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Siebenundneunzig Prozent
wenn Sie Entspannung suchen
hier ohne Firlefanz
siebenundneunzig Prozent
kaum zu glauben
siebenundneunzig Prozent
und womöglich mehr
ein verwundertes Kopfschütteln
siebenundneunzig Prozent
aller Frauen
aller in Beziehungen stehenden Frauen
leiden unter Stress
(unter Stress?)
ja, richtig verstanden
unter Stress
weil Männer im Haushalt
wenig bis gar nix tun
Geschirrspülen – Fehlanzeige
Müll entsorgen – auch Fehlanzeige
die dreckigen Socken in den Wäschekorb
Sie ahnen es – ist nicht
und so weiter und so fort
der Stress ist vorprogrammiert
die Liste männlicher Verfehlungen
eine Enzyklopädie der Unzulänglichkeiten
führt beim weiblichen Geschlecht
neuesten Untersuchungen zufolge
in siebenundneunzig Prozent aller Fälle
zu nie enden wollenden Stress
der wiederum
ist es ausgleichende Gerechtigkeit?
oder was ist es sonst?
bei Männern
bei siebenundneunzig Prozent
aller in Beziehungen stehenden Männern
ebenfalls zu Stress führt
Stress
hervorgerufen durch jahrelang
anhaltendes Gemotze
Schimpftiraden
Drohung und Erpressung
von der Gegenseite
ein Sammelsurium übelster Boshaftigkeiten
hervorgerufen von ein paar dreckigen Socken
herumstehenden Müll
und hartnäckigster Geschirrspülverweigerung

Dagegen:
bei den Single-Männern und Single-Frauen
so belehren uns die neuesten Zahlen
liegt die Stressquote
der letzten Umfrage zufolge
– wir fiebern dem Ergebnis gespannt entgegen –
– gleich werden die Zahlen präsentiert –
– die Spannung steigt ins Unerträgliche –
– die Fingernägel längst abgeknabbert –
– jetzt, ein Flimmern über den Bildschrim –
bei … bei … bei …
siebenundneunzig Prozent
siebenundneunzig Prozent
meine Damen und Herren
siebenundneunzig Prozent
beträgt die Stessquote
bei den Single-Herrschaften
also bei denen mit ohne Beziehung
siebenundneunzig Prozent
trotz Ausbleiben anhaltendem Gemotzes
siebenundneunzig Prozent
schimpftiradlicher Absenz zum Trotz
fernab von Drohung und Erpressung
siebenundneunzig Prozent
aller Singles
leiden unter Stress
Stress
weil der herumstehende Müll
keiner Beseitigungspflicht unterliegt
Stress
weil die dreckigen Socken
nach Belieben im eigenen Gestanke
baden dürfen
Stress
weil die Geschirrspülverweigerung
zur Tagesordnung gehören darf
soviel Laissez-faire
in den tagtäglichen Alltag integriert
erzeugt jene Gemengenlage
(müsste Gemengelage heißen
klingt aber nicht so schön)
erzeugt also jene Gemengenlage
die den Stress
zu siebenundneunzig Prozent befördert

Szenenwechsel:
unsere Redaktion hat
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aufs Genaueste untersucht
Proben aufs Exempel statuiert
analysiert seziert
eigene Texte in die wildfremdesten
Fremdsprachen hinübergesetzt
Testreihen lanciert
das Rauschen und das Murmeln
des Äthers
aus der wabernd pulsierenden Datenwolke
eingefangen gefiltert aufgearbeitet
in ein feinklangliches Gewebe gesteckt
dazu ein Tropfen Musik
die Klangwolke
absoluter Entspannung
voilà das Resultat
absolute Entspannung
bewusst auf die Verfilmung verzichtet
den Hörer
den geneigten Hörer nur ja
durch unnötige Bilder
verstörende Aufnahmen
unschöne Sequenzen
keinerlei Ablenkung auszusetzen
das oberste Gebot
die absolute Entspannung
ist das Ziel
Erholung vom Alltag
Kontemplation
wenn Sie so wollen
die höchste Pflicht
des Hirten und seiner Herde
biblisch gesehen
siebenundneunzig Prozent
ob Sie dazugehören
oder nicht
siebenundneunzig Prozent
Sie haben es sich verdient
die absolute Entspannung
UND WIE!
der Müll
das Geschirrspülen
und die Socken
können warten

Viel Vergnügen

 

Empfohlene Dosierung: 3 x täglich

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie lieber nicht Ihren Arzt oder Apotheker.
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Grunge Jazz

Fast pünktlich zum 50. Geburtstag von dem Kurti erfindet Herr Ösi den Grunge Jazz.

Obwohl! Für das nirvanahafte in dessen Musik hat er sich nie so richtig erwärmen können, weil halt,  wie die gesamte Kunst und alles überhaupt,  ja immer die reinste Geschmacksfrage. Dreckige Gitarrenriffs, heiseres Gebrülle und das ganze Schmuddelzeugs bedarf einer gewissen inneren Einstellung, die ihm bisher, naja zugegeben, ziemlich fremd war.

Dem Herrn Mozart hat man einst – angeblich – den Vorwurf gemacht, er würde zu viele Noten, zu viel Musik und zu viel zu viel an Melodie in seine Lieder packen, welche die Hörer nie und nimmer aufnehmen und verarbeiten könnten. Aber das Wolferl, ganz und gar Genie, hat sich davon freilich nicht beirren lassen und hat getan, was es musste.

Herr Ösi, natürlich kein Genie, ist für derlei Kritik empfänglich und wählt einen denkbar dankbaren Mittelweg zwischen den Extremen, also, im Zweifel dann doch lieber weniger als zu viel. Der geneigte Hörer mag selbst entscheiden.

Motto: Erst fängt es ganz langsam an, aber dann, aber dann …

Summertime

Noch ist der Winter nicht vorbei.
Die tiefen Temperaturen der letzten Wochen, so denken wir, haben der Insektenbrut den Rest gegeben.
Entspannt und gelassen sehen wir dem unaufhaltsam heranbrausenden Sommer entgegen.
Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt …

KI und die Klassik ♫ ♪ ♫

Haben Sie Angst vor Künstlicher Intelligenz?

Dass ein Roboter Ihren Job übernimmt, das Sagen in Ihrem Haushalt oder Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie gegen einen dieser neumodischen Erfüllungsgehülfen austauscht?

„Ich habe längst das Sagen in meinem Haushalt verloren“, werden nun einige leidgeprüfte Herren wie aus der Pistole geschossen von sich geben. „Zu meiner Zeit, da hat es noch gar keine Roboter gegeben. Wenn ich daran denke, dass …“
Stopp! Stopp! Stopp!
Beziehungsprobleme werden wir in einem anderen Beitrag ausführlich erörtern.

Hier geht es uns heute um diese unbestimmte Angst, um dieses beklemmende Gefühl der Ohnmacht, die viele von uns befällt, sobald der Begriff „Künstliche Intelligenz“ um die Ecke biegt. Die oesiblog Redaktion hat den Faktencheck gemacht und die neuen Schreckgespenster in einer ersten Versuchsreihe auf ihre Musikalität getestet.

Unser Urteil: Entwarnung für alle Konzertpianisten und Profi-Komponisten.

Zwar befindet sich die Künstliche Intelligenz – wie wäre es anders zu erwarten – auf einem erstaunlich hohen Niveau, kann allerdings derzeit noch nicht mit den Größten aus dem Showgeschäft ernsthaft mithalten. Die Unbekümmertheit gepaart mit einer gewissen Kindsköpfigkeit verweist die Roboter in der Disziplin „Klassisches vierhändiges Klavierkonzert“ gegenüber dem herkömmlichen Personal auf die Plätze.

Doch hören Sie selbst …

Blockbuster

2017 beginnt mit einem Paukenschlag.

Herr Ösi dreht den teuersten Film aller Zeiten. Mit einem Budget von 1 Milliarde US-Dollar übertrifft er alle bisherigen Produktionen. Das ist Weltrekord. Und zwar weltweit.

Dieser erste und wohl auch einzige Blockbuster des Jahres 2017 trägt, wie sollte es anders sein, den treffenden Namen „Blockbuster“. George Clooney und Brad Pitt, um nur einige Stars zu nennen, konnten für diese Megaproduktion gewonnen werden. Erster, weil er es satt hat, ständig nur diese bunten Kapseln zu vertickern, die ihm letztendlich auch noch die Show stehlen. Und zweiter, naja, nach seinen Eskapaden in letzter Zeit kann er ein bisschen Taschengeld gut gebrauchen.

oesiblog präsentiert seien treuen Leserinnen und Lesern schon heute die fast fertige Version von „Blockbuster“, die hier genauso gut „Blogbuster“ heißen könnte.

Gemütlich bei Blogpasta und einigen Roten – hier ist nicht die Politik gemeint – sitzt die Film-Crew nach Abschluss der Dreharbeiten im Studio und wünscht allen: eine gute Unterhaltung …

The prompter rings prompt and versehentlich on Christmas Day

Weihnachten. Stille. Ruhe. Besinnlichkeit. Alles.

Endlich freie Tage. Entspannen. Ausschlafen.

Mitten in der Nacht. Sie liegen im Bett und träumen friedlich. Ihr Schnarchen lässt das Schlafzimmer leicht vibrieren. Glücklicherweise hören Sie sich nicht. Da schlägt plötzlich der Wecker an. Irgend ein Heini (wahrscheinlich Sie selbst) hat vergessen, ihn über die Feiertage auszuschalten. Noch die himmlischen Orgelklänge aus der Christmesse im Ohr, umringt von blass-goldenen Engelchen, die sichtbar nervös herum flattern, den Organisten umschweben, ihm die Pranken führen, auf dass er mit seinen groben Händen diesen Händel nicht unnötiger verhunzt als nötig, dringt plötzlich ein entsetzliches Gepiepse wie aus dem Nichts in Ihren Gehörgang. Gottchen, der Wecker! Und das zu Weihnachten. Der Versuch, den Lärmer einfach zu ignorieren, scheitert kläglich.
Die vorzügliche Flasche Pouilly Fumé, so dämmert Ihnen jetzt halb benommen, hätten Sie vielleicht doch nicht leer trinken sollen, weil heute ist ja auch noch ein Tag. Aber zu spät. Ihr Schädel brummt wie ein uralter Mercedes-Diesel, der gerade irgendwo am Rand der Wüste Gobi vor sich hin tuckert. Altersschwach und überbesetzt, versteht sich. Die Karosserie knarzt bedrohlich. Ein Kater, wenn im Moment auch unsichtbar, hat sich in Ihrer Liegestatt breit gemacht und setzt alles daran, Sie aus ebendieser hinauszudrängen. Was folgt, ist ein ungleicher Kampf um die Vorherrschaft in Bett und Oberstübchen, die der Kater klar mit 6:0, 6:0 und 6:0 für sich entscheidet …

Herr Ösi hat diesen  entsetzlichen Moment musikalisch für Sie aufbereitet und festgehalten. Frech mischt sich der monotone Wecker in das Georgel, hin und wieder vermutet man, Christbaumglocken zu hören – könnte aber alles mögliche sein – der Kater, jetzt penetrant im Vordergrund, tobt ganz unverhohlen und zeigt, wer der wahre Herr ist in diesem Haus  …

Sonate für Orgel und Electro-Nix
1. Prelude
2. Prompters prompt
3. Fight against the Hangover Cat
4. Give up and Pre-Madness
5. Madness
Die Übergänge der einzelnen Sätze finden für den Laien, genauso wie für den Komponisten, nicht erkennbar, because fließend, statt und springen wie wild gewordene Katzentiere planlos im Raum herum.

Unsere Assistentin, Frau Saftschubse, weilte während der Kompositionstätigkeit samt Kettensäge glücklicherweise außer Haus. Nicht auszudenken, was geschehen hätte können …

Als verspätetes Weihnachtsgeschenk bietet Herr Ösi seinen treuen Leserinnen und Lesern die Sonate kostenlos zum Download an. Das gute Stück darf selbstverständlich als morgendlicher Weckruf sowie in einer jeden Stimmungslage abgerufen und aufgeführt werden.
WARNUNG: Ab dem 5. Hören entwickelt sich der Song zu einen Gassenhauer, den Sie so schnell nicht wieder aus den Ohren bekommen werden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie wie immer Ihr Pflegepersonal … 🙂

Flohrellen Quintett

In unserer heutigen Musikausgabe, liebe Leserinnen und Leser, die Sie in der vorliegenden  Ausgabe mehr Hörerinnen und Hörer sein werden als Leserinnen und Leser, in dieser unserer aktuellen Musiksendung beschäftigen wir uns mit der wenig bekannten Spezies der Salmo trutta siphonaptera.

Ein großartig bescheuerter Name für ein zierliches kleines  Tierchen, finden Sie nicht, das nur die wenigsten Lateiner jemals zu Gesicht bekamen … aber klar, ein Name musste her, bevor das Ding wieder abtauchte. Und trotzdem eine Meisterleistung.
Sie stehen also mit bloßen Füßen, weil diese grasig-grausig-grünen Gummistiefel hatten die damals noch nicht, Sie stehen also barfuß-barbeinig, meinetwegen auch breitbeinig, in einem saukalten Gebirgsbach oberhalb von 1800 Metern Höhe, Sie müssen sich vorstellen, die Strömung zerrt an Ihren Wadeln, sodass  Sie nicht wissen, ist es  die Strömung oder ist es die Kälte, die Ihnen im Augenblick mehr zu schaffen macht, und während Sie so da stehen und nachdenken, welche Pein wohl die größere ist, taucht sie aus dem Wasser auf und gleich wieder ab. Die Salmo Trutta Siphonaptera.

Jetzt haben Sie ein ziemlich großes Problem. Einerseits, um Himmels Willen, nur nicht die Balance verlieren, weil eh klar, was dann passiert, andererseits sollten Sie dem Tierchen, das mit Sicherheit noch kein Schwein vor Ihnen jemals zu Gesicht bekam, einen wenn möglich sinnvollen Namen verpassen … bevor es ein anderer tut. Sie entscheiden sich für Salmo Trutta Siphonaptera … und … bravo, dazu kann man Ihnen nur gratulieren.  Wie Sie alles in Sekundenbruchteilen erfasst haben oder war es einfach ein oder das Bauchgefühl oder der rasende Gebirgsbach, das Rauschen, das Tosen der Elemente oder sonst was, das Sie zu dieser Namensgebung veranlasst hat. Ist auch nebensächlich. Die Salmo Trutta Siphonaptera ist schlicht und ergreifend eine geglückte Kreuzung zwischen einer Forelle und einem Floh – gewissermaßen und sozusagen eine Flohrelle.

„Una salmo trutta siphonaptera“, sagte der Lateiner wie aus der Pistole geschossen, ständig wiederholend, damit er es ja nicht vergaß, „una salmo trutta siphonaptera“, er musste ja zuvor unbeschädigt aus diesem verdammten Gebirgsbach steigen, die Füße abtrocknen und so weiter, wie es die Lateiner zwingend tun, sobald sie aus dem eiskaltem Wasser steigen, „una salmo trutta siphonaptera“, wo ist nur das Notizbüchlein?, wo? wo? wo?, e-n-d-l-i-c-h, da ist es unter der achtlos hingeworfenen Tunika, Notizbüchlein gezückt und eiligst notiert. Dummerweise vergaß er, den eigenen Namen unter seine Entdeckung sowie unter die langatmige Beschreibung der ersten jemals gesichteten Flohrelle zu setzen, ansonsten wäre er heute berühmt.

Die Flohrelle, so selten sie auch anzutreffen ist, hat zweifellos eine Hommage verdient.

Herr Ösi greift – weil naheliegend – auf ungefähre Motive aus Franz Schuberts bekanntem Forellenquintett zurück und transplantiert das Werk unter der größtmöglichen Behutsamkeit, die man dem Franzl nur angedeihen lassen kann, als Flohrellenquintett in die gegenwärtige Neuzeit hinüber. „Auf die lebensechte Darstellung der quirligsten Eleganz einer Gebirgs-Forelle gepaart mit der Sprung- und Launenhaftigkeit des hundsgemeinen Flohs unter strenger Einhaltung einer quasi mystischen Minimalistik wurde das ganz besondere Augenmerk gelegt“, schreibt das Rolling Stone Magazin wie gewohnt sperrig.

Ahoi und viel Vergnügen …