Little things in life that count

Zum Jahresende
genauer gesagt zu Silvester
kurz bevor es Dreizehn schlägt
äh… nein eher Mitternacht
und der Donauwalzer
aus den Radioapparaten
und Bluetooth Boxen schrammelt
wenn die Leutchen
längst benebelt vom Alkohol meinen
jetzt kurz vor Zwölf
ist es an der Zeit
gute Vorsätze für das kommende Jahr zu fassen
genau dann
Minuten vor dem Jahreswechsel
vor dem unvermeidlichen Countdown
fasst Herr Ösi
seinen guten Vorsatz
für das neue Jahr
nämlich
sich NICHTS vorzunehmen
wenn es gleich Mitternacht schlägt
und mit NICHTS
meint er absolut
NICHTS NOTHING RIEN NIENTE NADA
und so weiter
Jahrzehnte lang
immer wieder umgefallen
kläglich daran gescheitert
die guten Vorsätze einzuhalten
weil die Ziele
einfach immer zu hoch gesteckt
nimmt er sich
seit einigen Jahren
zu Silvester
zum Jahreswechsel
für das neue Jahr vor
sich absolut NICHTS vorzunehmen
und ob du’s glaubst
oder nicht
Herr Ösi hält
diesen seinen guten Vorsatz
sich absolut NICHTS vorzunehmen
für das neue Jahr
gnadenlos und bravourös ein
und 356 Tage durch
da fährt die Eisenbahn drüber
mindestens
während links und rechts
oben und unten
sogar seitwärts
die Leute
viele wenn nicht gar die meisten
nach Tagen
nach ein paar Wochen
spätestens aber nach wenigen Monaten
an ihren guten Vorsätzen scheitern
zerbröseln und in Frust versinken
geht Herr Ösi
mit einem Lächeln auf den Lippen
frohgemut durch das Land
erblickt Existenzen
sieht gescheiterte Naturen
an den eigenen guten Vorsätzen
zerbrochene Individuen
schüttelt den Kopf
mehr und effizienter wollten sie arbeiten
die einen
gesünder leben
die anderen
mehr Sport treiben
abnehmen
mit dem Rauchen aufhören
dem Alkohol entsagen
und und und
unglaublich wie viel utopisches
unnützes Zeug
ein Mensch imstande ist
sich vorzunehmen
unglaublich wie frustriert
einer sein kann
schafft er es nicht
seine guten Vorsätze
in die Tat umzumünzen
kippt nach so und so vielen Tagen
der Anstrengung und der Entsagung
erschöpft aus den Latschen
schmeißt das Handtuch
gibt entnervt auf
MAL WIEDER NICHT GESCHAFFT!
die Umfaller ersten Grades
sprich all jene
die zwischen dem 2. Januar
und dem 16. September an den eigenen
zu hohen Vorgaben Gescheiterten
sind die am bemitleidenswertesten
die ab dem 17. September Gescheiterten
quasi die Umfaller zweiten Grades
… nun gut
ist weniger schlimm
ist vernachlässigbar
Weihnachten und der Jahreswechsel
schimmern bereits am Horizont
die Chance
die Versuchung
einfach nix zu tun
abzuwarten Tee zu trinken
und in Kürze
sprich am 31. Zwölften
die guten Vorsätze
für das neue Jahr
erneut zu fassen
ist riesengroß
(ebenso die Chance einmal mehr zu scheitern…)
bleiben wir bei den Umfallern ersten Grades
das Resultat sieht Herr Ösi vor sich
ein Bild des Jammers und der Verzweiflung
der vorsätzlich Gescheiterte
der am Vorsatz Gescheiterte
in dem Fall ein und derselbe
ist auf dem ersten Blick
leicht an seinem Blick zu erkennen
gesenkten Hauptes trottet er durch die Gassen
schaut kaum nach links
kaum nach rechts
tut er es trotzdem
schaut er in die Richtung
die die deine ist
siehst du sofort
da ist wieder einer
der scheue Rehblick verrät ihn
wieder einer
der an seinen guten Vorsätzen gescheitert ist
der ist aber gescheit gescheitert
denkst du
willst schon fragen
na, war es der Alkohol oder
war es diesmal der Sport?
aber hey
aus Pietät und so weiter
fragst du lieber nicht
wie leicht wäre es gewesen
hätte der die das Gute
sich fürs neue Jahr
NICHTS vorgenommen
das hätte ihn ihr absolut nix gekostet
sich NICHTS vorzunehmen
stolz und erhobenen Hauptes
könnte er sie es durch die Straßen schweben
ohne gute Vorsätze
die eh alle für die Katz
die nie und nimmer
einzuhalten sind
die kleinen Dinge sind es
denkt Herr Ösi
einer plötzlichen Eingebung folgend
die ganz kleinen Dinge im Leben
sind es die zählen
und nicht die guten Vorsätze
an denen wir zwangsläufig
scheitern müssen
THAT’S IT!
sagt einer
zu Herrn Ösi’s Verblüffung
es ist der Buddha
erleuchtet und vollkommen
wo kommt der jetzt her?
egal!
IT’S THE LITTLE THINGS IN LIFE THAT COUNT

28 Gedanken zu “Little things in life that count

  1. Hähähä. Natürlich muss Herr K. wieder die schöne Stimmung zerstören – was machst Du an den übrigen 9 Tagen?

    (… böse Hobbitse, böse Hobbitse…)

    Aber trotzdem – Gesundheit!!! Und so…

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    • Die Frage habe ich nicht ganz verstanden. Ich versuche zu interpretieren…
      Es ist okay, klitzekleine Vorsätze zu treffen. Beispiel: Heute Nachmittag plane ich einen Spaziergang, sollte zufällig die Sonne scheinen. Was aber nicht bedeutet, den Vorsatz in die Tat umzusetzen.
      Immerhin wollte ich Kommentare beantworten… Oje, ein Scheitern ist vorprogrammiert… 😉

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  2. Genau. Wenn überhaupt dem Kapitel Vorsatz auch nur die kleinste Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, dann buchstäblich auf diese Weise. Wobei auch das schon zuviel der Ehre wäre – doch der Ösische Beitrag zur Bewältigung des Vorsatzproblems im Allgemeinen und Speziellen gehört ja mal wieder eindeutig in die Kategorie Bildungsauftrag. Nur weiter so …

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    • Danke! Gerade den Bildungsauftrag, den erhobenen Zeigefinger, das Beleerende äh Belehrende, wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
      „Deficient ergo sumsum“. Ich scheitere, also bin ich, wie der Lateiner sicher niemals sagen würde… 😉

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    • Danke, lieber Herr Heinrich, es ist wohl das zentral Thema, welches uns vom Jahreswechsel bis weit in das Jahr hinein beschäftigt. Es ist ein ständiges Abwägen, ein Zurechtrücken und Neugewichten von Gedanken, die stets ungefragt aufkeimen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, genau dies zu vermeiden… 😉
      Gruß
      Herr Ösi

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    • Machte einst der Schrankenwärter
      ein zu langes Päuschen
      kam’s für den Verkehr dann härter
      schlief er ein im Häuschen
      Schrankenwärter gib’s nicht mehr
      nicht in diesem Sinne
      ist schon besser für den Verkehr
      und auch für die Vogelspinne
      Saftschubse: Ziemlich abgefahren, was soll dieser Stuss?
      Herr Ösi: War so schön im Reimen. Doch nun ist es Schluss.

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  3. Hähä.

    „Herr Ösi hält
    diesen seinen guten Vorsatz
    sich absolut NICHTS vorzunehmen
    für das neue Jahr
    gnadenlos und bravourös ein
    und 356 Tage durch“…

    (… böse Hobbitse, böse Hobbitse…)

    (… hähähä…)

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    • Soll ich’s gestehen? “ … und 356 Tage durch …“ Auch ich stutzte kurz, aber nur sehr kurz, und dachte so für mich hin: “ Na wenn’s so ist, dann ist das so.“ Mir kann man eben doch ein X für’n U vormachen.
      Ansonsten mein Zauberwort des Jahres: „Zerbröseln“. Man -ich- geh und bin nicht wirklich kaputt, aber ich zerbrösel so still und heimlich vor mich hin.
      Na denn, bis denn.
      😉

      Gefällt 2 Personen

    • @ Opa Ron

      Auweia! Das ist mir entgangen, obwohl ich den Text mehrfach durchgelesen und kontrolliert habe.
      Asche auf mein Haupt, wie man so sagt. Um Buße zu tun, lasse ich diesen Lapsus so stehen wie er steht. Sollte er auf ewig als Mahnung gemahnen… oder zumindest so lang, bis man das Internet abdreht…
      Herrn K. gratuliere ich vorzüglichst (wenn auch zerknirscht) zur seiner tadellosen Aufmerksamkeit… 😉

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    • @ maranaZ3

      Ich würde sagen, ich mache mir ohne es zu merken selbst ein X für’n U vor.
      Danke, dass ich mit „Zerbröseln“ in dem schwierigen Text doch noch für Erheiterung sorgen konnte… 😉

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  4. Goa nix – des is net vui. Oda? Goa nix, des is so vui nix, machs amoi in so a Haferl nei, bis zum Rand. NIx, goa nix, übahapt nix, nirwana nix – da wara stoiz, da Gautama, woast scho, der Rundliche vo drent.

    Nein, wirklich. Bewundernswert. Das Nichtstun ist schwer, das Nichtswollen fast noch schwerer. Eigentlich wollt ich hierher schreiben: Nichts.

    Gefällt 1 Person

    • Jetzat is ma kloa. Da Buddha. Da Buddha wor’s. Ned der vom zwanzga Haus, da Buddha vom Berg obn drobn. Der hot mi geblitzdingst oda so wos in die Richtung. Jetzt fralich, noch ana Blitzdingserei, wüst nimma vü, um ned zu sogn… gor nix mehr.
      Womögli bin i sogor erleuchtet! Wundan dadat’s mi ned. Oba, pssst, nix weidasogn… 😉

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    • Buddha Ösi, bitte.

      Lama Ösi ist mir zu tiermäßig, gleichwohl die Viecherl extremst putzig aussehen.
      Lama Ösi besitzt überdies die Gefahr bis hin zum Rechtschreibfehler.
      Lahma Ösi oder Lahmer Ösi klingt nicht wirklich gut. Andererseits… ist es genau das „h“ auf das ein wirkungsvoller Buddha hinarbeiten sollte… 😉

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  5. Meiomei. Nein, lahmer Ösi wollt ich nicht schreiben! Ich dachte nur, droben auf dem Berg (und in Österreich solls ja welche haben?) heißt der Erleuchtete halt mal so, nicht etwa nach dem südamerikanischen Schafkamel, obwohl die Namensgleichheit auf der Bergeshöh verblüffend ist. Ich dacht eher an so einen: an da Leia sitzt da Lama* und klimpert musikalisch drauflos.
    Da, wo die echten Lamas einst wohnten, jetzt weitgehend vertrieben sind, haben sie ja mehr so Riesen – Metalltröten, die furchtbar laut sind und sehr an Alphörner erinnern, die Leier ist da viel sanfter und angenehmer als so ein gewalttätig religiöses Instrument (womit es wieder an die Orgel erinnert, die einem auch keinen Raum zum weghören mehr gönnt).
    *Ich weiß, dass man das in China inzwischen nicht mehr sagen darf, aber ich will denen ja auch kein teures Auto verkaufen!

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    • Keine Ursache, keine Ursache.
      Das „lahm“ kann man, nein, muss man durchaus positiv auffassen… nur in dieser Welt muss halt alles immer schnell und schneller gehen… und das lahm wird negativ konnotiert.
      Und dann gibt’s noch den Dalai Lama, der ja auch irgendwie buddhamäßig drauf ist. Hat der was mit den südamerikanischen Viecherln zu tun? Ich weiß es nicht. Bloß dessen Klamotten stören mich. Die müsste der mal wechseln… vom Geruch ganz zu schweigen… igitt!!!

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