Das seitliche Abdriften des Kuckucks auf dem Weg zur Gabelung

Saftschubse: Man sieht ihnen die Enttäuschung an, Chef.
Herr Ösi: Ja? Ist das so?
Saftschubse: Regelrecht.
Herr Ösi: Das haben sie schön gesagt, dieses Regelrecht.
Saftschubse: Es war bestimmt nicht leicht.
Herr Ösi: Wie wahr. Sie sagen es.
Saftschubse: So kurz vor dem Ziel.
Herr Ösi: Ja, das Ziel vor Augen. Zum Greifen nah. Zauntimeter gewissermaßen…
Saftschubse: Eine herbe Enttäuschung. Wenn einer diese Ablehnung nicht verdient hat, sind sie es, Chef.
Herr Ösi: Ach, Saftschübslein…
Saftschubse: Diese Horden nichtsnutziger… äh… gemeingefährlicher…
Herr Ösi: Die Möwe als Möwe belassen, verstehen sie? Vielleicht hätte ich die Möwe belassen sollen, wie sie ist. Als Möwe eben.
Saftschubse: Sie meinen…
Herr Ösi: Eine Möwe als einen Kuckuck auszugeben, überfordert das Publikum. Die moderne Smartphone-Gesellschaft von heute ist nicht bereit für jene Flexibilität im Denken, die nötig wäre. Das Gehirn spielt bei ihr einfach nicht mit. Ein Zuviel an Technik engt die Menschen ein. Die Bandbreite, die freies Denken in diesen Tagen noch ermöglicht, wird zusehends schmäler.
Saftschubse: Da ist was dran.
Herr Ösi: Jammerschade.
Saftschubse: Sie sind angetreten, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Den alten Mief rauszublasen aus der Stadt. Weg! Weg! „Fenster auf! Türen auf!“, haben sie wieder und wieder gerufen. „Wir brauchen Luft! Frische Luft! Viel frische Luft!“
Herr Ösi: Die Honoratoren der Stadt haben es nicht honoriert.
Saftschubse: Weil die eben keine Ahnung haben.
Herr Ösi: Vielleicht war es zu gewagt zu sagen: Die Zauberflöte muss runter vom Spielplan. Weg damit! Mozart kann auch in einer Turnhalle aufgeführt werden.
Saftschubse: Das stimmt. In Gramatneusiedl hätten man ihnen für diesen Vorschlag die Hände und die Füße geküsst.
Herr Ösi: In Gramatneusiedl… ganz bestimmt. Nicht in Salzburg, nein, in Salzburg nicht. In Salzburg sind sie zu verbiestert. Zu starrköpfig. Die Stadtoberen haben sich mit Händen und Füßen gewehrt, ihren geliebten Mozart in eine Turnhalle auszulagern.
Saftschubse: Dabei hätte es massive Vorteile gehabt.
Herr Ösi: Mozart, da bin ich sicher, Mozart wäre es egal gewesen. Er hätte es sogar befürwortet. Er hätte der Turnhalle den Vorzug gegeben. Papageno und Papagena hätten ihre Arie auf einem Stufenbarren gesungen.
Saftschubse: Ich glaube, Mozart hätte ihnen das Große Festspielhaus zur Verfügung gestellt.
Herr Ösi: Selbst mit der Felsenreitschule wäre ich zufrieden gewesen.
Saftschubse: Ihre Bescheidenheit ehrt sie, Chef, allein, sie bringt nix.
Herr Ösi: Der Beschluss fiel einstimmig aus. Es wäre nicht tragbar, Mozart, das berühmteste Kind der Stadt, aus dem Programm der „Salzburger Festspiele“ zu nehmen, so die Verantwortlichen, und statt dessen einen unbekannten Experimentalfilm mit kontemporärer Musikbegleitung mit dem Titel „Das seitliche Abdriften des Kuckucks auf dem Weg zur Gabelung“ dem erlauchten, oftmals weitgereisten und weit vergreisten Publikum darzubieten. Zudem würde der Film mit einer Dauer von 5 Minuten nur einen Bruchteil der Zeit veranschlagen, den die Zauberflöte benötigt, heruntergefiedelt zu werden, wir sprechen hier von einem Sechsunddreißigstel.
Saftschubse: Papperlapapp!
Herr Ösi: Das habe ich auch gesagt. Höchstens fünf Minuten dauert die Zeitspanne, die es dem modernen Mensch ermöglicht, sich zu konzentrieren. Dann ist es vorbei. Dann schweift er ab, driftet ab, verzettelt sich und verliert den Faden. Der Kuckucks-Film wäre geradezu ideal gewesen. Einen Mozart in der heutigen Zeit aufzuführen ist Wahnsinn, genauso gut könnte man Perlen vor Säue werfen. Das Publikum ist einfach überfordert. Bedenken sie: Die Ouvertüre ist noch im vollen Gang, da läuten die ersten Handys. Telefonate werden geführt. Ob das Bügeleisen ausgeschaltet ist, wird gefragt, ob die Oma gut versorgt ist, der Kanarienvogel sein Futter bekommen hat, kurz: ab diesem Moment werden von Salzburg aus die elementarsten Botschaften in die Welt hinausgeschickt. Die Leidtragenden dieser neuzeitlichen Unsitten sitzen im Orchestergraben. Er ist das Auffangbecken, in dem sich die Gespräche des Auditoriums zu einem Stimmengewirr verdichten. Ist doch klar, die Gespräche purzeln bedingt durch die Schwerkraft in den Orchestergraben hinab und wabern wie unsichtbare Nebelschwaden um die Musiker. Malträtieren sie. Peinigen sie. So mancher Streicher scheidet noch während der Vorstellung freiwillig aus dem Leben. Den Veranstaltern ist es egal. China hält genügend Nachschub parat. Eine Riege von hochtalentierten Streichern wartet nur darauf, endlich in einem Salzburger Orchestergraben das Leben auszuhauchen. Hauptsache Salzburg. Das ist es, was zählt. Begonnen hatte alles mit einem gewissen Ching Chang Chong, der sich mitten in der Rachearie mit einer Saite seiner Bratsche erdrosselte. Das Telefonnetz brach völlig zusammen, als Teile des Publikums die Tat hautnah miterlebten und das gesehene Geschehene unverzüglich in den Äther hinausposaunten. Die Oper lief zum Glück ohne Unterbrechung weiter. Der Vorfall blieb kein Einzelfall und machte Schule. In Musikerkreisen spricht man längst von der „Chinesischen Schule“, wenn Geiger sich während der Vorstellung das Leben nehmen. Weshalb in Salzburger Orchestergräben immer mehr Musiker sitzen, als für die eigentliche Vorstellung nötig. Als Reserve sozusagen. Legendär ist der Selbstmord eines argentinischen Dirigenten, der mit seinem Taktstock Harakiri verübte, nachdem er das vermeintliche Fremdgehen seiner Gattin aus einem Gespräch herausgehört zu haben glaubte. Kein Problem für die Musiker, die ihre Hausaufgaben mit Bravour erledigt hatten und unbeirrt ohne den Orchesterchef zu Ende fiedelten.
Saftschubse: Entsetzlich!
Herr Ösi: Ein DAX-Vorstand gibt zu Protokoll, die besten Geschäftsabschlüsse mache er, wenn die Königin der Nacht ihr Liedchen trällert und seine japanischen Geschäftspartner denken, er befände ich auf einer Alm mit Jodelmusik und Schuhplattler-Einlagen im Hintergrund. Während einer Mozart-Oper führen die Wichtigsten dieser Welt oder die, die sich dafür halten, all jene Gespräche, zu denen ihnen im normalen Tagesbetrieb die Zeit fehlt. Das erlauchte Publikum hat vor allem eines: Geld. Deshalb ist es den Stadtvätern so wichtig, diese Mozart-Tradition fortzuführen. Im Grunde ist es nichts anderes als Geschäftemacherei. Der Rubel muss rollen. Sehr im Gegensatz zum Publikum, das aufgrund seiner Altersstruktur sich immer wieder in den Gängen mit den Rollatoren in die Quere kommt und verkeilt. Dann rollt gar nichts mehr. Bis der letzte seinen Sitzplatz gefunden und eingenommen hat, hätte man zwei Zauberflöten hintereinander aufführen können. Endlich ist so weit. Der Dirigent klopft mit dem Taktstock wichtigtuerisch auf das Pult. Die Ouvertüre beginnt. Und gleichzeitig mit ihr hunderte von Telefongesprächen. Der dringlichen Bitte, die Musiker sollten doch nicht so laut spielen, es störe extrem beim Telefonieren, wird schon mal gegen Bezahlung eines schwindelerregenden Betrages nachgekommen. Für die nächsten drei Stunden ist Salzburg das Zentrum der Welt. Mindestens. Wenn nicht gar der Mittelpunkt des Universums.
Saftschubse: Unglaublich.
Herr Ösi: Die Absage kam also nicht von ungefähr.
Saftschubse: Chef, ich hab eine Idee. Warum bieten sie ihren Experimentalfilm nicht unseren Lesern an? Die sind bestimmt dankbarer als diese verwöhnt elitären Mozart-Fuzzies.
Herr Ösi: Wow! Das ist es! Sie sind ja sooo genial, Saftschübslein. Was, so frage ich mich, würde ich bloß ohne sie machen?
Saftschubse leise zu sich: Das frage ich mich auch.

Massage

You want more?
(Die hübsche Masseuse zu Herrn Ösi)

Zwei Wochen Fernost können anstrengend sein. Für Herrn Ösi. Vor allem für seinen Rücken. Normalerweise geht er einmal pro Woche zur Wirbelsäulengymnastik. Weil rückengeschädigt. Naja, das Alter. Mann wird eben nicht jünger. Aber in Fernost… die gewohnte Wirbelsäulengymnastik… äh Fehlanzeige.

Da muss Mann nach Alternativen Ausschau halten. Aber, hey, die Asiaten sind Weltmeister, wenn es um den Körper geht. Sprich, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper und so. Nun ja, der Herr Buddha vielleicht ausgenommen. Bei ihm ist es mehr das geistige Dingens. Der Gute hat Gewichtsprobleme. Er liebt es, beim Essen reinzuhauen wie ein Scheunendrescher. Recht hat er. Soll er sich etwa den Köstlichkeiten versagen? Auf keinen Fall. Er weiß: ein gutaussehender Mann kann durchaus ein Bäuchlein tragen. Das Wichtigste im Leben… ist nicht die perfekte Figur, sondern die Erleuchtung. Jawohl, die Erleuchtung. Und da macht ihm so schnell keiner ein X für ein U vor! Oder umgekehrt.

Buddha mit Bäuchlein | Foto Herr Ösi

Wir lassen uns gern von Oberflächlichkeiten leiten. Merken es nicht einmal. Bin ich zu fett? Passt mein Haarschnitt zur Krawatte? Die Krawatte zur Unterhose und so weiter. Gröbster Unfug also, den, sich auszudenken, nur ein Mensch imstande ist. Wenn es aber ums Essen geht, hält Herr Ösi es mit dem Buddha… naja fast. Gemäßigtes Scheunendreschertum sozusagen. Wir berichteten bereits darüber.

Die wöchentliche Wirbelsäulengymnastik fand derweil zu Hause ohne Herrn Ösi statt. Von den Rückengeschädigten hätte ja keiner verstanden, wären die Übungen zwei Wochen lang ausgefallen, nur weil Herr Ösi urlaubt. Einen Ausfall hätte mir die Gruppe niemals verziehen. Ich stelle mir folgendes Szenario vor:

Erster Rückengeschädigter: Wir haben 2 Wochen Pause.
Zweiter Rückengeschädigter: Menno! Ach nö!
Erster Rückengeschädigter: Die Übungen fallen aus.
Zweiter Rückengeschädigter: Wieso?
Erster Rückengeschädigter: Herr Ösi weilt in Fernost.
Zweiter Rückengeschädigter: Nein! Dieser Arsch!

Und während wir – fast hätte ich Blödel geschrieben – während wir „in Anführungszeichen Blödel“ im Fitnessraum auf herkömmliche Art und Weise schwitzen, weil Situps und das ganze Programm eher alles andere ist als reinstes Honiglecken, weil wir schuften wie die Berserker und uns quälen bis zum Geht-nicht-mehr, während wir all diese Unbilden auf uns nehmen, still in uns hineinfluchen und uns die Frage stellen, warum wir uns den Scheiß die Quälerei freiwillig antun, bieten sie in Fernost geniale Methoden zur körperlichen Ertüchtigung an, wo du nix anderes tun musst als dich ein bisschen hinzulegen. Sie nennen es Massage…

Massagen & Preise | Foto Herr Ösi

Bevor du nun angesichts der Preise mit den Ohren schlackerst, folgendes: sie verstehen sich pro Stunde und, um sie in Euro umzurechnen, musst du, sagen wir mal, durch 33 dividieren. Also, eine Stunde Fußmassage kostet ca. 6 Euro. Plus Trinkgeld, versteht sich. Da kannst du nicht meckern…

Während die Gruppe zu Hause sich einen abstrampelt, hat es sich Herr Ösi auf der Liege bäuchlings bequem gemacht… 🙂
Das ist eine ziemlich zierliche Masseuse, dachte er, und da saß sie schon auf ihm oben. Oookay. Andere Länder, andere Sitten. Einmal in Ösiland, lang is her, hat er sich massieren lassen. Der Masseur war ein Mordslackel mit Hände groß wie Wagenräder. Hätte der sich auf ihn gesetzt, der Ösi hätte ihm was erzählt und den Kerl unverzüglichst und ohne Vorwarnung runter geschmissen. Aber hier natürlich Ausnahme. Du willst nix falsch machen. Das Mädel wird schon wissen, was es tut. Fernöstliche Spezialistin. Der kannst du nix erzählen. Die kennt ihren Job aus dem Effeff. Lass sie machen, dachte ich und schloss die Augen…

Jetzt Assoziation… Oder nein, noch nicht. Das Mädel hat gearbeitet wie eine Berserkerin. Also, wie die Frau vom Herrn Berserker. Sie hat den Rücken geknetet und geknetet wie eine Hausfrau einen Teig knetet, wenn sie einen Teig kneten MUSS, weil weder eine Küchenmaschine noch ein Mann verfügbar. Der Mordslackel mit den Wagenräderhänden von damals… ein Waisenknabe dagegen. Gleich bricht sie mir das Genick, hab ich gedacht, als es ein paar Mal äußerst verdächtig knackte. Nach etwa einer halben Stunde hat sie mich gefragt: You want more?

Jetzt Assoziation… Ist ein bisschen wie zu Hause beim Fleischhacker beziehungsweise beim Metzger für meine deutschen Leser. Du gehst in den Laden und bestellst 10 dkg, will heißen, zehn Deka Leberkäs beziehungsweise 100 Gramm Leberkäse für meine deutschen Leser. 10 Deka oder 100 Gramm sind umgerechnet ein und dasselbe. Ob Leberkäs oder Nicht-Leberkäs. Es ist dasselbe. ABER! Du wirst deine 10 Deka oder deine 100 Gramm niemals bekommen, weil die Dame hinter der Theke schneidet immer mehr vom Leberkäs herunter als du verlangst. Sagst du 10 Deka oder 100 Gramm, erhältst du mindestens 15 Deka oder 130 Gramm, was umgerechnet nicht ein und dasselbe ist, sondern viel zu viel. Merke: Besonders bei den Ösis ist die LRsÜ, also die Leberkäs-Runterschneid-Übertreibung stärker ausgeprägt als bei allen anderen Nationen dieser Welt.
„Darf’s a bisserl mehr sein?“, lautet obligatorisch die unschuldige Frage.
„You want more?“, kommt aufs selbe raus. Geschäft ist eben Geschäft.

Wie antwortet man auf diese Frage? Ehrlich gesagt, am besten… ehrlich.
„Ja, es darf ein bisserl mehr sein“, wenn der Hunger plötzlich größer ist als vorhergesehen.
ODER
„Nein, heute lieber nicht. Schneiden’s a bisserl was weg“, wenn du auf die georderte Menge bestehst, weil das üppige Essen von vor 30 Minuten noch nicht verdaut ist.

WARNUNG: „Schneiden’s a bisserl was weg“, solltest du auf keinen Fall zu einem auf dir sitzenden Mädel sagen. Es könnte sonst urplötzlich höllisch weh tun… 😉

PS… um nicht zu vergessen: Die Massage war phantastisch!

intermeZOO

oder der Elefantenflüsterer
oder Gabel- äh Rüsselfrühstück für einen Dickhäuter

GIF (dem Elefanten Futter) Herr Ösi

Singsang & Tempelchen

Finden Sie nicht, hier müsste mal gewischt werden?
(Herr Ösi zu seiner Assistentin Frau Saftschubse)

Endlich ein Road-Movie. Es wurde Zeit. Ich liebe Roadmovies. Wer den Film Duell von Steven Spielberg kennt und mag oder Thelma & Louise von Ridley Scott oder Easy Rider von und mit Dennis Hopper oder Death Proof von Großmeister Quentin Tarantino oder Vanishing Point von einem ziemlich Unbekannten, in welchem ein weißer Dodge Challenger von 1970 die Hauptrolle spielt, der weiß was ich meine. (Zum Abspielen der Trailer einfach die Titel klicken)

Road-Movie heißt: die Straße, die Wüste, der Staub, das ganze Programm. Und nicht zu vergessen: Trash. Jede Menge Trash. Es wird viel gefahren und wenig gesprochen. Wenn einer den Mund aufmacht – die Helden dieser Filme sind in der Regel maulfaule Gesellen – dann kommt belangloses Zeug raus. Ist ein bisschen wie beim Ösiblog. Wenn Herr Ösi schreibt, dann ebenso meist belangloses Zeug. Im Grunde ist der Ösiblog ein Road-Movie, eines, das ohne Straße ohne Wüste und ohne Staub auskommen muss. Dafür aber mit einer Portion Trash. Na ja, stimmt nicht ganz. Weil die Ösi-Redaktion immer etwas staubig…

Der heutige Film besteht nur teilweise aus Film. Der andere Teil aus Fotos. Wenn du in Fernost mit dem Roller unterwegs bist, zum ersten Mal einen Roller steuerst, zum ersten Mal im Linksverkehr verkehrst, navigieren musst, das Smartphone zwecks Orientierung griffbereit um den Hals, der Tohuwabohu brechend voller Straßen links, rechts, vor und hinter dir wabert, dann filmst du nicht, sondern du konzentrierst dich auf all die Wahnsinnigen, die dauerhupend in die kleinste sich auftuende Lücke stechen, um… äh, keine Ahnung. Um die Pole-Position zu ergattern? Am schnellsten von A nach B zu gelangen? Keine Zeit zu verlieren? Was auch immer. Selbst der Buddha schüttelt verständnislos den Kopf, sieht er den chaotischen Irrsinn. Ich pflichte ihm bei. Und fürchte, das wird heute wieder nix mit Erleuchtung.

Üben mit Stewardessen

So a G’stettn oba a
(Herr Ösi beim Blick in die Tiefe)

Wie Recht er hatte. Der Sitznachbar mit der Aussage: Runtergekommen ist noch ein jeder. Aufgesetzt hat er, der Flieger, auf der holprigen Landebahn, dass ich dachte, gleich fällt er auseinander. Wir hatten Glück und blieben ganz. Ich applaudierte. Enthusiastisch. Und erntete verständnislose Blicke. Es scheint heutzutage gang und gäbe und selbstverständlich, dass der Pilot, vergeigt er schon eine Landung wie im Bilderbuch, so immerhin die ihm anvertraute Kiste ordentlich zu Boden bringt, ohne dass diese zerschellt und ihren (dann meist) nicht sehr appetitlichen Inhalt in die Landschaft streut. Kein Klatschen. Kein Garnix. Außer mir. Die Rotznasen finden es nicht nötig, dem Piloten, dem Helden des Tages, ihren Respekt zu zollen. Ende gut, alles gut? Nicht so wirklich. Nicht wenige Passagiere, die sich den Aufpreis für das Speibsackerl (beziehungsweise die Kotztüte, wir erwähnten sie bereits) sparten, hatten während des Fluges aufgrund heftigster Turbulenzen derart gelitten und gereihert, dass selbiger Vogel, wäre er mit uns gereist, sein Köpfchen angewidert vor Ekel zur Seite gedreht und sich übergeben hätte. Ein Schweinestall wäre bei dem Anblick der zugekotzten Kabine durchaus als prunkvoll funkelnder Palast durchgegangen. Den Stewardessen, zuständig für prunkvoll funkelnde Paläste, fiel die Kinnlade runter… Wir tabten ins Terminal.

Auf der Taxifahrt ins Hotel dachte ich an die letzten 34 Stunden seit meinem Aufbruch von zu Hause – und VietJet Air dachte hoffentlich an die total verfehlte Sackerl-Tüten-Aufpreis-Politik. Die Nacht brach herein. Ich fühlte mich merkwürdig. Verändert, wenn du so willst. Angekommen im Hotel führte mein erster Weg mich schnurstracks auf den Balkon… äh, pardong, auf die Balkonin. Tschendamäßige Korrektheit. Bitte! Soviel Zeit muss sein. Danke! Du wirst es nicht glauben: die Balkonin schwankte und wackelte unter meinen schwachen Füßinnen hin und her wie eine Irre. Ding Dong. Ding Dong. Tschendarassabum. Irgendwas war faul. Dann wurde es schwarz um mich…

Blick vom Balkon | Foto Herr Ösi

Ein paar Tage später, der Blick vom Balkon (dem Himmel, mein Dank! ich war wieder normalisiert), ein Foto in die Tiefe. Auf die G’stettn. Was soll ich sagen. Das Foto messerscharf, wie von einem Profi geknipst. Verwackelt? Nicht die Bohne!
Der Balkon, nun einem Fels in der Brandung gleich, wackelte nicht mehr. An der Rezeption schwor das Personal beim fehlenden Barte des Buddhas, man hätte während meiner Abwesenheit keinerlei balkonseitige Eingriffe zu seiner Stabilisierung vorgenommen. Aber das Gewackel im Suvarnabhumi und am Balkon? warf ich ein. Jetlag, beschied man mir und sie sprachen es aus wie Jet-Leck.

Zurück zum Foto. So a G’stettn oba a. Übersetzung: So eine HuHuHu aber auch. Wobei HuHuHu nicht mit Müllhalde zu übersetzen ist, weil eben keine Müllhalde, sondern eine G’stettn. Eine G’stettn musst du vom Gefühl her dingsen. Sonst geht’s nicht. Es gibt nicht wirklich ein bundesdeutsches Wort dafür und dieses HuHuHu, es ist bloß ein schnoddriger Platzhalter, für den ein Mathematiker, um das Problem zu lösen oder lösen zu lassen, mit Sicherheit ein x eingesetzt hätte, weil Müllhalde eben nicht zutreffend und Brachland, wie Wiki phantasielos schwadroniert, auch nicht… also x. Der Mathematiker macht es sich leicht, setzt einfach ein x ein oder ein y oder was Griechisches, wenn er nicht weiter weiß und wirft das Problem einem X-Beliebigen vor die Füße, dem das alles ziemlich Spanisch vorkommt. Soll der doch zeigen, was er kann. Es beweist einmal mehr die Unzulänglichkeit der Sprache, der es manchmal schlicht an den nötigen Worten fehlt. Es ist eine Schande. Könnte es sein, dass die Welt deshalb regelmäßig ins Chaos stürzt, weil die Spezies, die sich für die größte und wichtigste auf dem Planeten hält, ein Kommunikationsproblem hat? Weil uns Mathematik hier nicht weiterhilft? Weil die Menschen ihre Sprache schlampig und halbherzig konstruiert haben? Weil sie mit ihren Gedanken schon während der Entwicklungsphase ganz woanders waren? Weil ihnen G’stettn schnurzegal?

So funktioniert Ablenkung

Weil sie unter Konzentrationsstörungen leiden und sich nur allzu leicht ablenken lassen von all dem Unsinn, der uns immer und überall umgibt? Fragen über Fragen. Es kann und wird nicht unser Anspruch sein, dieses Problem an Ort und Stelle zu lösen.

Für den Rückflug habe ich eine kleine Überraschung für die Stewardessen vorbereitet, vorausgesetzt, sie haben den Flieger und die Kabine wieder einigermaßen hinbekommen, sprich prunkvoll funkelnder Palast… 😉

Geh~wackelt

Geh! Host wieder g’wackelt
(Herr Ösi zu sich selbst nach dem Selfie)

Eigentlich war dieser Beitrag nie und nimmer vorgesehen. Warum ich ihn trotzdem bring? Es ist so, dass ich altersbedingt einiges vergesse. Je älter ich werde – es wird nicht besser. Gleich vorweg, es ist nix Weltbewegendes. Also, für dich. Für mich schon. Zwar nicht zwingend weltbewegend. Aber bewegend. Das ja. Nämlich der Fußboden. Der Fußboden, von dem ich gleich erzählen werde. Der Fußboden vom Flughafen Suvarnabhumi. Er hat sich bewegt. Sprich gewackelt. Und zwar deutlich. Periodisch und so. Der Fußboden vom Suvarnabhumi wackelt. Ich finde das Wort so putzig, dass ich es gleich nochmals niederschreibe. Nein, nicht Fußboden, sondern Suvarnabhumi. Laut Wiki bedeutet Suvarnabhumi: das Goldene Land.
Nach einer Fernostreise hast du so viele Eindrücke gesammelt, dass dir der Schädel brummt. Einiges bleibt in Erinnerung, anderes fällt der Vergessenheit anheim. Da kann es sein, dass du dich über kurz oder lang an so manches nicht mehr erinnerst. Zum Beispiel an das Wackeln vom Fußboden im Flughafen Suvarnabhumi. Deshalb schreib ich es auf. Weil ansonsten schnell vergessen. Ich habe selten erlebt, dass ein Fußboden wackelt. Okay, zu Hause, ich war noch ein Kind, hat der Fußboden einmal gewackelt. Meine Mutter, geistesgegenwärtig wie sie war, ist gleich unter den Türstock gesprungen. Der Türstock, das sagen die Experten, ist bei einem Erdbeben das absolut Sicherste, unter das du springen kannst, bevor alle Mauern um dich herum zusammenkrachen. Wenn Erdbeben, dann Türstock. Quasi Faustregel. Gut, wenn alle Mauern zusammenkrachen, nur die Mauer mit dem Türstock unter dem du stehst nicht, und du dich, wie ich damals, im zweiten Stock eines Gebäudes befindest, dann könnte die Situation trotzdem brenzlig werden. Könnte! Ist sie aber nicht, weil zum Glück alles stehen geblieben. Bloß ein paar Risse in der Mauer. Typisch für die Thermenlinie halt.
Der Fußboden im Flughafen Suvarnabhumi hat ganz anders gewackelt als man es von einem Erbeben erwartet. Viel viel viel weniger. Dafür periodisch. Periodisch heißt, er hat nicht permanent gewackelt, sondern in wiederkehrenden Wellen. Meist war er ruhig. Dann ist eine Welle gekommen, die ihn wie einen Schwimmer im Meer leicht angehoben und sofort wieder abgesenkt hat. Komisch, dass die Reisenden rings um mich so taten als würden sie es nicht bemerken, als wäre alles okay. Nix war okay. Okay, dachte ich und nahm mir vor, jemanden darauf ansprechen… beließ es letztendlich in der Annahme, man könnte mich für verschroben halten.

Fußboden wackelt, deshalb Selfie verwackelt / Foto Herr Ösi

Dem grimmig dreinblickenden Monster hinter mir konnte der wackelige Fußboden nix anhaben. Es stand mit beiden Beinen fest im Leben. Auf das Schwert gestützt. Klaro, mit solchen Stampfern sprich Haxn ist die Standfestigkeit = 1A. Dennoch: Der Herr Kollege sollte mal ein Handy bedienen, fotografieren und dergleichen, statt immerzu nur Schwert. Dann würde er schon sehen…

Weiterflug mit VietJet Air. Das Hinweisschild mit den verbotenen Produkten an Bord schnell abgelichtet. Könnte nützlich sind. Man will ja nix falsch machen. Gerade in Fernost, wo sie mehrere Fotos von dir samt Fingerabdrücke für die Verbrecherkartei noch am Flughafen nehmen. Prophylaktisch. Mit einem freundlichen Lächeln, wohlgemerkt. Selbst der Buddha hätte kein freundlicheres zustande gebracht.
Mein Foto von VietJetAir.com natürlich wieder verwackelt. Was denn sonst? Verdammter Fußboden, verdammter. Hoffentlich sind die vorausschauenden amtlichen Knastfotos von mir besser geworden, dachte ich.

Verbotene Objekte bei Vietjet / Foto Herr Ösi

VietJet Air ist laut Wiki ein Billigflieger. Weil du weniger bezahlst, sind auch die Produkte, die du an Bord mitnehmen darfst… äh restricted. Gibt es ein deutsches Wort dafür? Nicht dass ich wüsste.
Pyrotechnik, giftige Substanzen, radioaktives Zeug, Messer, Pistolen, Handgranaten, Pfefferspray und selbst die beliebten Elektroschocker kannst du bei dieser Airline knicken. Ist einfach nicht. Nicht mal gegen Aufpreis. Einen kleinen trockenen Keks without chocolate hat es kurz nach dem Start gegeben. Gratis. Ein weiterer hätte Aufpreis gekostet. Also Diät.
Wir waren noch nicht sehr hoch, die meisten Passagiere knabberten wie halb verhungerte Eremiten nach wochenlangem Fasten am Gratiskeks, als der Flieger von einer Böe erfasst wurde. Frage nicht, es wackelte beträchtlich. Und zwar ohne Aufpreis. Es wackelte und rüttelte, böete und böete, dass ich dachte, jetzt und jetzt und jetzt, du weißt schon… Da war sie wieder, die Angst vorm Fliegen, die mich vor 27 Jahren die erste und gleichzeitig letzte Fernreise hat machen lassen. Runtergekommen ist noch ein jeder, meinte der Sitznachbar lapidar. Scherzkeks! Die olle Kiste wurde hin und her geschleudert. Der Fußboden vom Suvarnabhumi war nix dagegen. Mir wurde übel. Weit und breit kein Kübel. Es war der Moment, in dem ich mir das Erdbeben meiner Kindheit herbegesehnt habe. Pervers? Nein. Nur als Alternative zum Flieger. Mit oder ohne Türstock. Egal. Meinetwegen Stärke 6 auf der richterlichen Richterskala. Der Griff zum Speibsackerl (Kotztüte für meine deutschen Leser) blieb erfolglos. Er ging ins Leere. Eine nicht unansehnliche Stewardess im knappen Mini segelte torkelnd beziehungsweise torkelte segelnd durch den Gang. „Speibsackerl nur gegen Aufpreis“, flötete sie im Vorbeiflug. Klang in etwa so…

Nicht dass du denkst: Boah! Dieser Ösi! Diese Fremdsprachenkenntnis! Phänomenal!
Nix dergleichen. Die Situation war angesichts der prekären Lage selbsterklärend. Ich sah der Stewardess hinterher. Meinen Hut hätte ich gezogen – vorausgesetzt, ich hätte einen aufgehabt – vor so viel Höflichkeit und Freundlichkeit und ihrer Anmut, dass ich das Wüten und Tosen der windigen Elemente außerhalb der Kabine für einen Augenblick vergaß. Aber, wie gesagt, nur für einen Augenblick…

Wired

Lirum – Larum – Wired
das Leben ständig sich verteiat

(Erkenntnis eines kürzlich Erleuchteten)

Wir bleiben in Fernost. Beleuchtung und Erleuchtung liegen dort so nah beisammen wie sonst nirgendwo. Und das nicht nur phonetisch. Du knipst den Lichtschalter an und bringst – etwas Glück vorausgesetzt – die Glühbirne zum Leuchten. Vor hundert Jahren hättet ihr, also, die Birne und du, gestrahlt wie Hutschpferde. Heute ist’s selbstverständlich. Lichtschalter knipsen, Licht geht an. Oder… du knipst einen Menschen an – und dieser wird erleuchtet. (Ist nicht sooo selbstverständlich, wenn du kein Buddha bist) „Jawohl, der Mensch wird regelrecht erleuchtet.“ Sagt der Buddha. Nicht ich. Der Buddha sagt’s und er hat gut reden. Weil Erleuchtung. Weil Erfahrung. Weil insgesamt auf der nächsthöheren Stufe stehend. Oder liegend. Wie der Mittwochs-Buddha. Er ist Fachmann. Unsereins, also der Westler aus dem Westen, wird ein Weilchen brauchen, bis er soweit ist, bis er geschnallt hat, wie er einen anderen zur Erleuchtung bringt. Das braucht Geduld. Geht nicht von heut auf morgen. Es ist die Erfahrung, die uns fehlt. Da hilft nur üben üben und nochmal üben. Bevor du den einen oder anderen erleuchtest oder versuchst, ihn zu erleuchten, sollst du bei dir selbst beginnen. Ziemlich einleuchtend… oder?

Schauen wir uns die Verkabelung des Fernen Ostens genauer an. Für die Beleuchtung, die der Erleuchtung naturgemäß vorausgeht, brauchst du in den heutigen Tagen ein paar Kabel, die dir den Strom ins Haus liefern. Früher ging’s auch anders. Auf den ersten Blick wirst du sagen: um Himmels Willen. Auf den zweiten, dritten, vierten – was soll ich sagen – es wird und wird optisch nicht besser…

Kabelsalat

Kabelsalat / Foto & Gif Herr Ösi

Der Fernöstliche präsentiert seinen Kabelsalat äußerst appetitlich und extrovertiert oberirdisch. Unterirdisch, wirst du sagen, Unterirdisch dieses Oberirdische. Welcher Kabel-verlege-Beauftragte, kurz KvB, behält hier den Überblick? Vermutlich keiner. Anfangs bist du skeptisch. Knipst du den Lichtschalter an, könntest du wetten, das Licht geht drei Straßen weiter an. Oder im nächsten Ort. Oder gar nicht. Weit gefehlt. Wette verloren. Es geht zu deiner Verblüffung da an, wo es angehen soll. Mit einer Plötzlichkeit, die sich sehen lassen kann. Verzögerung praktisch Null. Natürlich – kleiner Wermutstropfen – die Klimaanlage fährt mit hoch. Ungefragt. Automatisch. Zwei Minuten später liegt die effektive Raumtemperatur von über 30 Grad… g-e-f-ü-h-l-t unter Null. Du frierst. Und zwar erbärmlich. Wahrscheinlich liegt es an den Kabeln, die so verdrahtet sind, dass, egal was du anknipst, die Klimaanlage immer mit von der Partie.

Hierzulande im Westen werden die Kabel geradezu schamhaft unter die Erde verbracht. Warum? Keine Ahnung. Ist also nix mit oberirdischer Zurschaustellung. Dabei werden die Kabel immer kunterbunter und müssten sich beileibe nicht vor so manchem Oberirdischen verstecken. Nix da, sagt der Herr Arschitekt, ich will die Dinger eingegraben. Es ist, als wären Kabel köstliche, verbotene Früchte, von denen jeder naschen würde, wären sie frei zugänglich. Experten behaupten, dieses manische Das-Kabel-muss-unter-die-Erde ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Wölfe vergraben zum Beispiel ihre Exkremente… vor den neugierigen Blicken anderer Viecher, die wiederum ihre Notdurft der Wölfe wegen verbuddeln. Kleiner Kreislauf. Machen die übrigens seit Ewigkeiten. Unsere Kabelbeerdigungsmanie ist ein Überbleibsel von Wolf & Co. Soviel steht fest.

Zurück zum Fernöstlichen und seiner Kabelkunst. Er stellt sie gut sichtbar zur Schau. — Schau…

Derweilen Castrop Rauxel immer noch unter Strom…

Damen

War es in der vorigen Folge eine Dame aus der letzten Reihe, die lautstark protestierte, weil sie endlich „ihr“ Eis haben wollte, wie sie wieder und wieder skandierte, um nicht zu sagen skandalierte, so ist es jetzt – kaum haben wir die erste Corona Pandemie samt einhergehender Zwangspause einigermaßen unbeschadet hinter uns gebracht – so ist es jetzt ein Herr aus der zweiten Reihe, der die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Er räuspert sich. Und das ziemlich lautstark.

Merke: Herren, die sich räuspern, haben in der Regel was zu sagen. Meist etwas von Belang. An der Lautstärke der Räusperung kannst du die Wichtigkeit des Anliegens gut erkennen. Je lauter, desto dingens, könnte man sagen. Gut, Frauen haben auch ab und an was Wichtiges zu vermelden. Bloß… sie räuspern sich nicht. Sie sagen es geradeheraus, ohne Umschweife, ohne den umständlichen Umweg einer vorangegangenen Räusperung. (Während ich diese Sätze niederschreibe, fühle ich eine aufkeimende Erleuchtung in mir. Sie wird stärker und stärker und erfasst mich schließlich vollends. Da Eigenlob bekanntlich stinkt, habe ich diese Erkenntnis in Klammern gesetzt, um einer etwaigen Skepsis den Wind aus den Segeln zu nehmen.)

Der Herr räuspert sich und legt los. Er habe nicht den langen und überaus beschwerlichen Weg von Castrop Rauxel auf sich genommen, um einem Vortrag über Buddha, Erleuchtung und asiatischem Essen beizuwohnen. Vielmehr seien es andere Beweggründe gewesen, die ihn veranlasst hätten, sein geliebtes Castrop Rauxel sowohl kurzzeitig als auch kurzfristig zu verlassen, um hier in der Einöde… bla-bla-bla und so weiter und so fort. Welche Gründe, frage ich zaghaft. Frauengeschichten, rauxelt er ohne zu zögern. Weibergeschichten hat er in Wirklichkeit gesagt, und weil ich weiß, dass hier auf meinem Blog auch Damen mitlesen, habe ich „seine“ Weibergeschichten würdevoll als Frauengeschichten wiedergegeben. Die Weiber- äh Frauengeschichten stünden erst am letzten Tag meines Vortrags auf dem Programm, belehre ich ihn. Das Beste immer zum Schluss, zum Schluss das Beste.

Kaum gesagt, rumort es im Saal. Mehrerer Herren outen sich. Sie wollen lieber Weibergeschichten hören statt nach Erleuchtung streben. Jetzt, sofort und unverzüglich. Es castrop-rauxelt ganz gewaltig unter dem Gebälk. Das wilde Brunftgeschrei der Herren lässt einen jeden Sechzehnender, sprich einen jeden kapitalen Hirschen im Walde, realy armselig ausschauen. Der Saal verwandelt sich vor meinen Augen augenblicklich und vor allem phonetisch in eine Art Brunftplatz. Ich gebe mich geschlagen…

Unbekannte Schönheit / Fotos Herr Ösi

Bootsausflug im Indischen Ozean, Richtung Khao Phing Kan – für unsereins James Bond Island. Ich präsentiere die Fotos einer unbekannten Schönheit. Sie räkelt sich waghalsig am Bug des Schiffs. Ihr Freund oder Lover oder Fotograf oder oder schießt unaufhaltsam Fotos. Da trifft es sich vorzüglich, dass ich eine Etage höher sitze, das Smartphone griffbereit, die Schöne unter mir quasi auf dem Präsentierteller. Ich kann nicht widerstehen. Klick! Klick! Klick!
Sie haben sie doch hoffentlich gefragt, so die Dame mit dem Eis aus der letzten Reihe, während nicht nur der röhrende Hirschbulle aus Castrop Rauxel aufgeregt mit den Hufen scharrt, ob sie mit den Fotos einverstanden ist. Schon wegen der Datenschutzgrundverordnung.
Normalerweise kannst du deinen Vortag knicken, sobald das Wort Datenschutzgrundverordnung fällt. Weil unterschiedlichste Auffassungen zum Thema und nie ein gemeinsamer Nenner. Heute aber nicht.
Negativ, gebe ich zu Protokoll, die Schöne sprach eine Sprache, die ich nicht verstand. Italienisch, Serbokroatisch, was auch immer. Außergewöhnliche Situationen erfordern eben außergewöhnliches und vor allem rasches Handeln. Das wusste bereits der Mittwochs-Buddha sowie 007 in Gestalt von Roger Moore. Beide damals noch ohne Smartphone. Mehr dazu vielleicht später.

Lily / Fotos Herr Ösi

Lily, die schöne und sportliche Touristin aus dem Reich der Mitte, wurde mir zum Bootfahren zugeteilt… beziehungsweise ich ihr. Nach Durchquerung eines unheimlichen Fledermaus-Tunnels, von dem es keine Fotos gibt, dümpelt das Kanu im seichten Gewässer. Von Corona keine Spur.

Affig / Fotograf: der Bootsführer

Herr Ösi schnappt über

Die aktuelle… äh Krise fordert ihren Tribut… will sagen, ihre Opfer, ihre irren Opfer. Auch Herr Ösi kann sich dem aktuellen Weltgeschehenswahnsinn nur schwer entziehen. Er versucht’s mit ein bisschen Schokolade… 😉

Mundschutz für Raucher