Translator: earthly extraterrestrial

Erinnern Sie sich? Es ist noch nicht lang her, da wurde ich von Außerirdischen geblitzdingst. Danach fehlte mir jegliche Erinnerung. Ich berichtete darüber.  

Im Nachhinein ist man immer gescheiter als vorher oder meistens oder man denkt zumindest, man es wäre. Manch einer beginnt nun zu analysieren, Fragen zu stellen, akribisch zu suchen, was wohl gewesen wäre, wenn und so weiter. Die zentrale Frage lautet, ob diese ganze Blitzdingserei hätte vermieden werden können.
„Klar“, prustet das Fräulein Saftschubse, „wenn sie zum besagten Zeitpunkt an einem anderen Ort gewesen wären.“ Sie macht sich die Sache leicht. „Deshalb sind sie meine Assistentin und ich bin Ihr Chef und nicht umgekehrt“, erwidere ich.
Die ständige Vereinfachung höchst komplexer Vorgänge, die Versaftschubsung diffiziler Prozesse, wie ich es nenne, führt zwangsläufig dazu, eine Welt zu erleben, wie wir sie heutzutage erleben. „Zwangsläufig“, pflichtet sie mir bei.
Hätte ich Geistesgegenwart bewiesen, damals, wäre ich unerschrocken auf die Außerirdischen zugegangen, hätte sie – sagen wir – in ein Gespräch verwickelt,  wer weiß, womöglich wäre es mir gelungen, hier auf diesem Planeten Geschichte zu schreiben anstatt bloß eine weitere Geschichte in meinen Blog zu kritzeln, während in China mal wieder – wie zufällig – ein Sack Reis umfällt. „Weltbewegendes“, raune ich geheimnisvoll. „Zwangsläufig“, sagt sie in jener Art und Weise, dass ich denken muss: ich glaub, jetzt hat sie’s,  endlich hat sie die Tragweite erkannt.
Sie gehen nicht einfach auf den Orangenen zu, klopfen ihm auf die Schulter und sagen: „Grüß Gott, schön dass Sie endlich da sind.“ Nein, das werden sie nicht tun. Er wird sie nämlich nicht verstehen. Sie verstehen? Das werden sie subtiler anpacken müssen, wenn sie ihm erklären wollen, dass da, wo er mit seinem Raumschiff gelandet ist, nicht bloß ein eingeschränktes, nein, nein, sondern ein absolutes Halteverbot herrscht. Den irdischen Bußgeldkatalog, den sie freilich immer mit sich führen, den müssen sie ihm unter begleitenden Worten in die Tatzen drücken und zwar so, dass selbst ein ungebildeter Außerirdischer von einem der hinteren Planeten des Universums augenblicklich und unmissverständlich… „Zwangsläufig“, fällt mir die Assistentin ins Wort, „zwangsläufig“.

Die neue Ösi App

Genug geschwafelt. Hier ist er, der Übersetzer vom Irdischen ins Außerirdische aus dem Hause Ösi.
Einen Translator wie es sonst keinen gibt, ein Translator-Terminator quasi, eine, wenn nicht die Killer-Applikation unter den Apps, ein Übersetzungsprogramm, das praktisch kein Mensch braucht, aber doch ein jeder irgendwie erwartet hat.

Aliens im Parkverbot? Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke? Besserwisser im Alltag?

Gehören ab sofort der Vergangenheit an!

Mit diesem Übersetzer kann es ihnen ziemlich egal sein, wer heute noch ihre Wege und oder ihre Vorhaben kreuzt oder sie gar durchkreuzt. Mit dem „Translator: earthly extraterrestrial“ sprechen sie alle Sprachen, die sie sich nur vorstellen beziehungsweise die sie sich eben NICHT vorstellen können. Also, alle außerirdischen versteht sich, für die irdischen verwenden sie ohnehin längst Google und Konsorten.
Den Translator habe ich hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt konzipiert, auf welchem mindestens drei von zwei Personen schon mal Außerirdischen zum Opfer gefallen sind, sprich Kidnapping. Ich lege ihnen den Übersetzer, obwohl sie kein Ami sind, soviel ist klar, dennoch nahe, weil sie sich mit ihm auf der sicheren Seite befinden. Gerade bei der Erstentführung zeigt sich immer wieder, dass es den Leuten regelmäßig die Sprache verschlägt. Das liegt, meines Erachtens, am Überraschungseffekt. Ist ja nicht so, dass die Aliens Tage im Voraus ihr Vorhaben per WhatsApp ankündigen, wie „kommen Freitag, den 13ten, gegen 22 Uhr 37“ oder so. Nö, nö, das geschieht völlig unerwartet.

Nehmen wir an, nur so als Beispiel, völlig unverbindlich, sie befinden sich im Wald, in einem riesigen Wald, mutterseelenallein, weil sie Stress mit ihrem Partner hatten (das dürfen sie selbstverständlich korrigieren und das für sie Zutreffende statt des Stresses eintragen), es ist 23 Uhr 15 (okay, die Rechtfertigung, was sie zu dieser Unzeit mitten im Wald treiben, ersparen wir ihnen an dieser Stelle, obschon wir bei Gelegenheit – aus rein therapeutischen Gründen, versteht sich – darauf zurückkommen werden müssen), in der Ferne heult ein Wolf, vielleicht sogar ein zweiter (darauf werden wir nicht zurückkommen), ihr Blick gleitet langsam nach oben, hinauf zu den Baumwipfeln und zu dem gleißenden Licht über ihnen, das sie blendet und dessen nach unten gerichteter strahlend heißer Kegel sie an das Rampenlicht in dieser Dieter Bohlen Sendung erinnert,  in der sie sich um den Posten eines Superstars für Deutschland beworben hatten und den letztendlich ein anderer bekam.
Jetzt, wo ihre Füße langsam vom Boden abheben und eine unsichtbare Kraft sie nach oben zieht, jetzt wären sie lieber in irgendeiner bescheuteren RTL Show als hier mutterseelenallein im Wald. „Zwangsläufig“, sagt meine Assistentin. Sie blicken auf die beiden Wölfe hinab, die wiederum ungläubig zu ihnen hoch schauen und sie sehen, wie die Biester unter wolfstypischem Geheul klein und kleiner werden. Ihnen ist nun ebenfalls zum Heulen zumute. Einen Wimpernschlag später befinden sie sich in einem außerirdischen Raumschiff.

Überall blinkt es, piepst es, quietscht es, pupst es und die Aliens machen keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Ein jeder andere, sollte er dies überleben und jemals wieder zur Erde zurückkehren, wäre danach reif für die Klapse. Sie aber fördern mit einer erstaunlichen Coolness ihr Smartphone zutage und starten den Extraterrestrial Translator. Sie haben nun die Möglichkeit, ihren persönlichen Begrüßungstext zu formulieren, wie z. B. für Selbstbewusste: „Schön, meine Herrschaften, dass sie mich von diesem entsetzlichen Planeten befreien wollen. War ja nicht mehr auszuhalten. Dennoch: sie sind spät dran. Wir hatten 22 Uhr 37 vereinbart.“ Oder sie verwenden eine dieser bereits vorgefertigten aber nicht minder wirkungsvollen Textkonserven für den notfallenden Emergency. Beispiel: „Beam me back to Earth!“, formuliert in jenem scharfen Tonfall, der keinen Widerspruch duldet. Also, normalerweise …
Heute scheint man ihn zu ignorieren, warum auch immer, man geht zur Tagesordnung über, schnallt sie auf einer Bahre fest und beginnt mit den üblichen Untersuchungen. Sie haben ja schon eine Menge darüber im Internet gelesen und die entsprechenden Berichte stets als Fake News abgetan. Ein Fehler, wie sich herausstellt. „Please, stop that vivisection. It hurts.“, wählen sie als nächste Textkonserve und wundern sich, warum man ihnen das Smartphone nicht längst abgenommen hat.  Der außerirdische Oberchefchirurg tauscht augenblicklich das stumpfe skalpell-ähnliche  Schneidewerkzeug gegen eins mit scharfer Klinge. Na bitte, es geht doch. Vielleicht noch eine klitzekleine Nachjustierung im Übersetzer für das nächste Release und er ist perfekt.
Sie – oder besser – ihr Translator: „What you think about 42?“ Nun haben sie seinen Nerv getroffen, wie er zuvor den ihren. Er legt das Skalpell beiseite und trommelt die Mannschaft zusammen. In einem hoch philosophischen Gespräch über Gott, die Welt und den Rest geht ihr Smartphone – wahrscheinlich aus Gründen der Überforderung – in Flammen auf …

Häufig gestellte Fragen und ihre Beantwortung

Wenn ich nun aber keine Gelegenheit habe, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten, ganz einfach, weil die mich ignorieren, habe ich dann die App für die Katz‘ downgeloadet?
Ein Einwand, den ich bei meinen Vorträgen immer wieder höre.
Nein, natürlich nicht, eine App aus dem Hause Ösi loaden sie niemals für die Katz‘ down. Die werden Sie früher oder später benötigen. So oder so.

Drängelnde Außerirdische an der Ladentheke und Besserwisser im Alltag. Gibt es gegen die ein Mittel?
Natürlich, wie schon gesagt. Erstens sind Statistiken über Aliens auf der Erde, welche eine menschliche Gestalt annehmen und vom Aussehen her nicht von ihrem Nachbarn zu unterscheiden sind, ziemlich ungenau. In der Regel begegnen ihnen täglich drei bis vier Stück von diesen Außerirdischen, ohne dass sie es merken. Zweitens eignet sich die App hervorragend zur Konversation mit nervigen, irdischen Zeitgenossen, welche sie von früh bis spät stressen. Da ihr Gegenüber im Gespräch mit der App allenfalls „Bahnhof“ versteht, wenn überhaupt, wird er sie oder es schnell von ihnen ablassen.

Fein, wo kann ich die App beziehen und was kostet sie?
Alle Androiden können sich freuen. Die App ist für Smartphones und Tablets im Google Play Store verfügbar. Und das Beste: sie ist kostenlos.
Nein?!
Wenn ich es ihnen sage.  Klicken Sie den unten stehenden Button und schwuppdiwupp …

Get it on Google Play

Das ist ja phantastisch!
„Zwangsläufig“, bestätigt Fräulein Saftschubse und grinst.

 

Deutschland fällt zurück

… eine glasklare Aussage beziehungsweise Ansage des Ösi, der hier auf subtilere Indikatoren zurückzugreifen kann als schnöde Wirtschaftsstatistiken dies vermögen.

Fliege zwo-punkt-eins sei Dank. Quasi ein Frühindikator in Reinkultur.

Tatsächlich ist es ihm unter den größten Anstrengungen gelungen, seine „Fang die Fliege“ App dahingehend aufzuwerten, als dass das Mistvieh nun in unverschämter Weise auf das Smartphone kackt. Die Version „Fliegenschiss“ hat die Beliebtheit seiner App binnen kürzester Zeit in luftige Höhen hinauf katapultiert.

Über 2.000 Downloads innerhalb weniger Wochen sprechen eine klare Sprache, auch wenn Kritiker vielleicht darauf hinweisen werden, dass Android mittlerweile über 500 Millionen Nutzer hat. Klar, es gibt noch viel zu tun.

Das Insekt verschmutzt jetzt auf Wunsch nicht nur die Ösi-Karikatur, der Spieler kann ab sofort eigene Hintergrundbilder, wie z. B. die geliebte Schwiegermutter oder seinen verständnisvollen Vorgesetzten usw. einstellen, das so bekackte Bild abspeichern und an Freunde weiter versenden. Beim Ösi wird eben Benutzerfreundlichkeit GROSSGESCHRIEBEN.

Richtig spannend wird es nun, wenn der Ösi die von Google gelieferten Statistiken näher betrachtet, wer sich nun für seine App am brennendsten interessiert. Die meisten Downloads verzeichnet er in Ägypten, Algerien, Saudi Arabien, Libyen, Irak, Türkei, Frankreich, Indonesien und Montenegro, genau in der aufgezählten Reihenfolge, während Deutschland längst aus dem Raster der beliebtesten Länder raus geflogen ist und in der Rubrik Weitere dümpelt.

Vor seinem geistigen Auge sieht er milliardenschwere Ölscheichs, die in ihren Beduinenzelten die Fliege spielen und ihre glücklichen Chauffeure, die sich in den Rolls Roycs wartend nicht mehr langweilen sondern beherzt zum Smartphone greifen. Hier spielt die Musik, während in Deutschland, na ja …

Irgendwann werden schlaue Köpfe auf den Ösi-Fliegen-Indikator als Beleg auf eine beschwingte Volksseele oder was auch immer hinweisen und an den Universitäten einen entsprechenden Studiengang einrichten.

Und was ist mit den USA, wirst du dich jetzt fragen? Okay, dort ist das Spiel nicht sonderlich beliebt. Aber vielleicht liegt es ja daran …

Uncle Sam

Android App

Herr Ösi ist, wie seine Leser wissen, ein Androide, quasi ein Außerirdischer. Einer, der ohne seinem Android-Smartphone nicht außer Haus geht, Adressen, Termine und Sonstiges, praktisch sein ganzes Leben diesem winzigen Dingens anvertraut und sich wie ein Zombie von ihm steuern lässt.

Als er neulich über die örtliche Kirchweih schlenderte, hatte er einige vage Ideen, die sich am nach Hause Weg, trotz oder aufgrund der zahlreichen Bierchen, die er an diversen Ständen genossen hatte, konkretisierten.

Eine eigene App müsste man programmieren, eine App, die dem rasant wachsenden Heer Smartphone abhängiger Junkies eine willkommene Abwechslung bietet. Ein kleines Spiel zum Beispiel. – Gesagt, getan.

Kachel Icon

Ein bisschen größenwahnsinnig wie er ist, ist ihm dieser Rubik’s Cube von anno dazumal eingefallen, an dem er immer gescheitert war und der ihn monatelang in die Verzweiflung trieb, ehe er ihn nicht ganz umweltgerecht entsorgte.

Zum Glück hat der Ösi nichts von der Genialität eines Herrn Rubik und so ist seine App entsprechend schlicht ausgefallen, wovon potentielle Spieler, die ja in der Regel alles andere sind als Genies, am meisten profitieren, indem sie es schaffen können, das Spiel zu gewinnen bevor das Handy im Mülleimer oder sonst wo landet.

Es reicht aus, die 9 Kacheln durch entsprechendes Antippen in die selbe Farbe zu bringen, wobei Väterchen Zufall die Farbenwahl bestimmt. Aber der Ösi ist ein Hundling und spuckt dem User durch das Farbenwechseln nicht gewünschter Kacheln gehörig in die Suppe …

Das Spiel ist ab sofort im Google Play Store für Android Smartphones und Tablets käuflich zu erwerben.
https://play.google.com/store/apps/details?id=appinventor.ai_Guenter_Tisch.Kachel&feature=search_result#?t=W251bGwsMSwxLDEsImFwcGludmVudG9yLmFpX0d1ZW50ZXJfVGlzY2guS2FjaGVsIl0.

Und weil heutzutage ja keiner mehr die Katze im Sack kauft, gibt es selbstverständlich eine kostenlose Testversion dazu.
https://play.google.com/store/apps/details?id=appinventor.ai_Guenter_Tisch.Kachel_Free_Trial&feature=search_result#?t=W251bGwsMSwxLDEsImFwcGludmVudG9yLmFpX0d1ZW50ZXJfVGlzY2guS2FjaGVsX0ZyZWVfVHJpYWwiXQ..

In diesem Sinne wünscht der Ösi allen Androiden und solchen, die es werden wollen, ein vergnügliches Spielen, hofft auf positive Bewertung seiner Apps, Weiterempfehlung natürlich und … oops, das Telefon läutet … ich glaube Mister Google ist dran …