuschieren …

      Gefällt 2 Personen

  2. Lieber Herr Ösi,
    ich bin noch gar nicht dazu gekommen, die Aufzeichnung Ihres Auftrittes im Chinesischen Staatszirkus anzuschauen, da ich schon beim ersten Satz Ihres Beitrages hängen geblieben bin.
    „Die Tage werden spürbar kürzer.“
    Als einer der Fürsten der Nacht, werden meine Tage gerade immer LÄNGER! Aber heutzutage kann man ja bei Bedarf die Tageslänge mit elektrischer Beleuchtung und Schlaftabletten beliebig längen oder kürzen.
    ….
    So,
    NUN habe ich ihre Lyrik angehört. Geschaut habe ich nur kurz, weil mir beim Kopfstand immer etwas schwindelig wird. Aber auch verkehrt herum und mit geschlossenen Augen wirkt Ihre Lyrik sofort, unmittelbar und nachhaltig. Nun habe ich endlich verstanden, wie das mit der Vorweihnachtszeit funktioniert, worauf es ankommt und dass ich nichts verpasst habe, wenn ich da nicht hingehe!
    In tiefer Ergriffenheit und höchster Begeisterung ob Ihrer unbeschreiblich, unvergleichbaren Fähigkeit Kunst und Körperbeherrschung zu vereinen
    Ihr Bewunderer Heinrich

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Herr Heinrich,

      Danke schön. Die Zeit vergeht schneller als uns lieb ist. Bald sagen wir: Die Tage werden spürbar länger.
      Ich hab mir das Video, weil noch vollständig in der Akrobatik verharrend, beim ersten Mal versehentlich im Handstand angeschaut … und da war alles völlig normal, was ich nicht normal fand und die Aufnahme sofort überarbeiten, sprich: löschen wollte. Erst als ich die Raubkatzen, die wir dann herausgeschnitten haben, auf dem Kopf stehen sah, wusste ich, alles war okay, bloß ich war verkehrt.
      Eine sehr weise Entscheidung von Ihnen, die Vorweihnachtszeit ausfallen zu lassen und gleich, so wie ich auch, auf Weihnachten über zu gehen, dass, wie wir wissen, ja eigentlich im Sommer stattfinden sollte, aber, wie so oft, steht vieles heutzutage auf dem Kopf.

      Gruß
      Herr Ösi
      (Auf dass mir dieser Erfolg nicht zu Kopfe steigen möge … 🙂 )

      Gefällt 3 Personen

  3. Ösis Ideenreichtum scheint unerschöpflich,
    rezitieren zu müssen überköpflich,
    das ist schon eine beachtliche Tat,
    ohn‘ das Brimborium wär’s womöglich fad?

    Da mir obliegt nicht die Fähigkeit,
    kopfüber zu lesen, war ich bereit,
    zu wenden die treffliche Rezension
    von Madame Mallybeau Mauswohn.

    Doch in einem widerspreche ich,
    bei 0.54 wirkt Ösi zitterlich.
    Und die Moral von der Geschicht?
    schon eigenwillig so’n Gedicht.

    Gefällt 3 Personen

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