Blockchain

Höre ich das Wort Blockchain
oder lese ich es
oder sage ich es
oder wie auch immer
denke ich unweigerlich
an den Song von Aretha Franklin
Chain Chain Chain
so eine Kette
du kannst es drehen
und wenden wie du magst
so eine Kette
ist meist nix Gutes
auch die Blockchain
denke ich
der ich vom alten Schlag bin
die Blockchain
ist nix Gutes
sie engt uns ein
sie zeigt uns Grenzen auf
schnürt uns ein
nix Gutes
also Vorsicht!
im Grunde
deucht mir
wissen wir Bescheid
über diese Blockchain
wir glauben
Bescheid zu wissen
und doch ist uns klar
wir verstehen sie nicht
wir können sie nicht verstehen
nicht begreifen
sie übersteigt unsere Kapazität
im Denken
möglicherweise
sage ich
möglicherweise
nicht einmal die Programmierer
möglicherweise nicht einmal die
verstehen die Blockchain
ihre eigene Arbeit
ahnen nicht
was sie da zusammen gecodet
was sie da zusammen gekotet
haben mit ihrer Blockchain
der größte Fehler
mein größter Fehler
höre ich immer wieder
wäre der
dass ich von mir
also von meiner Person
auf andere schließe
verstünde ich eine Sache nicht
beispielsweise die Blockchain
so der Vorwurf
würde ich automatisch
ohne Rücksicht auf Verluste
daraus schließen
die anderen
würden es ebenfalls nicht verstehen
ich würde nicht kapieren
sagt man
dass
verstehe ich eine Sache nicht
die anderen
durchaus in der Lage sein könnten
und auch sind
Dinge zu begreifen
die über meinen Verstand hinausgehen
so auch die Blockchain
man preist ihre Vorzüge
zum Beispiel… dies
zum Beispiel… das
die Fälschungssicherheit natürlich
ja was glaubst du denn
die Blockchain
ist extrem sicher
fälschungssicher
bombensicher regelrecht
da beißt sich
der gewiefteste Fälscher
die Zähne aus
einen nach dem anderen
bevor er die Blockchain
auch nur ansatzweise knackt
ist er
ein zahnloser Zauberlehrling
den Blockchain-Versuchs-Knacker
erkennst du daran
dass er zahnlos durch die Gegend läuft
heutzutage
sicherst du alles
du schützt alles
mit der Blockchain
Kryptowährungen und und und
sogar Kunstwerke
war nicht immer so
ich erinnere mich an diesen Maler
an diesen Dingens
wie hieß er noch?
aus dem Mittelalter
vielleicht sogar davor
an diesen Maler
mit seinem exakten Pinselstrich
Boah! sagst du
wenn du seine Arbeit siehst
Boah! diese Akkuratesse
in diesem seinem Pinselstrich
ist die allergrößte
die sich denken lässt
die sich pinseln lässt
fälschungssicher
dieser Dingens
dessen Werke im Museum hängen
dessen Namen ich vergessen habe
egal dieser Dingens
malte mit einer Exaktheit
heutzutage unvorstellbar
diese Präzision
diese Exaktheit im Gepinsel
wenn er über die Leinwand ging
wenn einer diesen Dingens
hätte fälschen wollen
nicht vorzustellen
unmöglich geradezu
geradezu unmöglich
an diesem unverkennbaren
unnachahmlichen Pinselstrich
hätte er sich die Zähne ausgebissen
der beste
der gewiefteste aller Fälscher
die oberen zuerst
die unteren danach
oder umgekehrt
einfach ausgebissen
an dieser Blockchain des Mittelalters

Und heute?
heute
wo kaum einer
die Kunst des Pinselns
noch beherrscht
erzielt das GIF
einer digitalen Katze exorbitante Preise
Yippie-ya-yeah!
die Katzenkunst hält Einzug
im Kunst- und Kulturbetrieb
dank Blockchain
werden digitale Katzen
und warum nicht
bald digitale Rindviecher
zu Unikaten
zu Einzigartigkeiten
die man den Künstlern
koste es was es wolle
aus den Händen reißt

Herr Ösi konnte da nicht widerstehen und hat ein eigenes Kunstwerk angefertigt.
Allerdings nicht fälschungssicher, weil OHNE Blockchain zur allgemeinen Verwendung.
Merke: Herr Ösi macht’s nur ohne… 😉

Kunstwerk ohne Blockchain / Gestaltung: Herr Ösi 2021 / Titel: nix ©

29 Gedanken zu “Blockchain

  1. Ich hab‘ von Kunst
    keinen Schimmer
    keinen Dunst
    halte aber jede Wette
    die Welt will Ösis Kette!
    Sein Werk, das Nette
    ersetzt die Fratze
    jeder Katze
    locker vom Hocker
    lockt jedem Zocker
    die Kryptos aus der Tasche
    bleibt keine Asche
    ganz infernal
    aber digital.

    Gefällt 2 Personen

    • Wär die Welt nur digital
      fände ich das sehr fatal
      Katzen, Hamster, Pferde, Hunde
      machten digital die Runde
      ihre Hinterlassenschaft
      wäre plötzlich abgeschafft
      man könnte sparen sich im Sackerl
      aufzusammeln jedes Kackerl
      das ganze Leben wär steril
      vielen wär das viel zu viel
      wären wir nur virtuell
      es könnt vorbei sein wirklich schnell
      zöge ein Spaßvogel den Stecker
      blieb morgens nicht nur stehen der Wecker… 😉

      Lieber Herr Heinrich,
      ich wüsche Ihnen Frohe Ostern!

      Gefällt 1 Person

    • Lieber Herr Ösi,
      es gibt ja Leute, die glauben, dass wir nicht in der Realität leben, sondern in einer Simulation. Dann ist von Haus aus alles digital, selbst so’n Hundehaufen.
      Aber wenn es tatsächlich Simulationen mit Parallelwelten gibt, dann wüsste ich gerne, wie ich da hinkomme, wie ich umschalten kann. Hier in der Erdsimulation wird es echt öde. 😦
      Gruß Heinrich

      Gefällt 1 Person

    • Ich kann, nein, ich muss bestätigen, dass die Hundehaufen, in die ich oftmals trete, leider mehr als real sind.
      Womöglich sind sie der beste Beweis dafür, dass es uns wirklich gibt. Andererseits frage ich mich, was uns in einer Parallelwelt erwartet. Schlimmes? Noch Schlimmeres? Oder begleitet uns ein fürsorglicher Schuhputzer auf Schritt und Tritt?
      Lieber Herr Heinrich, ich sage Ihnen sofort Bescheid, wenn sich bezüglich Parallelwelt was neues ergeben sollte… 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Komplizierter geht’s immer. Das Problem ist nur, dass man nicht mehr mitbekommt, was alles einem entgleitet, sobald man aussteigt. Denn nichts kannste jemals wieder so löschen, dass nicht irgendjemand noch ein Bröserl davon ergaunert, für den Fall, dass es später von Nutzen sein könnte – nicht für dich, versteht sich, auch nicht für mich, aber für irgendjemanden im www, und für solche Fälle sollte man doch gerüstet sein, jeder Nerd kann ein Liedchen davon trällern.

    Simma also froh, dass du der Welt dein Kunstwerk gleich ohne Umwege zur Verfügung stellst, ich hätte es nicht verwunden, die Barrikaden sämtlicher Chains mangels spezifischer Kenntnisse als unüberwindbar zur betrüblichen Kenntnis zu nehmen. Dabei war deine Einleitung schon ein verbaler Kunstgenuss, ähnlich dem erwähnten, unnachahmlichen Pinselstrich … 😉

    Gefällt 1 Person

    • Danke, in Ermangelung vernünftiger Einfälle, habe ich auf hurtig den Pinselstrich hingearbeitet… 😉
      Ich fürchte, man bräuchte nur den richtigen Stecker an der richtigen Stelle ziehen, schon wär’s vorbei mit dem www. Dann wäre man wohl froh, hätte man rechtzeitig das Wichtigste vorher in Tontafeln geritzt…

      Liebe Jessie, ich wünsche Dir frohe Ostern

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  3. … das mit dem „Weiterlesen“ ist ja ein kunstlustiger Urgriff… äh… – umgekehrt…

    Ich bleibe bei meiner Meinung – Du machst auch nichts aus Deinen Talenten („Sagen Sie jetzt nichts!“ – das is‘ irgend so ’ne Rubrik im „SZ“-Magazin, oder war; aber ich lass das jetzt stehen, denn ich bin ein anerkannter Arroganter)… es finden sich immer dieselben… ach, schöner Schmerz…

    „zahnloser Zauberlehrling“ fand ich besonders cool… – Man wird das ja wohl noch sagen dürfen!

    (… emotionale Probleme hübsch hinter „Diskussion“ über Technologie verpackt – sehr männlich… das mit dem „Projizieren“ machen [fast] alle Menschinnen und Menschen, aber man kann lernen, das wahrzunehmen… so was lernt man doch in der Schule, ist doch ’ne Schule fürs Leben… Selbstwahrnehmung in der Gruppe und so…)

    (… hä-ähm…)

    (… „Schwestaaa! – Der Klient will wieder die Welt retten!“

    Gefällt 1 Person

    • Dass mit dem „Weiterlesen →“ ist nicht witzig, sondern ungewollt und was ich auch getan und gemacht hab, ich hab’s nicht wegbekommen.

      Was heißt bitteschön, ich mache nichts aus meinen Talenten?
      Ich schreibe alles mir zur Verfügung stehende in dieses Internet hinein. Und alle Kunstinteressierte und Kunstkenner liken hier und kommentieren sogar.
      Was will ich mehr? Einen Plattenvertrag? Einen TV-Auftritt? Eine eigene Show auf RTL zur Prime Time?

      Beim Ösiblog bin ich unabhängig und der große Chef… nun ja, solange Fräulein Saftschubse außer Haus ist… 😉

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  4. Mit Blockchain und Digital und so kenn ich mich nicht aus, aber als ich dann über Hundehaufen las – ich weiß, was das ist, was glaubt’s denn, was mein Dackel so macht! – fiel mir auf die Füße, dass uns in einer besseren, schöneren Parallelwelt eventuell ein fürsorglicher Schuheputzer auf Schritt und Tritt folgt.
    Ach ja, Karma und so… jetzt habe ich Angst, dass ich in einer solchen Parallele irgendwo im Unendlichen keineswegs einem Schuhputzer begegne, sondern eben dieser bin. Ich arme Sau! – aber einer muß es ja tun.

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    • Das ist ja die Ungerechtigkeit auf dieser Welt, dass wir nicht wissen, wie es in so einer Parallelwelt zugeht. Und wenn wir es dereinst wissen, ist es zu spät.
      Womöglich sind wir dort alle Schuhputzer… oder Hundehaufen…
      Es wäre höchste Zeit, dass ein Quantencomputer sich mal mit diesen Dingen auseinandersetzt. Wozu haben wir ihn schließlich erfunden?

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    • Ja, der Computer… wahrscheinlich nimmt er uns jede Arbeit weg, der Roboter und der Computer. Außer der, die ist ihm zu primitiv und dreckig. – Umgekehrt, wenn er gerade diese Arbeiten übernehmen würde, wärs eine tolle Sache, aber die ihn programmieren müssen ihn grad eh (entgegen Asimovs Robotergesetzen, aber das war ja eh so ein humanistischer Schmarrn) zum Menschentöten abrichten und haben keine Zeit für so einen Mist – dafür gibts doch die industrielle Reservearmee und die lieben kleinen Kinderlein irgendwo da drüben, drunten. Aber toll ist er schon, der Computer!

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    • Ja, wahrscheinlich wird es die Welt irgendwann zerbröseln, weil ein Programmierer einen einfachen Anfängerfehler gemacht hat.
      Sein Glück wird sein, dass niemand mehr da sein wird, der meckern könnte…

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  5. Ja, ja, das unfaßbare Quant. Mal ist es dort, dann ist es nicht. Und die Katzen: halb tot, halb lebendig in dem Computer eingesperrt, wie grausam! Kein Quantum Trost für die, die sich schon mit dem Digitalen schwertun – aber vielleicht ein Quartl? Da versteht man dann auch die quantitativen Zusammehänge, hinter denen sich Planck und Heisenberg und wie sie alle heißen verstecken.

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    • Um die Katz von diesem Schrödinger ist es ziemlich ruhig geworden. Aber wer weiß? Morgen steht vielleicht in der Zeitung, sie hat ihr 8. Leben begonnen. Es wird immer undurchschaubarer mit diesen Experimenten. Alles wird immer kleiner, immer mysteriöser.
      Und das Quartl? Ich kann mir vorstellen, ich könnte es, wenn es sein muss, verstehen. So nach dem dritten oder vierten Viertel… 😉

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    • Sans so guat, Herr Wachtl, trinkans no a Achtl… Georg Kreisler hielt sich nicht lang mit dem undefinierbaren Quant auf, da vier Quartl ja schon eine ganze Maß ergeben, und da nimmt man doch leichter gleich Bier…
      Ach, diese theoretische Physik oder gar die experimentelle, bei der sie unschuldige Teilchen beschießen, ist dann doch, glaub ich, nicht mein Bier!

      Gefällt 1 Person

    • Mich tät interessieren, wer diese Teilchen wieder aufräumt in diesem CERN. Oder werden sie liegen gelassen? Wo sie sonst doch so gründlich sind, die Schwyzer…

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