Night Drive

Nachtfahrt.

Das Radio begleitet den Automobilisten bei seiner Fahrt durch die Nacht. Frequenzen verschieben sich deutlich hörbar. Neue Sender drängen in den Vordergrund, andere verblassen. Es klingt ein bisschen nach Dingens. Eine nie enden wollende Nacht.

Das Intro eines Songs ist im letzten Vierteljahrhundert von durchschnittlich 20 auf 5 Sekunden geschrumpft. Schuld daran sind die bekannten Streaming-Dienste. Die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob ein Song erfolgreich wird oder in der Versenkung verschwindet. Alles muss schnell gehen.

Anders Night Drive. Das Stück nimmt sich die Zeit, die es eben braucht. Mit über 11 Minuten gehört Night Drive zur Gattung der längeren Musikvideos. Das Intro … nein, ein Intro reicht nicht und so werden wir Zeuge eines noch nie dagewesenen Double-Intros – quasi eine Weltsensation – und erleben wie Raum und Zeit sich auflösen, Realität und Illusion ineinander fließen.

„Sind wir denn überhaupt real?“, fragt der Night Driver. Während der Nachtfahrt geraten Orte und Zeit durcheinander und loopen wild in einer Schleife …

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12 Gedanken zu “Night Drive

  1. „You drive me crazy“ sagt unser Auerochse auf der Alm und schüttelt seinen wuchtigen Kopf. „Unglaublich! Weltsensationen am laufenden Band!“
    Die täglichen Weltsensations-Trainingseinheiten werden unterbrochen, wir setzen uns gemütlich auf eine Wiese und warten voller Spannung auf die nächste sensationelle Darbietung auf dem Oesiblog.
    Als Meister des Surrealen überrascht es nicht, dass Herr Ösi den Betrachter sogleich mitnimmt in eine Welt, die nur auf den ersten Blick vertraut wirkt. Die Fahrt auf einer Straße, irgendwo im Nirgendwo, das Radio dudelt vor sich hin … and its your face Im looking for on every street …
    Doch wer glaubt, sich hier einer alltäglichen bzw. allnächtlichen Nachtfahrt in einem Auto wiederzufinden, der irrt natürlich gewaltig.
    Denn es ist Commander Ösi aus den unendlichen Weiten, der uns einen Blick gewährt in seine Welt. Wir sehen einen Tiefflug mit seiner Rakete „Honky 083“ über den Planeten „Double-Funk“.
    Sterne werden akkurat aufgezäumt zu Laternen umfunktioniert und weisen dem Raumfahrer den Weg durchs unbekannte Nichts.
    Die Mäuse auf dem Beifahrersitz zählen unermüdlich die weißen Streifen, die sich unentwegt vor dem geistigen Auge des Betrachters auftun, sich monoton und unaufdringlich an dem Raumgleiter vorbeischieben und eine Perspektive in der Dunkelheit bilden. Und zu diesen wiederkehrend abstrakt minimalistisch gehaltenen Raumzeichen schaukeln sich melodiös die Klänge der Unendlichkeit, die rhythmischen Ströme des Seins und versetzen den Zuschauer in Trance.
    Commander Ösi hat es geschafft. Die Sensation ist perfekt. Erneut werden dem Betrachter neue Sichtweisen aufgezeigt. Blickwinkel geändert. Die einzigartige Musikalität auf dem Planeten „Double Funk“ lässt die Absurdität eines Eurovision Songcontest auf der Erde noch lächerlicher erscheinen.
    Beharrlich und zuverlässig hält Commander Ösi das Ruder der „Honky 083“ auf Kurs und lenkt uns weiter sicher durch die permanent wiederkehrende Weite des Nichts, lässt uns um eine Weltsensation reicher werden und wir sind dankbar einen solchen Steuermann zu haben.
    Und während Frau Saftschubse die Kartoffeln in der Kombüse schält and the moon is hanging upside down, hat sich der Betrachter mittlerweile zufrieden in den Betten im Raketenschlafabteil verkrochen und genießt durch eine kleine runde Luke weiter die Aussicht auf spannende Sensationen zwischen Raum und Zeit.
    „Houston, wir haben KEIN Problem!“ 🙂

    Lieber Herr Ösi!

    Erneut haben Sie wunderbar Bild und Ton miteinander verwoben und eine herrlich entspannte Atmosphäre geschaffen, so dass es ein Vergnügen ist, mit Ihnen durch die Nacht zu fahren bzw. zu fliegen. Die Länge des Musikstückes von 11 Minuten halte ich für einen absolut genialen Schachzug. Funktioniert bei dieser Weltsensation schließlich alles im Double-Modus. Soll heißen, halbiert man die 11 mit einem sauberen Axthieb, vollführt von der werten Frau Saftschubse, erhält man eine perfekte 1. Und das ist es. Ihre Weltsensation ist einmal mehr die Nummer 1! So simpel und so schön können manchmal die Dinge sein.
    Ich gratuliere von Herzen zu diesem Number-1-Hit und wünsche Ihnen und der gesamten Commander-Ösi-Crew weiterhin guten Flug über die unendlichen Straßen des Nichts und ein wunderschönes Wochenende 🙂

    Herzliche Grüße
    Mallybeau und Macksi Maulwurf, der jetzt auch mal gerne neben ihren Mäusen sitzen und mit ihnen die weißen Streifen zählen würde …

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Frau Mallybeau,

      erst jetzt, nach tagelanger Nachtfahrt, komme ich dazu, auf Ihren Kommentar zu antworten.
      Während so einer langen Nachtfahrt treten automatisch ganz andere Gedanken, will sagen, also eher solche von philosophischer Natur in den Vordergrund, als tagsüber, wo wir fluchend und hupend im Stau stehen.
      In dieser autofahrerischen Dunkelheit ist mir so nebenbei eingefallen …
      Stephen Hawking, der Theoretiker, hat uns erst kürzlich vorgerechnet, nicht in 1000 Jahren, wie noch vor ein paar Monaten von ihm prognostiziert, sondern bereits in 100 wird die Erde unbewohnbar sein. Der hat gut reden und weil ein Experte seiner Güteklasse sich leicht um den Faktor 10 verrechnen darf, ohne den allgemeinen Aufschrei zu provozieren, hat ihm auch keiner widersprochen. Der Herr Musk, der Praktiker, wiederum arbeitet fieberhaft daran, einerseits die Menschheit in die unendlichen Weiten des Weltraums zu schießen, andererseits die Leute in unterirdischen Superröhren mindestens mit Überschallgeschwindigkeit von A nach B zu befördern. Wie dem auch sei: geht es nach ihm oder oben genannten, werden wir weiterhin im Dunkeln dümpeln, entweder im finsteren All oder in finsteren Tunneln. Die Zukunft sieht also – dem Mittelalter nicht unähnlich – ziemlich dunkel und düster aus.
      Deshalb hat man in den Ösi-Labs unverzüglich reagiert, um der Menschheit während der bevorstehenden Dunkelheit beizustehen. Was bietet sich da besser an, als die Leute mit dem Video einer musikalischen Nachtfahrt bei Laune zu halten? Wenn wir berücksichtigen, dass das 11 minütige Filmchen, ohne Zusatzkosten zu verursachen, beliebig oft wiederholt werden kann, erkennen wir das Potential, das ihm inne wohnt, sollten wir uns eines Tages dazu entschließen, ferne Sonnensysteme zu erkunden … Okay, das eine oder andere Video werde ich nachreichen müssen, wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung das filmmusikalische Werk aufgenommen wurde.
      Für Sie und Macksi lasse ich in unserem Raumschiff schon mal einen Bereich zur „Alm Suite“ umbauen …

      Herzliche Grüße von hinter dem Steuerrad … 🙂
      Herr Ösi
      („Was soll das heißen, Frau Saftschubse, die Alm Suite müsse ohne Terrasse auskommen???“)

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    • Das klingt fantastisch, lieber Herr Ösi!
      Von Herrn Hawkings Theorie habe ich ebenfalls gehört und mir bereits wochenlang das Hirn zermartert, wie das künftige Almleben weitergehen soll. Doch wenn ich höre, dass Sie bereits eine Alm-Suite in Ihr Raumschiff integrieren, bin ich beruhigt. So kann ja gar nichts mehr schiefgehen. Ich warte dann mit all meinen Almtieren in 100 Jahren, bis Sie uns kurz vor dem Erdknall abholen und wir, einer Arche Noah gleich, die nächsten Planeten ansteuern.
      Und bitte richten Sie der werten Frau Saftschubse aus, dass eine Terrasse nicht von Nöten ist. Es erscheint mir doch ein wenig kühl in den unendlichen Weiten zu sein. Zumal die Schwerelosigkeit und der Fahrtwind einen vermutlich nicht lange im Liegestuhl sitzen lassen. Da machen wir es uns lieber in Ihrer Raumkapsel gemütlich und lauschen neuen musikalischen Klängen 🙂

      Herzliche Grüße von der Terrasse 🙂
      Mallybeau

      Gefällt 1 Person

  2. Lieber Herr Ösi,
    Sie haben es geschafft, in nur 11 Minuten und 12 Sekunden. (GENIAL EXTRA nicht 11:11 zu nehmen!) die Eindrücke zusammenzufassen, die ich bei meiner letzten Nachtfahrt erlebt habe.
    Diese Nachtfahrt hat 37 Stunden gedauert – ein Vielfaches an Zeit und Strecke. Trotzdem habe ich in den 37 Stunden Nachtfahrt nichts Wesentliches erlebt, was nicht auch in Ihrem Film dokumentiert ist.
    Eine schöne Erinnerung! DANKE!
    Gruß Heinrich

    Gefällt 3 Personen

    • Lieber Herr Heinrich,
      wenn wir berücksichtigen, wie wenig Autos nachts eigentlich unterwegs sind, sollten wir uns die Frage stellen, warum wir tagsüber so oft und so gern im Stau stehen?
      Eine Frage übrigens, die mir während einer Nachtfahrt gekommen ist.
      Aber ich komme vom Thema ab.
      Apropos zu Ihrer Erinnerung: Ich arbeite zur Zeit an einer Download-Möglichkeit des Videos, die es dem Benutzer gestattet, das eigene Autokennzeichen während der Wiedergabe einzublenden …
      Herzlichst
      Herr Ösi

      Gefällt 2 Personen

  3. „Nicht schlecht, Herr Specht“, äh, hm, Herr Ösi, wirklich gut gemacht!
    Ich bin früher sehr gerne auch und gerade lange Strecken nachts gefahren und ich muss es neidlos anerkennen, dass du gar trefflich die eigenwillige Atmosphäre solcher Nachtfahrten einfängst, wohlgemerkt, wenn man allein fährt und in die merkwürdigsten Stimmungslagen verfällt.
    Na gut, gut ist’s.

    🙂

    Gefällt 1 Person

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