Flugtaxi Marke Bär

Die neue Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, stellt im Interview neue Forderungen auf.

Weg mit dem Datenschutz in Deutschland, der noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. Programmierunterricht für alle. Flächendeckende Digitalisierung. Und … künftig reisen wir im Flugtaxi.

Frau Staatsminister, melde gehorsamst den Beginn der Digitalisierung auf dem oesiblog!

 

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Über die Wichtigkeit des ersten Wortes

 

Roter Luftballon

Was wäre geschehen, hätte dieser Beitrag nicht mit den Worten „Was wäre geschehen“ und so weiter begonnen, sondern mit anderen. Genauer gesagt: bereits die simple Veränderung des ersten Wortes, hier also des „Was“-Wortes, hätte – wie wir sehen werden – ausgereicht, dem Text einen Drall in eine völlig andere Richtung zu geben. Unglaublich? Ja, unglaublich! Man ersetze beispielsweise das Wort „Was“ durch … äh sagen wir mal „Gänseblümchen“ und es liegt auf der Hand, dass wir uns plötzlich in einem völlig anderen Film wiederfinden. Sehr wahrscheinlich im falschen.

Über die Wichtigkeit einer ordnungsgemäßen Beschriftung haben wir bereits ausführlich berichtet. Heute lenken wir unser Augenmerk auf „De sermo primus interestibus“, wie es der echte Lateiner, hätte er es zu Lebzeiten gesagt, sicherlich niemals so ausgedrückt hätte. Aber egal, Hauptsache Sie wissen, worum es mir geht.

Britische Mathematiker, die After the Brexit praktisch beschäftigungslos herumsitzen und nach neuen Herausforderungen suchen, haben – glauben wir der Nachricht – sich diesem Ersten Wort und seiner immensen Wichtigkeit angenommen, haben es analysiert und sind auf Erkenntnisse gestoßen, die uns gelinde gesagt erstaunen. Das erste Wort, so die neuesten Berechnungen aus der City of London, ist so gewichtig, dass alle nachfolgenden mehr und mehr an Bedeutung verlieren, bis die letzten schließlich zur Gänze verblassen.

Frage:   Wenn ich das erste Wort mit Bedacht wähle, weil es so 
         immens signifikant ist, könnte man daraus schließen, 
         alle diesem Worte nachfolgenden wären unnötiges Beiwerk 
         auf das man genauso gut verzichten könnte? 
Antwort: Ja, richtig erkannt.

Es liegt in der Natur des Menschen, nach gesagtem besagtem ersten Wort, nicht wie es sich geziemt, in andächtig ehrfurchtsvolles Schweigen zu fallen, sondern viele fühlen sich nach dem sermo primus, dem sie – freilich in Unkenntnis neuester britischer Forschungsergebnisse – keine Bedeutung beimessen, geradezu ermuntert, munter und ungeniert weiter zu plappern … in manchen Fällen sogar zum Eintreffen des Notarztes.

Anders der Römer, sprich der Lateiner. Intuitiv, weil noch vor dem Brexit, hatte er so was wie eine Vorahnung, die ihn erkennen ließ, dass das Wort, zu dem er gerade im Begriffe war, sich hinreißen zu lassen, doch – sagen wir mal – einen gewissen Einfluss auf den weiteren Handlungsverlauf seiner unmittelbaren Umgebung haben würde – worauf er wohlweislich verzichtete, es, also das Wort, auszusprechen und stattdessen nonverbal mit dem Daumen antwortete. Rauf oder runter. Ein kluger Schachzug, der es ihm ermöglichte, die Problematik des ersten Wortes geschickt zu umgehen. Ein versehentlich nach unten gerichteter Daumen ließ sich in der Regel genauso wenig korrigieren, wie heutzutage ein gesagtes Wort sich zurücknehmen lässt.

„Yes“, sagt Professor Pi Cadilly zur Einleitung seiner Präsentation und schweigt ausführlich.
CRAZY titelt The Sun in übergroßen Lettern mit nix darunter. Sie haben verstanden.
Die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ist mit dem Wort „Zweiundvierzig“ klar und ausführlich beantwortet.

Das an die Wand geworfene Schaubild des Professors zeigt wichtige Details seiner Arbeit. Während ein neutral gesprochenes „Good Morning“ nach exakten Berechnungen so gut wie nichts über den weiteren Verlauf einer Konversation verrät, außer dass es sinnvoll wäre, sie unverzüglich zu beenden, da bereits alles wichtige gesagt, verheißt ein beim Aufwachen hervor gepresstes „Fuck“ nichts Gutes für den gerade eben begonnenen Tag. Sagt die Forschung.

„Wow!“, prustet Fräulein Saftschubse und zeigt durch pantomimische Bewegungen, dass mein heutiger Beitrag so überflüssig ist wie ein Kropf.

 

Doppelgänger

Eigentlich hätte es ein Gespräch über Kunst werden sollen. Eigentlich. Doch es kam anders. Warum?
Sehen Sie bitte selbst …

Frohe Weihnachten

Master-of-the-Universe

Präsentation der Herbstergebnisse:

Herr Ösi: Die aktuellen Zahlen, wenn ich bitten darf.
Fräulein Saftschubse: Sieben Downloads.
Herr Ösi: Was?!
Fräulein Saftschubse: Für Europa, wohlgemerkt.
Herr Ösi: Okay. Ist schlimm, aber lassen sie uns eins nicht vergessen: Die Earthly Extraterrestrial Translator App haben wir hauptsächlich für den verrückten US-Markt konzipiert.
Fräulein Saftschubse: Hier steht die schwarze Null.
Herr Ösi: Treiben sie mich nicht in den Wahnsinn!
Fräulein Saftschubse: Wenn ich’s ihnen sage.
Herr Ösi: Kein Download?
Fräulein Saftschubse: Kein einziger.
Herr Ösi: Weihnachten steht vor der Tür. Die Leute stellen sich wie alle Jahre die Frage: Was soll ich bloß schenken? Was? Was? Was? Hat ja ein fast jeder schon ein fast alles. Während wir unsererseits …
Fräulein Saftschubse: … klingelingeling, klingelingeling, klingelingeling, das optimale Weihnachtsgeschenk überhaupt …
Herr Ösi: … das man sich vorstellen kann, in die Handys hinein verfrachten könnten, hier betone ich das Wort könnten, würde man die App, die wir, großzügig wie wir sind, kostenlos zum Download anbieten, auch downloaden, gehen den Leuten auf der Suche nach dem idealen Geschenk die Ideen aus. Sie irren herum, eilen von Kaufhaus zu Kaufhaus, sehen die Bäume vor lauter Wald nicht mehr und verzweifeln regelrecht an der weihnachtlichen Geschenkfrage. Viele zerbrechen an ihr. Landen schließlich in der Klapse.
Fräulein Saftschubse: … in der es, glauben wir glaubhaften Augenzeugen, im Vergleich zu hier draußen ziemlich normal zugehen soll.
Herr Ösi: Das hilft uns nicht weiter.
Fräulein Saftschubse: Wie Recht sie haben.
Herr Ösi: Konklusion?
Fräulein Saftschubse: Wir brächten eine Art Werbe-Video. So was zieht immer.
Herr Ösi: Eine ausgezeichnete Idee! Hop hop, an die Arbeit …

Gravitation Wave

 

-Porter: Müsste es nicht Gravitational wave heißen?
Herr Ösi: Müsste es nicht Reporter heißen?

Translator: earthly extraterrestrial

Erinnern Sie sich? Es ist noch nicht lang her, da wurde ich von Außerirdischen geblitzdingst. Danach fehlte mir jegliche Erinnerung. Ich berichtete darüber.  

Im Nachhinein ist man immer gescheiter als vorher oder meistens oder man denkt zumindest, man es wäre. Manch einer beginnt nun zu analysieren, Fragen zu stellen, akribisch zu suchen, was wohl gewesen wäre, wenn und so weiter. Die zentrale Frage lautet, ob diese ganze Blitzdingserei hätte vermieden werden können.
„Klar“, prustet das Fräulein Saftschubse, „wenn sie zum besagten Zeitpunkt an einem anderen Ort gewesen wären.“ Sie macht sich die Sache leicht. „Deshalb sind sie meine Assistentin und ich bin Ihr Chef und nicht umgekehrt“, erwidere ich.
Die ständige Vereinfachung höchst komplexer Vorgänge, die Versaftschubsung diffiziler Prozesse, wie ich es nenne, führt zwangsläufig dazu, eine Welt zu erleben, wie wir sie heutzutage erleben. „Zwangsläufig“, pflichtet sie mir bei.
Hätte ich Geistesgegenwart bewiesen, damals, wäre ich unerschrocken auf die Außerirdischen zugegangen, hätte sie – sagen wir – in ein Gespräch verwickelt,  wer weiß, womöglich wäre es mir gelungen, hier auf diesem Planeten Geschichte zu schreiben anstatt bloß eine weitere Geschichte in meinen Blog zu kritzeln, während in China mal wieder – wie zufällig – ein Sack Reis umfällt. „Weltbewegendes“, raune ich geheimnisvoll. „Zwangsläufig“, sagt sie in jener Art und Weise, dass ich denken muss: ich glaub, jetzt hat sie’s,  endlich hat sie die Tragweite erkannt.
Sie gehen nicht einfach auf den Orangenen zu, klopfen ihm auf die Schulter und sagen: „Grüß Gott, schön dass Sie endlich da sind.“ Nein, das werden sie nicht tun. Er wird sie nämlich nicht verstehen. Sie verstehen? Das werden sie subtiler anpacken müssen, wenn sie ihm erklären wollen, dass da, wo er mit seinem Raumschiff gelandet ist, nicht bloß ein eingeschränktes, nein, nein, sondern ein absolutes Halteverbot herrscht. Den irdischen Bußgeldkatalog, den sie freilich immer mit sich führen, den müssen sie ihm unter begleitenden Worten in die Tatzen drücken und zwar so, dass selbst ein ungebildeter Außerirdischer von einem der hinteren Planeten des Universums augenblicklich und unmissverständlich… „Zwangsläufig“, fällt mir die Assistentin ins Wort, „zwangsläufig“.

Die neue Ösi App

Genug geschwafelt. Hier ist er, der Übersetzer vom Irdischen ins Außerirdische aus dem Hause Ösi.
Einen Translator wie es sonst keinen gibt, ein Translator-Terminator quasi, eine, wenn nicht die Killer-Applikation unter den Apps, ein Übersetzungsprogramm, das praktisch kein Mensch braucht, aber doch ein jeder irgendwie erwartet hat.

Aliens im Parkverbot? Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke? Besserwisser im Alltag?

Gehören ab sofort der Vergangenheit an!

Mit diesem Übersetzer kann es ihnen ziemlich egal sein, wer heute noch ihre Wege und oder ihre Vorhaben kreuzt oder sie gar durchkreuzt. Mit dem „Translator: earthly extraterrestrial“ sprechen sie alle Sprachen, die sie sich nur vorstellen beziehungsweise die sie sich eben NICHT vorstellen können. Also, alle außerirdischen versteht sich, für die irdischen verwenden sie ohnehin längst Google und Konsorten.
Den Translator habe ich hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt konzipiert, auf welchem mindestens drei von zwei Personen schon mal Außerirdischen zum Opfer gefallen sind, sprich Kidnapping. Ich lege ihnen den Übersetzer, obwohl sie kein Ami sind, soviel ist klar, dennoch nahe, weil sie sich mit ihm auf der sicheren Seite befinden. Gerade bei der Erstentführung zeigt sich immer wieder, dass es den Leuten regelmäßig die Sprache verschlägt. Das liegt, meines Erachtens, am Überraschungseffekt. Ist ja nicht so, dass die Aliens Tage im Voraus ihr Vorhaben per WhatsApp ankündigen, wie „kommen Freitag, den 13ten, gegen 22 Uhr 37“ oder so. Nö, nö, das geschieht völlig unerwartet.

Nehmen wir an, nur so als Beispiel, völlig unverbindlich, sie befinden sich im Wald, in einem riesigen Wald, mutterseelenallein, weil sie Stress mit ihrem Partner hatten (das dürfen sie selbstverständlich korrigieren und das für sie Zutreffende statt des Stresses eintragen), es ist 23 Uhr 15 (okay, die Rechtfertigung, was sie zu dieser Unzeit mitten im Wald treiben, ersparen wir ihnen an dieser Stelle, obschon wir bei Gelegenheit – aus rein therapeutischen Gründen, versteht sich – darauf zurückkommen werden müssen), in der Ferne heult ein Wolf, vielleicht sogar ein zweiter (darauf werden wir nicht zurückkommen), ihr Blick gleitet langsam nach oben, hinauf zu den Baumwipfeln und zu dem gleißenden Licht über ihnen, das sie blendet und dessen nach unten gerichteter strahlend heißer Kegel sie an das Rampenlicht in dieser Dieter Bohlen Sendung erinnert,  in der sie sich um den Posten eines Superstars für Deutschland beworben hatten und den letztendlich ein anderer bekam.
Jetzt, wo ihre Füße langsam vom Boden abheben und eine unsichtbare Kraft sie nach oben zieht, jetzt wären sie lieber in irgendeiner bescheuteren RTL Show als hier mutterseelenallein im Wald. „Zwangsläufig“, sagt meine Assistentin. Sie blicken auf die beiden Wölfe hinab, die wiederum ungläubig zu ihnen hoch schauen und sie sehen, wie die Biester unter wolfstypischem Geheul klein und kleiner werden. Ihnen ist nun ebenfalls zum Heulen zumute. Einen Wimpernschlag später befinden sie sich in einem außerirdischen Raumschiff.

Überall blinkt es, piepst es, quietscht es, pupst es und die Aliens machen keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Ein jeder andere, sollte er dies überleben und jemals wieder zur Erde zurückkehren, wäre danach reif für die Klapse. Sie aber fördern mit einer erstaunlichen Coolness ihr Smartphone zutage und starten den Extraterrestrial Translator. Sie haben nun die Möglichkeit, ihren persönlichen Begrüßungstext zu formulieren, wie z. B. für Selbstbewusste: „Schön, meine Herrschaften, dass sie mich von diesem entsetzlichen Planeten befreien wollen. War ja nicht mehr auszuhalten. Dennoch: sie sind spät dran. Wir hatten 22 Uhr 37 vereinbart.“ Oder sie verwenden eine dieser bereits vorgefertigten aber nicht minder wirkungsvollen Textkonserven für den notfallenden Emergency. Beispiel: „Beam me back to Earth!“, formuliert in jenem scharfen Tonfall, der keinen Widerspruch duldet. Also, normalerweise …
Heute scheint man ihn zu ignorieren, warum auch immer, man geht zur Tagesordnung über, schnallt sie auf einer Bahre fest und beginnt mit den üblichen Untersuchungen. Sie haben ja schon eine Menge darüber im Internet gelesen und die entsprechenden Berichte stets als Fake News abgetan. Ein Fehler, wie sich herausstellt. „Please, stop that vivisection. It hurts.“, wählen sie als nächste Textkonserve und wundern sich, warum man ihnen das Smartphone nicht längst abgenommen hat.  Der außerirdische Oberchefchirurg tauscht augenblicklich das stumpfe skalpell-ähnliche  Schneidewerkzeug gegen eins mit scharfer Klinge. Na bitte, es geht doch. Vielleicht noch eine klitzekleine Nachjustierung im Übersetzer für das nächste Release und er ist perfekt.
Sie – oder besser – ihr Translator: „What you think about 42?“ Nun haben sie seinen Nerv getroffen, wie er zuvor den ihren. Er legt das Skalpell beiseite und trommelt die Mannschaft zusammen. In einem hoch philosophischen Gespräch über Gott, die Welt und den Rest geht ihr Smartphone – wahrscheinlich aus Gründen der Überforderung – in Flammen auf …

Häufig gestellte Fragen und ihre Beantwortung

Wenn ich nun aber keine Gelegenheit habe, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten, ganz einfach, weil die mich ignorieren, habe ich dann die App für die Katz‘ downgeloadet?
Ein Einwand, den ich bei meinen Vorträgen immer wieder höre.
Nein, natürlich nicht, eine App aus dem Hause Ösi loaden sie niemals für die Katz‘ down. Die werden Sie früher oder später benötigen. So oder so.

Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke und Besserwisser im Alltag. Gibt es gegen die ein Mittel?
Natürlich, wie schon gesagt. Erstens sind Statistiken über Aliens auf der Erde, welche eine menschliche Gestalt annehmen und vom Aussehen her nicht von ihrem Nachbarn zu unterscheiden sind, ziemlich ungenau. In der Regel begegnen ihnen täglich drei bis vier Stück von diesen Außerirdischen, ohne dass sie es merken. Zweitens eignet sich die App hervorragend zur Konversation mit nervigen, irdischen Zeitgenossen, welche sie von früh bis spät stressen. Da ihr Gegenüber im Gespräch mit der App allenfalls „Bahnhof“ versteht, wenn überhaupt, wird er sie oder es schnell von ihnen ablassen.

Fein, wo kann ich die App beziehen und was kostet sie?
Alle Androiden können sich freuen. Die App ist für Smartphones und Tablets im Google Play Store verfügbar. Und das Beste: sie ist kostenlos.
Nein?!
Wenn ich es ihnen sage.  Klicken Sie den unten stehenden Button und schwuppdiwupp …

Get it on Google Play

Das ist ja phantastisch!
„Zwangsläufig“, bestätigt Fräulein Saftschubse und grinst.

 

Herbst

Herbst
oh Herbst
verwirrt und verdattert
vorm Regal ich steh
und was ich seh
ja verflixt
und zugenäht
und so weiter
was ich seh
ist nicht
was ich will seh’n
Sie verstehn?
Ich: Supermarkt-Regal-Einräumfrau!
noch einmal
zum Kuckuck
Supermarkt-Regal-Einräumfrau!!
(sie = überall nur nicht da wo man sie braucht)
Supermarkt-Regal-Einräumfrau!!!
wohin ich schau
ich kann’s nicht finden
ich werd nicht schlau
Äh … Sie suchen?
(besagte Dame tritt aus dem Regal)
Lebkuchen!
Lebkuchen?
Ja, Lebkuchen
dieses süße kräftig gewürzte haltbare Gebäck welches in vielfältigen Formen und Variationen vorkommt in vielen Kulturen ein fester Bestandteil des na Sie wissen schon und insbesondere insbesondere! auf Jahrmärkten und auf Volksfesten sich einer langen Tradition erfreut ein Teil der lokalen Backkultur wovon verschiedene geschützte Herkunftsbezeichnungen zeugen wie beispielsweise …
Lebkuchen? Wir haben erst August
als hätt ich selbst
es nicht gewusst
Klimadingens
sage ich zu der Guten
die Zeit sie läuft
ich muss mich sputen
die Weihnachtsgans zum Nikolaus
das macht den Menschen gar nix aus
der Osterhas zum Jahreswechsel
verstehen Sie mein Wortgedrechsel?
Sommerschlussverkauf im März
fassen Sie sich mal ein Herz
Ozonloch ganzjährig
na gut reimt sich nicht
die Verschiebung der Jahreszeiten
in des Universums Weiten
erfordert wohlschmeckenden Lebkuchen
pünktlich zum Herbstbeginn
also im August
ansonsten schieb ich Frust
Genießen Sie des Sommers Lust im Garten
auf Ihren Lebkuch‘ müssen Sie bis September warten

(sprachs und verschmilzt augenblicklich mit dem Regal – egal)

HoHoHo
der Laubsauger
macht uns froh ho ho
scharrt bereits mit den Hufen
hat mächtig Sprit
es ist der Hit
der ihn befeuert
wie bescheuert
übers Jahr
ganzjährig
reimt sich wieder nicht
in sich hinein gesoffen
besoffen voll gefüllt
in Reih und Glied
singt er ein nein sein … äh Lied
mit seines gleichen
stellt er die Weichen
für das anstehende Geknatter
ratter ratter ratter
steht voll im Saft
das gibt ihm Kraft
in voller Blüte
du meine Güte
+ will nur eins
h-i-n-a-u-s
hiii naus
hinaus
in die Natur
Mensch & Tier
mit vollendet lieblich Klang erfreuen
wird er sich niemals never scheuen
Herbst
oh Herbst
wie mag ich dir
heut und hier
und generell
flink und schnell
er ist gekommen
im Eilschritt hat er übernommen
das Regiment
in dem Moment
als der Sommer macht sein Päuschen
setzt sich hin – verzehrt ein Jäuschen
der Herbst von hinten
er schleicht sich an
und dann und dann und dann … und dann
schlägt er unvermittelt zu
vorbei ist sie die ruhige Ruh
hat der Sommer erst verloren
tut der Herbst wie neugeboren
von Null auf plötzlich wird es kalt
du drehst die Heizung auf
du fühlst dich alt
an Kälte denkst du und an Rilke
das Haus bleibt dir erspart und auch die Silke
jetzt auf Kunst und Dichtung konzentrieren
vielleicht sogar ’nen Reim probieren
in Vers und Dichtkunst dich versuchen
du schafft es – Pustekuchen
das Jahr es neigt sich
es ist so weit
der Herbst ist eine Jahreszeit

Außerirdisch

Jetzt ist es amtlich: die Außerirdischen sind von oranger Farbe und besitzen im Idealfall drei Finger. Mitunter auch weniger.

Ein Geräusch von Tröten, wie jene Musikinstrumente, die Hans Wurst so gern im Karneval benutzt und schon sind sie da. The eagle has landed, sagt der Ami und ich übersetze: der Igel ist gelandet. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein Raumschiff gleich nach der Landung in sich zusammenfällt, so, als würde es von den Stacheln unzähliger Igel durchbohrt. Fffffft! (Fußnote Doppelpunkt die praktischerweise gleich hier angemerkt wird, weil unten liest sie ohnehin kein Mensch) Eine Handvoll Aliens bahnt sich den Weg nach draußen. Die Vorhut. Der Rest bleibt im Mutterschiff zurück. Vorerst zumindest. (Ach so, die Fußnote, fast vergessen. Beachten Sie bitte die Größe der Aliens in Relation zum „ge-igelten“ Raumschiff ) Erst an der frischen Luft entfalten sie ihre wahre Größe. Am Bord schrumpfen sie auf das Maß eines industriell verarbeitenden Brotkrümels zusammen.

Aliens and Mother Ship / Foto: Herr Ösi

Wie nicht anders zu erwarten, drängen sogleich neugierige Elemente um die Neuankömmlinge. BILD-Zeitungsreporter? Staatlich Abgesandte? Womöglich gar stattlich Abgesahnte? Who knows? Ich fotografiere – sozusagen – geistesgegenwärtig. Klick-Klack.

Woher kommen sie, die Besucher? The answer my friend, kennt niemand und am allerwenigsten Bob Dylan, der seinen Literatur-Nobelpreis-Scheiß monatelang verschlafen und jetzt hoffentlich abgeholt hat. Das gestapelte Holz, rechts mittig im Hintergrund, nicht leicht erkennbar, doch mittels Zooooom wunderbar vergrößerbar, könnte ein Fingerzeig dafür sein, wie es die Außerirdischen bis zu uns geschafft haben.

Mathematischer Deutungsversuch, sagen wir mal, mittels einigermaßen abstruser Gleichungen:
HOLZ + STAPEL = HOLZSTAPEL = irrelevant
HOLZ + KOPF = HOLZKOPF = irrelevant
HOLZ + WURM = HOLZWURM = interessant
WURM + STAPEL = WURMSTAPEL = Unsinn
WURM + LOCH = WURMLOCH = eine erste, heiße Spur
WURMLOCH + AUSSERIRDISCHE  = ABKÜRZUNG = Bingo!

Jeder Außerirdische, der ein bisschen was auf sich hält, reist schadstoffarm, effizient und rückstoßfrei beziehungsweise umgekehrt durch ein sich ihm aufdrängendes Wurmloch. Right?
Stephen Hawking: Sage ich doch die ganze Zeit, er reist durch das Wurmloch.
Herr Ösi: M-O-O-O-M-E-N-T!
Stephen Hawking: Oder in einer Nussschale. Auf jeden Fall benötigt er ein Wurmloch.
Herr Ösi: Ja, aber, um bei uns eine astreine Punktlandung hinzulegen, wie’s bei ihm allenfalls im Bilderbuch steht – weshalb wir gern von einer Bilderbuchlandung sprechen, wenn außerirdisch gut gelandet wird – benötigt er ein massives Wurmloch, das, auf einem Planeten wie unserer Erde, nur dort entstehen kann, wo unglaublich dichte Holzmassen, sprich genügend Mengen übereinander gestapelter Holzstämme und somit schier unendliche Massen an Holzwürmer UND dementsprechend noch mehr Holzwurmlöcher als Holzwürmer auf einen spezifischen Fleck, dem sogenannten  wormhole square, zusammenkommen.
Stephen Hawking: So hab ich das noch nie gesehen. Klingt aber logisch.

Extraterrestrial Briefing / Foto: Herr Ösi

Während ein Eisennagel früher oder später an der Luft rostet, verwandelt sich der Kopf eines Außerirdischen bei anhaltender Sauerstoffzufuhr – schneller als ein jeder Eisennagel oxidierend reagieren kann – in ein Antlitz, welches dem eines „richtigen“ Menschen ziemlich ähnlich ist. Der Anblick, wie es unter der orangefarbenen Orangenhaut  in so einem Alien detailliert aussieht, bleibt uns zum Glück erspart. Aber eins muss gesagt werden: So läuft man sonst höchstens auf Guantanamo rum oder auf einer dieser Parties von dem Dalai Lama.

Achtung: vom Verfasser verfasstes Product Placement
Mit Fashion und Accessoires von
Mallybeau Mauswohn

hätten die Aliens sich diesen in Kleidungsfragen
mehr als fragwürdigen Auftritt erspart.

Ebenso erspart geblieben wäre uns die Frage, wie es der Raum fahrende Alpha Centaurianer mit dem grassierenden Gender Blödsinn hält. Unterscheidet er zwischen Männlein und Weibchen oder lebt er, wie immer mehr Weltenbürger, den bis zur Unkenntlichkeit verschwommenen Einheitsbrei? Wie sieht es also bei denen unten drunter aus?
„Die sind alle weiblich und für immer 18“, beantwortet eine Stimme aus dem Off quasi im Sensurround meine gedachte, jedoch nicht ausgesprochene Frage – ungefragt.
WAS?
„Steht doch in der Bibel. Matthäus 08-15, Psalm Lothar.“
Ja, ja, wäre wäre Fahrradkette. Meine Aufmerksamkeit gilt nun der verschwörerischen Bande, welche, die Köpfe zusammensteckend, irgend etwas ausheckt. Einen Schabernack? Oder gar einen Plan zur endgültigen Übernahme der Weltherrschaft? An der Zeit wäre es …

Mir stockt plötzlich der Atem. Während die Unbeholfenen nach dem Briefing langsam aus dem Bild watscheln, sinke ich zu Boden. Es geht mir gar nicht gut. Haben die mich etwa geblitz dingst dingst dings? Mi mi mi mit lllll etzt etzt etzter Kraaaa ft ft  si si sich ere i-i-ich mmm eine Au au f zzzz ei ei ch nnn u nnnn n Ψ ϖΔ ζ

 

Else Admire

Bardentreffen 2017 in Nürnberg. Auf großen und noch größeren Bühnen präsentieren internationale Bands ihre Musik.

Schön und gut. Es mögen durchaus talentierte und vielversprechende Mädels und Jungs dabei sein. ABER mein absolutes Highlight fand , wie auch schon die Jahre zuvor, auf einer, sagen wir mal, etwas kleineren Bühne abseits des uniformiert einförmig und beliebig austauschbaren Mainstreams statt.

Else Admire, ein fränkisches Eigengewächs, Gitarrist und Sänger, gibt sich die Ehre. Vom Outfit an Jake Blues, einem der Blues Brothers, für mich sogar „dem“ Blues Brother schlechthin erinnernd, überzeugt der Musiker auf der ganzen Linie. Nix von wegen Playback oder unnötigem Firlefanz, nix von wegen unerreichbarer Superstar, nix von wegen langweiligem Mainstream. Purer, ehrlicher wie gleichwohl unverwechselbarer Gitarrensound strömt aus einem leicht unterdimensionierten Lautsprecher, quasi Understatement, dazu diese dezent rauhe Stimme, die aufs perfekteste mit der Darbietung harmoniert. Unterstützt wird Else Admire von einem, wie wir sehen werden, artistischen Schlagzeuger und einer emsigen Marketingfrau, die, im Hintergrund zirkulierend, für den Verkauf von Devotionalien verantwortlich zeichnet. Business ist eben Business ist eben Business ist eben … Business …

Dem Musiker erscheint die Zuschauerschar, sagen wir mal: zu passiv, sie geht nicht, wie sie eigentlich soll, vollends aus sich heraus. Das Nürnberger Publikum ist nicht gerade für das ungehemmte Ausleben musikalischer Emotionen in aller Öffentlichkeit bekannt und muss, weil, wie der Franke generell, die personifizierte Zurückhaltung in Person, MUSS, was die Großschreibung des Wortes MUSS unbedingt erfordert, das Publikum MUSS ab und an vom Künstler zu mehr Enthusiasmus und zu mehr aus sich herausgehen angemahnt werden. Hier ist der Entertainer gefordert und überrascht, wenig überraschend, mit spielend unterhaltsamer Leichtigkeit und, letztendlich, der Ankündigung eines Songs von Peter Alexander.

Dank der Geistesgegenwart meines Smartphones und meiner Vorliebe für dokumentarisch dokumentierte Musikvideos konnte ein Teil dieses außergewöhnlichen Konzertes auf Zelluloid gebannt werden, beziehungsweise auf das, was man heutzutage dafür verwendet.

Applaus und Bühne frei für Else Admire …

„Was für eine Wohltat, einmal nicht Herr Ösi im Mittelpunkt zu sehen!“
(Silvia Saftschubse)
„Na, na, na, na, na …“
(Herr Ösi)