Weltlachtag

Wenn ich lach – am Weltlachtach‘ – dann gute Nach‘ (t)

Am 6. Mai ist Weltlachtag. Da kann ein jeder lachen. Aber heute?

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Kosmischer Gorilla

Während wir noch über das
Infinite-Monkey-Theorem nachdenken
das eine breite Leserschaft
wohl deshalb nicht erreichte
klagt Herr Ösi
weil WordPress bei der Benachrichtigung
des geschätzten Publikums
dermaßen schlampte
dass selbst die Bundespost
oder schlimmer noch
die Bundesbahn
im Vergleich dazu
als ein Ausbund an Zuverlässigkeit
bezeichnet werden müssen
schiebt sich ein weiterer Affe
diesmal in Form eines Gorillas
eines leibhaftigen Gorillas
in den Vordergrund
der es in puncto Sprachfertigkeit
nicht ganz mit Shakespeare
(wie unser erster Affe)
aufzunehmen vermag
dafür aber
glauben wir der Wissenschaft
mit unglaublichen Werten glänzt
die über die Fähigkeiten
eines handelsüblichen Gorillas
weit hinausgehen
die Rede ist vom Kosmischen Gorilla
und NEIN
um Missverständnissen vorzubeugen
dahinter verbirgt sich keine Kreation
aus der Ösischen Schreibwerkstätte
wie sich eventuell vermuten ließe
der kosmische Gorilla
sagt der Psychologe
sagt Herr Ösi
den Psychologen zitierend
der kosmische Gorilla
so die Wissenschaft
so der Wissenschaftler
spielt nicht nur
wie der FC Bayern
ein bis zwei Ligen höher
als der herkömmliche Affe
nein nein
er spielt mit nichts weniger
als mit unserer „Unaufmerksamkeitsblindheit“
Wie bitte?

Zugegeben
das eher sperrig daher kommende Wort
Unaufmerksamkeitsblindheit
stammt aus der Feder
sie werden es erraten haben
aus der Feder eines Psychologen
möglicherweise aus jener jenes obig genannten
der wie ein jeder Psychologe
der ein neues Wort erfindet
{oder eben keins
weil bloß nur ein „einfacher“ Psychologe
ohne Worterfindungsambition
(soll schon vorgekommen sein)}
weil dieser neue Worte erfindende Psychologe
also der andere
naturgemäß naturgemäß
nicht nur mit den Problemen seiner Patienten
sondern auch oder vor allem
wie könnte es anderes sein
mit Problemen zu kämpfen hat
die wir als seine eigenen
meist hausgemacht psychologischen
identifizieren … äh müssen
(das nur am Rande)
diese Unaufmerksamkeitsblindheit
doziert der Psychologe
führt dazu
dass wir den Gorilla nicht sehen
nicht sehen können
den er zur seiner Unaufmerksamkeitsblindheit
praktischerweise gleich dazu erfunden hat
den Gorilla
so der Psychologe
nach Erfindung der Unaufmerksamkeitsblindheit
ja selbst wenn wir denn wollten
nicht sehen können
(da schau her)
so sehr wir uns auch mühen und bemühen
nein nein ja ja
der Gorilla
so Herr Ösi
den Psychologen zitierend
entzieht sich unserer Aufmerksamkeit
weil wir diese
also unsere Aufmerksamkeit
voll auf die Basketballspieler
auf ihr Ballgeschubse
et cetera et cetera lenken
so dass der Gorilla
frech ungeniert ungehindert
wie ein Gorilla eben
durch das Bild zu trotten vermag
ohne dass wir
unter Anführungszeichen „Laien“
ohne dass wir Laien
in der Lage wären
auch nur die geringste Notiz
und so weiter von dem Kerl zu nehmen
der Kosmische Gorilla
so der Psychologe weiter
jetzt in seinem Element
behindert uns in der Entdeckung
außerirdischer Intelligenzen
engt unsere Wahrnehmung ein

Irgendetwas
sagt Herr Ösi
irgendetwas scheint uns
den Boden unter den Füßen wegzuziehen
zerrt an den Beinen
oder unterhalb oder oberhalb
jedenfalls zerrt
der nächstbeste Stuhl
wir fallen in den nächstbesten Stuhl
ringen nach Luft
japsen hecheln röcheln schnaufen
pusten atmen schwer
der Gorilla
hat sich vor uns aufgebaut
direkt vor unserer Nase
steht er
versperrt uns die Sicht
die Sicht
auf die außerirdischen Intelligenzen
Weg da, Affe!
rufen wir
Weg da, dalli dalli!
untermalt von entsprechenden Handbewegungen
er hört uns nicht
will uns nicht hören
Aus dem Weg!
Geh mir aus der Sonne!

nix da
er weicht keinen Millimeter
es ist jener Moment
indem Herr Ösi beschließt
den Translator: earthly extraterrestrial
um einen Alien Finder zu erweitern

Freuen Sie sich darauf!

Das Infinite-Monkey-Theorem

Setzen wir den Affen
sagt die Wissenschaft
einen beliebigen Affen
vor die Schreibmaschine
geben wir ihm Zeit
ausreichend Zeit
tippt er
behauptet die Wissenschaft
den Shakespeare
oder die Bibel
den ersten oder zweiten Teil der Bibel ist nicht bekannt
zumindest aber den Shakespeare
soviel ist gesichert
weil kürzer
als jede heilige Schrift
den Shakespeare
tippt der Affe
I-R-G-E-N-D-W-A-N-N
in seiner Gesamtheit
rein zufällig
in die Tastatur hinein
tack tack tack
früher oder später
wohl eher später als früher
erhalten wir den Shakespeare
tack tack tack
als vollständige Werkausgabe
so Herr Ösi
so die Wissenschaft
den Shakespeare
direkt aus der Schreibmaschine
wenn es sein muss als vom Affen
persönlich signierte Gesamtausgabe
die Wissenschaft
untermauert die Wahrscheinlichkeit
dieser Wahrscheinlichkeit
des vom Affen
versehentlich oder zufällig
getippten Shakespeare’s
mit ausführlichen Berechnungen
komplizierten Formeln et cetera
eine Ungeheuerlichkeit
das Infinite-Monkey-Theorem
hätte er nur annähernd
geahnt tack tack tack
dieser Herr Shakespeare
sagt Herr Ösi
dass ein Affe
noch dazu ein beliebiger
früher oder später
all seine Werke
in die Schreibmaschine tippt
sprich Gesamtausgabe
wetten
der Dichter hätte Abstand genommen
vom Schreiben
das Schreiben
bleiben lassen
hingeschmissen noch vor Beginn der ersten Zeile
vor dem Hinkritzeln des ersten Wortes
hätte sich hingesetzt
mit einem guten Drink
und abgewartet bis der Affe fertig ist
so Herr Ösi
die Wissenschaft
damals wie heute unfähig
Voraussagen richtig vorauszusagen
Wahrscheinlichkeiten sicher zu berechnen
Prognosen glaubhaft aufzustellen
und so weiter
andernfalls hätte dieser Shakespeare
so wie wir ihn kennen
das Tier werkeln lassen
bis zur letzten Seite tippen lassen
dann dem Affen
gleich nach fertig werden
mit einem Schwung das Werk entrissen
das Affen-Manuskript an sich genommen
kurzerhand zum eigenen erklärt
den Affen mit einem Stück Zucker abgespeist
und die Lorbeeren höchstpersönlich eingeheimst
der Verdacht
der in uns keimt
sich zu Recht manifestiert
dass die Werke Shakespeares
nicht von Shakespeare himself stammen
sondern von einem (bis heute verschollenen) Affen
auf einer (bis heute verschollenen) Schreibmaschine
mit nachträglicher Rückdatierung
nach dem Zufallsprinzip
von einem uns nicht bekannten Affen
in die Schreibmaschine hinein getippt worden sind
ist laut Herrn Ösi
nach Überprüfung der Wissenschaft
und insbesondere nach Überprüfung
der Wahrscheinlichkeit der Wahrscheinlichkeit
und des Infinite-Monkey-Theorems
ein felsenfest sich erhärtender

 

Geht es um Effizienz
ist der Literaturbetrieb
an vorderster Stelle
wirtschaftliche Akzente zu setzen
sagt Herr Ösi
ein jeder Affe
vor seiner Schreibmaschine
ist dem Literaturbetrieb gerade Recht
Effizienz und Gewinn
Gewinn und Effizienz
beide müssen gesteigert werden
der Affe unschlagbar in seiner Kunst
die Bestseller unserer Tage
Belletristik oder Sachbuch
ganz egal
acht von zehn Topsellern
so die Statistik
werden in diesen Tagen
von einem Affen
nach dem Zufallsprinzip
nach dem Infinite-Monkey-Theorem
in die Schreibmaschinen beziehungsweise
in die Laptops hinein getippt
acht von zehn Topsellern
derart zielstrebig
derart perfekt
dass selbst ein Marcel Reich-Ranicki
Gott hab ihn selig
so Herr Ösi
das Werk eines Affen
nicht von dem eines Menschen
hätte unterscheiden können
acht von zehn Topsellern
erinnern wir uns
wie oft der bekannte Kritiker
bei der Beurteilung eines
mehr oder weniger literarischen Textes
versehentlich auf „Affe“ tippte
wo doch – damals zumindest – „Mensch“
die richtige Antwort gewesen wäre
acht von zehn Topsellern
ein Wahnsinn an
Effizienz und Gewinn
tack tack tack vom Affen
hinter dem Affen
der Lektor
vom Verlag beauftragt
schaut dem Tier
über die behaarte Schulter
wartet auf den nächsten Bestseller
erstklassige Weltliteratur
so die Vorgabe vom Verlag
sobald der Affe
erstklassige Weltliteratur
in die Tasten klopft
Anwurf der Vermarktungsmaschinerie
oftmals bereits davor
as whence the sun ‚gins his reflection
shipwracking storms and direful thunders break
so from that spring, whence comfort seem’d to come
discomfort swells. Mark, King of Scotland, mark

der Affe tippt ein bisschen müde
aber dennoch gut erkennbar „McBeth“
zusammenhanglos wie zufällig
der Lektor ist begeistert
ein großer Text
ein großer Wurf
in der Chefetage genüssliches Händereiben
Dollarnoten in den Augen
Anstoßen mit und auf Schäks-Bier
man prostet sich zu
acht von zehn Topsellern
Marcel Reich-Ranicki hätte den vorliegenden Text
in der Luft zerrissen
den Autor vermutlich auch
erstklassige Weltliteratur?
von wegen! – purer Schwachsinn!!!
hätte er erbost gerufen
sagt Herr Ösi
doch für den oesiblog könnte es reichen …

Flugtaxi Marke Bär

Die neue Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, stellt im Interview neue Forderungen auf.

Weg mit dem Datenschutz in Deutschland, der noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. Programmierunterricht für alle. Flächendeckende Digitalisierung. Und … künftig reisen wir im Flugtaxi.

Frau Staatsminister, melde gehorsamst den Beginn der Digitalisierung auf dem oesiblog!

 

Über die Wichtigkeit des ersten Wortes

 

Roter Luftballon

Was wäre geschehen, hätte dieser Beitrag nicht mit den Worten „Was wäre geschehen“ und so weiter begonnen, sondern mit anderen. Genauer gesagt: bereits die simple Veränderung des ersten Wortes, hier also des „Was“-Wortes, hätte – wie wir sehen werden – ausgereicht, dem Text einen Drall in eine völlig andere Richtung zu geben. Unglaublich? Ja, unglaublich! Man ersetze beispielsweise das Wort „Was“ durch … äh sagen wir mal „Gänseblümchen“ und es liegt auf der Hand, dass wir uns plötzlich in einem völlig anderen Film wiederfinden. Sehr wahrscheinlich im falschen.

Über die Wichtigkeit einer ordnungsgemäßen Beschriftung haben wir bereits ausführlich berichtet. Heute lenken wir unser Augenmerk auf „De sermo primus interestibus“, wie es der echte Lateiner, hätte er es zu Lebzeiten gesagt, sicherlich niemals so ausgedrückt hätte. Aber egal, Hauptsache Sie wissen, worum es mir geht.

Britische Mathematiker, die After the Brexit praktisch beschäftigungslos herumsitzen und nach neuen Herausforderungen suchen, haben – glauben wir der Nachricht – sich diesem Ersten Wort und seiner immensen Wichtigkeit angenommen, haben es analysiert und sind auf Erkenntnisse gestoßen, die uns gelinde gesagt erstaunen. Das erste Wort, so die neuesten Berechnungen aus der City of London, ist so gewichtig, dass alle nachfolgenden mehr und mehr an Bedeutung verlieren, bis die letzten schließlich zur Gänze verblassen.

Frage:   Wenn ich das erste Wort mit Bedacht wähle, weil es so 
         immens signifikant ist, könnte man daraus schließen, 
         alle diesem Worte nachfolgenden wären unnötiges Beiwerk 
         auf das man genauso gut verzichten könnte? 
Antwort: Ja, richtig erkannt.

Es liegt in der Natur des Menschen, nach gesagtem besagtem ersten Wort, nicht wie es sich geziemt, in andächtig ehrfurchtsvolles Schweigen zu fallen, sondern viele fühlen sich nach dem sermo primus, dem sie – freilich in Unkenntnis neuester britischer Forschungsergebnisse – keine Bedeutung beimessen, geradezu ermuntert, munter und ungeniert weiter zu plappern … in manchen Fällen sogar zum Eintreffen des Notarztes.

Anders der Römer, sprich der Lateiner. Intuitiv, weil noch vor dem Brexit, hatte er so was wie eine Vorahnung, die ihn erkennen ließ, dass das Wort, zu dem er gerade im Begriffe war, sich hinreißen zu lassen, doch – sagen wir mal – einen gewissen Einfluss auf den weiteren Handlungsverlauf seiner unmittelbaren Umgebung haben würde – worauf er wohlweislich verzichtete, es, also das Wort, auszusprechen und stattdessen nonverbal mit dem Daumen antwortete. Rauf oder runter. Ein kluger Schachzug, der es ihm ermöglichte, die Problematik des ersten Wortes geschickt zu umgehen. Ein versehentlich nach unten gerichteter Daumen ließ sich in der Regel genauso wenig korrigieren, wie heutzutage ein gesagtes Wort sich zurücknehmen lässt.

„Yes“, sagt Professor Pi Cadilly zur Einleitung seiner Präsentation und schweigt ausführlich.
CRAZY titelt The Sun in übergroßen Lettern mit nix darunter. Sie haben verstanden.
Die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ist mit dem Wort „Zweiundvierzig“ klar und ausführlich beantwortet.

Das an die Wand geworfene Schaubild des Professors zeigt wichtige Details seiner Arbeit. Während ein neutral gesprochenes „Good Morning“ nach exakten Berechnungen so gut wie nichts über den weiteren Verlauf einer Konversation verrät, außer dass es sinnvoll wäre, sie unverzüglich zu beenden, da bereits alles wichtige gesagt, verheißt ein beim Aufwachen hervor gepresstes „Fuck“ nichts Gutes für den gerade eben begonnenen Tag. Sagt die Forschung.

„Wow!“, prustet Fräulein Saftschubse und zeigt durch pantomimische Bewegungen, dass mein heutiger Beitrag so überflüssig ist wie ein Kropf.

 

Doppelgänger

Eigentlich hätte es ein Gespräch über Kunst werden sollen. Eigentlich. Doch es kam anders. Warum?
Sehen Sie bitte selbst …

Frohe Weihnachten

Master-of-the-Universe

Präsentation der Herbstergebnisse:

Herr Ösi: Die aktuellen Zahlen, wenn ich bitten darf.
Fräulein Saftschubse: Sieben Downloads.
Herr Ösi: Was?!
Fräulein Saftschubse: Für Europa, wohlgemerkt.
Herr Ösi: Okay. Ist schlimm, aber lassen sie uns eins nicht vergessen: Die Earthly Extraterrestrial Translator App haben wir hauptsächlich für den verrückten US-Markt konzipiert.
Fräulein Saftschubse: Hier steht die schwarze Null.
Herr Ösi: Treiben sie mich nicht in den Wahnsinn!
Fräulein Saftschubse: Wenn ich’s ihnen sage.
Herr Ösi: Kein Download?
Fräulein Saftschubse: Kein einziger.
Herr Ösi: Weihnachten steht vor der Tür. Die Leute stellen sich wie alle Jahre die Frage: Was soll ich bloß schenken? Was? Was? Was? Hat ja ein fast jeder schon ein fast alles. Während wir unsererseits …
Fräulein Saftschubse: … klingelingeling, klingelingeling, klingelingeling, das optimale Weihnachtsgeschenk überhaupt …
Herr Ösi: … das man sich vorstellen kann, in die Handys hinein verfrachten könnten, hier betone ich das Wort könnten, würde man die App, die wir, großzügig wie wir sind, kostenlos zum Download anbieten, auch downloaden, gehen den Leuten auf der Suche nach dem idealen Geschenk die Ideen aus. Sie irren herum, eilen von Kaufhaus zu Kaufhaus, sehen die Bäume vor lauter Wald nicht mehr und verzweifeln regelrecht an der weihnachtlichen Geschenkfrage. Viele zerbrechen an ihr. Landen schließlich in der Klapse.
Fräulein Saftschubse: … in der es, glauben wir glaubhaften Augenzeugen, im Vergleich zu hier draußen ziemlich normal zugehen soll.
Herr Ösi: Das hilft uns nicht weiter.
Fräulein Saftschubse: Wie Recht sie haben.
Herr Ösi: Konklusion?
Fräulein Saftschubse: Wir brächten eine Art Werbe-Video. So was zieht immer.
Herr Ösi: Eine ausgezeichnete Idee! Hop hop, an die Arbeit …

Gravitation Wave

 

-Porter: Müsste es nicht Gravitational wave heißen?
Herr Ösi: Müsste es nicht Reporter heißen?

Translator: earthly extraterrestrial

Erinnern Sie sich? Es ist noch nicht lang her, da wurde ich von Außerirdischen geblitzdingst. Danach fehlte mir jegliche Erinnerung. Ich berichtete darüber.  

Im Nachhinein ist man immer gescheiter als vorher oder meistens oder man denkt zumindest, man es wäre. Manch einer beginnt nun zu analysieren, Fragen zu stellen, akribisch zu suchen, was wohl gewesen wäre, wenn und so weiter. Die zentrale Frage lautet, ob diese ganze Blitzdingserei hätte vermieden werden können.
„Klar“, prustet das Fräulein Saftschubse, „wenn sie zum besagten Zeitpunkt an einem anderen Ort gewesen wären.“ Sie macht sich die Sache leicht. „Deshalb sind sie meine Assistentin und ich bin Ihr Chef und nicht umgekehrt“, erwidere ich.
Die ständige Vereinfachung höchst komplexer Vorgänge, die Versaftschubsung diffiziler Prozesse, wie ich es nenne, führt zwangsläufig dazu, eine Welt zu erleben, wie wir sie heutzutage erleben. „Zwangsläufig“, pflichtet sie mir bei.
Hätte ich Geistesgegenwart bewiesen, damals, wäre ich unerschrocken auf die Außerirdischen zugegangen, hätte sie – sagen wir – in ein Gespräch verwickelt,  wer weiß, womöglich wäre es mir gelungen, hier auf diesem Planeten Geschichte zu schreiben anstatt bloß eine weitere Geschichte in meinen Blog zu kritzeln, während in China mal wieder – wie zufällig – ein Sack Reis umfällt. „Weltbewegendes“, raune ich geheimnisvoll. „Zwangsläufig“, sagt sie in jener Art und Weise, dass ich denken muss: ich glaub, jetzt hat sie’s,  endlich hat sie die Tragweite erkannt.
Sie gehen nicht einfach auf den Orangenen zu, klopfen ihm auf die Schulter und sagen: „Grüß Gott, schön dass Sie endlich da sind.“ Nein, das werden sie nicht tun. Er wird sie nämlich nicht verstehen. Sie verstehen? Das werden sie subtiler anpacken müssen, wenn sie ihm erklären wollen, dass da, wo er mit seinem Raumschiff gelandet ist, nicht bloß ein eingeschränktes, nein, nein, sondern ein absolutes Halteverbot herrscht. Den irdischen Bußgeldkatalog, den sie freilich immer mit sich führen, den müssen sie ihm unter begleitenden Worten in die Tatzen drücken und zwar so, dass selbst ein ungebildeter Außerirdischer von einem der hinteren Planeten des Universums augenblicklich und unmissverständlich… „Zwangsläufig“, fällt mir die Assistentin ins Wort, „zwangsläufig“.

Die neue Ösi App

Genug geschwafelt. Hier ist er, der Übersetzer vom Irdischen ins Außerirdische aus dem Hause Ösi.
Einen Translator wie es sonst keinen gibt, ein Translator-Terminator quasi, eine, wenn nicht die Killer-Applikation unter den Apps, ein Übersetzungsprogramm, das praktisch kein Mensch braucht, aber doch ein jeder irgendwie erwartet hat.

Aliens im Parkverbot? Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke? Besserwisser im Alltag?

Gehören ab sofort der Vergangenheit an!

Mit diesem Übersetzer kann es ihnen ziemlich egal sein, wer heute noch ihre Wege und oder ihre Vorhaben kreuzt oder sie gar durchkreuzt. Mit dem „Translator: earthly extraterrestrial“ sprechen sie alle Sprachen, die sie sich nur vorstellen beziehungsweise die sie sich eben NICHT vorstellen können. Also, alle außerirdischen versteht sich, für die irdischen verwenden sie ohnehin längst Google und Konsorten.
Den Translator habe ich hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt konzipiert, auf welchem mindestens drei von zwei Personen schon mal Außerirdischen zum Opfer gefallen sind, sprich Kidnapping. Ich lege ihnen den Übersetzer, obwohl sie kein Ami sind, soviel ist klar, dennoch nahe, weil sie sich mit ihm auf der sicheren Seite befinden. Gerade bei der Erstentführung zeigt sich immer wieder, dass es den Leuten regelmäßig die Sprache verschlägt. Das liegt, meines Erachtens, am Überraschungseffekt. Ist ja nicht so, dass die Aliens Tage im Voraus ihr Vorhaben per WhatsApp ankündigen, wie „kommen Freitag, den 13ten, gegen 22 Uhr 37“ oder so. Nö, nö, das geschieht völlig unerwartet.

Nehmen wir an, nur so als Beispiel, völlig unverbindlich, sie befinden sich im Wald, in einem riesigen Wald, mutterseelenallein, weil sie Stress mit ihrem Partner hatten (das dürfen sie selbstverständlich korrigieren und das für sie Zutreffende statt des Stresses eintragen), es ist 23 Uhr 15 (okay, die Rechtfertigung, was sie zu dieser Unzeit mitten im Wald treiben, ersparen wir ihnen an dieser Stelle, obschon wir bei Gelegenheit – aus rein therapeutischen Gründen, versteht sich – darauf zurückkommen werden müssen), in der Ferne heult ein Wolf, vielleicht sogar ein zweiter (darauf werden wir nicht zurückkommen), ihr Blick gleitet langsam nach oben, hinauf zu den Baumwipfeln und zu dem gleißenden Licht über ihnen, das sie blendet und dessen nach unten gerichteter strahlend heißer Kegel sie an das Rampenlicht in dieser Dieter Bohlen Sendung erinnert,  in der sie sich um den Posten eines Superstars für Deutschland beworben hatten und den letztendlich ein anderer bekam.
Jetzt, wo ihre Füße langsam vom Boden abheben und eine unsichtbare Kraft sie nach oben zieht, jetzt wären sie lieber in irgendeiner bescheuteren RTL Show als hier mutterseelenallein im Wald. „Zwangsläufig“, sagt meine Assistentin. Sie blicken auf die beiden Wölfe hinab, die wiederum ungläubig zu ihnen hoch schauen und sie sehen, wie die Biester unter wolfstypischem Geheul klein und kleiner werden. Ihnen ist nun ebenfalls zum Heulen zumute. Einen Wimpernschlag später befinden sie sich in einem außerirdischen Raumschiff.

Überall blinkt es, piepst es, quietscht es, pupst es und die Aliens machen keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Ein jeder andere, sollte er dies überleben und jemals wieder zur Erde zurückkehren, wäre danach reif für die Klapse. Sie aber fördern mit einer erstaunlichen Coolness ihr Smartphone zutage und starten den Extraterrestrial Translator. Sie haben nun die Möglichkeit, ihren persönlichen Begrüßungstext zu formulieren, wie z. B. für Selbstbewusste: „Schön, meine Herrschaften, dass sie mich von diesem entsetzlichen Planeten befreien wollen. War ja nicht mehr auszuhalten. Dennoch: sie sind spät dran. Wir hatten 22 Uhr 37 vereinbart.“ Oder sie verwenden eine dieser bereits vorgefertigten aber nicht minder wirkungsvollen Textkonserven für den notfallenden Emergency. Beispiel: „Beam me back to Earth!“, formuliert in jenem scharfen Tonfall, der keinen Widerspruch duldet. Also, normalerweise …
Heute scheint man ihn zu ignorieren, warum auch immer, man geht zur Tagesordnung über, schnallt sie auf einer Bahre fest und beginnt mit den üblichen Untersuchungen. Sie haben ja schon eine Menge darüber im Internet gelesen und die entsprechenden Berichte stets als Fake News abgetan. Ein Fehler, wie sich herausstellt. „Please, stop that vivisection. It hurts.“, wählen sie als nächste Textkonserve und wundern sich, warum man ihnen das Smartphone nicht längst abgenommen hat.  Der außerirdische Oberchefchirurg tauscht augenblicklich das stumpfe skalpell-ähnliche  Schneidewerkzeug gegen eins mit scharfer Klinge. Na bitte, es geht doch. Vielleicht noch eine klitzekleine Nachjustierung im Übersetzer für das nächste Release und er ist perfekt.
Sie – oder besser – ihr Translator: „What you think about 42?“ Nun haben sie seinen Nerv getroffen, wie er zuvor den ihren. Er legt das Skalpell beiseite und trommelt die Mannschaft zusammen. In einem hoch philosophischen Gespräch über Gott, die Welt und den Rest geht ihr Smartphone – wahrscheinlich aus Gründen der Überforderung – in Flammen auf …

Häufig gestellte Fragen und ihre Beantwortung

Wenn ich nun aber keine Gelegenheit habe, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten, ganz einfach, weil die mich ignorieren, habe ich dann die App für die Katz‘ downgeloadet?
Ein Einwand, den ich bei meinen Vorträgen immer wieder höre.
Nein, natürlich nicht, eine App aus dem Hause Ösi loaden sie niemals für die Katz‘ down. Die werden Sie früher oder später benötigen. So oder so.

Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke und Besserwisser im Alltag. Gibt es gegen die ein Mittel?
Natürlich, wie schon gesagt. Erstens sind Statistiken über Aliens auf der Erde, welche eine menschliche Gestalt annehmen und vom Aussehen her nicht von ihrem Nachbarn zu unterscheiden sind, ziemlich ungenau. In der Regel begegnen ihnen täglich drei bis vier Stück von diesen Außerirdischen, ohne dass sie es merken. Zweitens eignet sich die App hervorragend zur Konversation mit nervigen, irdischen Zeitgenossen, welche sie von früh bis spät stressen. Da ihr Gegenüber im Gespräch mit der App allenfalls „Bahnhof“ versteht, wenn überhaupt, wird er sie oder es schnell von ihnen ablassen.

Fein, wo kann ich die App beziehen und was kostet sie?
Alle Androiden können sich freuen. Die App ist für Smartphones und Tablets im Google Play Store verfügbar. Und das Beste: sie ist kostenlos.
Nein?!
Wenn ich es ihnen sage.  Klicken Sie den unten stehenden Button und schwuppdiwupp …

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Das ist ja phantastisch!
„Zwangsläufig“, bestätigt Fräulein Saftschubse und grinst.