Oligarchennichten

Nach dem HC-Strache Reinfaller musst du als Mann höllisch aufpassen. Weil zu viele falsche Oligarchennichten im Umlauf. Da, wo du sie am wenigsten erwartest. Beim ALDI zum Beispiel.

Ich steh in der Schlange an der Kasse. Natürlich die längste der Welt, wo nix mehr geht. Der Opi weiter vorn hat die Pin 3 x eingegeben. Klar, 3 x die falsche und das Bargeld reicht nicht. Wird noch ’ne Weile dauern. Da schubst mich die Schnecke von hinten. Ich dreh mich um … in Zeitlupe, lasziv sozusagen. Sie, wasserstoffblond, Russin, stark geschminkt und so weiter, sieht Mann auf den ersten Blick. Zwei Flaschen Wodka Gorbatschow hat sie mir gnadenlos in den Rücken gerammt.
„Ey, Alda, lass mir vorbei!“, bellt sie in gepflegtem Russisch-Deutsch.
Ich will „нет“ sagen und sage stattdessen: „Schon gewusst, Wasserstoffperoxid verwenden sie in Amerika als Raketentreibstoff.“ Quasi ein Kompliment. Sie versteht den Joke nicht und lacht trotzdem. Russin eben. Im positiven Sinn.
Der Deal“, sag ich, „Gluck, Gluck, Gluck und du darfst vor.“ Ich unterstreiche mein Angebot mit einer Trinkbewegung. Das versteht sie und reicht mir eine Flasche. „Na dann, Urbi et Gorbi“, proste ich ihr zwinkernd zu. Das ist die hohe Kunst der Konversation an der ALDI-Kasse: entweder du machst es geistreich oder lässt es bleiben. Dazwischen gibt es nix.
Sie müsse zum Begräbnis, sagt sie und spricht das Müsse wie Müssen aus. „Funeral“, sagt sie. Keine Ahnung, was Begräbnis auf Russisch heißt und vielleicht ist das der Grund, warum sie es auf Englisch sagt. Sie sagt Funeral, ein paar Mal sagt sie Funeral, damit ich verstehe, worum es geht. Onkelchen Michail Michailowitsch ist im Kaukasus in einen Hinterhalt geraten. Wurde erschossen. Jetzt Funeral. Zuerst die Geldübergabe abgeschlossen, dann der Hinterhalt.
Peng! Peng! Peng! Sie tippt mir an die Brust, an den Kopf, auf den Bauch, auf die Hände, auf die Beine, praktisch überall hin. Na ja, fast.
„Kalaschnikow?“, frage ich. Sie nickt. Das Onkelchen, sag ich, muss durchlöchert gewesen sein wie ein Nudelsieb.
„Nudelsieb?“, fragt sie. Ich nicke. Mir ist auf einmal klar, dass sie eine Oligarchennichte ist. Warum? Die Kalaschnikow kennt sie, ein Nudelsieb nicht. Noch Fragen?
Hinter uns Tumult. Die Menge tobt erbost. Okay, wir sind an der Reihe und blockieren das Laufband. „Wisst ihr, wen ihr vor euch habt?“, frage ich den Pöbel hinter uns.
„Ludmilla!“, sagt die Russin selbstbewusst. Ich wiederhole ihren Namen bedeutungsschwanger. Der Pöbel tobt weiter. Will nicht warten, will endlich sein Zeug bezahlen und nach Hause. Wir ignorieren ihn.
„Zu mir oder zu dir?“, frag ich.
„Funeral“,  sagt sie.
„Macht das Onkelchen auch nicht wieder lebendig“, sag ich und freu mich über meine Schlagfertigkeit.
Nun wird der Pöbel noch handgreiflich. Ludmilla teilt Fußtritte an die Umstehenden aus, bis einer zu Boden geht. Ich bin beeindruckt. „Gehen wir“, sagen wir gleichzeitig wie aus der Kalaschnikow geschossen. Und wir gehen.

Auf dem ALDI-Parkplatz eine schwarze Limousine. Die Scheiben abgedunkelt. Panzerglas-Verglasung, so viel ist sicher. Ludmilla macht winke winke. Vom Fahrer keine Reaktion. Die Scheiben bleiben geschlossen. Ich denke an das Onkelchen. Wie hieß der noch?
„Michail Michailowitsch“, sagt Ludmilla als hätte sie meine Gedanken erraten.
„Da lang“, sag ich und zeig ihr den Weg.
Die Limousine folgt uns im Schritttempo. Tausend Gedanken jagen mir durch den Kopf und – Fuck! – das Nudelsieb immer dabei. Musst du dir so vorstellen: ein Gedanke, Nudelsieb, nächster Gedanke, Nudelsieb und so weiter. Hätte ich die Oligarchennichte ohne Widerrede vorbei gelassen, wäre nix passiert. Aber das „Ey, Alda“ hat mich gewurmt. Jetzt die Limou im Nacken, der V12 säuselt unter der Haube, kann ihn deutlich hören obwohl fast nicht zu hören. Zwinge mich, mich nicht umzuschauen. „Drah di ned um, schau, schau, der Kommissar geht um.“ Ich spiele die mir verbleibenden Möglichkeiten durch. Sind nicht viele. Durchstarten und abhauen? Ich verwerfe diese nicht wirklich männliche Option. „Er hot die Kroft und wia san klan und dumm.“
Dann der Geistesblitz. Mir fällt dieser Survival Scheiß auf YouTube ein. Folge 1. Was zu tun ist, wenn am 14.1.2020 in Deutschland der Strom ausfällt. Nein, nicht für ein paar Stunden, sondern wochenlang. Ist im Augenblick kein Thema. Folge 8, der Gullideckel, eher schon. Oder war’s Folge 7? Egal. Unter der Straßendecke ist deine Stadt längst nicht zu Ende. Im Gegenteil. Das Werkzeug, einen Gullideckel anzuheben und beiseite zu schieben, solltest du bei dir haben. Hab ich und mach es.
„Nach dir, mein Engel“, sag ich und lass ihr den Vortritt.
Sie schaut verdattert in das Loch. Merke: Oligarchennichten erwarten eine Extra-Einladung, wenn sie aus heiterem Himmel einen engen Schacht runterklettern sollen. Also, ein Bitte Bitte und den ganze Kram. Dafür haben wir keine Zeit. Ich mach ein paar Kletterbewegungen mit Händen und Füßen wie ein Affe, damit sie kapiert, wie’s weitergeht, weil auf Russisch hätt‘ ich es nicht sagen können. Klar, mit dem Google Translator, wirst du einwenden, eine Kleinigkeit. Bloß die Zeit haben wir nicht. Der V12 im Rücken säuselt nicht mehr, er brummt bedrohlich. Endlich kapiert sie’s und steigt die Leiter hinab. Ich folge. Schließe den Gullideckel über mir. Wetten, der Fahrer und oder die Doofmänner in der Limou sind nun richtig angepisst.

Blöderweise wird es schlagartig zappenduster, wenn du den Gullideckel über dir schießt. Im YouTube-Survival-Video natürlich kein Sterbenswörtchen davon. Wer will sein Publikum schon vergraulen? Ich fluche wie ein Rohrspatz beim Runterklettern in der Dunkelheit. Und Ludmilla? Ja … Ludmilla. Jetzt kommt der große Moment der Oligarchennichte. Ein Licht geht an. Aus dem Nichts. Ich perplex. Aus ein paar Stofffetzen, dem Wodka und was weiß ich, hat sie eine Fackel konstruiert. Onkelchen Michail Michailowitsch hat ganze Arbeit geleistet.
„Onkelchen Michail Michailowitsch hat …“, sagt sie.
„… ganze Arbeit geleistet“, ergänze ich.
Der Oligarch im Kaukasus, denk ich, ist den ganzen lieben Tag schwer beschäftigt. Mit Geldübergaben, mit Kalaschnikows, aufpassen, nicht in den Hinterhalt zu geraten et cetera. Zu guter Letzt: die Erziehung der Nichte. Wer, wenn nicht er, soll sich um das Mädel kümmern? Da hast du’s. Für uns im Westen ist der Oligarch einer mit einer möglichst dicken Yacht. Füße im Wasser. Geld um sich werfend. Ab und an ein Deal: Erdöl, Waffen, Drogen, was halt grad anfällt. Aber, weit gefehlt! Die Nichte hast du vergessen. Er muss sich um die Nichte kümmern. Müssen vielleicht nicht. Dennoch: er tut es. Was lernt er der Kleinen? Kochen etwa? Nö. Wird die nie brauchen. Schießen? Na klar. Was die handelsübliche Hausfrau hierzulande höchstens aus dem Fernsehen kennt, damit sind keine harmlosen Kochshows gemeint, sondern knallharte Actionkrimis, das muss die Oligarchennichte aus dem Effeff beherrschen. Reiten, schießen, vergiften, jagen, überleben, wenn’s drauf ankommt, den Nahkampf, kurz: alles, was die verwöhnten Weibsen hierzulande niemals lernen, weil niemals brauchen. Da kommt vor, dass das Onkelchen mal vergisst auf Kleinigkeiten hinzuweisen: „Die Fußnägel immer sauber halten, niemals dreckig. Verstehst du?“ Der Oligarch ist eben auch nur ein Mann. Gewieften Oligarchennichten ist es gelungen, selbst mit dreckigsten Fußnägel die Männer rumzukriegen. Die Herren haben zwar gewittert, wie das Reh den Jäger wittert, da ist was faul, vor Geilheit aber im entscheidenden Moment die Witterung verloren. Danach den Job verloren. In der Folge eine höchst miserable Presse eingefahren. Üble Nachrede. Eben das ganze Programm, das du dir einfängst, wenn du einmal nicht aufpasst.
„Wohin?“, fragt Ludmilla.
Ich muss mich erst orientieren. Oben ist’s ein Kinderspiel. Hier aber …
„Da lang“, sag ich leicht verunsichert. „Google Maps kannst du hier nämlich knicken.“

Das Kanalisationssystem der Stadt. Der reinste Wahnsinn, wenn du niemals unten warst. Wir waten knöcheltief durchs Wasser. Der Gestank bestialisch. Mäuse, Ratten, Spinnen, das ganze Zeug. Die handelsübliche Hausfrau würde vor Panik schreien, sofort auf einen Stuhl klettern. Wenn es einen gäbe. Gibt es aber nicht. Die handelsübliche Hausfrau zum Glück auch nicht. Und Ludmilla? Ist in ihrem Element. Schnappt sich eine Kakerlake, wirft den Kopf in den Nacken, lässt da Tier in den Rachen gleiten. Das weltweite Ernährungsproblem, sagt sie auf Russisch, lasse sich nur durch den Verzehr von Insekten lösen. Wegen dem Eiweiß. Schmatzend doziert sie über Proteine und unkontrolliertes Bevölkerungswachstum, das an allem schuld sei. Ich versteh kein Wort, wegen dem Russisch, versteht sich. Gut möglich, dass ihr Thema ein völlig anderes ist. Versteh ja nichts, vermute nur. Interessant, dass du Unterirdisch nicht nur die Orientierung verlierst, sondern auch das Gefühl für Zeit. Deshalb kürze ich ab. Erstens den Weg, zweitens die Beschreibung. Irgendwann landen wir in einem immens hohen Raum, mit hunderten, eng beieinander stehenden Leitern. Die Kathedrale. Beschriftete Pfeile an den Leitern weisen den Weg nach oben. ALDI steht auf dem einen. Daneben eine Leiter mit Beschriftung XXX. Die nehme ich. Rauf geht’s. Ludmilla klettert hinter mir. Oben angekommen der obligate Gullideckel. Ich öffne ihn und stehe plötzlich in meiner Wohnung. Ludmilla schicke ich erstmal unter die Dusche. Kann nie schaden. In der Zwischenzeit google ich im Internet den Begriff Oligarchennichten. Und werde fündig.

Workshop: Oligarchennichten leicht erkannt & durchschaut – Fotos Herr Ösi

Diese Oligarchennichte ist echt. Sie trägt Trauerflor

Mitnichten eine Oligarchennichte. Sie hat dreckige Fußnägel

 

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ESC auf IBIZA

Die neueste Création von Alfons Schubeck? wird manch einer fragen. Womöglich mit pochierten Morcheln in Essig und Öl auf geriebenem Schlagobers? Nein, weit gefehlt. Wir bearbeiten heute brandaktuelle und heikle Themen. ESC und Ibiza. Wer könnte die unbefangener überblicken und beurteilen als beispielsweise ein … Unbefangener? Die Antwort liegt auf der Hand. Der Brite, der vom Brexit gebeutelte Einwohner Großbritanniens, er ist genau der richtige. Er verfügt über den nötigen Abstand, den wir freilich nicht mit Anstand verwechseln dürfen, denn wir Kontinentaleuropäer sind für ihn bloß, nun ja, sie wissen schon … deshalb brauchen wir ihn heute und seine neutrale, klare und unvoreingenommene Sicht auf die Dinge. Denken wir, denkt er.

Let’s go Buckingham Palace, five o’Clock, tea time and so on. Present: the Queen and Mister Brexit. Everything is very british. Translation please …

Queen: Aus! Aus! Schalten sie das Radio aus! Ist ja nicht auszuhalten!
Herr Brexit tut wie geheißen: Sehr wohl, Ihre Majestät.
Queen: Unverschämt! Singt der über mich?
Herr Brexit: Ich denke nicht.
Queen: She’s a Killer Queen, gunpowder, gelatin, dynamite with a laser beam. Wer ist der Kerl?
Herr Brexit: Ein gewisser Freddie Mercury.
Queen: Holen sie ihn her!
Herr Brexit: Das wird nicht möglich sein.
Queen: Dann lassen sie ihn in Ketten legen. Wo ist Mum? Kommt sie heute wieder nicht?
Herr Brexit: Ihre Mum, mit Verlaub, ist …
Queen: Egal. Soll sie machen, was sie will.
Herr Brexit: Ihr Sohn ist übrigens ein großer Bewunderer von Freddie Mercury.
Queen: Mein Sohn? Habe ich etwa ein Kind?
Herr Brexit: Sie wissen es nicht mehr?
Queen: Ich kann mich nicht erinnern. Was tut er? Arbeitet er? Er hat doch einen anständigen Beruf? Sagen sie, dass er arbeitet und dass er rechtschaffen ist.
Herr Brexit: Früher die Fuchsjagd. Heute … man weiß nichts genaues.
Queen: Oh my god! Nichtsnutze! diese Windsors. Alles Nichtsnutze! sagte schon Onkel George, die Windsors kannst du höchstens für die Fuchsjagd gebrauchen. Zu nichts anderem als für die Fuchsjagd. Nicht dass sie schlauer wären als die Füchse, nein, im Gegenteil, aber sie haben das Schießpulver auf ihrer Seite.
Herr Brexit: Yeah! Gunpowder, gelatin, dynamite with a laser beam.
Queen: Die Fuchsjagd mit Dynamit haben sie nun wohl auch noch verboten. Sehe ich das richtig?
Herr Brexit: Ganz recht. Dynamit ist nicht mehr erlaubt. Sehr zum Leidwesen Ihres Sohnes. Die Tierpräparatoren …
Queen: Tierpräparatoren?
Herr Brexit: All jene Damen und Herren, die die Füchse nach der Sprengung mühsam einsammeln und zusammenkleben mussten …
Queen: … die Tierpräparatoren … wie geht es eigentlich meinem Philip? Es geht ihm doch gut?
Herr Brexit: Ja, es geht im gut. Er ist wohlauf und sieht sich die Wiederholung vom ESC an. Er ist ja so musikbegeistert. Er wartet auf die Darbietung der Wilden aus Nigeria, die, wie er sagt, so aussehen, als wollten sie gleich schlafen gehen. Die Wilden aus Nigeria, habe ich ihn angeschrien, weil er fast nix mehr hört, die Wilden dürfen am ESC nicht teilnehmen, weil eben Eurovision Song Contest, also, nur für Nicht-Wilde. Aber bei der Wiederholung, hat er gesagt, dürfen sie vielleicht doch antreten. Er würde es ihnen sooo gönnen.
Queen: Wie haben wir abgeschnitten?
Herr Brexit: Darf ich Ihrer Majestät Tee nachreichen?
Queen: Sie dürfen … und die Deutschen?
Herr Brexit: Haben Rang 24 belegt.
Queen: Gut so. Mehr haben die auch nicht verdient. Wie sieht’s mit den Ösis aus?
Herr Brexit: Die haben nicht teilgenommen, haben mal wieder die Qualifikation nicht geschafft. Haben wie üblich im Vorfeld alles vergeigt.
Queen: Das sieht ihnen ähnlich. Welch eine Schande. Kaiser Franz Joseph tut mir leid. Er wird wütend und verbittert sein.
Herr Brexit: Das denke ich nicht.
Queen: Sagen sie bloß, es ist ihm egal.
Herr Brexit: Sozusagen.
Queen: Er wird doch nicht …
Herr Brexit: Er ist von uns gegangen. – Ist schon ’ne Weile her.
Queen betroffen: Nein! Es trifft immer die Besten! Aber sein Star-Komponist … wie hieß der noch … dieser, dieser Mozart?
Herr Brexit: Nein, Radetzky. Feldmarschall Radetzky.
Queen: Fuck! Ja, natürlich, Radetzky. Wie konnte ich das vergessen. Manchmal denke ich, ich verblöde hier völlig auf Buckingham.
Herr Brexit: Geht mir genauso, Eure Majestät.
Queen: Dieser Radetzky lebt wohl auch nicht mehr.
Herr Brexit: So ist es.
Queen: Dann sagen sie mir: wer regiert dann die Ösis?
Herr Brexit: Nun ja, wenn ich das wüsste. Wer regiert die Ösis? Diese Frage ist so leicht nicht zu beantworten, nachdem DER SPIEGEL und die Süddeutsche Zeitung …
Queen: Drecksblätter! Ganz miese Drecksblätter sind das!
Herr Brexit: Völlig meine Meinung. Diese sogenannten Journalisten haben ein Video veröffentlicht, das hochrangige österreichische Politiker in Ibiza beim …
(Hier verzichten wir wiederzugeben, was der Leser ohnehin weiß beziehungsweise zu wissen glaubt)
Queen: Kurz gesagt, das deutsche Journalisten-Gesindel-Pack hat also unter dem Vorwand der investigativen Berichterstattung in die Politik eines souveränen fremden Staates eingegriffen, mit dem Ziel, eine legitim vom Volk gewählte Regierung zu Fall zu bringen. Man nennt dies Regime Change! Solche Sauereien waren bislang nur von unseren amerikanischen Freunden bekannt. Nein, es ist nicht bloß eine Sauerei, es ist ein Verbrechen!
Herr Brexit: So präzise und exakt wie Sie es sagen, Eure Majestät, hätte es nicht einmal Winston – Gott hab ihn selig – formulieren können.
Queen: Sie kleiner Schäker, sie. Kommen sie und schenken sie mir nach. Am besten einen Doppelten …

ESC

Den ESC gesehen? fragt mich Frau Saftschubse, schubst mich beiseite und nimmt vor dem Laptop Platz.
Die ESC, sage ich, die ESC ist die Taste, die wo ich drück, wenn …
Auf die, korrigiert sie mich, aber es heißt DER ESC.
Sie? frage ich und überspringe ihren Klugschiss.
Klar, sagt die Saftschubse, im Fernsehen.
Seit über 20 Jahren, so ich, glücklicher Nicht-Besitzer einer solchen Kiste.
Sie: Die sind heutzutage flach.
Ich: Ja, so flach wie das Programm.
Sie überredet mich, den Auftritt von Madonna auf YouTube zu schauen.
Also gut.
Die Alte (Fabrikationsjahr wie der Autor) wackelt schwerfällig die Stufen runter.
Gegen DIE, lobe ich meine Assistentin, sind sogar SIE höchst elastisch.
(TIPP: Geizen Sie niemals mit Komplimenten, umso weniger, wenn Sie sie ehrlich meinen)
Danke, bedankt sich die Saftschubse artig.
Wir reden ein bisschen über Rollatoren.
Derweilen die Alte gasmaskenbewehrte Mädels umschubst und englisches Zeug quasselt. Unten angekommen Reggae. Sie bekommt von einem Rapper Unterstützung. Obwohl, eine Gehhilfe hätte es auch getan.
Ziemlich satanistische Darbietung, lautet mein Urteil.
Zustimmung meiner Assistentin.
Sie sollten, sagt sie, mal wieder einen Text veröffentlichen, einen Text, ganz ohne Firlefanz, ohne Video, ohne Musik, einfach nur einen Text.

Also gut, dann tu ich das jetzt.

Double Feature

Frage: Was hat die Endzeit-Krawatte mit Mäuse-Mumien zu tun?

Nichts, ist die richtige Antwort. Für ein Single Feature sind die beiden Stories einfach zu dünn. Deshalb haben wir die Filme in ein Double Feature gepackt.
Wikipedia sagte, die Filmvorführung eines Double Features war vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren eine weit verbreitete Strategie der Kinobetreiber, die durch das Blocksystem – hier wollen wir nicht unnötig abschweifen und raten Interessenten sich eigenständig zu dokumentieren – unfreiwillig erworbenen billigen B-Filme zusammen mit attraktiven A-Filmen  zu zeigen. Dabei konnten mit einer Kinokarte zwei Filme hintereinander geschaut werden.
Schauen Sie, liebes Publikum  – ohne den Erwerb einer einzigen Kinokarte, weil kostenlos – zwei Ösi-Filme auf einmal. Dass es diesmal weder für ein B-Movie noch für einen A-Film gereicht hat … sei’s drum.

Genießen sie das weltweit erste Z-Movie Double Feature … 😉

Sommerloch

Im Frühjahr … die Sommer-Kollektion
wenn im Märzen die ersten Krokusse
äh … sprießen
die Primeln und das ganze Zeug
sich ins Zeug legen
wenn die Sonnenstrahlen frech und frecher werden
der Winter den Arsch zusammenkneift
weil er nun weichen muss
dann präsentiert die Ösi Group ™
ihre Sommer-Kollektion
die Sommer-Kollektion
weiß man im Hause Ösi
die Sommer-Kollektion
immer im Frühjahr
wann denn sonst?
der Winter verweilt noch ein Weilchen
zickig hagelig graupelig
schaurig schauerig
die Primeln und die Krokusse
poch poch klopfen an
wollen raus aus der Erde
schnuppern den Morgenduft
in der Luft
die Sommer-Kollektion
heuer im trendigen Schwarz-Weiß
inklusive schickster Grauabstufung
die Sommer-Kollektion
will raus ans Tageslicht
das Licht der Welt erblicken
Kuckuck und so
die Sommer-Kollektion
unter dem Motto Sommerloch
wartet auf den Auftritt
„Kann ich“, so die etwas stärkere Dame
„kann ich, in meinem Alter Sommerloch tragen?“
nun ja, kommt ganz darauf an
„Worauf?“
auf Ihre Fitness und Ihre Muskelkraft
unsere Sommerlöcher sind in allen Größen verfügbar
und also auch in der Ihren
„Prima, ich nehme ein Dutzend“
Bitta schön und extra für Sie
musikalisch untermalt
„Ist hoffentlich kein billiger Fernost Import“
Iwo! Seien Sie versichert, alles handgemacht … 😉

Filmquiz 01

Vergessen Sie Hollywood!  Das erfolgreiche Mauswohnstudio zusammen mit Ösi-Productions gibt sich die Ehre und präsentiert das Filmquiz der Superlative.

Testen Sie Ihr Wissen, erraten Sie, aus welchen Film die nachgespielte Sequenz stammt … und gewinnen Sie … NICHTS.

Weil, wer sagt, dass es immer eine Belohnung geben muss?

Mottenfraß

Der Elefant, das brave Tier
sehr groß er ist, kann nix dafir
er ist mit sich im Reinen
bloß die ganz kleinen
Tiere tun ihn nerven
er kann sie nicht entschärfen
wenn sie an ihm knabbern
beißen, zerren, sabbern

 

 

Herr Ösi dereinst ’ne Krawatte
sozusagen … hatte
zwar nicht von Karl Lagerfeld
dazu fehlte ihm das Geld
designt mit blauen Elefanten
die Onkeln und die Tanten
taten ihn dafür beneiden
sahen sie die Tierchen weiden
im Kreise gelber Palmen
oder gar auf grünen Almen

 

Eines Tages kam die Motte
der Zufall ließ sie heißen: Lotte
verliebte sich in die Krawatte
obwohl diese Elefanten hatte
doch sie machte sich nichts draus
und den Jumbos den Garaus
die Lotte gab beim Fressen Gas
ein scheußlich widerliches Aas
die Elefanten hat sie heiß verschlungen
ehe denen die Flucht ward gelungen

 

Alle Fotos – Herr Ösi

Als Herr Ösi die Krawatte sah
war ihm sogleich sonnenklar
sie zu tragen … er kann’s vergessen
Motte Lotte hat sie ihm zerfressen
bloß weil eine Kleinigkeit er vergaß:
im Kleiderschrank gab’s Mottenfraß

 

Katzenvideo 2 – Choupette

Choupette, die süße Katze von Herrn Lagerfeld, steht nach dem Ableben des Herrchens mutterseelenallein da.
Wenngleich alles andere als mittellos. Forbes schätzt das Vermögen der gepflegten Katzendame auf satte drei Millionen US Dollar.

So viel Geld weckt natürlich Begehrlichkeiten …

eSport

eSport bezeichnet den Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Oder auch den Wettkampf zwischen Mensch und Computer.

Die Zahl der passiven eSportler, also die Zahl der Faulpelze, die sich am Wettkampf Mensch gegen Computer vor den Bildschirmen ergötzen, wächst mit beängstigender Beständigkeit. Nun haben Krankenkassen und Menschenrechtler dazu aufgerufen, auch den passiven eSport als sportliche Betätigung zu werten …

Weihnachtsoratorium für Außerirdische

Urbi et orbi war gestern. Urbi et orbi et universi ist heute.
Der Weihnachtsmann von Welt richtet seine Botschaft an Außerirdische. Auch an Außerirdische. Weil bloß ans heimische Publikum, hat ja bis dato nicht wirklich was gebracht. Punkto verstehen, begreifen, sich verbessern und überhaupt. Ist ja regelmäßig schiefgegangen. Jetzt sind die Aliens gefragt, Ihn beziehungsweise Uns zu erhören. Um Deutschland, Europa und die Welt zu retten. Wenn’s da noch was zu retten gibt. Wenn es ihnen, den Außerirdischen, nicht piepegal ist, was hier unten auf der Erde an Mist & Schwachsinn passiert. Gut möglich, dass sie die Botschaft hören, aber gleichgültig mit der Achsel zucken, sofern sie eine Achsel haben, und sagen: Nö, liebe Erdlinge, geht uns nix an, zieht euren Karren gefälligst selber aus dem Dreck und so weiter …

Mit der Ösi-App Translator Earthly Extraterrestrial steht dem Weihnachtsmann und nicht nur dem, weil für jedermann und jederfrau kostenlos im Google Play Store verfügbar, ein Übersetzungsprogramm bereit, mit dem selbst der Untalentierteste mit Außerirdischen in der Sprache der Oumuamuas kommunizieren kann.

Und so funktioniert es: Den Text in die App sprechen oder tippen und übersetzen lassen. Gleichzeitig das Weihnachtsoratorium abspielen. Der Text springt auf das Weihnachtsoratorium auf, welches wiederum auf eine zufällig daherkommende Gravitationswelle aufspringt und das Gebräu aus Text und Oratorium zielsicher bei den Außerirdischen abliefert. Interstellarer Paketservice gewissermaßen. Zusätzlich garantiert CO2-neutral.
Verstanden? Nö? Macht nix. Funktioniert aber. Zum Beweis das Video klicken, zurücklehnen und den zu Ende gehenden Advent genießen …