Schwäne und Kräne

Kaum einer hat sich je Gedanken über das schwierige Zusammenleben zwischen Schwan und Kran gemacht. Das ist schade. Wie wir wissen, reimt sich nicht nur Schwan auf Kran, nein, sogar die Schwäne reimen sich auf Kräne. Und natürlich umgekehrt.

Da muss mehr dahinter stecken als bloßes Gereimsel, hat sich die Redaktion vom oesiblog gedacht und hat sich auf den Weg gemacht, die nicht ganz einfache Zweckgemeinschaft zwischen Schwan und Kran zu ergründen – beziehungsweise  mangels vorhandener Studien  – überhaupt erstmalig zu definieren.

Das erstaunliche Ergebnis jahrelanger Arbeit dürfen wir der geneigten Leser- Hörer- und Seherschaft heute unterbreiten …

 

 

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alles außer irdisch

Ein Film über Außerirdische sollte mit einleitenden und erklärenden Worten beginnen.
Sagt wer?
Sagen die Experten. Man denke nur an Orson Welles und seine fiktive Radiosendung von 1938, mit der er eine Massenpanik auslöste.
Da war ich im Urlaub.
Genug der einleitenden Worte. Film ab…

Rohrkrepierer

Ich reblogge zum ersten Mal…

Wiedergekäutes von der BLOGHÜTTENALM

Tosend rüttelt ein heftiger Sturm an den Rollläden, Regentropfen peitschen umher, Wassermassen fließen in Strömen den Hang hinab. Unsere Alm hat es hart getroffen. Nach der wochenlangen Dürreperiode werden wir nun von einer nicht enden wollenden Regenzeit eingeholt. Seit Tagen strömt es ununterbrochen. Die Pflanzen haben ausreichend getrunken und geduscht, die Wasserspeicher sind gefüllt, jetzt wäre es an der Zeit, eine kurze Unterbrechung einzulegen. Doch Pustekuchen. Das Regenwasser quillt aus den Straßenschächten, die örtliche Feuerwehr muss Keller leer pumpen. Ein Desaster. Derweil harren wir in der warmen Stube aus und warten, bis jemand die Leitung zur Himmelsschleuse schließt. Die Tiere liegen bequem auf den Sofas und schmökern in Comicheften während Herr Schrödinger in die Küche geht, um einen Pott Salbeitee aufzusetzen. Er nimmt den kupfernen Kessel vom Herd, hält ihn unter den Wasserhahn und dreht auf. Nichts. Kein Wasser. Erneut schließt und öffnet er den Drehknauf, doch kein Tröpfchen fällt…

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Herr Ösi überquert einen Zebrastreifen und winkt …

An und für sich ist es nichts Besonderes, einen Zebrastreifen zu überqueren. Millionen von Menschen machen es täglich vor. Der Prozentsatz derer, die eine Straße abseits vom Zebrastreifen überqueren, ist deutlich größer als … aber kommen wir nicht ab vom Thema. Vermutlich wird es Sie wenig jucken zu erfahren, dass München am 8. Juli 1952, an einem herrlich sonnigen Sommertag, zwölf Zebrastreifen erhielt und ich hätte mir sparen können, dies zu erwähnen.

Interessant wir es allerdings, wenn einer über den Zebrastreifen geht und winkt.

Zeitgeschichtliche Dokumente, die das Ereignis zum ersten Mal belegen, fehlen. Dennoch gehen wir davon aus, dass es deutlich nach dem 8. Juli 1952 gewesen sein muss.
Gesichert ist, dass Paul McCartney am 24. Juli 2018 über einen Zebrastreifen ging und winkte. Ja, der große Paul McCartney. Geht Paul McCartney über einen Zebrastreifen, wenn es sein muss über einen x-beliebigen – was er nicht tut – und winkt er gleichzeitig, dann ist das Medienspektakel perfekt. Hunderttausende, wenn nicht Millionen Klicks belegen das epochale Ereignis. Paul McCartney geht nicht über einen x-beliebigen, weil Paul McCartney, wenn er einen Zebrastreifen überquert, ja niemals einen x-beliebigen überquert. Der Mann hat ein Gespür für den richtigen Zebrastreifen. Während wir sagen: „Ich geh mal über den Zebrastreifen, obwohl mir bewusst ist, dass es ein x-beliebiger ist, aber der Laden, in dem ich meine Einkäufe tätige, liegt nun mal auf der anderen Straßenseite“, geht Paul McCartney nie und nimmer über einen x-beliebigen und den Laden, in dem ich meine Einkäufe tätige, meidet er wie der Teufel das Weihwasser. Paul McCartney hat gut Winken, wenn er über den Zebrastreifen geht, weil er den Laden, in dem ich einkaufe, links liegen lässt.

Jetzt sagen Sie vielleicht Plagiat. Herr Ösi überquert einen Zebrastreifen und winkt. Das habe ich schon von Paul McCartney gesehen. Es ist natürlich nicht der Zebrastreifen von der Abbey Road, den ich überquere, weil da nicht der Laden liegt, in dem ich meine Einkäufe tätige, sondern es ist ein x-beliebiger. Aber winken tu ich trotzdem. Oder gerade deswegen. Während ich den Zebrastreifen überquere, winke ich. Das generiert, so hoffe ich, Millionen von Klicks, auch wenn ich nicht Paul McCartney bin oder gerade weil ich nicht Paul McCartney bin. Ich setze auf Altbewährtes. Was bei Paul McCartney funktioniert, kann auch mir zum Erfolg verhelfen. Selbst in Hollywood hat man dieses Rezept erkannt und dreht künftig nur noch Remakes von Remakes von Remakes von Remakes. Man reduziert einerseits das Risiko eines Flops, dem das Neue zwangsläufig ausgesetzt ist, andererseits vermeidet man die Überforderung des Zuschauers, ihm einen Stoff vorzusetzen, den er nicht kennt. Während ich den Zebrastreifen überquere und winke, rechne schnell jene Kosten nach, die dieses Filmprojekt verschlingt. Überschaubar, denke ich, überschaubar. In Hollywood kann man es nicht besser. Sollte der Film dennoch zum Flop mutieren, indem er die gewünschte Anzahl an Klicks nicht erreicht, any way ich kann es mir leisten.

Während ich überschaubar denke und gleichzeitig winke, den x-beliebigen Zebrastreifen hin zum Laden überquerend, in dem ich meine Einkäufe tätige, fällt mir Paul McCartney ein und sein riesiges Vermögen. Wie hat er es verdient? Reicht simples Musizieren aus, einen derartigen Reichtum anzuhäufen? Ich bin skeptisch.
Was, wenn er das Überqueren des Zebrastreifens und das gleichzeitige Winken während dem Überqueren sich hat patentieren lassen?
Was, wenn er seinen Lebensunterhalt damit verdient, harmlose Passanten, die auf dem Zebrastreifen ahnungslos winken, mittels gewiefter Rechtsanwälte abmahnen zu lassen?
Was, wenn die in der Nähe von Zebrastreifen immer zahlreicher montierten Kameras dazu dienen, winkende Fußgänger abzulichten, um sie einer Straftat wegen Verletzung des McCartney’schen Urheberrechtes zu überführen?
Fragen über Fragen.

Egal, ich gehe das Risiko ein – überquere einen Zebrastreifen und winke.

Fly me to Tschuri-Gerasimenko

Klar, in der Badewanne. Wo denn sonst?

Wir singen alle in der Badewanne. Naja, sagen wir mal: viele singen in der Badewanne. Die meisten. Bei geschlossenem Fenster, versteht sich. Und das ist gut so. Nicht auszudenken, der Nachbar oder die Nachbarn würden … Das liefe unter Hausfriedensbruch. Mindestens. Ein Polizeiaufgebot und das ganze Programm wären die Folge. Öffentliche Ruhestörung, weil wir sind hier nicht bei DSDS. Da könnte ein jeder bei offenem Fenster und so weiter.

Ein Kommentar bei Frau Mallybeau über das legendäre Edgetreatment samt Edgefeeling gipfelt in dem fantastischen Cover „Fly me to Tschuri-Gerassimenko“. Sie kennen ihn praktischerweise, den Kometen, den mit der Bahnneigung von 7,0402° und fragen sich, wann er wohl wieder sein Perihel ändert. Nun gut. Sie haben Wichtigeres zu tun. Ich auch. Perihel hin oder her. Dennoch. Der Song „Fly me to the moon“, gesungen vom guten alten Frankie, ist plötzlich da und geht mir nicht aus den Ohren. Das Fenster ist geschlossen. Ich überarbeite den Text. Von D. Bohlen und Konsorten habe ich nichts zu befürchten. Also gebe ich meine Version zum besten.

Der Song ist Frau Mallybeau gewidmet … 🙂

Microchip

Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist der nächste Schritt der Europäischen Union vorprogrammiert.

Wenn es um die Einschränkung von Freiheit geht, spielt diese EU ganz vorn in der ersten Liga mit. Hund und Katze wissen, wovon heute die Rede ist, nämlich vom Microchip. Die Vierbeiner, praktisch Vorreiter und Versuchskaninchen für den Menschen, tragen den unsichtbaren RFID-Chip bereits amtlich verschrieben unter ihrem Fell.

Am 1. Januar 2020 ist es  auch für uns so weit. Ab diesem Datum wird der Microchip für den EU-Bürger zur Pflicht. Der Chip wird relativ schmerzfrei zwischen Daumen und Zeigefinger implantiert. Durchgeführt vom Arzt oder einer Krankenpflegekraft, ist selbst Ihr persönlich bevorzugtes Piercing-Studio, welches Sie normalerweise mit geformten Blechteilen veredelt, zu diesem Eingriff berechtigt.

Die Vorteile, die sich dadurch für die vergleichsweise wenigen Personen ergeben, die Sie, die UNS beherrschen, überwachen, kontrollieren und steuern, können gar nicht hoch genug eingeschätzt und hervorgehoben werden. Jederzeit ort- und kontrollierbar, wird das EU-Vidium künftig durchsichtiger als Glas, auf Schritt und Tritt verfolgbar und kann – ist erst mal die Schnittstelle Chip zu Bankkonto hergestellt – ohne den implantierten Chip nicht einmal mehr seine Brötchen beim Billig-Bäcker erwerben. „Isch over!“ Das Bonmot eines ehemaligen Finanzministers, das eigensinnig abtrünnige Regierungen wieder auf Linie bringen sollte, ist ab sofort für die EU Gesamtbevölkerung gültig.

Jedoch: In der Vorlaufzeit bis zum 1. Januar 2020 ist es dem Individuum gestattet, einen beliebigen Chip seiner Wahl zu implantieren. Danach wird das EU Modell

Dirty Game 84

standardmäßig zur Vorschrift, ein Hightech-Produkt, das gemeinsam von der NATO, CIA und NSA entwickelt wurde und auf Drängen sogenannter Menschenrechtsorganisationen, auf deren namentliche Nennung wir verzichten, mit integriertem Eliminator-Tool ausgeliefert wird, das den Träger des Chips auf Wunsch ins Jenseits befördert. (Wir berichteten bereits darüber)

Herr Ösi hat den Selbstversuch gewagt und sich mutig und in vorauseilendem Gehorsam einen Chip implantiert.

PS: Bei Damen derzeit besonders hoch im Kurs … das Modell Chip ’n Dales … aus Gründen des Datenschutzes leider ohne Foto …

Der Welthit

Der Künstler zieht sich zum Erschaffen seines neuesten Werkes in sein Atelier – in unserem Fall – in sein Tonstudio zurück. Hier arbeitet er völlig allein und ungestört.

Doch ist er tatsächlich allein?

Was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, ist meist rätselhaft. Heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen, schauen dem Maestro über die Schultern und beobachten ihn bei der Erschaffung (s)eines Welthits.

 

Weltlachtag

Wenn ich lach – am Weltlachtach‘ – dann gute Nach‘ (t)

Am 6. Mai ist Weltlachtag. Da kann ein jeder lachen. Aber heute?

Kosmischer Gorilla

Während wir noch über das
Infinite-Monkey-Theorem nachdenken
das eine breite Leserschaft
wohl deshalb nicht erreichte
klagt Herr Ösi
weil WordPress bei der Benachrichtigung
des geschätzten Publikums
dermaßen schlampte
dass selbst die Bundespost
oder schlimmer noch
die Bundesbahn
im Vergleich dazu
als ein Ausbund an Zuverlässigkeit
bezeichnet werden müssen
schiebt sich ein weiterer Affe
diesmal in Form eines Gorillas
eines leibhaftigen Gorillas
in den Vordergrund
der es in puncto Sprachfertigkeit
nicht ganz mit Shakespeare
(wie unser erster Affe)
aufzunehmen vermag
dafür aber
glauben wir der Wissenschaft
mit unglaublichen Werten glänzt
die über die Fähigkeiten
eines handelsüblichen Gorillas
weit hinausgehen
die Rede ist vom Kosmischen Gorilla
und NEIN
um Missverständnissen vorzubeugen
dahinter verbirgt sich keine Kreation
aus der Ösischen Schreibwerkstätte
wie sich eventuell vermuten ließe
der kosmische Gorilla
sagt der Psychologe
sagt Herr Ösi
den Psychologen zitierend
der kosmische Gorilla
so die Wissenschaft
so der Wissenschaftler
spielt nicht nur
wie der FC Bayern
ein bis zwei Ligen höher
als der herkömmliche Affe
nein nein
er spielt mit nichts weniger
als mit unserer „Unaufmerksamkeitsblindheit“
Wie bitte?

Zugegeben
das eher sperrig daher kommende Wort
Unaufmerksamkeitsblindheit
stammt aus der Feder
sie werden es erraten haben
aus der Feder eines Psychologen
möglicherweise aus jener jenes obig genannten
der wie ein jeder Psychologe
der ein neues Wort erfindet
{oder eben keins
weil bloß nur ein „einfacher“ Psychologe
ohne Worterfindungsambition
(soll schon vorgekommen sein)}
weil dieser neue Worte erfindende Psychologe
also der andere
naturgemäß naturgemäß
nicht nur mit den Problemen seiner Patienten
sondern auch oder vor allem
wie könnte es anderes sein
mit Problemen zu kämpfen hat
die wir als seine eigenen
meist hausgemacht psychologischen
identifizieren … äh müssen
(das nur am Rande)
diese Unaufmerksamkeitsblindheit
doziert der Psychologe
führt dazu
dass wir den Gorilla nicht sehen
nicht sehen können
den er zur seiner Unaufmerksamkeitsblindheit
praktischerweise gleich dazu erfunden hat
den Gorilla
so der Psychologe
nach Erfindung der Unaufmerksamkeitsblindheit
ja selbst wenn wir denn wollten
nicht sehen können
(da schau her)
so sehr wir uns auch mühen und bemühen
nein nein ja ja
der Gorilla
so Herr Ösi
den Psychologen zitierend
entzieht sich unserer Aufmerksamkeit
weil wir diese
also unsere Aufmerksamkeit
voll auf die Basketballspieler
auf ihr Ballgeschubse
et cetera et cetera lenken
so dass der Gorilla
frech ungeniert ungehindert
wie ein Gorilla eben
durch das Bild zu trotten vermag
ohne dass wir
unter Anführungszeichen „Laien“
ohne dass wir Laien
in der Lage wären
auch nur die geringste Notiz
und so weiter von dem Kerl zu nehmen
der Kosmische Gorilla
so der Psychologe weiter
jetzt in seinem Element
behindert uns in der Entdeckung
außerirdischer Intelligenzen
engt unsere Wahrnehmung ein

Irgendetwas
sagt Herr Ösi
irgendetwas scheint uns
den Boden unter den Füßen wegzuziehen
zerrt an den Beinen
oder unterhalb oder oberhalb
jedenfalls zerrt
der nächstbeste Stuhl
wir fallen in den nächstbesten Stuhl
ringen nach Luft
japsen hecheln röcheln schnaufen
pusten atmen schwer
der Gorilla
hat sich vor uns aufgebaut
direkt vor unserer Nase
steht er
versperrt uns die Sicht
die Sicht
auf die außerirdischen Intelligenzen
Weg da, Affe!
rufen wir
Weg da, dalli dalli!
untermalt von entsprechenden Handbewegungen
er hört uns nicht
will uns nicht hören
Aus dem Weg!
Geh mir aus der Sonne!

nix da
er weicht keinen Millimeter
es ist jener Moment
indem Herr Ösi beschließt
den Translator: earthly extraterrestrial
um einen Alien Finder zu erweitern

Freuen Sie sich darauf!

Das Infinite-Monkey-Theorem

Setzen wir den Affen
sagt die Wissenschaft
einen beliebigen Affen
vor die Schreibmaschine
geben wir ihm Zeit
ausreichend Zeit
tippt er
behauptet die Wissenschaft
den Shakespeare
oder die Bibel
den ersten oder zweiten Teil der Bibel ist nicht bekannt
zumindest aber den Shakespeare
soviel ist gesichert
weil kürzer
als jede heilige Schrift
den Shakespeare
tippt der Affe
I-R-G-E-N-D-W-A-N-N
in seiner Gesamtheit
rein zufällig
in die Tastatur hinein
tack tack tack
früher oder später
wohl eher später als früher
erhalten wir den Shakespeare
tack tack tack
als vollständige Werkausgabe
so Herr Ösi
so die Wissenschaft
den Shakespeare
direkt aus der Schreibmaschine
wenn es sein muss als vom Affen
persönlich signierte Gesamtausgabe
die Wissenschaft
untermauert die Wahrscheinlichkeit
dieser Wahrscheinlichkeit
des vom Affen
versehentlich oder zufällig
getippten Shakespeare’s
mit ausführlichen Berechnungen
komplizierten Formeln et cetera
eine Ungeheuerlichkeit
das Infinite-Monkey-Theorem
hätte er nur annähernd
geahnt tack tack tack
dieser Herr Shakespeare
sagt Herr Ösi
dass ein Affe
noch dazu ein beliebiger
früher oder später
all seine Werke
in die Schreibmaschine tippt
sprich Gesamtausgabe
wetten
der Dichter hätte Abstand genommen
vom Schreiben
das Schreiben
bleiben lassen
hingeschmissen noch vor Beginn der ersten Zeile
vor dem Hinkritzeln des ersten Wortes
hätte sich hingesetzt
mit einem guten Drink
und abgewartet bis der Affe fertig ist
so Herr Ösi
die Wissenschaft
damals wie heute unfähig
Voraussagen richtig vorauszusagen
Wahrscheinlichkeiten sicher zu berechnen
Prognosen glaubhaft aufzustellen
und so weiter
andernfalls hätte dieser Shakespeare
so wie wir ihn kennen
das Tier werkeln lassen
bis zur letzten Seite tippen lassen
dann dem Affen
gleich nach fertig werden
mit einem Schwung das Werk entrissen
das Affen-Manuskript an sich genommen
kurzerhand zum eigenen erklärt
den Affen mit einem Stück Zucker abgespeist
und die Lorbeeren höchstpersönlich eingeheimst
der Verdacht
der in uns keimt
sich zu Recht manifestiert
dass die Werke Shakespeares
nicht von Shakespeare himself stammen
sondern von einem (bis heute verschollenen) Affen
auf einer (bis heute verschollenen) Schreibmaschine
mit nachträglicher Rückdatierung
nach dem Zufallsprinzip
von einem uns nicht bekannten Affen
in die Schreibmaschine hinein getippt worden sind
ist laut Herrn Ösi
nach Überprüfung der Wissenschaft
und insbesondere nach Überprüfung
der Wahrscheinlichkeit der Wahrscheinlichkeit
und des Infinite-Monkey-Theorems
ein felsenfest sich erhärtender

 

Geht es um Effizienz
ist der Literaturbetrieb
an vorderster Stelle
wirtschaftliche Akzente zu setzen
sagt Herr Ösi
ein jeder Affe
vor seiner Schreibmaschine
ist dem Literaturbetrieb gerade Recht
Effizienz und Gewinn
Gewinn und Effizienz
beide müssen gesteigert werden
der Affe unschlagbar in seiner Kunst
die Bestseller unserer Tage
Belletristik oder Sachbuch
ganz egal
acht von zehn Topsellern
so die Statistik
werden in diesen Tagen
von einem Affen
nach dem Zufallsprinzip
nach dem Infinite-Monkey-Theorem
in die Schreibmaschinen beziehungsweise
in die Laptops hinein getippt
acht von zehn Topsellern
derart zielstrebig
derart perfekt
dass selbst ein Marcel Reich-Ranicki
Gott hab ihn selig
so Herr Ösi
das Werk eines Affen
nicht von dem eines Menschen
hätte unterscheiden können
acht von zehn Topsellern
erinnern wir uns
wie oft der bekannte Kritiker
bei der Beurteilung eines
mehr oder weniger literarischen Textes
versehentlich auf „Affe“ tippte
wo doch – damals zumindest – „Mensch“
die richtige Antwort gewesen wäre
acht von zehn Topsellern
ein Wahnsinn an
Effizienz und Gewinn
tack tack tack vom Affen
hinter dem Affen
der Lektor
vom Verlag beauftragt
schaut dem Tier
über die behaarte Schulter
wartet auf den nächsten Bestseller
erstklassige Weltliteratur
so die Vorgabe vom Verlag
sobald der Affe
erstklassige Weltliteratur
in die Tasten klopft
Anwurf der Vermarktungsmaschinerie
oftmals bereits davor
as whence the sun ‚gins his reflection
shipwracking storms and direful thunders break
so from that spring, whence comfort seem’d to come
discomfort swells. Mark, King of Scotland, mark

der Affe tippt ein bisschen müde
aber dennoch gut erkennbar „McBeth“
zusammenhanglos wie zufällig
der Lektor ist begeistert
ein großer Text
ein großer Wurf
in der Chefetage genüssliches Händereiben
Dollarnoten in den Augen
Anstoßen mit und auf Schäks-Bier
man prostet sich zu
acht von zehn Topsellern
Marcel Reich-Ranicki hätte den vorliegenden Text
in der Luft zerrissen
den Autor vermutlich auch
erstklassige Weltliteratur?
von wegen! – purer Schwachsinn!!!
hätte er erbost gerufen
sagt Herr Ösi
doch für den oesiblog könnte es reichen …