The End

Herr Ösi: Das hat sich der Herr Gensfleisch anders vorgestellt.
Saftschubse: Gensfleisch? Der neue Nachbar?
Herr Ösi: I wo. Der Buchdrucker. Sie kennen doch den Gutenberg.
Saftschubse: Gutenberg? Gensfleisch? Meinen sie diesen merkwürdigen Kerl mit dem geteilten Bart und der Ivan Rebroff Haube? Ein komischer Kauz, wenn sie mich fragen.
Herr Ösi: Genau den meine ich.
Saftschubse: Was ist mit ihm?
Herr Ösi fährt den verrosteten Rollbalken unter Getöse herunter.
Saftschubse: Was soll das werden? Der Rollbalken mitten am helllichten Tag?
Herr Ösi: Wir schließen.
Saftschubse: Wir… äh… Was?
Herr Ösi: Wir schließen unsere Pforten.
Saftschubse: Wir schießen unsere Pforten?
Herr Ösi: Wir machen dicht. Wir beenden den Ösiblog. Wir schmeißen hin. Wir schließen die Boutique.
Saftschubse: Geht es ihnen gut? Was ist ihnen denn über die Leber gelaufen?
Herr Ösi: Der Gutenberg.
Saftschubse: Der Gensfleisch?
Herr Ösi: Ja.
Saftschubse: Ich hab sie immer gebeten und gewarnt: Halten sie sich von dem Kerl fern. Der läuft selbst im Sommer bei 30 Grad bei ALDI mit Haube rum. Das ist doch nicht normal.
Herr Ösi: Die jungen Leute finden es cool. Finden es geil, sozusagen.
Saftschubse: Was hat das mit dem Ösiblog zu tun?
Herr Ösi: Dieser Gutenberg hat seinen Editor an WordPress verkauft. Er ist entsetzlich. Damit kann ich nicht arbeiten. Vermutlich bin ich zu alt für den Scheiß.
Saftschubse: Okay. Er ist scheußlich. Ich habe ihn probiert. Es ist ein Rückschritt in Richtung Mittelalter.
Herr Ösi: Sie sagen es. Wie so vieles heutzutage einen Rückschritt in die Vergangenheit bedeutet.
Saftschubse: Sie meinen…
Herr Ösi: Schttt. Sprechen sie es nicht aus. Sie wissen ja: die Zensur sieht, liest und hört mit. Immer und überall.
Saftschubse: Ich denke, vielleicht ist der Gutenberg gar nicht schuld.
Herr Ösi: Nicht der Gutenberg? Sondern?
Saftschubse: Der andere. Dieser Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu.
Herr Ösi: Der ehemalige Kriegsminister?
Saftschubse: Wäre möglich.
Herr Ösi: Der Copy and Paste Guttenberg, der, der seine Doktorarbeit ungeniert und ohne Angaben von Quellen aus anderen Doktorarbeiten zusammengeschustert hat?
Saftschubse: Das ist heute üblich.
Herr Ösi: Dieser Doppel-TT-Guttenberg, der daraufhin sang- und klanglos über’n großen Teich verschwand? Was macht der eigentlich?
Saftschubse: Er langweilt sich in Amerika. Befehligt keine Soldaten mehr, sie sich für ihn am Hindukusch erschießen lassen. Er fristet ein ziemlich trostloses Dasein. Da hat er sich gedacht: Copy and Paste beherrsche ich aus dem Effeff, also entwickle äh kopiere ich einen Editor, verkaufe ihn an WordPress, ehe ich als Kanzlerkandidat in die Heimat zurückkehre.
Herr Ösi: Du liebes Bisschen.
Saftschubse: So könnte es gewesen sein. Das Doppel-TT hat er vorsichtshalber in ein Einfach-T umgewandelt. Und schon Gutenbergern wir auf WordPress.
Herr Ösi: Gutenbergerten wir auf WordPress. Es ist unser letzter Beitrag. Danach ist Schluss.
Saftschubse: Schluss? Ist das ihr Ernst? Was machen wir dann?
Herr Ösi: Wir gehen in den verdienten Ruhestand.
Saftschubse: Wenn sie es sagen…
Der Vorhang fällt.

Liebe Leserinnen und Leser,
Wir bloggen beziehungsweise blöken seit April 2009. Einmal muss Schluss sein.
Die Ösi-Redaktion bedankt sich für die jahrelange Treue. Ein ganz besonderer Dank geht an alle Kommentaristen, die die Mühe nicht scheuten, unsere Beiträge zu kommentieren.
Danke. Machen Sie’s gut…

26 Gedanken zu “The End

    • Wobei der Editor schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber es ist natürlich richtig. Etwas Schlimmes sollte es schon nicht sein, aber es kann ja auch eine Veränderung der Interessen, ein neues Hobby oder Lust und Laune sein. Das wollte ich eigentlich ausdrücken.

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    • Ja, aber wenn ich noch einmal nachdenke, MUSS es neben dem Editor noch einen wichtigen Grund geben, so leichtfertig, verantwortungslos und übereilt seine Blogfreunde im Stich zu lassen. Herr Ösi hat sicher nicht erschöpfend über die Tragweite seiner spontanen Handlung nachgedacht.
      Wenn dann auch noch Frau Saftschubse dadurch arbeitslos wird, ist der angerichtete Schaden unermesslich. Da hängen ja auch noch zig Arbeitsplätze Bei Ösi Film, Ösi App, Ösi Game und überhaupt, regelrecht und praktisch dran!
      Aber ich will dem Herrn Ösi um Himmels Willen kein schlechtes Gewissen einreden – das hat er sicher schon von ganz alleine! 😉

      Gefällt 1 Person

  1. Herr Ösi, 90 % des Textes habe ich gedacht, Sie machen Spaß oder liefern sich mit Frau Saftschubse ein lustiges Rededuell.
    Was ist das denn für eine Begründung, seit April 2009 zu bloggen und deswegen jetzt aufhören zu wollen. Gut, ich blogge erst seit September 2009, da bleiben mir also noch ein paar Monate, wenn ich in Ihre Fußstapfen treten wollte oder will.
    Warum ist der neue Editor, der von so vielen beschimpft wird, bei mir noch nicht aufgetreten? Ich mache alles immer noch so wie seit eh und je. – Na gut, Norwegen habe ich lange, lange Zeit im Voraus gebloggt – aber es gibt auch bei mir eine Zeit NACH Norwegen. Und das wird VOR Ablauf dieser 5 Differenzmonate zwischen Ihnen und mir sein.
    Falls Sie aber tatsächlich in Altersstarrsinn verfallen und bei Ihrer Absicht bleiben, hier nicht mehr aufzutreten, dann komme ich noch einmal vorbei, um Sie zu knuddeln. Und ich bin sicher, da schließen sich noch einige an. Die Herren trauen sich vielleicht nicht zu knuddeln, die machen dann einen Ring- oder Boxkampf mit Ihnen – und wenn SIE verlieren, dann MÜSSEN Sie wenigstens noch ein Jahr weitermachen.
    Liebe Grüße von Clara

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    • Liebe Clara,
      das dachte ich auch, der neue Editor scheint nur bei anderen aufzutreten, ich selbst bliebe davon verschont. Das galt bis zu diesem Beitrag… Aber: Ich werde weiterhin Ihre Blogbeiträge und die der Blogfreunde lesen und kommentieren. So bleibe ich dennoch ein bisschen präsent…
      Dass wir sozusagen Urgesteine der Bloggerszene sind, war mir bis dato nicht bewusst.
      Herzliche Grüße
      Herr Ösi

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    • Herr Ösi, halten Sie durch. Ich habe noch zwei Bildartikel (nicht BILD-Artikel) am 12. 10. angehängt. Im zweiten davon habe ich den neuen Editor ausprobiert – auch er stand plötzlich auf meinem Display. Aber immer und überall wird mir, wird Ihnen, wird allen die Möglichkeit gegeben, auf den „klassischen Editor“ zuzugreifen. – DIESES Argument fällt jetzt schon mal flach, LIEBSTER Ösi (wenn ich schon „liebster“ schreibe, kann ich ja schlecht Herr davorsetzen).
      Ich bin ja insgesamt ein Urgestein, nicht nur beim Bloggen, auch beim leben und atmen und überhaupt. Aber es gibt noch einige wenige, die noch älter als ich sind und auch schon so lange bloggen.
      Man liest sich!!!!!!!!!
      Herzlich Clara

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  2. Lieber Herr Ösi,
    auf „like“ habe ich dieses Mal nicht geklickt!
    Zunächst wollte ich einen Sitzstreik vor dem WordPressbuilding machen, damit die den alten Editor wieder nehmen. Der neue Editor gefällt mir auch nicht, habe aber (noch) einen Weg, den alten aufzurufen. Wenn der Weg dann versperrt ist, folge ich Ihnen ans Ende des Ruhestandes, über das Ende der Blogwelt hinaus in die unendlichen Weiten unserer Galaxie, denn auf diesem Planeten wachsen zwar neue Editoren, aber kein Gras mehr.
    Ich werde es dann aber taktischerweise nicht als Ende, sondern als Pause deklarieren, man kann ja nie wissen.
    Ich radele dann mal bei Ihnen vorbei und wir werden über verschärfte Maßnahmen nachdenken!
    Bis denne!
    Gruß Heinrich

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    • Danke, lieber Herr Heinrich.
      Die Webcam gegenüber des WordPressBuildings zeigt, dass die Piazza zum Bersten voll ist. Eine Sitzblockade, die ihresgleichen sucht. Lauter verzweifelte Blogger, die gegen den neuen Editor protestieren. Ein paar Stehplätze wären noch frei. Ich schlage vor, wir überlassen sie den Jüngeren.
      Es scheint heutzutage üblich, erprobte und bewährte Dinge kurzerhand durch neue (oft unausgereifte) zu ersetzen. Seit ein paar Monaten hat die Milch, die ich für den morgendlichen Kaffee benötige, einen neuen Verschluss, der so umständlich handzuhaben ist, dass ich eine Weile benötigte, um das Prinzip zu verstehen. Ich vermute Absicht dahinter. Ich empfehle, diese Unbill nicht einfach hinzunehmen, sondern zurückzuschlagen. Ich arbeite bereits an einem entsprechenden Konzept und werde es, wenn es sein muss – unausgereift – veröffentlichen… 😉
      Gruß
      Herr Ösi

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  3. Da muss Herr Ösi doch nicht gleich seinen verrosteten Rollbalken unter Getöse herunterrollen.
    Liebe Frau Saftschubse, aktivieren sie bitte all ihre Sanftschubsqualitäten, machen sie ihren Einfluss geltend, VERHINDERN SIE ES BITTE.
    Nix da mit „weg mit ohne Schaden“

    Gefällt 2 Personen

    • Genau an die Doors und an diesen Song habe ich gedacht, als ich den Titel hatte. Dann aber Urheberrechtedingens, Abmahnkatalog, die Knüppel, die sie dem Blogger vor die Beine werfen, obwohl… dem guten alten Jim ist es bestimmt so was von egal…
      Die liebe Frau Saftschubse hat sich in den wohlverdienten Urlaub (auf unbestimmte Dauer) verabschiedet. Ich werde ihr die Depesche selbstverständlich zukommen lassen…

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  4. Neeee, ne?

    Da muss es doch ein Gesetz dagegen geben, das wäre ja, als fiele der Mond vom Himmel, oder so ähnlich, mindestens. Ich protestiere mal für alle Fälle, nicht dass ich mir noch vorwerfen müsste, nix dagegen unternommen zu haben. Und sitzstreiken könnte ich auch, Anregung von oberhalb. Aber wenn du dennoch den Laden dichtmachst, wette ich jetzt schon mit dir, dass es dir eines nicht allzu fernen Tages leidtun könnte. Weil – irgendwo muss man ja hin mit seinen Flausen, ähm, Ideen. Und den Bildungsauftrag kannst du auch nicht ignorieren, jetzt, wo du uns gerade erst deine Fernreisen so schmackhaft präsentiertest. Ok, derzeit ist alles bisserl umständlich wenn nicht gar zum Kotzen, aber wenn einer drübersteht, dachte ich immer, dann doch der Herr Ösi!

    Seufz. Mache er es ebenfalls gut. Gesundheit, langes Leben und einen Hund gegen die Blogleere tät ich empfehlen wollen …

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    • Zitat: Weil – irgendwo muss man ja hin mit seinen Flausen, ähm, Ideen.

      Das stimmt. Verrückte Ideen hatte ich schon immer. Früher sind sie wirkungslos verpufft. Dann hab ich sie ins Internet hinein geschrieben.
      Nun gut. Schluss. Ich mach mal Pause. Die Füße hoch. Relaxen. Die Seele baumeln lassen.

      Theoretisch, aber nur theoretisch, könnte ich jetzt, wo ich keine Beiträge mehr produziere, könnte ich mich, aber wie gesagt, nur theoretisch, könnte ich mich jetzt mit den neuen Editor beschäftigen, also, wie gesagt, rein theoretisch… nach der Pause…

      Versprechen tu ich nix… 😉

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    • Liebe Frau Mallybeau,
      ich habe Ihren Vorschlag der Frau Saftschubse unterbreitet. Großartig, hat sie gesagt und mir ein Stellenangebot gemacht. Aber nur, wenn ich den neuen Editor nicht bedienen muss, habe ich geantwortet. Und auch nicht Staub wedeln, putzen, kochen und all den Kram, den ich ihr jahrelang aufgebrummt habe. Was wollen sie dann tun?, hat sie mich gefragt. Ich bin Herr Ösi, war meine Antwort. Das muss reichen.
      Nun ja… sie überlegt. Derweil genieße ich Ruhestand…
      Herzliche Grüße 🙂
      Herr Ösi

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    • Wenn meine Texte schon – sagen wir mal Larifari sind – dann sollten sie wenigstens ästhetisch ausgerichtet sein, was früher eher ziemlich einfach war. Die Messlatte liegt nun höher. Zum Glück hat Frau Saftschubse in mühevoller Kleinarbeit diesen Aspekt hin bekommen… 😉

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  5. … von Larifari war doch nirgends nie nich‘ die Rede oder Schrift…

    (… was soll ICH zum geplantem Rückbau eines Bloghauses sagen… wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit LKWs werfen oder so ähnlich…)

    (… man wird das ja wohl noch sagen dürfen…)

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