Verschweigen und Vertuschen

Wenn das Wetter schon beschissen ist
müssen die Beiträge umso besser sein
(Herr Ösi, Juli 2021)

„US-Regierung öffnet streng geheime UFO-Akten“, titelt die Hokuspokus&Hauruck-Postille Focus. Zumindest ein bisschen. Was man dem Volk halt so zumuten kann. Und das ist nicht viel. Klar. Wird Geheimes veröffentlicht, ist es nicht mehr geheim. Das leuchtet ein. Besonders Geheimdienste, die ja das Wort geheim schon im Titel tragen, rücken mit ihren Geheimnissen nur ungern heraus und, wenn es gar nicht mehr anders geht, dann eben zögerlich und zitzerlweise. Das Wort „zitzerlweise“ ist kein Geheimwissen und kann, je nach Bedarf, also zum Beispiel bei Nichtwissen, problemlos gegoogelt werden. Oder auch nicht. Ganz nach Belieben. „Der liebe Herr Ösi“, sagt die Saftschubse, seine Assistentin, „hat nichts Besseres zu tun, als hinauszuposauen, was die Geheimdienste uns verschweigen.“ Da hat sie nicht unrecht. Sie kennt ihren Chef. Der liebe Herr Ösi, sage ich, hat in der Tat nichts Besseres zu tun, als den Geheimdiensten zuerst auf die Finger zu schauen und dann auf die Finger zu klopfen. Auf ihre schmutzigen Finger zu klopfen, wohl gemerkt. Die so schmutzig sind, dass ein Dreijähriger 50 Jahre lang ohne sie zu waschen im Gatsch spielen müsste, um derart schmutzige Pfoten zu bekommen. Gatsch, wer’s braucht und nicht weiß, was Gatsch ist… Gatsch lässt sich ebenfalls googeln. Dieses zitzerlweise Herausgeben geheimer UFO-Akten, sagt die Saftschubse, hat den Herrn Ösi, diesmal lässt sie das Prädikat „lieber“ lieber weg, so genervt, dass der sich genötigt sah, selbst geheimste UFO-Akten zu veröffentlichen… und wären diese bloß gefaked, wie er seiner Assistentin, die er zu absolutem Stillschweigen verdonnerte, beiläufig mitteilte. Soweit ist es freilich nicht gekommen. Wie durch ein Wunder wurde der Ösi-Redaktion aus streng geheimer Quelle ein atemberaubendes Video zugespielt, welches das Zusammentreffen eines Kampfjetpiloten mit einem außerirdischen Objekt, einem UFO, dokumentiert.

Unser Protagonist, T-Bone Pickens Jr, ein jüngerer kampferprobter Haudegen alten Schlages, war gerade mit seiner General Dynamics F-16 nahe der Area Fifty-Two unterwegs, um einen Atombombenabwurf auf… Verschwörungspraktiker ahnen bereits worauf… zu simulieren, als sich der Zwischenfall ereignete. Ein unbekanntes Flugobjekt, aufgetaucht aus dem Nichts, näherte sich plötzlich dem Piloten in seiner klapprigen Kiste. Das stattgefundene Gespräch zwischen dem Piloten und seinem unter ADHS leidenden Bordcomputer namens HAL 9000 wurde live an den Kommandostand übermittelt. Es dient uns zusammen mit dem von der Bordkamera aufgezeichnetem Geschehen als einzigartiges Dokument seiner Art. Unabhängige Spezialisten haben die Wahrhaftigkeit dieses Dokuments überprüft und bestätigt. Indes: vom „guten“ T-Bone Jr fehlt seither jede Spur…

20 Gedanken zu “Verschweigen und Vertuschen

  1. Lieber Herr Ösi,
    dass die US-Regierung streng geheime Ufo-Akten veröffentlicht, sehe ich aus Datenschutzgründen sehr kritisch. Als Außerirdischer fühle ich mich in meiner Privatsphäre verletzt. Wenn Ihnen aus streng geheimer Quelle ein atemberaubendes Video zugespielt wurde, möchte ich Sie bitten, es als „privat“ zu kennzeichnen und „nicht gelistet“.
    Das gibt uns eventuell noch genug Zeit um eine andere Katastrophe auszulösen, die dann die Regierungen und die Presse so beschäftigen, dass UFOs aus dem Fo(c)(k)us genommen werden können.
    Wir hatten sowieso nicht damit gerechnet, dass mit dem Eintauchen in die Erdatmospähre unsere universelle Freiheit derart beschnitten wird, und wir ständig gemobbt werden.
    Gruß
    Aethiocarenus Burmanicus
    1. Vorsitzender der Alien:innen und Außerirsch:innen

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    • Lieber Herr Aethiocarenus Burmanicus,
      oder sollte ich besser liebe Frau Aethiocarenus Burmanicus,
      sagen, oder eines von den 72 Geschlechtern, die sich mittlerweile bei uns herumtreiben? Früher warst du ein Manderl oder ein Weiberl, aber heutzutage… ist es für viele, wenn nicht gar für die meisten schwierig, genau zu spezifizieren, was sie sind… wenn sie nicht wie ich die Bezeichnung „Herr“ bereits im Titel tragen.

      Also, liebe(r) Aethiocarenus:in Burmanicus:in,
      wenn Sie gedenken, hier auf Erden eine Katastrophe auszulösen, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Die Katastrophen, die lösen wir hier schon selber aus. Das ist unsere Spezialität. Und das nicht erst seit gestern. Unsere sogenannten „Eliten“ wenden seit Jahrhunderten ihr gesamtes Gehirnschmalz auf, um punktgenau auf die allerletzte Katastrophe zuzusteuern.
      Und schon bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mir erlaube, eine kleine Bitte anzubringen.
      Sollten Sie mir Ihrem Raumschiff zufällig in der Nähe der Ösi-Redaktion vorbeifliegen, ersuche ich Sie, einen kurzen Halt einzuplanen, um mich, egal wohin die Reise geht, mitzunehmen…
      Gruß
      Herr Ösi

      PS: Eine Assistentin und zwei Mäuse hätte ich auch. (Sie benötigen nur wenig Platz)

      Gefällt 2 Personen

  2. Zwischen all den Beiträgen, die ich heute schon über das Wetter gelesen habe, ist das der erste der das Thema neben dem Focus aufgreift. Endlich! Schließlich ist das wichtig und ganz sicher kein Sommerloch Thema. Aber auf Herrn Ösi ist eben Verlass. Ein bisschen Sorgen macht es mir, dass HAL noch immer aktiv ist. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist ihm aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigung einfach nicht zu trauen. Herzliche Grüße

    Gefällt 4 Personen

    • Genau dieser Umstand sollte uns Sorge bereiten. Aber auch T-Bone Jr würde ich nicht verharmlosen… falls er sich noch irgendwo herumtreibt. Am schlimmsten ist wohl das Zusammenspiel der beiden.
      Tja, da heißt es wachsam bleiben…

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  3. Ach, liebster Ösi, hätte ich dich nicht, ich würde fast nichts von der weiten Welt der Ufos und anderer technischer Unheimlichkeiten erfahren, da ich viel zu stark in die technischen Dinge meiner Umwelt verstrickt bin.
    Ich habe zwar auf dem Video noch weniger als sonst verstanden, empfand das aber nicht so schlimm, da ich von den Farben beeindruckt wurde. Im Dritten Reich hatte die Staatspolizei das Wort „geheim“ noch öffentlich in ihrem Namen stehen – alle Nachfolger drücken sich darum, obwohl wir alle wissen, dass sie geheim sein wollen.
    Wenn ich auf deinen Blog komme, erfreut mich immer und immer wieder dein freundliches Lächeln Das meint die
    Clara

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    • Dass du, liebe Clara, von dem Video nichts verstanden hast, muss man durchaus positiv beurteilen.
      Ich hätte das Gespräch mit deutschen Untertiteln versehen können… wollte aber angesichts dieser Vulgärsprache meinen guten Ruf als gewissenhafter Chronist nicht leichtfertig aufs Spiel setzen… 😉
      Danke für das nette Kompliment…
      Der Ösi

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    • Und das Kompliment meine ich dann vollkommen ehrlich, wenn du nicht ein Foto eingestellt hast, dass mehr als 10 Jahre früher entstanden ist. Diese 10 Jahre muss man ja heute in Datingportalen tolerieren – was jetzt aber nicht heißt, dass ich dich daten will.

      Gefällt 1 Person

  4. Oh, lieber Herr Ösi,
    Ihr Menschen seid nah dran! Wir Aliens haben nur unwesentlich mehr Geschlechter 74 (tausend), wobei wir uns keinerlei Gedanken darüber machen, wie die kombiniert werden können. Probleme mit Ansichten, Denkweisen und überflüssige Gesellschaftordnungen landen bei uns umgehend in einem schwarzen Loch – und fertig!
    Selbstverständlich kommen wir bei Ihnen vorbei! Wir haben im Raumschiff sogar so viel Platz, dass wir Ihre Multimediaausrüstung und Filmutensilien auch mitnehmen können. So etwas Feines haben wir nämlich nicht.
    Gruß Aethiocarenus Burmanicus

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    • Lieber Aethiocarenus Burmanicus,
      in CERN bei Genf experimentiert man ebenfalls mit Schwarzen Löchern. Leider sind die noch nicht groß genug, um darin verschwinden zu lassen, was darin verschwinden sollte. Derweil potenzieren sich die Probleme unnötigerweise.
      Wir sind schon mal auf die Straße gegangen und warten mit gepackten Koffern auf Ihre geschätzte Ankunft…

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  5. Unbekannte fliegende Objekte gibt es doch stets und immer schon. Man denke nur an überall herumschwirrende Engel, Teufel, Hexen im Mittelalter, den Flugverkehr gefährdende Individualreisende (Flüchtlinge!) und da oben herumtrampelnde Pferde im Altertum und die Geschosse, die aus dem Nichts den nichtsahnenden Lehrer hinterrücks treffen. Auch jeder Spaziergang zeigt einem, dass Müll entweder selbstständig fliegen kann oder aber von rücksichtslosen Untertassenbesatzungen einfach so durchs Beifliegerfenster rausgeschmissen wird.
    Insofern nichts Neues unter dieser oder einer anderen Sonne. Warum also diese von ehemaligen Präsidenten noch gepushte Hektik? Na ja, wir haben ja ein paar illegal verbreitete, die Schwerverbrecher, die solche Informationen weitergaben, werden verfolgt und eingesperrt, Aufnahmen von anderen Flugobjekten. Unbemannten, die kurz mal irgend was Explosives fallen lassen. Bemannten, die mit Besatzungskommentaren in Gruppen von Zivilisten ballern.
    Das sind ungute Nachrichten. Es ist doch besser, über die möglichen Außerirdischen zu spekulieren. Dann muß auch kein übereifriger Journalist und Warnpfeifer eingesperrt werden und verdienstvolle Militärs und Söldner können endlich wieder in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen.

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    • Tja, bliebe immer noch die Möglichkeit eines Riesenfakes, dass man uns – wie seit Jahrhunderten üblich – einen Bären aufgebunden hat und uns am Nasenring durch die Manege führt.
      Ich selbst stelle mir die Erde wie einen monsterhaften Luftballon vor, den letztendlich übereifrige Militär*innen mit einer Nadel zum Platzen bringen… 😉

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    • Gab es, von diesen Plastikmüll-Gasbehältern, also Luftballons. Dagegen nur einen blauen Planeten, um dessen Zukunft sich insbesondere Leute öffentlich in Film und Fernsehen Sorgen machen, die mit irrem technischem Aufwand tief runter getaucht sind oder so hoch geflogen sind, dass sie das ganze Schlamassel von oben gesehen haben.

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  6. Ösi, was hast du gemacht – du hast meinen Feedreader geflutet mit ca. 10 Beiträgen, die aber alle schon vor längerer Zeit erschienen waren. Hast du alles noch einmal bearbeitet und ist es deswsegen als „neu“ erschienen. Ich schaue mir jetzt alle noch einmal an – aber wenn ich schon damals kommentiert habe, bekommst du jetzt nichts mehr.

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