Das seitliche Abdriften des Kuckucks auf dem Weg zur Gabelung

Saftschubse: Man sieht ihnen die Enttäuschung an, Chef.
Herr Ösi: Ja? Ist das so?
Saftschubse: Regelrecht.
Herr Ösi: Das haben sie schön gesagt, dieses Regelrecht.
Saftschubse: Es war bestimmt nicht leicht.
Herr Ösi: Wie wahr. Sie sagen es.
Saftschubse: So kurz vor dem Ziel.
Herr Ösi: Ja, das Ziel vor Augen. Zum Greifen nah. Zauntimeter gewissermaßen…
Saftschubse: Eine herbe Enttäuschung. Wenn einer diese Ablehnung nicht verdient hat, sind sie es, Chef.
Herr Ösi: Ach, Saftschübslein…
Saftschubse: Diese Horden nichtsnutziger… äh… gemeingefährlicher…
Herr Ösi: Die Möwe als Möwe belassen, verstehen sie? Vielleicht hätte ich die Möwe belassen sollen, wie sie ist. Als Möwe eben.
Saftschubse: Sie meinen…
Herr Ösi: Eine Möwe als einen Kuckuck auszugeben, überfordert das Publikum. Die moderne Smartphone-Gesellschaft von heute ist nicht bereit für jene Flexibilität im Denken, die nötig wäre. Das Gehirn spielt bei ihr einfach nicht mit. Ein Zuviel an Technik engt die Menschen ein. Die Bandbreite, die freies Denken in diesen Tagen noch ermöglicht, wird zusehends schmäler.
Saftschubse: Da ist was dran.
Herr Ösi: Jammerschade.
Saftschubse: Sie sind angetreten, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Den alten Mief rauszublasen aus der Stadt. Weg! Weg! „Fenster auf! Türen auf!“, haben sie wieder und wieder gerufen. „Wir brauchen Luft! Frische Luft! Viel frische Luft!“
Herr Ösi: Die Honoratoren der Stadt haben es nicht honoriert.
Saftschubse: Weil die eben keine Ahnung haben.
Herr Ösi: Vielleicht war es zu gewagt zu sagen: Die Zauberflöte muss runter vom Spielplan. Weg damit! Mozart kann auch in einer Turnhalle aufgeführt werden.
Saftschubse: Das stimmt. In Gramatneusiedl hätten man ihnen für diesen Vorschlag die Hände und die Füße geküsst.
Herr Ösi: In Gramatneusiedl… ganz bestimmt. Nicht in Salzburg, nein, in Salzburg nicht. In Salzburg sind sie zu verbiestert. Zu starrköpfig. Die Stadtoberen haben sich mit Händen und Füßen gewehrt, ihren geliebten Mozart in eine Turnhalle auszulagern.
Saftschubse: Dabei hätte es massive Vorteile gehabt.
Herr Ösi: Mozart, da bin ich sicher, Mozart wäre es egal gewesen. Er hätte es sogar befürwortet. Er hätte der Turnhalle den Vorzug gegeben. Papageno und Papagena hätten ihre Arie auf einem Stufenbarren gesungen.
Saftschubse: Ich glaube, Mozart hätte ihnen das Große Festspielhaus zur Verfügung gestellt.
Herr Ösi: Selbst mit der Felsenreitschule wäre ich zufrieden gewesen.
Saftschubse: Ihre Bescheidenheit ehrt sie, Chef, allein, sie bringt nix.
Herr Ösi: Der Beschluss fiel einstimmig aus. Es wäre nicht tragbar, Mozart, das berühmteste Kind der Stadt, aus dem Programm der „Salzburger Festspiele“ zu nehmen, so die Verantwortlichen, und statt dessen einen unbekannten Experimentalfilm mit kontemporärer Musikbegleitung mit dem Titel „Das seitliche Abdriften des Kuckucks auf dem Weg zur Gabelung“ dem erlauchten, oftmals weitgereisten und weit vergreisten Publikum darzubieten. Zudem würde der Film mit einer Dauer von 5 Minuten nur einen Bruchteil der Zeit veranschlagen, den die Zauberflöte benötigt, heruntergefiedelt zu werden, wir sprechen hier von einem Sechsunddreißigstel.
Saftschubse: Papperlapapp!
Herr Ösi: Das habe ich auch gesagt. Höchstens fünf Minuten dauert die Zeitspanne, die es dem modernen Mensch ermöglicht, sich zu konzentrieren. Dann ist es vorbei. Dann schweift er ab, driftet ab, verzettelt sich und verliert den Faden. Der Kuckucks-Film wäre geradezu ideal gewesen. Einen Mozart in der heutigen Zeit aufzuführen ist Wahnsinn, genauso gut könnte man Perlen vor Säue werfen. Das Publikum ist einfach überfordert. Bedenken sie: Die Ouvertüre ist noch im vollen Gang, da läuten die ersten Handys. Telefonate werden geführt. Ob das Bügeleisen ausgeschaltet ist, wird gefragt, ob die Oma gut versorgt ist, der Kanarienvogel sein Futter bekommen hat, kurz: ab diesem Moment werden von Salzburg aus die elementarsten Botschaften in die Welt hinausgeschickt. Die Leidtragenden dieser neuzeitlichen Unsitten sitzen im Orchestergraben. Er ist das Auffangbecken, in dem sich die Gespräche des Auditoriums zu einem Stimmengewirr verdichten. Ist doch klar, die Gespräche purzeln bedingt durch die Schwerkraft in den Orchestergraben hinab und wabern wie unsichtbare Nebelschwaden um die Musiker. Malträtieren sie. Peinigen sie. So mancher Streicher scheidet noch während der Vorstellung freiwillig aus dem Leben. Den Veranstaltern ist es egal. China hält genügend Nachschub parat. Eine Riege von hochtalentierten Streichern wartet nur darauf, endlich in einem Salzburger Orchestergraben das Leben auszuhauchen. Hauptsache Salzburg. Das ist es, was zählt. Begonnen hatte alles mit einem gewissen Ching Chang Chong, der sich mitten in der Rachearie mit einer Saite seiner Bratsche erdrosselte. Das Telefonnetz brach völlig zusammen, als Teile des Publikums die Tat hautnah miterlebten und das gesehene Geschehene unverzüglich in den Äther hinausposaunten. Die Oper lief zum Glück ohne Unterbrechung weiter. Der Vorfall blieb kein Einzelfall und machte Schule. In Musikerkreisen spricht man längst von der „Chinesischen Schule“, wenn Geiger sich während der Vorstellung das Leben nehmen. Weshalb in Salzburger Orchestergräben immer mehr Musiker sitzen, als für die eigentliche Vorstellung nötig. Als Reserve sozusagen. Legendär ist der Selbstmord eines argentinischen Dirigenten, der mit seinem Taktstock Harakiri verübte, nachdem er das vermeintliche Fremdgehen seiner Gattin aus einem Gespräch herausgehört zu haben glaubte. Kein Problem für die Musiker, die ihre Hausaufgaben mit Bravour erledigt hatten und unbeirrt ohne den Orchesterchef zu Ende fiedelten.
Saftschubse: Entsetzlich!
Herr Ösi: Ein DAX-Vorstand gibt zu Protokoll, die besten Geschäftsabschlüsse mache er, wenn die Königin der Nacht ihr Liedchen trällert und seine japanischen Geschäftspartner denken, er befände ich auf einer Alm mit Jodelmusik und Schuhplattler-Einlagen im Hintergrund. Während einer Mozart-Oper führen die Wichtigsten dieser Welt oder die, die sich dafür halten, all jene Gespräche, zu denen ihnen im normalen Tagesbetrieb die Zeit fehlt. Das erlauchte Publikum hat vor allem eines: Geld. Deshalb ist es den Stadtvätern so wichtig, diese Mozart-Tradition fortzuführen. Im Grunde ist es nichts anderes als Geschäftemacherei. Der Rubel muss rollen. Sehr im Gegensatz zum Publikum, das aufgrund seiner Altersstruktur sich immer wieder in den Gängen mit den Rollatoren in die Quere kommt und verkeilt. Dann rollt gar nichts mehr. Bis der letzte seinen Sitzplatz gefunden und eingenommen hat, hätte man zwei Zauberflöten hintereinander aufführen können. Endlich ist so weit. Der Dirigent klopft mit dem Taktstock wichtigtuerisch auf das Pult. Die Ouvertüre beginnt. Und gleichzeitig mit ihr hunderte von Telefongesprächen. Der dringlichen Bitte, die Musiker sollten doch nicht so laut spielen, es störe extrem beim Telefonieren, wird schon mal gegen Bezahlung eines schwindelerregenden Betrages nachgekommen. Für die nächsten drei Stunden ist Salzburg das Zentrum der Welt. Mindestens. Wenn nicht gar der Mittelpunkt des Universums.
Saftschubse: Unglaublich.
Herr Ösi: Die Absage kam also nicht von ungefähr.
Saftschubse: Chef, ich hab eine Idee. Warum bieten sie ihren Experimentalfilm nicht unseren Lesern an? Die sind bestimmt dankbarer als diese verwöhnt elitären Mozart-Fuzzies.
Herr Ösi: Wow! Das ist es! Sie sind ja sooo genial, Saftschübslein. Was, so frage ich mich, würde ich bloß ohne sie machen?
Saftschubse leise zu sich: Das frage ich mich auch.

Herr Ösi schnappt über

Die aktuelle… äh Krise fordert ihren Tribut… will sagen, ihre Opfer, ihre irren Opfer. Auch Herr Ösi kann sich dem aktuellen Weltgeschehenswahnsinn nur schwer entziehen. Er versucht’s mit ein bisschen Schokolade… 😉

Rohrkrepierer – Der Rap zum Sommerloch

Das Sommerloch hat uns wieder. Neuigkeiten Fehlanzeige.

Deshalb ein Rap zum Sommerloch: Der Rohrkrepierer.

Musik, Text und Gesang – Herr Ösi
Video – Mallybeau Mauswohn

Bardentreffen 2019 Zusammenschnitt

Was ist der Unterschied zwischen einem Konzert-Mitschnitt und einem Konzert-Zusammenschnitt?
Konzert-Mitschnitt ist eh klar.
Bei einem Konzert-Zusammenschnitt, eigentlich auch klar, wird das Konzert, sprich die Musik, zusammengeschnitten. Wie eine Wurst, die der Fleischhacker, neudeutsch Metzger, zusammenschneidet. Während bei einem Wurst-Zusammenschnitt nix Neues entsteht, weil Wust bleibt Wurst, egal wie du sie schneidest, entsteht bei einem Konzert-Zusammenschnitt immer was Neues.
Im vorliegenden Fall hat sich Herr Ösi das Bardentreffen 2019 in Nürnberg von einem Fleischhacker zusammenschneiden und praktischerweise gleich einpacken lassen. So hat ein jeder was davon. Der Nachteil natürlich, wenn du dir ein Konzert von einem abseits der Filmkunst Agierenden zusammenschneiden lässt, liegt auf der Hand. Unscharfe und verwackelte Bilder. Das musst du akzeptieren. Andererseits aber die Authentizität, also quasi Pluspunkt.
Den perfekten Konzert-Mitschnitt gibt es nicht.
Den perfekten Konzert-Zusammenschnitt auch nicht.
Naja, ist ja Wurst … findet die Ösi-Redaktion.

Trotzdem viel Spaß …

Mein Dank geht an die vielen tollen Künstler, die mir freilich nicht alle namentlich bekannt sind, um sie gebührend zu erwähnen.

Double Feature

Frage: Was hat die Endzeit-Krawatte mit Mäuse-Mumien zu tun?

Nichts, ist die richtige Antwort. Für ein Single Feature sind die beiden Stories einfach zu dünn. Deshalb haben wir die Filme in ein Double Feature gepackt.
Wikipedia sagte, die Filmvorführung eines Double Features war vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren eine weit verbreitete Strategie der Kinobetreiber, die durch das Blocksystem – hier wollen wir nicht unnötig abschweifen und raten Interessenten sich eigenständig zu dokumentieren – unfreiwillig erworbenen billigen B-Filme zusammen mit attraktiven A-Filmen  zu zeigen. Dabei konnten mit einer Kinokarte zwei Filme hintereinander geschaut werden.
Schauen Sie, liebes Publikum  – ohne den Erwerb einer einzigen Kinokarte, weil kostenlos – zwei Ösi-Filme auf einmal. Dass es diesmal weder für ein B-Movie noch für einen A-Film gereicht hat … sei’s drum.

Genießen sie das weltweit erste Z-Movie Double Feature … 😉

eSport

eSport bezeichnet den Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Oder auch den Wettkampf zwischen Mensch und Computer.

Die Zahl der passiven eSportler, also die Zahl der Faulpelze, die sich am Wettkampf Mensch gegen Computer vor den Bildschirmen ergötzen, wächst mit beängstigender Beständigkeit. Nun haben Krankenkassen und Menschenrechtler dazu aufgerufen, auch den passiven eSport als sportliche Betätigung zu werten …

Ösi Grusical

Benötige ich zum Verstehen des nachfolgenden Videos ein wie immer geartetes Vorwissen?, werden Sie sich fragen. Eigentlich nicht, so die korrekte Antwort. Aber! Frau Mallybeau hat uns im letzten Beitrag mit ihrem grandiosen Video Tomaten-Psycho, dessen Sichtung wir ausdrücklich empfehlen, einmal mehr aufs vorzüglichste unterhalten. Und die Leser zur Aufführung eines Grusicals in der eigenen Küche inspiriert. Gesagt, getan. Weil, bloß einfallslos auf dem Herd herum kochen, kann schließlich ein jeder. Nun ja, fast …

 

Trivia.
Wie so oft wurde der erste Take in einer einzigen Sequenz ohne vorangegangene Probe eingestellt.

Mice wake up from hibernation …

Die Künstliche Intelligenz KI unterschützt nein unterschützt nein  unterschützt nein  unterschützt nein  unterschützt nein  unterschützt nein  unterschützt nein  unterstützt ja unterstützt den Menschen dort, wo er Hilfe benötigt, greift ihm unter die Bottiche nein Fittiche, lenkt ihn behutsam seines Wegs, manövriert ihn sicher durch den Alltag. Da und dort und vielleicht überall, wo er überfordert ist, hopplahopp, eilt sie ihm zu Hilfe, die künstliche Intelligenz, schreibt – wenn es sein muss – ganze Blogbeiträge, hilft gegen die gefürchtete Schreibblockade, wenn dem Schreiber mal wieder wie so oft über eine längere Zeitspanne hinweg nix einfällt. „min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]“ hat es vorgemacht, ein paar Parameter, eingetippselt wenn überhaupt, ratatata  ratatata, der Drucker rattert im Hintergrund, spuckt ein schmuckes Bildnis aus, dass einen jeden halbwegs begabten Impressionisten oder Expressionisten oder Exhibitionisten  vor Neid erblassen lässt. Ein herrliches Gemälde. Dann ab zu Christie’s Auktionshaus, man kennt den Laden, ratatata  ratatata, das uns wohlbekannte Geräusch, nein, nicht wieder der Drucker, diesmal es ist die Geldzählmaschine, die die Scheine runter zählt, ratatata  ratatata, 432.500 Dollar für Edmond de Belamy … nönö, ist nicht der Programmierer, es ist der auf dem Kunstwerk dargestellte Heini, der verdattert in die Landschaft glotzt und nicht glauben kann, dass er 432.500 Dollar wert sein soll. Wir können’s auch nicht glauben. Künstliche Intelligenz eben. Die weit mehr kann, als bloß nachschauen, ob noch Bier ist im Kühlschrank drinnen. Ey Alda, das ist Kunscht, nix wie früher vom Menschen, das ist jetzt aus vielen Nullen und Einsen, aus digital gemacht, ich denke, der oesiblog muss mit der Zeit gehen und das althergebrachte Geschreibsel war gestern. Heute die Künstliche mit den vielen Nullen. Und Frau Saftschubse? Gottchen, fast hätt‘ ich sie vergessen. Die behalten wir als Maskottchen.

 

Zack zack ein paar Parameter und fertig ist das Video. Jetzt ab zu Christie’s. Wir nehmen auch Euro. Es müssen keine Dollar sein …

Doppelgänger

Eigentlich hätte es ein Gespräch über Kunst werden sollen. Eigentlich. Doch es kam anders. Warum?
Sehen Sie bitte selbst …

Handelsübliche chinesische Hauskatzen beim Vorbeiflug an Gliese 581 c